Posts mit dem Label Ergotherapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ergotherapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 21. April 2024

Danke, kleines Gänseblümchen!

Bevor der Hausmeister der Klinik mit seinem Rasentrecker die Klinikwiese mähte, pflückten wir - die PatientInnen der Traumatherapiegruppen und ich - dankbar die Köpfchen der Gänseblümchen und legten sie zum Trocknen auf Packpapier aus. 

In der Folgewoche waren sie rascheltrocken. 

In einem Heißauszug mit Mandelöl stellten wir gemeinsam Gänseblümchenöl her. 

Durch Zugabe von Bienenwachspastillen wurde das Öl in eine heilkräftige Salbe verwandelt. 

Sie unterstützt die Heilung kleiner Schnitte und Wunden, nimmt den Juckreiz bei Mücken- und anderen Insektenstichen, macht spröde Lippen wieder weich und fühlt sich auch als Handcreme wunderbar an. Ein kleiner Allrounder also... Es war so schön, die Freude in den Augen der Menschen über die selbst hergestellte Salbe zu sehen. 

Die Etiketten haben wir hier (KLICK) gestaltet.

Als Kind taufte ich das Gänseblümchen Trotz-allem-Blümchen; ich beobachtete die unermüdliche Blühfreude. Kurz nachdem der Rasenmäher ihr vermeintlich den Garaus gemacht hatte, erstrahlten neue kleine Sonnen und hatten der metallenen Macht getrotzt. Ist Dir diese Trotz-allem-Kraft auch bekannt?

Ich liebe es auch, die Blütenköpfchen im Salat...

...oder wie hier in Sommerrollen zu verwenden und mir die Trotz-allem-Kraft dankbar und bewusst einzuverleiben.  

Danke, Gänseblümchen!

Donnerstag, 28. November 2019

Ein Wildniscamp für ehemalige Drogenkonsumenten und Spendenaktion

Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du eine richtig gute Idee hast, die dringend umgesetzt werden muss?

Bei mir klopft dann mein Herz auf ganz besondere Weise, ich rede schneller und fühle mich, als würde ich in meiner Lebendigkeit pulsieren. Dann bin ich angeschlossen an eine innere Weisheit, die keine Zweifel erlaubt. Es ist ein JAAAAAA aus vollem Herzen. So war es auch, als mir die Idee kam, gemeinsam mit einem von mir sehr geschätzten ehemaligen Patienten, inzwischen zertifizierter Wildnispädagoge, ein Wildniscamp für ehemalige PatientInnen anzubieten. Es ist sooo naheliegend, oder!? Jan als Experte für das Hineinwachsen und das Aussteigen aus dem Drogenkonsum und ich als Menschenbegleiterin mit 20jähriger Erfahrung - was wir zusammen auf die Beine stellen können!!!  Wer weiß, vielleicht wird daraus ein wildes wiederkehrendes Jahrestreffen, eine inspirierende Auftankstelle, ein Ort zum Weitergeben von Erfahrungen und Bewältigungsstrategien, ein Raum des Sichberührens, des Sichverbindens, eine Community, in der sich Menschen durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens begleiten. Das ist unsere Vision.

Inzwischen arbeite ich bereits in meinem 20. Jahr in einer Rehaklinik für Abhängige von illegalen Drogen, die aus der Drogensucht aussteigen wollen. Während meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin hatte ich die Klinik durch ein Praktikum kennengelernt und wusste sofort, dass ich dort arbeiten werde. Die suchenden Menschen haben mich schon damals berührt und interessiert. Wenn Dich meine Grundhaltung und die Inhalte meiner Arbeit interessieren, kannst Du HIER (KLICK) noch mehr darüber lesen. 

