Mittwoch, 24. April 2019

Es waren bunte Ostertage...

 
Am Karfreitag hatte ich zu einem spontanen kleinen Familienfest meine Schwesternfamilien und unsere großen Kinder eingeladen. Ich hatte vorgeschlagen, dass jedeR ein Gemüse mitbringt, wir gemeinsam schnippeln und uns über dem Feuer ein Süppchen kochen. Aber es braucht schon ein feines Aufeinanderhören und einige Kompromisse: Wie klein, wie groß schneiden wir das Gemüse? Soll es Biss behalten oder weich sein? Stückig oder püriert? Kräftig oder eher mild gewürzt? Puh... Ein Gast mochte die rein pflanzliche Suppe gar nicht und war damit recht unglücklich, aber auch das gilt es zu akzeptieren. Ich war mit unserer Suppe sehr zufrieden, denn ich mag es mehr und mehr, wenn es einfach ist, wenig Vorbereitung erfordert und die GemeinsamZeit im Vordergrund steht. Wir lachen und reden, spielen Tischtennis und sind zusammen. 

Das kleine Familientreffen ging dann beinahe nahtlos in das Vollmond-Feuer-Singen über. Eine meiner Schwestern blieb mit ihrem Sohn hier und beide sangen mit. Das war auch sooo schön.


Am Ostersonntag kam dann Rainers Großfamilie zu uns. Auch hier waren wir 18 Menschen. Das Mittagessen nahmen wir auswärts ein und danach fuhren wir zu uns. Das bereits sommerlich anmutende Wetter ermöglichte, dass wir draußen auf der Terrasse Kaffee trinken konnten. Meine Tochter hatte drei feine Torten gezaubert. Danke dafür. Eigentlich fahren dann alle am frühen Abend wieder nach Hause, aber sie blieben, so dass ich einen großen Topf Tomatensuppe kochte, Bagettes mit selbst gemachter Knoblauchbutter bestrich und im Backofen knusprig werden ließ. Nach dem kleinen Abendessen saßen wir mit den beiden fast 85jähigen noch ein Weilchen am Feuer. So schön! 


Und jetzt freue ich mich auf meinen Arbeitstag und bin gerade sehr dankbar, dass Regentropfen vom Himmel fallen. Mögen es noch viele viele mehr werden! Hab einen schönen Tag!

Herzlich  grüßt dich

JANA

Montag, 15. April 2019

Council - Die Weisheit des Kreises...


Vor ungefähr zwei Monaten war ich gemeinsam mit meiner Schwester im Eschwege-Institut (KLICK) zum Council-Treffen Mitte. In den Jahren zuvor hatte ich durch Holger Heiten beim Seminar INTO THE NATURE bereits verschiedene Council-Methoden kennen- und schätzen gelernt. Als Bestandteil der Jahreskreisfeste begleitet mich die Magie der Redestabrunden mit einer recht verwandten Ausrichtung schon einige Jahre.

Doch was ist Council nun eigentlich?

Es ist weit mehr als eine nichthierarchische und gewaltfreie Kommunikationsform, es ist eher eine Grundhaltung, die davon ausgeht, dass jede Stimme bedeutsam ist, dass sich die immer vorhandene Weisheit erst dann entfalten kann, wenn die einzelnen Puzzlestücke wahrgenommen wurden, wenn jede Stimme gehört wurde. Und das Besondere am Council ist das wirkliche Mit-dem-Herzen-hören und Aus-dem-Herzen-sprechen. 

Alle Teilnehmenden sitzen im Kreis um eine gemeinsame Mitte und begegnen einander auf Augen- und Herzenshöhe. Ein Redegegenstand unterstützt dabei, die Achtsamkeit bei dem Menschen zu halten, der gerade seine Wahrheit teilt. Nur dieser Mensch spricht. Es gibt kein Unterbrechen, keine anschließenden Fragen, Kommentare oder Ratschläge. Dadurch sinkt der oder die Redende in die eigene Tiefe und Weisheit hinein und teilt seine oder ihre Wahrheit von diesem Ort aus.

Council kann auch mit "zu Rate sitzen" übersetzt werden. Es nicht nur eine Möglichkeit für wahrhaftigen Austausch, sondern auch dafür geeignet, sich Fragen, Anliegen, Problemen auf respektvolle und mitfühlende Weise zu widmen. Durch das Teilen der persönlichen Geschichten entfaltet sich ein Heilraum. Verständnis und Nähe entstehen. Die Weisheit eines Councils ist immer größer als die Summe der Weisheit der Teilnehmenden. Aber das lässt sich wohl nur erleben und nicht wirklich theoretisch beschreiben...

Die Council-Richtlinien dienen eher als Ausrichtung und nicht als starre Regeln:
  • Sprich aus dem Herzen.
  • Höre mit dem Herzen zu.
  • Sei präsent und spontan.
  • Sprich wesentlich.
Wichtig ist außerdem die Vertraulichkeitsregel: Was im Kreis geteilt wurde, bleibt im Kreis.  

...

