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Montag, 19. November 2012

ECO PRINT – Teil 7

Die entblätterten Stoffe zeigten sich so…

Ecopring Stoffe

Der helle Stoff – oben links im Bild – war in hitzigem Kontakt mit Rinde vom Ranunkelstrauch. Das war nicht besonders ergiebig. Darum wird dieses Experiment auch nicht wiederholt und der Stoff kann mit anderen Pflanzen überfärbt werden.

Auf dem folgenden Foto ist dickerer Baumwolljersey zu sehen, der pullover- oder jackentauglich ist. Die blauen Spuren stammen von einer der letzten Blüten meiner schwarzen Stockrosen, die dunkelbrauneren Flecken von Robinienspänen. Ansonsten verwendete ich alle möglichen Blätter, die sich während der Winterfein-Aktion im Garten fanden…

Ecoprint BW Jersey

Die Hartriegelrinde war etwas erfolgreicher beim Spuren hinterlassen als die Ranunkelstrauchrinde. Sie hat die Farbe an den umliegenden Stoff abgegeben. Es ist eine zarte, aber schöne Reservierungsfärbung geworden. Das kann wiederholt werden. Es braucht vielleicht einige Tage länger, um vom Farbton her noch intensiver zu werden.

Ecoprint Hartriegelrinde

Die gewickelten Bündel haben auch eine ganz eigene Schönheit, nicht wahr!?

Ecoprint Bündel

Ein Mitbringsel aus Leipzig – gesammelte Platanenblätter… 

Plantanenblätter

Platanenblätter aufgefädelt

Diese Blattgirlande hängt jetzt im Häuschen unter der Treppe und wird sich nach und nach braun verfärben. Ich will die langsame Verwandlung miterleben und mich dadurch an die Entschleunigung im Urlaub erinnern.

Einen guten Start in die dritte Novemberwoche!

Samstag, 1. Oktober 2011

ECO PRINT – Teil 6

Wie im vorigen Post beschrieben, hatte ich die mit Pflanzenmaterial belegten Stoffe zur Hälfte stehend in Eisen-III-Beize vorgebeizt, einmal umgewickelt, in einer Schilfblütenflotte gefärbt und hier sind sie nun…

ECO PRINT Stoffe 3

Auffällig ist, dass es sich eher um Reservierungen handelt, d. h. die Pflanzenteile – Blätter, Rinde ec. – haben dafür gesorgt, dass die Farbflotte der Schilfblütenfärbung nicht oder kaum an den Stoff gelangte. Die Umrisse sind recht deutlich. Hier einige Detailfotos…

Abgeschälte Schlehenrinde auf Wolle…

ECO PRINT Schlehenrinde auf Wolle teilweise Eisenbeize

ECO PRINT Schlehenrinde auf Wolle teilweise Eisenbeize Detail

Schlehenblätter auf Seide…

ECO PRINT Schlehenblätter auf Seide  teilweise Eisenbeize

Die Blätter des roten Perückenstrauches auf Wolle im Detail…

ECO PRINT Perückenstrauch Blätter auf Wolle

…und im Überblick…

ECO PRINT Perückenstrauch Blätter auf Wolle 2

…und ein Bild vom Auslegen…Es macht also tatsächlich einen Unterschied, welche Blattseite auf dem Stoff liegt. Was für spannende Spielereien!

Perückenstrauch Blätter ausgelegt

Waldmeisterblätter auf Wolle…

ECO PRINT Waldmeisterblätter auf Wolle Eisenbeize

…und Seide…

ECO PRINT Waldmeisterblätter auf Seide Eisenbeize

…Farn auf Wolle…

ECO PRINT Farn auf Wolle teilweise Eisenbeize

…und im Detail……

ECO PRINT Farn auf Wolle Eisenbeize Detail

Und zum Schluss zwei Fotos der versprochenen Färbung mit Ruprechtskraut auf Sockenwolle in zwei Zügen…

Stoff und Sockenwolle - Ruprechtskrautfärbung

Färbung mit Ruprechtskraut in zwei Zügen

Ganz herzlichen Dank für Eure Kommentare! Ich freue mich über jeden einzelnen und wünsche Euch ein schönes langes Wochenende. Ich werde gleich an einer Pilzwanderung teilnehmen. In Rehna finden nämlich an diesem Wochenende die Tage der Pilze statt. Besonders  freue mich schon auf die Pilzausstellung im Kloster Rehna.

Mittwoch, 28. September 2011

ECO PRINT – Teil 5

Die nächste Charge Stoffe hatte ich zusammengerollt über Nacht zur Hälfte in Eisen-III-Kaltbeize gestellt (ebenso wie die Kaltbeize AL habe ich sie hier bei Karin Tegeler gekauft), um sie am nächsten Tag in einer frischen Schilfblütenflotte zu färben.

ECO PRINT Eisen-Kaltbeize und Schilfblütenfärbung

Die Idee an sich ist ja ganz schön, allerdings hat die Farbe es schwer, auch die Innenlagen der Stoffe zu erreichen. Es sei denn, das Pflanzenmaterial hat von sich aus starke Färbekraft, was diesmal nicht so war.