Täglich bin ich dankbar, dass ich in meine geliebte Arbeit alles einfließen lassen kann, was ich selbst als kostbar und heilsam erlebt habe und erlebe. Ein grundlegendes  Ziel meiner Arbeit ist es, Menschen bei der wachsenden Akzeptanz des eigenen So-Seins und der Aussöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte zu unterstützen, denn den Boden für Wandlung bildet das ANNEHMEN. Und das gilt aus meiner Erfahrung nicht nur, aber besonders für die Sucht. Wenn wir etwas in uns, in unserem Leben verändern wollen, führt der Kampf gegen das Unerwünschte kaum zu einer langfristigen Änderung. Im nächsten Schritt ist wichtig zu verstehen, welches GESUNDE Bedürfnis unter der Sucht liegt und über den Konsum (wenngleich auch nur zu einem Teil) befriedigt wird. Die anschließende Entwicklungsaufgabe ist es, sich genau dieses Bedürfnis im Alltag auf andere Weise zu erfüllen. So kann der Drang, konsumieren zu müssen, nach und nach natürlich zurückgehen. Deshalb liegt mein Hauptaugenmerk in der Arbeit auf dem liebevollen Erforschen der Sinnhaftigkeit aller gelernten Strategien und Integration der verletzten Anteile. So entsteht Mitgefühl mit sich selbst und dadurch auch mit anderen Menschen und Geschöpfen. Nähe und Verbundenheit wachsen und die Fähigkeit zu lieben und sich geliebt zu fühlen, nimmt zu. 

Und gleichzeitig ist es sooo bedeutsam, dass sich die PatientInnen auch nach abgeschlossener Entwöhnungsbehandlung neue inspirierende, beglückende und vor allem erfüllende Erfahrungen im Alltag erlauben, die nach und nach die gewohnten Muster überschreiben können. Jan ist das beste Beispiel dafür. Ich vermute, dass hinter der hohen Rückfallquote noch eine andere Sehnsucht steckt - die Sehnsucht nach einem sinnstiftenden Leben und daß das "Funktionieren" im Alltag diese Sehnsucht häufig nicht ausreichend befriedigt. Und genau an dieser Schnittstelle setzt unser 1. Wildniscamp für Ehemalige an. Es ist die Weiterführung der auf der Therapie (oder bereits auf dem Tiefpunkt der Krise) begonnenen Forschungsreise und heißt GEMEINSAM RAUS - REIN INS LEBEN. 



Wenn die Idee Dein Herz berührt und Du dieses Projekt unterstützen willst, so dass auch Ehemalige teilnehmen können, die am Existenzminimum leben, hilfst Du sehr mit einer Spende an den Clean e. V. Und im Namen der Frauen und Männer, die durch Dich unterstützt werden, sagen wir DANKE!!! 

Hier kommt die Bankverbindung:

Kontoinhaber: Förderverein Clean e. V. 
Sparkasse Mecklenburg-Nordwest
IBAN: DE97 1405 1000 1200 0115 26
BIS: NOLADE21WIS
Zahlungsgrund: 1. Wildniscamp für Ehemalige 2020

Der Clean e. V. stellt - wenn gewünscht - eine Spendenbescheinigung aus, die bei Ursula Lüth per Email unter Uschi.Lueth@median-kliniken.de angefordert werden kann.

Freitag, 12. April 2019

Ausstieg aus der Drogensucht - Einblicke in meine Arbeit...



Inzwischen bin ich im 19. Jahr in einer Rehaklinik angestellt, in der Menschen im Durchschnitt ein halbes Jahr lang Therapie nutzen, um den Ausstieg aus der Sucht nach illegalen Substanzen zu bewältigen. Die Klinik wanderte bereits durch viele verschiedene Trägerhände, der Name änderte sich mehrfach, die Chefärzte wechselten, es veränderten sich (und ich veränderte) Rahmenbedingungen und ich vertiefte die Inhalte meiner Arbeit immer mehr. Mein Verständnis von Sucht (und den in uns allen vorhandenen ausweichenden und abhängigen Anteilen) wandelte sich, wurde reifer und ressourcenorientierter. Meine Herzbegegnung zwischen uns Menschen blieb. Ich liebe meine Arbeit und es erfüllt mich sehr, das Wiederlebendigwerden, das Aufblühen, die Heilung von Menschen miterleben zu dürfen.



Seit Januar 2018 bin ich nur noch Mittwoch und Donnerstag für 16 Stunden in der Klinik, denn Montag, Dienstag und Freitag arbeite ich genauso gern  in meiner Coachingpraxis (KLICK)

In der Klinik unterstütze ich zwei Traumatherapiegruppen (PatientInnen mit der Doppeldiagnose Traumafolgestörungen und Abhängigkeitserkrankungen) mit prozessbegleitender Ergotherapie auf ihrem Weg durch die unterschiedlichen Gruppen- und Therapiephasen. Außerdem habe ich sechs Einzeltherapieplätze (mit einer gut gefüllten Warteliste) und biete eine geschlossene Gestaltungstherapiegruppe an. Auch die ist sehr begehrt. Hier treffen sich über einen Zeitraum von zwei Monaten 8 Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Therapiegruppen zu ihrer gemeinsamen Heil- und Entwicklungsarbeit einmal wöchentlich für 2,5 Stunden. Aktuell läuft gerade meine 54. Gestaltungstherapiegruppe. Da staune ich selbst. Und gleichzeitig ist jede Gruppe einzigartig und immer wieder neu.



