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Dienstag, 10. Mai 2022

Meine diesjährige Draußenzeit...

 ..beginnt heute. Juhu! Später werde ich dir davon erzählen, wie ich sie in diesem Jahr gestalte. So viel schon vorweg - es wird eine Mischung aus der Begegnung mit Menschen und anderen Tieren und Wesen werden. Den gesamten Mai habe ich mir als selbstfürsorgliche Urlaubszeit eingerichtet. Dafür pausieren die Coachings und die zwei Tage Arbeit in der Klinik.

Der wundervolle Start in den Urlaub war Beltane im Frauenkreis. Hach, war das schön! Wir feierten und tanzten am Feuer auf einer wilden Wiese mit dem über die Steine springenden Flüsschen um die Wette. 

Die erste Maiwoche nutzte ich dann für ausgiebigen Frühjahrsputz im Häuschen (Danke für Deine Unterstützung, Nina!) und so Sachen, für die es mehr Zeit am Stück braucht. Eigentlich wollte ich der Jurte noch eine neue Außenhaut überziehen, aber das hat zeitlich nicht mehr gepasst. 

Ich feierte meinen Geburtstag in kleiner familiärer Runde und genoss die gemeinsame Zeit am Feuer. Es gab Kumpir (die türkische Variante unserer Backkartoffel aus dem Ofen) mit diverse Möglichkeiten zur Füllung. 

JedeR konnte sich die Kartoffeln so füllen, dass sie den eigenen Geschmacksvorlieben entsprechen. Was für eine Freude! 

Am nächsten Tag - wir hatten die üppigen Reste in Schraubgläsern verstaut - besuchten wir meine Tochter und dort gab es ein Kumpir-Schraubgläserpicknick. So einfach und so köstlich! 


Hab einen schönen wonnigen Mai! 

Herzlich grüßt dich

Jana

Samstag, 9. April 2022

Selbst gemachte Barbecuesauce...

...kommt hier oft zum Einsatz. Zum Beispiel in Wraps, auf veganen Burgern und als Dip für knusprig gebackene Blumenkohl-Wings. 



Hier kommt das erprobte Rezept für Dich: 

Barbecue-Sauce 

Zutaten für ca. 350 ml: 

100 g Tomatenmark
100 g Bio-Ketchup
70 g Kokosblütenzucker
50 g Agavendicksaft
1 Knoblauchzehe – schälen und in etwas Salz zu Mus zerdrücken
60 ml Balsamicoessig
Saft einer halben Limette
1 ½ TL Currypulver
3 TL Räuchersalz (Bioladen; Reformhaus)
10 g fein geriebener Ingwer
5 Spritzer vegane Bio-Worcestersauce (alternativ Tamari)
Pfeffer aus der Mühle 

Zubereitung:

alle Zutaten in einen kleinen Topf geben
ca. 8 - 10 Min. unter ständigem Rühren leicht köcheln lassen
abkühlen lassen
im Kühlschrank aufbewahren 

Guten Appetit!

Dienstag, 1. März 2022

Vegane Steckrüben-Tarte

 
Zutaten (für eine Springform ø 28 cm):

1 Packung Blätterteig aus dem Kühlregal
450 g Steckrüben - geschält und grob gerieben
2 Zwiebeln - klein gewürfelt
2 Knoblauchzehen - gepresst 
2 TL getrockneter Thymian
100 ml Wasser
100 ml Hafer- oder Sojasahne
2 EL Erdnussöl
2 EL Tamari (oder eine andere Sojasauce)
1 EL weißes Mandelmus
1 EL Kartoffel- oder Maisstärke - mit 3 EL Wasser angerührt

Für einen veganen Dip

200 g Sauerrahmersatz (z. B. von Soyananda)
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL milde Chiliflocken
1/2 TL Salz
etwas Pflanzenmilch für eine cremige Konsistenz

Zubereitung:

Backofen auf 190°C Umluft vorheizen
Erdnussöl erhitzen
Zwiebelwürfel und gepressten Knoblauch darin glasig schmurgeln
geriebene Steckrübe dazugeben und 5 min mit anbraten
mit Wasser ablöschen
Tamari einrühren sowie salzen und pfeffern
solange köcheln, bis die gesamte Flüssigkeit verdampft ist
Hafersahne, Mandelmus, Thymian und 1 - 2 EL Zitronensaft dazugeben
verrühren und aufkochen lassen
Stärke unterrühren und weiter köcheln lassen, bis die Masse schön gebunden ist
mit Salz und Pfeffer abschmecken
vom Herd nehmen und abkühlen lassen
Tarteform fetten oder mit Backpapier auskleiden
Blätterteig in Form schneiden und einen 3 cm hohen Rand stehen lassen
Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen
Füllung auf dem Blätterteig verteilen und glatt streichen
ca. 30 min backen
Zutaten für den Dip verrühren und kräftig abschmecken
Tarte zusammen mit einem Klecks Dip anrichten und genießen

Guten Appetit!