ECO PRINT Farn

Da ich das Aufrollen jedoch schön finde, um regelmäßige Blatt- und Pflanzenstrukturen zu färben, habe ich mir jetzt überlegt, Blätterschutz für Regenrinnen zu besorgen und dieses Netzrohr zum Umwickeln zu nutzen. So müsste ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – ich hätte eine schöne Struktur auf dem Stoff und es gäbe eine Möglichkeit, dass die Farbe auch innere Lagen erreichen kann. Bis ich die habe, behalf ich mir damit, die Rollen zu öffnen und umzuwickeln, damit das, was innen war, jetzt außen zu liegen kommt und stärker der Farbe ausgesetzt ist. Hier sind Rollen und Päckchen für den zweiten Tauchgang vorbereitet. Mal schauen…

ECO PRINT zweiter Tauchgang

Montag, 26. September 2011

ECO PRINT – Die neuen Stoffe… Teil 4

Hier sind meine Wochenendergebnisse im Überblick…

ECO PRINT Stoffe 2

Im Detail – Färbung mit Lebensbaum… 

ECO PRINT Lebensbaum auf Wolle

Die braunen Flecken sind überall dort entstanden, wo der Pflanzensaft austreten konnte. Damit könnte man also weiter experimentieren. Auch war mir nicht klar, dass Lebensbaum (die blaugraue Thuja-Variante) so viel an gelbem Farbstoff enthält, dass er die anderen Stoffe gleich mitfärbte. (Hätte ich das gewusst, hätte ich mehr vom Heckenschnitt mitgenommen.) Diesmal habe ich im Wasser gefärbt – aufgekocht, ein wenig simmern und über Nacht auskühlen lassen.

Interessant ist auch der Druck mit Birnenblättern… Weil die Blätter sich beim Auflegen so wölbten, ich jedoch klare Konturen wollte, halbierte ich sie kurzerhand mit der Schere. Auf Seide zeigten sich die Abdrücke grün…

ECO PRINT Birnenblätter auf Wolle und Seide

Und noch ein Detailfoto…

ECO PRINT Birnenblätter auf Seide Detail

ECO PRINT Birnenblätter auf Seide

Blutpflaumenblätter auf Wolle und Seide… Das wirkt mir ein wenig zu schmutzig, erinnert an Stockflecken. Sprich: Ich werde für neue Akzente sorgen und (teilweise) überfärben.

ECO PRINT Blutpflaumenblätter auf Wolle und Seide

Und hier kommt meine allerliebste Lieblingsfärbung der zweiten Charge – abgeschälte Blutpflaumenrinde, die ja hier bereits für Überraschungen gesorgt hatte…

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle

Hach… Diese Färbung schreit förmlich nach Detailfotos!

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle Detail 1

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle Detail 2

Abschließend ein Ausblick auf die nächsten Stoffe, sie warten hier und harren der Dinge, die da kommen werden… Inzwischen habe ich auch Baumwolle und Viskose nach einem Rezept von Gretel Feddersen-Fieler in diesem Buch gebeizt. Bis jetzt färbte ich ja ausschließlich Protein-Fasern… Es bleibt also spannend!

ECO PRINT Vorbereitung

Übrigens hatte ich am Sonntag Besuch in meiner Färbeküche – eine kleine Ringelnatter hatte sich verirrt und kam die Stufe nicht mehr hoch. Da musste ich ihr ein wenig helfen. Hier ein Foto beim Wegschlängeln auf der Terrasse:

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Eine schöne Woche wünsche ich Euch und uns!

Sonntag, 25. September 2011

ECO PRINT–Teil 3 – Ruprechtskraut

Heute morgen befreite ich den Stoff aus der Eisen-Kaltbeize. Ich bin sehr angetan von den feinen Farbabstufungen.  Hier alle drei Stoffe auf einem Bild…

ECO PRINT Ruprechtskraut  auf Wolle und Seide 1

…und ein Solo…

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DANK Bine und Annette weiß ich nun, dass meine färbende Duftpflanze “Ruprechtskraut”,  “Stinkender Storchschnabel” oder auch Geranium Robertianum heißt. Nun ja, das mit dem Stinken dürft Ihr nicht so wörtlich nehmen. Ich war heute jedenfalls Richtung Ratzeburg im Wald und was fand ich dort in Massen? Genau: Ruprechtskraut… Ich erntete knapp 400 Gramm der Blätter, um einen Färbetest auf Sockenwolle zu machen. Der erste Zug trocknet gerade; der zweite Zug köchelt noch auf dem Herd…

Einen gemütlichen Sonntag-Abend! Euch und uns!

Samstag, 24. September 2011

ECO PRINT– Teil 2 – Wer kennt diese Pflanze?