Meine Arbeit ist eher prozess- als produktorientiert und all das, was ich selbst in meinen Ausbildungen, vor allem aber auch in meinem Leben als unterstützend und hilfreich, als entwicklungsfördernd, verbindend und heilend erlebt habe, darf auch in meine Arbeit einfließen. Für diese Freiheit bin ich unglaublich dankbar. (Und dürfte ich nicht zu 100% so arbeiten, wie ich aufgrund meiner Werte arbeiten will, wäre ich nicht mehr dort.) Den tragenden Boden bildet mein Verständnis für zyklische Kreisläufe.


Ich bin als Ergotherapeutin angestellt und habe über vier Jahre berufsbegleitend Kunst- und Gestaltungstherapie mit tiefenpsychologischer Ausrichtung studiert, habe eine Weiterbildung zur Kreativen Traumatherapeutin absolviert, bin Wildnispädagogin und Zertifizierte Seelenzentrierte Coachin. Aus all diesen Bereichen fließen Impulse, Methoden, Haltungen in meine Arbeit ein. Schwerpunktthemen sind  Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz und -liebe, Selbstwertgefühl, das Fühlen heller und dunkler Gefühle, Verbindung und Verbundenheit mit sich selbst, mit anderen Menschen, mit der Natur, Authentizität, Lebendigkeit und Freude, Konfliktmanagement, Krisenbewältigung, Sinn, Erfüllung und Heilung.


Beim Gestalten geht es darum, inneres  Erleben ins Außen zu bringen, sichtbar werden und sich von der eigenen Gestaltung und denen der MitpatientInnen berühren und inspirieren zu lassen. Immer wieder darf ich PatientInnen jedoch dazu einladen, Leistungsansprüche mehr und mehr zu verabschieden und sich stattdessen sinnliche Erfahrungen und Spontaneität zu erlauben. In der gemeinsamen Reflexionsphase betrachten wir die entstandenen Werke und kommen miteinander ins Gespräch. Ich arbeite weder deutend, noch bewertend oder interpretierend, sondern trage auch hier meine gwundrige Haltung aus dem Seelenzentrierten Coaching in den Raum - liebevoll und neugierig, fragend, wertschätzend und entdeckend. Das ist für die PatientInnen sehr neu, die in der Schule oder in anderen Bezügen andere Erfahrungen gemacht, in gut oder schlecht, gelungen oder misslungen eingeordnet wurden und nun selbst einordnen. Diese neue Betrachtungsweise ist soooo entspannend. Allerdings dauert es ein wenig, bis sie tatsächlich ankommt.



Je nach Gruppenphase setze ich unterschiedliche Methoden und Medien ein. Neben dem Gestalten, kann es auch sein, dass wir singen oder tanzen (ganz frei oder internationale Kreis- und Gruppentänze mit Anleitung oder Trancetanz mit Augenbinde), möglich ist das Trommeln auf der Gruppentrommel, die hier nun schon seit 6 Jahren so gute Arbeit macht. Aber auch die Waldzeiten, in denen ich bei jedem Wetter (außer starkem Sturm) halbe Tage mit einer Therapiegruppe draußen verbringe, sind so kostbare und heilsame Erfahrungen. Körperbemalung, Maskenarbeit, Arbeit mit persönlicher Musik, Gruppenarbeiten, landArt, die Aufstellung von Gefühlen oder Situationen, Schwellengänge, Medizinwanderungen, therapeutische Feuer, Rituale, Council und Co-Councelling, Imaginationen = geführte innere Reisen sowie Körperarbeit fließen mit ein. Ich bin sehr froh über meinen inzwischen so reich gefüllten Methodenkoffer und über die vielen Erfahrungen, so dass ich mit der Gruppe und der jeweiligen ganz einzigartigen Situation fließen und genau JETZT Passendes aus dem Koffer ziehen kann. 