Montag, 7. Februar 2022

Köstlich gewürzter und gebratener Rosenkohl...

 ...gehört zu meinen absoluten Lieblingsgemüsen - besonders in dieser Zubereitungsart, die ich heute mit Dir teilen will. Totgekocht mag ich ihn nämlich nicht so gern. Und Menschen, die Rosenkohl ansonsten nicht mögen, essen DIESEN Rosenkohl sehr gern. 

Ich freue mich ganz besonders darüber, dass unsere SoLawi Lebendiger Landbau (KLICK) in dieser Saison sogar Rosenkohl angebaut hat. Das hatte ich mir so gewünscht! 


Lass' dich nicht von der ungewöhnlichen Gewürzkombination irritieren, denn die Aromen verbinden sich auf wundervolle Weise zu einem Ganzen.

Zutaten:

500 g Rosenkohl
1/2 Bio-Zitrone
3 - 4 Zweige frischer Rosmarin (alternativ 2 TL getrockneter Rosmarin)
2 - 3 Knoblauchzehen
1/2 TL Zimt
125 g Alsan bio (alternativ Bratöl)
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Rosenkohl putzen
größere Röschen halbieren, kleinere ganz lassen
5 min dämpfen
Rosmarinnadeln fein wiegen
Knoblauch pressen oder in etwas Salz zu Mus zerdrücken
in einer Pfanne Alsan bio zerlassen
Rosmarin, Knoblauch, Zimt, kräftig Salz und etwas Pfeffer hinzufügen
2 min rösten lassen
Rosenkohl in die Pfanne geben und rundum anbraten
mit dem Saft einer halben Zitrone ablöschen

Guten Appetit!

Mittwoch, 19. Januar 2022

Eine Grünkohl-Bohnen-Minestrone...


...ist ein köstliches und herzhaftes Rezept, um Grünkohl vegan zu verarbeiten. 

Bei der letzten Lieferung unserer SoLawi Lebendiger Landbau (KLICK) beinhaltete ein ganzer Anteil 800 g Grünkohl, 800 g Möhren, 1 kg Kartoffeln, 1 Wirsingkohl, 1 große Steckrübe, 800 g Rote Bete, 1 Kürbis und 500 g Topinambur. Aktuell holen wir uns das Gemüse im 14tägigen Rhythmus, weil es sich um Lagergemüse handelt. 

Ich habe den gesamten Grünkohl für die Minestrone verarbeitet. Da wir in unserem Haushalt jedoch nur zu zweit leben, sind vier Portionen zum sofortigen Verbrauch bestimmt und vier Portionen für irgendwann später vorgesehen. Ich habe die Minestrone eingeweckt. So schön, an einem Tag mit wenig Zeit ein Glas Grünkohl-Bohnen-Minestrone aus dem Vorratsregal nehmen, einfach erwärmen zu können und in Blitzesschnelle ein gesundes und leckeres Essen zu haben!  

Und hier kommt das Rezept für dich:

Vegane Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Zutaten für 4 Portionen: 

1 große Zwiebel
2 Möhren (oder Pastinaken oder Petersilienwurzel) 
2 Stangen Staudensellerie (oder etwas Knollensellerie)
200 g Grünkohl
3 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
400 g gehackte Tomaten
1 l Gemüsebrühe
250 g weiße Bohnen (oder schwarze Bohnen oder Edamame etc.)
2 TL Italienische Kräuter
1/2 TL getrocknete Minze
1 - 2 TL Salz
1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL Ahornsirup (oder Agavendicksaft oder Reissirup)
2 EL Weißweinessig (oder Apfelessig)
etwas Olivenöl

Zubereitung: 

Zwiebel würfeln
Möhren und Staudensellerie in feine Scheiben schneiden
Grünkohl - von der Mittelrippe befreien und in mundgerechte Stücke schneiden
Knoblauch fein zerdrücken
Olivenöl erhitzen
Zwiebel, Möhren, Sellerie, Knoblauch darin anbraten
Ahornsirup hinzufügen
Gemüse leicht karamellisieren lassen
Tomatenmark, Kräuter, Gewürze, Weißweinessig hinzufügen
mit gehackten Tomaten und Gemüsebrühe ablöschen
10 Minuten köcheln lassen
Grünkohl unterheben
weitere 15 Minuten köcheln lassen
Bohnen unterheben
abschmecken und servieren

Guten Appetit!