Im Wald fand ich ein Kraut, das mich mit seinem würzig-aromatischen Duft verführte…

Unbekanntes Waldkraut

…es mit nach Hause zu nehmen und immer ein Blättchen…

Unbekanntes Waldkraut Detail

…zwischen den Farn zu legen. Dabei zeigte sich, dass sich einiges an Farbe in den schön gezeichneten Blättern verbarg. Also nahm ich beim nächsten Waldspaziergang etwas mehr der duftenden Pflanze mit und gab ihr einen Soloauftritt. Pflanze “Mir-leider-unbekannt” bekam zwei Wollstoffe und einen Seidenschal, um sich in ihrer ganzen Schönheit zu zeigen.

Hier sind die Blätter ausgelegt…

Unbekanntes Waldkraut ausgelegt

…und hier nach der Färbung noch aufgerollt…

Unbekanntes Waldkraut gerollt

…und die Ergebnisse – links auf Wolle, rechts auf Seide…

Unbekanntes Waldkraut Eco Print auf Wolle und Seide

Der zweite Wollstoff ruht über Nacht in Eisen-Kaltbeize. Mal schauen, um was für Nuancen er sich dadurch verändert.

Und weil mir dieser Stoff gar sehr gefällt, gibt es noch weitere Bilder.

Unbekanntes Waldkraut Eco Print auf Wolle Detail

Unbekanntes Waldkraut Eco Print auf Wolle

Unbekanntes Waldkraut Eco Print auf Seide

Unbekanntes Waldkraut Eco Print im Sonnenlicht

Unbekanntes Waldkraut Eco Print im Sonnenlicht Detail

Ganz lieben Dank Euch für Eure Kommentare zu meinen ersten Versuchen! Danke auch Dir, Uli, für Deine Tipps! In meiner Färbeküche liegen nun diese Rollen im Wasser und warten bis morgen (wenn ich es aushalte, mich so lange zu gedulden…)

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@Bettina: Es sind gar nicht unbedingt Blüten nötig; Hier im Topf liegt eine Rolle mit Birnenblättern, Lebensbaum, Blutpflaumenblättern und –rinde. Vermutlich lässt sich sogar im Winter auf diese Weise färben… Zwinkerndes Smiley

@Anke: Ja, ich hatte die Stoffe vorher mit Kaltbeize AL gebeizt. Aber das ist sicher nicht die einzige Methode. Wie gesagt, ich experimentiere… und es macht unglaublich viel Spaß!

Donnerstag, 22. September 2011

ECO PRINT – Mein Weg des Ausprobierens –Teil 1

Erste Stoffe

Ja, Bettina, genau so habe ich es diesmal versucht. Ich legtverschnürte einen weiteren Stoff – hier Pongeseide – auf die “Herbstdeko”, rollte mit Hilfe eines Rohres die Stoffe mit den dazwischen verbleibenden Pflanzenteilen zusammen, verschnürte die Rollen fest und gab sie in einen Topf mit Siebeinsatz, wo sie dem heißen Wasserdampf ausgesetzt waren. Dann ließ ich die Packungen über Nacht auskühlen und konnte am Morgen die Ergebnisse bestaunen.

Im Wasserdampf

Meinen alaungebeizten Schurwollstoff hatte ich recht dicht und üppig mit Pflanzenteilen belegt, weil ich die intensiven Färbungen besonders mag. Dabei verwendete ich vorwiegend Färbepflanzen, deren Farbkraft ich bereits kannte, wie z. B. Färberkamille, Dahlienblüten, Schilfblüten, Zwiebelschalen, Blutpflaumenblätter, Tagetes, Goldrute,   Sonnenhut, Mädchenauge etc. Aber es kamen auch Pflanzenteile zum Einsatz, die über schöne Strukturen verfügten, wie z. B. Tamariske, Esche, Lebensbaum, Farn, Ahorn etc. Vorwiegend nutzte ich Heckenschnitt und Blätterfall oder Färbepflanzen aus dem Garten – dem eigenen oder dem ganz großen.

Stoffe

Die Ergebnisse finde ich ganz bezaubernd, nur der Farn-Druck ist für meinen Geschmack zwar schön in der Zeichnung, aber zu zart ausgefallen. Ich könnte jetzt unzählige Fotos mit Details zeigen, begnüge mich jedoch mit einem Überblick der verschiedenen Stoffe (links im Foto der Wollstoff, rechts die Seide).

1 Zwiebelschalen, Schilfblüten, Berberitzenblätter

2 Dahlienblütenblätter, Stockrosenblütenblätter, Tamariske, Färberkamille, Berberitzenblätter

3 Färberkamille, Dahlienblütenblätter, Berberitzenblätter, Brennnesselblätter, Heidekraut

4 Goldrutenblätter, Blutpflaumenblätter, Ahornblätter

5 Alles

6 Farn, unbekanntes Waldkraut

Ich werde weiter experimentieren. Hier einige Ideen, die auszuprobieren sich bestimmt lohnen: Shibori-Techniken einsetzen und Teile abbinden oder Fremdteile einbinden, mit Heißwachs Reservierungen der besonders schönen Stellen vornehmen und überfärben, Teilüberfärbungen vornehmen, Raffungen, Faltungen, Pressungen, Knüllen, Wicklungen etc. Ich sehe schon, diese Art zu Färben zieht mich in ihren Bann.