Und dafür danke ich vor allem den vielen, vielen PatientInnen, den Frauen und Männern, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten durfte und aktuell begleiten darf. Ich danke für all das, was ich bereits lernen durfte, für jede einzelne Erfahrung, jede berührende Begegnung. Ich danke den vielen verletzten inneren Kindern, dass sie sich gezeigt haben und nun einen behüteten Platz im Herzen der Erwachsenen finden konnten. 





Donnerstag, 10. August 2017

Mit Therapiegruppen in der Natur...

Seit meiner Ausbildung zur Wildnispädagogin in der Wildnisschule Seenland (KLICK) habe ich die Naturarbeit verstärkt in all meine Wirkungsbereiche integriert. Momentan bin ich fast jede Woche einen ganzen Vormittag mit einer Therapiegruppe im Wald. Mit Wahrnehmungsübungen, Gruppenbildungsaufgaben, Stillezeit, Spielen, Liedern, Hüttenbau, Naturrätseln vergehen die Stunden wie im Flug.


Was mich berührt, erfüllt und begeistert, was ich als sinnvoll, bereichernd und entwicklungsfördernd erlebe, darf auch in meinem (Arbeits-)Alltag Raum bekommen. Was gibt es Heilsameres, als durch die Natur zu streifen, an das gesunde ursprüngliche innere Kind anzudocken, sinnliche Erfahrungen zu machen und ganz im Körper und im Jetzt anzukommen?


Und ganz nebenbei - fast unbemerkt - lernen wir so viel über uns selbst, über die natürlichen Geschöpfe, die im Wald leben, über das zyklische Werden und Vergehen...


Seit bald 17 Jahren arbeite ich nun inzwischen in einer Rehaklinik für Menschen, die aus der Abhängigkeit von illegalen Drogen aussteigen wollen. Viele PatientInnen haben sehr früh mit dem Konsum begonnen und dürfen deshalb in vielen Bereichen Persönlichkeitsentwicklung nachholen.


Neben dem Wiederankommen im unverfälschten echten Leben, dem Verarbeiten belastender Lebenserfahrungen, die bis dahin betäubt werden mussten, dem wirklich tiefen Fühlen, dem Bewältigen von ganz natürlichen kleineren und größeren Krisen, die einfach dazugehören, sind es so wichtige Fragen wie die nach dem Sinn des Lebens oder "Wer bin ich eigentlich?" sowie die Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt, um die es hier in der Therapie nun geht.

Und auch dabei kann der Wald unterstützen und die Natur als Spiegel dienen. Immer wieder darf ich in staunende Augen schauen, wenn die PatientInnen mit ihrer Frage in den Wald gehen und ihre ganz individuellen Antworten und Erlebnisse mitbringen.


Und es gilt, die Schöpferkraft der Natur, die einzigartigen Wunder wahrzunehmen, zu erforschen und sich vertraut zu machen. Wie sagte Konrad Lorenz so weise?

"Nur was der Mensch kennt, lernt er lieben und nur was er liebt, schützt er." 

Und so sind wir immer wieder auch auf Spurensuche, entdecken Trittsiegel und rätseln herum, wer wohl diesen schönen Abdruck hinterlassen hat...


...finden kunstvolle Behausungen und können uns Fragen zu Heimat, Sehnsucht und Geborgenheit stellen...


...lassen uns von Winzlingen, den Tierkindern verzaubern...


...und bewundern die Kunstfertigkeit solcher Gebilde...

...finden Federgeschenke und erraten vielleicht sogar, wer sie wohl hat fallenlassen...
 

...genießen es, mit nackten Füßen durch das kühle, weiche, feuchte Moos zu gehen und sind ganz da - in diesem wunderbaren wilden Leben.

 Und nun verlinke ich diesen Post zum Naturdonnerstag bei Ghislana (KLICK)...

Dienstag, 23. Juni 2015

Hach, ich liebe meinen Job!

Heute am Vormittag war ich mit acht Männern einer Therapiegruppe unserer Klinik und meiner Kollegin Lara im Buchenwald. Dort haben alle gemeinsam diese Laubhütte gebaut und sich dann probeweise mal hineingelegt. Jetzt gibt es schon zwei Hütten. Es sollen noch weitere hinzukommen und wenn es dann acht sind, haben wir die Idee zu einem weiteren Abenteuer…