Montag, 17. Januar 2022

Zwei Jahre vegane Ernährung...


...haben mir und meinen Lieben gezeigt, wie vielfältig, bunt, köstlich und gesund die pflanzenbasierte Küche sein kann. Es hat mir ohnehin schon immer viel Freude bereitet zu kochen und zu backen, aber durch die Umstellung meiner Ernährung habe ich die letzten zwei Jahre begeistert experimentiert und geforscht, in Kochbüchern oder im Netz gefundene Rezepte an meine Geschmacksvorlieben angepasst, traditionelle Rezepte "veganisiert", die ich nicht missen möchte. Ich bin sehr glücklich mit dieser Ernährungsform, weil sie meinen Werten entspricht. Vor anderthalb Jahren hatte ich hier schon ein wenig darüber erzählt.

Ebenfalls im zweiten Jahr sind wir SoLawistas der Solidarischen Landwirtschaft = SoLawi Lebendiger Landbau (KLICK) und bekommen wöchentlich regionales, biologisch angebautes, köstliches Gemüse, wie es frischer nicht sein kann. Das motiviert natürlich noch einmal mehr, das Gemüse auf die leckerste nur mögliche Weise zuzubereiten. 

Du möchtest wissen, warum ich meine Ernährung auf die rein pflanzliche Kost umgestellt habe? 

Nur zum Verständnis - ich mochte den Geschmack von Fleisch und Käse und liebe herzhafte Speisen. Gleichzeitig steckte ich jedoch schon länger in einem ethischen Konflikt, der für mich immer unaushaltbarer wurde. Je verbundener ich mich mit der Erde und all den hier lebenden Geschwistergeschöpfen fühlte, umso unvorstellbarer wurde es für mich, diese Wesen aufzuessen. Und das hat nicht nur etwas mit der (sowieso nicht zu vertretenden) Massentierhaltung und den damit verbundenen ethischen und ökologischen Folgethemen zu tun; es geht mir grundsätzlich um das Essen von Tieren und Tierprodukten, das ich vor mir selbst nicht mehr vertreten konnte. Nein, auch nicht der Tiere, die auf Demeter- und Biohöfen leben oder privat und liebevoll gehalten werden... Irgendwann las ich "nicht deine Mama - nicht deine Milch"... Puh... Das erwischte mich kalt, weil ich es als Wahrheit fühlte. Also kam für mich auch das Essen/Trinken von Milchprodukten nicht mehr in Frage. Und gleichzeitig bin ich mir sehr bewusst, dass jede und jeder für sich selbst entscheiden muss, wie Mensch sich ernährt. Ich bin weit davon entfernt, irgendwen missionieren zu wollen und trotzdem freut es mich, dass auch die Allesesser*innen meine Speisen lieben. 

Gerade hatte Rainer Geburtstag und seine Familie zum Brunch eingeladen. Hach... Zweieinhalb Tage konnte ich nach Herzenslust kochen und backen und in Geschmacksrichtungen, Düften, Gewürzen, Farben, Texturen schwelgen. Und Rainers Familie mochte die Speisen sehr und war ganz überrascht, dass veganes Essen so lecker schmecken kann. Das wiederum freute mich so richtig! 


Und jetzt werde ich immer mal wieder ein erprobtes und für köstlich befundenes Rezept mit Dir teilen. 

(Es ist tatsächlich schon anderthalb Jahre her, dass ich genau das hier angekündigt hatte. Sorry, dass es sooo lange gedauert hat. Mein Leben war so reich gefüllt, dass ich kaum Raum und Zeit zum Bloggen hatte. Aber jetzt sind Zeit und vor allem auch Lust dafür zurückgekehrt.)

Herzlich

Deine Jana

Montag, 13. Juli 2020

LEBENDIGER LANDBAU bringt mehr als lebendige Nahrung...


Ist die erste Aubergine dieses Jahres nicht wunderschön!? Ich war schon von den Blüten verzaubert, doch die Frucht steht der Blüte in nichts nach. Nun bin ich gespannt, wie sie schmecken wird. 