Laubhütte

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich all das, was ich im Rahmen der Wildnispädagogischen Weiterbildung (KLICK) gelernt habe, hier auch gleich einsetzen kann. Bis in den Herbst hinein stehen die Termine, wann ich mit verschiedenen Therapiegruppen im Wald arbeiten werde. Den Patient_innen tut es sichtlich gut, Zeit in der Natur zu verbringen, mit den Sinnen und allen Fasern ihres Seins in die natürliche Lebendigkeit einzutauchen, an das innere wilde, freie Kind anzudocken und die Welt wieder neu zu entdecken. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Menschen, die Suchtmittel konsumiert und sich so häufig über lange Zeiträume ihrer eigenen Lebendigkeit beraubt haben, durch aktive Zeit in der Natur gute hinzufügende Erfahrungen machen können. Ohnehin wirkt die Natur als Spiegel, klammert kein Thema aus, sondern zeigt uns, wie Wachstum und Entwicklung, aber auch Vergehen und Tod geschehen und Phasen größerer Kreisläufe sind.

Donnerstag, 26. September 2013

Bunt und lebendig…

…war das jährlich  am dritten Samstag im September stattfindende Ehemaligentreffen der Klinik, in der ich arbeite. Neben Gesprächsrunden, viel Wiedersehensfreude und leckerem Essen waren unterschiedliche Stationen mit Bewegungsspielen eingerichtet worden. Dort konnte man sich Gutscheine für Crepes und Würstchen erarbeiten. Die Gruppentrommel kam auch mehrfach zum Einsatz. Davon kann ich leider keine Fotos zeigen, denn irgendjemand ist immer von vorn zu sehen. Ganz schön war auch eine Kindertrommelrunde, die sich so ergeben hatte.

Diese Malwand wurde im Laufe des Tages von kleinen und großen Gästen gestaltet und diente zum Schluss als Fotohintergrund.

Malwand zum Ehemaligentreffen 2013

Ein DANKESCHÖN geht an meine Kollegin und meinen Kollegen und die Patientinnen und Patienten, die im Rahmen der Arbeitstherapie dafür gesorgt hatten, dass nicht nur diese stabile, beidseitig nutz- und wieder verwendbare Malwand in der Größe 300 x 200 cm rechtzeitig fertig wurde, sondern in der Holzwerkstatt zusätzlich noch etwas äußerst Praktisches gebaut wurde. Da ich vergaß, diese schönen Teile zu fotografieren, müsst Ihr noch ein wenig neugierig bleiben – die Bilder reiche ich nach.

Herzlich-herbstliche Grüße aus dem Häuschen und ganz lieben Dank Euch für die Kommentare zu den letzten Posts!

Freitag, 28. Juni 2013

1350,00 Euro – DANKE!

Ich bin so glücklich darüber, was mit Eurer Hilfe möglich ist! Inzwischen sind tatsächlich 1350,- € gespendet worden, um die Gruppentrommel für die Patienten der Klinik zum jetzigen Zeitpunkt und nicht erst in einem Jahr kaufen zu können. (Neue LeserInnen können HIER schauen, worum es bei der Spendenaktion ging.)

Inzwischen wurde das Instrument gekauft – die Klinik hat die Trommel vorfinanziert und wird auch einen Teil der Summe tragen. Der andere Teil wird aus den Spenden finanziert und das Übrigbleibende wird zur Seite gelegt, um die Trommel bei Bedarf sofort auch fachgemäß pflegen und warten lassen zu können. Die Trommel ist nämlich nachspannbar, was gut ist, denn sie wird schon sehr beansprucht.

Für mich hat der Ausgang dieser Aktion zusätzlich noch eine ganz persönliche Bedeutung: Er ist mir Motivationsschub für weiteres Engagement und Beweis dafür, dass – wenn wir Menschen uns vernetzen und miteinander in Verbundenheit kommen – gemeinsame Ziele keine Visionen bleiben müssen, sondern lebbare Realität werden. Und jeder einzelne Mensch hat die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und ein wenig dazu beizutragen, dass Menschen und Welt gesunden können. Und das ist einfach wunderbar.

Habt von Herzen Dank für diese Erfahrung und lasst Euch mit einem Bild der Juni-Fülle beschenken!

Juni-Fülle

Bis Sonntag könnt Ihr Spenderinnen und Spender HIER noch einen Kommentar hinterlassen, um an der Verlosung des pflanzengefärbten Regenbogens teilzunehmen.

Montag, 10. Juni 2013

Mit Deiner Unterstützung zur Gruppentrommel –Spendenaktion und Verlosung…

LeserInnen, die mich schon länger begleiten, wissen, dass ich als Ergotherapeutin und Kunst- und Gestaltungs-therapeutin in einer Klinik arbeite, die sich der Rehabilitation drogenabhängiger Menschen verschrieben hat. In diesem Monat geht nun auch meine Fachfortbildung in Kreativer Traumatherapie zu Ende.

Die Zeit trägt Siebenmeilenstiefel, denn inzwischen arbeite ich das 13. Jahr in der Klinik. Es gab immer wieder Veränderungen: Der Träger wechselte, die Chefärzte mehrfach, Konzepte wurden überarbeitet, die Klinik bekam ihre Zertifizierung, liebe Kolleginnen gingen, neue kamen, die Klientel veränderte sich... Was jedoch durch alle Zeiten hindurch blieb, war die Arbeit mit den Menschen, die auf ihrem ganz persönlichen Entwicklungsweg, der sie in die Sackgasse der Sucht geführt hatte, Unterstützung und Begleitung suchten. Ich liebe meine Arbeit. Die Worte “Sucht” und “Suche” sind sich nicht ohne Grund so ähnlich. Dass die Patientinnen und Patienten meine Arbeit auch schätzen, lässt sich daran erkennen, dass meine Therapieangebote gefüllte Wartelisten haben und es eine ganz aktive Mundpropaganda unter der Patientenschaft gibt. Seitdem ich nur noch Dienstag, Mittwoch und Donnerstag für insgesamt 24 Stunden in der Woche arbeite, kann ich 100%ig auch hinter dem Umfang meiner Arbeit stehen. Inhaltlich habe ich ohnehin immer dafür gesorgt, dass ich meinen Werten möglichst entspreche und mich weiter entwickle.

Seit einigen Monaten gibt es eine Therapiegruppe, die auf Menschen mit einer Abhängigkeit von Methamphetamin spezialisiert ist. Eine zweite soll folgen, da der Bedarf so groß ist. Einmal in der Woche arbeite ich im Rahmen der Bezugsgruppenergotherapie prozessbegleitend, d. h. ich greife die Themen, die aktuell in der Gruppe relevant sind,  mit gestaltungs- oder kreativtherapeutischen Medien und Methoden auf. Diese Menschen haben jedoch große Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und die Aufmerksamkeit fokussiert zu halten. Es entsteht häufig eine große Unruhe, die das Miteinanderarbeiten erschwert und mir sagt, dass meine Methoden Erweiterung und Ergänzung brauchen. Also habe ich mich nach einem Medium auf die Suche begeben, das die Menschen auf einer tieferen, leiblichen Ebene erreicht und bin fündig geworden. Ich lernte durch Sabine Weyhe und meinen Trommelbaukurs eine Gruppentrommel für zehn Personen kennen…

Gruppentrommel

…durfte sie zu Testzwecken ausleihen und bin soooo begeistert von den Möglichkeiten, die in diesem beeindruckenden Instrument stecken, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Trotzdem will ich versuchen, Euch ein wenig teilhaben zu lassen:

Stellt Euch vor, 10 Menschen, die sich in sich selbst und in der Welt verloren haben, trommeln auf dem Instrument mit dem tiefen, satten Klang, der sich ins Knochenmark schleicht, nichts weiter als einen gemeinsamen Herzschlag. Bum-bum…bum-bum…bum-bum… Und das gaaaaaaanz lange… Es entsteht ein tiefes Gefühl von Zugehörigkeit, Verbundenheit und vibrierender Lebendigkeit, eine Ahnung davon, wie es ist, einen Platz zu haben und gewollt zu sein.

Gruppentrommel Detail

Oder stellt Euch vor, alle 10 Menschen trommeln ihren eigenen Rhythmus. Die Trommel ist mächtig, der eigene Rhythmus droht in der Verschiedenheit unterzugehen. Und plötzlich übernimmt eine Frau den Rhythmus einer anderen. Beide trommeln miteinander, unterstützen sich gegenseitig und schauen sich dabei in die Augen. Die erste Frau beginnt zu weinen und weint und schluchzt ganz bitterlich. Dann sagt sie:  “Das ist das erste Mal, dass ich mich NICHT allein fühle.”  Und während es ihr gelingt, die über Jahre empfundene Einsamkeit zu betrauern, hält die zweite Frau sie im Arm, gleichzeitig trommeln acht Menschen einen sanften Rhythmus, der den beiden Frauen einen tragenden Boden gibt und sich ihnen als schützende und wärmende Decke um die Schultern legt. Nach und nach verebbt das Weinen, beide Frauen bekommen ihren Trommelschlägel wieder, kehren in die Gruppe zurück und nehmen den gemeinsamen Rhythmus auf. Das Trommeln wird kraftvoller und endet in geteilter Freude. Das sind nur zwei der bisher erlebten Situationen…