Seit dieser Saison, die im April begann, sind mein Gefährte und ich der Solidarischen Landwirtschaft = SoLawi LEBENDIGER LANDBAU (KLICK) von Johannes und Laura beigetreten. Das bedeutet, dass wir verbindlich für eine Saison einen Ernteanteil übernommen haben, monatlich einen Beitrag zahlen und uns dafür jeden Freitag einen Korb mit erntefrischen Kräutern, knackigen Salaten und gesundem Gemüse füllen können. 


Das ist unser Gemüsekorb vom vergangenen Freitag mit der oben bereits gezeigten Aubergine, Fenchel, 2 runden Zucchinis, 1 Gurke, 2 Brokkoli, 2 Kohlrabi, einem Kopfsalat, einem Sträußchen Petersilie und aromatischen Majoran-Samenständen (köstlich im Kidneybohnen-Brotaufstrich). Nicht auf dem Bild sind 200 g Babyleaf-Schnittsalat.

Laura und Johannes bewirtschaften gemeinsam mit ihren Helfer*innen mitten in Nordwestmecklenburg in der Nähe von Upahl 7 ha Land nach biologisch-dynamischen Gesichtspunkten. Das Konzept des jungen Paares geht jedoch weit darüber hinaus und entspricht einem lebensdienlichen und enkeltauglichen Miteinandersein.  Am meisten berührt und beeindruckt mich, dass es den beiden nicht "nur" wichtig ist, gesundes Gemüse zu ziehen und Ressourcen zu erhalten, sondern darum, durch nachhaltige Kreisläufe Ressourcen zu schaffen und unser aller Lebensgrundlage - den Boden - aufzubauen und zu nähren. 

Ein Beispiel für einen nachhaltigen Kreislauf ist der gepflanzte Pappelwald-Streifen. Er dient einerseits den im Mobilstall untergebrachten Hühnern - natürlichen Waldrandbewohnern - als Schutz vor Greifvögeln und bietet ihnen eine  artgerechte Unterschlupfmöglichkeit. Hier können sie sicher scharren und Sandbäder nehmen. Gleichzeitig dienen die schnell wachsenden Pappeln zur Hackschnitzel-Gewinnung und werden die Heizung speisen.

Die stark zährenden Tomatenpflanzen profitieren davon, dass sich unter dem Humus Schafwolle (die ungenutzte Schurwolle eines befreundeten Schäfers) befindet, die ihre Nährstoffe nach und nach an den Boden und damit an die Pflanzen abgeben wird. Außerdem liegt auf dem Boden der Rasenschnitt der Kleewiese als Mulch und sorgt dafür, dass Nährstoffe gehalten und abgegeben werden, damit der Boden nicht zu schnell austrocknet und es den Pflanzen gut geht. "Meine Babys..." hat Laura die vielen verschiedenen Tomatenpflanzen genannt, die in einem der beiden Folientunnel wunderbar wachsen. Bald werden wir also rote und grüne, gestreifte und Marktomaten und weitere alte Sorten probieren können. 


Zu den lebensdienlichen Prinzipien gehört auch die gegenseitige Unterstützung der SoLawis. Die Gurken z. B., die wir in dieser Woche essen dürfen, stammen von einer anderen SoLawi. Dafür bekommt diese später ein anderes Gemüse zurück. 

Besonders bedeutsam ist auch die Direktvermarktung.  Das Gemüse wird geerntet und landet noch am gleichen Tag bei den Verbrauchern. So behält es all die guten Inhaltsstoffe, verliert sie nicht auf langen Transportwegen und verschluckt nicht unnötig Ressourcen durch Kühlung etc. Da es keinerlei Zwischenhändler gibt, geht der Erlös direkt an die Erzeuger. Wir Ernteteiler lernen Laura und Johannes, ihre Werte, Prinzipien und ihre Arbeitsweise kennen und ich kann sagen, dass ich nach so kurzer Zeit nicht nur begeistert, sondern auch voller Vertrauen bin. Ich erlebe hier zwei Menschen, die mit aller Konsequenz für die Werte gehen, von denen sie überzeugt sind. Das imponiert mir.

Ich habe solch einen Respekt vor der Logistik des ganzes Hofes, denn mit Zahlen hab ich es ja nicht so... Und wenn ich mir dann vorstelle, dass 100 Ernteteiler ein Jahr lang Gemüse haben möchten, nur ein Teil der 7 ha Land dem Garten zur Verfügung steht, alle Pflanzen ihre Aussaat-, Pflanz-, Wachstums- und Erntezeiten haben, wird mir ganz schwindelig. 