Ich möchte und werde die Trommel für die Klinik kaufen und vor allem in dieser, aber auch in den anderen Therapiegruppen damit arbeiten. Grundsätzlich wird der Kauf der 1500,- € teuren Trommel von der therapeutischen Leitung, aber auch von unserem Verwaltungsdirektor befürwortet. Allerdings ist es – wie in den meisten Unternehmen – nötig,  geplante Anschaffungen bereits ein Jahr im Voraus in den Budget-Plan einfließen zu lassen. Ich möchte nicht ein Jahr warten und überlegte mir, eine Spendenaktion zu initiieren.

Wenn Du Dich beteiligen und damit den Genesungsprozess suchender Menschen unterstützen möchtest, kannst Du einen Betrag Deiner Wahl mit dem Zahlungsgrund “Gruppentrommel” an den CLEAN e.V. überweisen. Der an die Klinik angegliederte gemeinnützige Verein stellt – wenn gewünscht -  eine Spendenbescheinigung aus, die per Email bei isusemihl@ahg.de  angefordert werden kann.

Hier kommen die Bankdaten:

CLEAN e. V., Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, BLZ 14051000, Konto 1200011526, Zahlungsgrund Gruppentrommel, für Spenden aus dem Ausland - IBAN DE97140510001200011526, SWIFT-BIC NOLADE21WIS

Unter allen Spenderinnen und Spendern, die  bis zum 30. Juni hier einen Kommentar hinterlassen, verlose ich diesen pflanzengefärbten Regenbogen…

Pflanzengefärbte Minis 237 g

…bestehend aus 27 verschiedenen Ministrängen mit Pflanzen gefärbter Sockenwolle. (75% Wolle, 25% Poly, Lauflänge 420m/100g, Gesamtgewicht 237g)

Und wenn Du bis hierher gelesen hast – DANKE!

Nachtrag: Aktueller Spendenstand am 15.08.2013 = 1500,00 €. WOW!!! DANKE!

Montag, 5. November 2012

Wie sich der Herbst…

…mit einem großen bunten Leuchten präsentiert, um dann dem Novembernebel das Feld zu überlassen, so erlebe ich Abschiede in der Klinik auch häufig sehr stark und mächtig. Dieses Bild z. B. ist die Gruppenarbeit einer Therapiegruppe im Format 300x120cm, bei der jeder Patient mit nur einer Farbe malte. Es wurde einer Mitpatientin, die nun ihre Therapie beendet, als Abschiedsgeschenk mitgegeben.

Gruppenarbeit Abschiedsgeschenk

Am vergangenen Donnerstag war ich mit meiner Gestaltungstherapiegruppe wieder einmal am wilden Ostseestrand. Die letzte Sitzung findet für jede Gruppe in der Natur statt  – mal im Wald, mal auf dem freien Feld, meistens jedoch am Naturstrand der Ostsee. Und immer ist das Gruppenthema der Abschied voneinander, mal auch von überholten Gewohnheiten oder nicht mehr greifenden Glaubenssätzen, diesmal vor allem von verstorbenen Menschen, die noch nicht würdig verabschiedet werden konnten, aber auch von dem über Jahre genutzten Suchtmittel, von destruktiven Verhaltensweisen, die nicht weiter das eigene Leben bestimmen sollen, von Illusionen… Jede und jeder gestaltet für sich einen wertschätzenden Ausdruck für das, von dem sie oder er sich verabschieden wird.

0

Dafür werden ausschließlich Naturmaterialien und Fundstücke verwendet, die am jeweiligen Ort ausreichend zur Verfügung stehen. Die Gestaltungen werden dort zurückgelassen und nach und nach von Wind, Wetter und Jahreszeit verändert.  Nach dem Abschiedsritual sitzen wir gemeinsam am Feuer und wissen…

1

Das ist das letzte Zusammensein in dieser Konstellation. Danach wird die Gruppe auseinander gehen und jeder beschreitet weiter den eigenen Weg.

Ich bin jetzt für zwei Wochen im wohlverdienten Dunkelzeit-Urlaub.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wesen Geschöpfe Puppen Begleiter

Seele

Zwergenzwerg

Seele mit Zwergenzwerg

Zwerge

Da ich in der Klinik ein Kreativ-Angebot speziell für Eltern initiieren wollte (was inzwischen bereits stattfand), beschäftigte ich mich eine Zeitlang mit dem Nähen von kleinen und größeren Puppen nach Waldorf-Art. Dafür besorgte ich mir die Bücher von Karin Neuschütz: “Die Waldorfpuppe: Anleitung zu ihrer Herstellung und zum Nähen und Stricken ihrer Kleider” und “Das Puppenbuch. Wie man Puppen selber macht und was sie für Kinder bedeuten”. Sehr hilfreiche Lektüre, um die vielen Arbeitsschritte vom Grundmaterial bis zum fertigen Geschöpf auch umsetzen zu können.

Am schwierigsten war es für mich, ein Gefühl für das Ausstopfen mit Schafwolle zu bekommen.

Hier einige Bilder zum Entstehungsprozess meines Puppenmädchens Seele:

046

049

050

057

Die Anleitung für die flauschige Puppenperücke bekommt Ihr HIER bei Maria Ribbeck =  Mariengold.

058

Seele trägt eine Pumphose aus Rohseide und ein Oberteil aus handgefärbtem Leinen. Aus mit Schilfblüten und schwarzen Stockrosenblüten gefärbter Sockenwolle strickte ich ihr kleine Ringelsocken. Die kuschelwarme Winterweste mit an den Frühling erinnernden Knopf-Schmetterlingen entstand aus einem handgesponnenen Garnrest.

Seele im Herbst

Donnerstag, 28. Juni 2012

Gefunden…

Auf der Suche nach neuen Impulsen, nach einem Blick über den Tellerrand hinaus, fand ich eine einjährige Fachfortbildung in Kreativer Traumatherapie und entschied mich ganz kurzfristig für die Teilnahme an der Jahresgruppe. Veranstalterin ist die Zukunftswerkstatt therapie kreativ. Am vergangenen Wochenende fand das erste Seminar in Hannover statt. Übernachten durfte ich im sommerpausierenden Filzball-Atelier. Danke, liebe Steph!

Und überhaupt bin ich dankbar! Viele der angewandten Mittel und Methoden sind mir vertraut (auch wenn ich teilweise ein anderes Vokabular  benutze). Neues lernen wir über das Erleben und Erfahren am eigenen Leib und genau das ist der – sicher nicht nur für mich – beste Weg. Ich wäre nicht Kunst- und Gestaltungstherapeutin geworden, wenn ich nicht an die heilsame Kraft des schöpferischen Gestaltens glaubte. Allerdings kamen in den vergangenen Jahren Tanz und Musik, Text und Puppenspiel, Imaginationen und geführte Meditationen, Begegnungen in und mit der Natur als ebenso hilfreiche Wege hinzu. Und all diese wunderbaren Medien kommen hier zum Einsatz

029

Auf dem Rückweg – ich fuhr gerade durch ein Straßendorf – sah ich eine gefällte Linde Lindenstamm mit Wundeam Straßenrand liegen. Der Stamm war in mehrere Stücke zerteilt. Obenauf lag eines mit einer Wunde. Der Baum hatte versucht, die Verletzung zu heilen. Dieses Phänomen, das die Selbstheilungskräfte eines Lebewesens so deutlich zeigt, sprach mich nach dem Seminar-Wochenende derart an, dass ich das Stammstück mit nach Hause nehmen musste. Jemanden, den ich um Erlaubnis fragen konnte, fand ich nicht. Obwohl es regen Durchgangsverkehr gab, waren auch nirgendwo Menschen zu sehen, die ich um Hilfe hätte bitten können. Fragt mich nicht wie, aber ich schaffte es schließlich, das Stammstück mittels Hebelkraft in mein Auto zu hieven. Ja, wenn etwas UNBEDINGT sein soll, lassen sich ungeahnte Kräfte mobilisieren. Dieses Fundstück, dieser Lindenstamm wird zu einer Begleitskulptur. Wir werden sehen…

Hier einmal zum Größenvergleich mit meinem gummibestiefelten Fuß…

Gefunden - Lindenstamm

Mein Auto muss jetzt erstmal im Regen stehen, denn unter dem Carport auf einem Arbeitsbock liegt der Lindenstamm zur Bearbeitung.