In diesem Überblick kannst Du einmal gucken, auf welche Gemüsesorten wir uns in dieser Saison noch freuen können: 


Es gäbe noch sooo viel zu erzählen, z. B. zu diesen Fragen...

Was ist eine Bieterkonferenz?
Können sich auch Menschen mit kleinem Budget einen Ernteanteil leisten? 
Wie funktioniert die Abholung?
Wie kommt der hohe Ertrag auf so geringer Fläche zustande? 
Und wie gelingt es, so viele unterschiedliche Gemüsesorten anzubauen?
Wie werden die Beete bearbeitet?
Wie sieht es mit Obst aus?

...aber das hebe ich mir für nächste Blogposts auf. 

Wenn Du neugierig bist und es gar nicht abwarten kannst, folge Laura und Johannes auf Instagram (KLICK). Hier kannst Du Dir den Hof auch mal von oben anschauen. 
P. s.  Das ist unbezahlte Werbung aus Überzeugung. 

Herzlich grüßt Dich 

Jana

Donnerstag, 2. Juli 2020

Ein halbes Jahr vegane Ernährung - Erfahrungsbericht

Mit dieser längst überfälligen Entscheidung bin ich so glücklich, dass ich bereits nach drei Monaten wusste, dass ich mich auch nach dem mit mir selbst vereinbarten Testhalbjahr zu 100% pflanzlich ernähren werde. Und trotzdem wollte ich das halbe Jahr erstmal gelebt haben und alles wahrnehmen, was sich mir in diesem Zusammenhang innen und außen zeigt, bevor ich über meine Erfahrungen schreibe. 



Die Veränderung hat natürlich einen längeren Vorlauf. Meine Gründe sind ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Natur und mein Gefühl ist pure Freude. Endlich stimmt meine Ernährung mit meinen ethischen Grundsätzen überein. Da ich jedoch niemanden missionieren möchte (das kann ich nämlich selbst nicht ab) und weiß, dass sich jede*r auf dem ureigenen Weg befindet, steige ich hier inhaltlich nicht tiefer ein.

Wie also habe ich das erste halbe Jahr erlebt und wie habe ich die Ernährungsumstellung vorgenommen? 

Bei Sofia Konstantinidou von Iss happy (KLICK) und ihrem Onlinekurs, dem 30tägigen Einsteigerprogramm für vegane Ernährung (KLICK) unbezahlte Werbung aus Überzeugung  habe ich mir Unterstützung geholt. Wichtig für mich war und ist, abwechslungsreich und ausgewogen zu essen, um meinen Körper mit allen erforderlichen Nährstoffen zu versorgen. Nun fühle ich mich gut ausgebildet und wenn in mir Fragen auftauchen, kann ich in dem Kursmaterial immer mal wieder nachlesen und -schauen. Bis jetzt supplementiere ich zwar noch nichts, weil ich davon ausgehe, dass meine Vitamin-B12-Speicher  gut gefüllt sind, aber zukünftig werde ich mir Vitamin B12 in Tropfenform zuführen. 

Neben der notwendigen Nahrungsaufnahme und dem gesundheitlichen Aspekt bedeuten Kochen und Essen für mich vor allem eines - Genuss. Deshalb habe ich mich auf eine intensive Forschungsreise begeben und festgestellt, dass guter Geschmack aus verschiedenen, nicht zu vernachlässigenden Komponenten entsteht. Konsistenz und Textur sind mir enorm wichtig (mit weich- und totgekochtem Gemüse kannst Du mich jagen...). Eine kräftig-deftige Würzung, aber auch Geruch, Aussehen und Temperatur einer Mahlzeit tragen zum Genießen bei. 


Auch wenn ich knackige, aromatische Salate und Wildkräutlein liebe, bin ich keine, die sich ausschließlich von Rohkost ernähren könnte. Ich stehe auch auf sämige Saucen, Röstaromen und kräftigen Umami-Geschmack. Wenn ich mich für etwas begeistere, tauche ich in dieses Thema so richtig ein. Das geschieht auch jetzt. Ich lerne aus vielen verschiedenen veganen Kochbüchern, finde schöne Rezepte im Internet, probiere sie aus, verändere sie, passe sie meinen Vorlieben an. Nur die allerköstlichsten kommen dann in meinen privaten Rezepteordner. Und weil ich so gern Menschen an meinem Forschen und den Ergebnissen teilhaben lasse, habe ich einmal bereits zu einem veganen Brunch eingeladen. Sicher werde ich das wiederholen.



Körperlich fühle ich mich viel agiler und wohler. Gelenkschmerzen, die sich immer mal wieder gemeldet hatten, sind verschwunden. Mein Gewicht hat sich nicht groß verändert und liegt nach wie vor über dem, was meinem Knochenbau bei 1,58 m Körpergröße gut tun würde, aber das hängt sicher auch mit meiner Vorliebe für vegane Nussecken und ähnliche Köstlichkeiten zusammen. 


Auch trinke ich seit Beginn des Jahres keinen koffeinhaltigen Kaffee mehr, sondern bin auf Lupinenkaffee umgestiegen. Ich trank zwar auch vorher wenig Kaffee, oft nur eine Tasse am Morgen, doch wenn ich dann mal keinen trank, bekam ich Entzugskopfschmerzen. Ein klares Signal also... Auch Alkohol  gehört nicht mehr zu den Genussmitteln, die ich meinem Körper zumute. Ich verwende zwar keinen weißen Industriezucker, nutze aber durchaus Rohrohrzucker und auch Weizenmehl zum Backen. 

Außerdem stehe ich nicht so auf vegane Ersatz- und Fertigprodukte, die es zu kaufen gibt; fertig gewürzte ohnehin nicht. Eine Ausnahme sind eine Frischkäsealternative und Reibe"käse" auf Mandelbasis, aber hier bin ich noch am Ausprobieren und bin mit einer selbst hergestellten Frisch"käse"variante aus Cashewkernen schon recht zufrieden. Zum Überbacken ist selbst gezaubertes Hefeschmelz  eine gute Alternative zum gekauften veganen Reibe"käse". Ich mag es sehr, wenn ich genau weiß, was im Essen steckt und was ich meinem Körper zuführe. Eine weitere Ausnahme ist veganes Eis als schnelle Leckerei. Da bin ich im Supermarkt gerade fündig geworden und sehr glücklich damit.

Von der Organisation her koche ich abends unser Abendessen und gleich eine Portion mehr, die ich am Folgetag als Mittagessen genieße. Und ja - ich plane ca. eine Stunde Kochzeit ein. Wenn ich weniger benötige - gut. Und ansonsten weiß ich ja, dass diese kostbare Lebenszeit in etwas Wunderbares einfließt - gesunde und leckere Nahrung. Es macht mir solche Freude, vorwiegend regionales und saisonales Gemüse zu schnippeln und kunterbunte Teller zu kreieren. Woher wir unser Gemüse beziehen? Das verlangt nach einem wertschätzenden Extrapost für die SoLawi Lebendiger Landbau (KLICK) von Johannes und Laura, der bald folgen wird. 


Du willst wissen, ob ich auch Nachteile sehe? 

Ja, die gibt es. Hier bei uns in Nordwestmecklenburg sind wenig wirklich gute Restaurants zu finden und vegane Lokale kenne ich hier überhaupt keine. Wenn Du also einen Tipp für mich hast, freue ich mich sehr. Im Gutshof Stellshagen könnte ich mich außerhalb der Saison als Außer-Haus-Gästin anmelden, aber das ist eher die Ausnahme. Früher sind wir gern mal essen gegangen. Das fällt jetzt also weg. Auch Feste und Feiern oder Grillpartys sind eine Herausforderung für mich. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, mir einen bunten veganen Teller vorzubereiten und halt mitzunehmen. Mehrere Tage unterwegs zu sein, ist ebenfalls herausfordernd. Es bedarf einer guten Planung und Umsetzung, um auch auf Reisen gut zurechtzukommen.

Und für Situationen, in denen ich nach Hause komme, so richtig Hunger habe und keinesfalls das Kochen abwarten kann, habe ich mir auch einige Varianten überlegt. Im Kühlschrank warten immer köstliche vegane Brotaufstriche. Also Schwarzbrot mit Aufstrich und ein Salat dazu - das ist eine schnelle Variante. Auch brate ich Burgerpatties auf Vorrat (Burger habe ich früher übrigens so gut wie nie gegessen), habe ein paar im Kühlschrank und andere eingefroren. Dann geht es blitzschnell, einen köstlichen Burger aus gesunden Zutten zu zaubern...


Du siehst also, die vielen wunderbaren Vorteile überwiegen die wenigen Nachteile bei weitem. 

Bist Du eigentlich interessiert daran, hier immer mal wieder mit meinen veganen Lieblingsrezepten beschenkt zu werden? 


Herzlich grüßt Dich
Jana