Noch immer bin ich tief berührt und bewegt von unserem ersten Familiencouncil, bei dem wir vier Schwestern uns mit unserem bald 80jährigen Vater in den Kreis setzten, aus dem Herzen sprachen, mit offenem Herzen lauschten, unsere Wahrheiten teilten. So ganz unmittelbar durften wir erleben, wieviel Heilkraft im Council steckt, wie Verständnis und Mitgefühl füreinander wachsen, wie sich helle und dunkle Gefühle zeigen und fließen dürfen, wie Bewusstheit und die eigene Gestaltungsmacht zunehmen, wie Aussöhnung geschieht. Ich bin sooooo dankbar für den Mut meines Vaters und meiner Schwestern, sich auf etwas für sie so Neues einzulassen. Unser Treffen wurde von uns allen so verbindend erlebt, dass wir uns nun halbjährlich zu einem Familiencouncil treffen werden. Danke!!!




Freitag, 12. April 2019

Ausstieg aus der Drogensucht - Einblicke in meine Arbeit...



Inzwischen bin ich im 19. Jahr in einer Rehaklinik angestellt, in der Menschen im Durchschnitt ein halbes Jahr lang Therapie nutzen, um den Ausstieg aus der Sucht nach illegalen Substanzen zu bewältigen. Die Klinik wanderte bereits durch viele verschiedene Trägerhände, der Name änderte sich mehrfach, die Chefärzte wechselten, es veränderten sich (und ich veränderte) Rahmenbedingungen und ich vertiefte die Inhalte meiner Arbeit immer mehr. Mein Verständnis von Sucht (und den in uns allen vorhandenen ausweichenden und abhängigen Anteilen) wandelte sich, wurde reifer und ressourcenorientierter. Meine Herzbegegnung zwischen uns Menschen blieb. Ich liebe meine Arbeit und es erfüllt mich sehr, das Wiederlebendigwerden, das Aufblühen, die Heilung von Menschen miterleben zu dürfen.



Seit Januar 2018 bin ich nur noch Mittwoch und Donnerstag für 16 Stunden in der Klinik, denn Montag, Dienstag und Freitag arbeite ich genauso gern  in meiner Coachingpraxis (KLICK)

In der Klinik unterstütze ich zwei Traumatherapiegruppen (PatientInnen mit der Doppeldiagnose Traumafolgestörungen und Abhängigkeitserkrankungen) mit prozessbegleitender Ergotherapie auf ihrem Weg durch die unterschiedlichen Gruppen- und Therapiephasen. Außerdem habe ich sechs Einzeltherapieplätze (mit einer gut gefüllten Warteliste) und biete eine geschlossene Gestaltungstherapiegruppe an. Auch die ist sehr begehrt. Hier treffen sich über einen Zeitraum von zwei Monaten 8 Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Therapiegruppen zu ihrer gemeinsamen Heil- und Entwicklungsarbeit einmal wöchentlich für 2,5 Stunden. Aktuell läuft gerade meine 54. Gestaltungstherapiegruppe. Da staune ich selbst. Und gleichzeitig ist jede Gruppe einzigartig und immer wieder neu.



Meine Arbeit ist eher prozess- als produktorientiert und all das, was ich selbst in meinen Ausbildungen, vor allem aber auch in meinem Leben als unterstützend und hilfreich, als entwicklungsfördernd, verbindend und heilend erlebt habe, darf auch in meine Arbeit einfließen. Für diese Freiheit bin ich unglaublich dankbar. (Und dürfte ich nicht zu 100% so arbeiten, wie ich aufgrund meiner Werte arbeiten will, wäre ich nicht mehr dort.) Den tragenden Boden bildet mein Verständnis für zyklische Kreisläufe.


Ich bin als Ergotherapeutin angestellt und habe über vier Jahre berufsbegleitend Kunst- und Gestaltungstherapie mit tiefenpsychologischer Ausrichtung studiert, habe eine Weiterbildung zur Kreativen Traumatherapeutin absolviert, bin Wildnispädagogin und Zertifizierte Seelenzentrierte Coachin. Aus all diesen Bereichen fließen Impulse, Methoden, Haltungen in meine Arbeit ein. Schwerpunktthemen sind  Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz und -liebe, Selbstwertgefühl, das Fühlen heller und dunkler Gefühle, Verbindung und Verbundenheit mit sich selbst, mit anderen Menschen, mit der Natur, Authentizität, Lebendigkeit und Freude, Konfliktmanagement, Krisenbewältigung, Sinn, Erfüllung und Heilung.


Beim Gestalten geht es darum, inneres  Erleben ins Außen zu bringen, sichtbar werden und sich von der eigenen Gestaltung und denen der MitpatientInnen berühren und inspirieren zu lassen. Immer wieder darf ich PatientInnen jedoch dazu einladen, Leistungsansprüche mehr und mehr zu verabschieden und sich stattdessen sinnliche Erfahrungen und Spontaneität zu erlauben. In der gemeinsamen Reflexionsphase betrachten wir die entstandenen Werke und kommen miteinander ins Gespräch. Ich arbeite weder deutend, noch bewertend oder interpretierend, sondern trage auch hier meine gwundrige Haltung aus dem Seelenzentrierten Coaching in den Raum - liebevoll und neugierig, fragend, wertschätzend und entdeckend. Das ist für die PatientInnen sehr neu, die in der Schule oder in anderen Bezügen andere Erfahrungen gemacht, in gut oder schlecht, gelungen oder misslungen eingeordnet wurden und nun selbst einordnen. Diese neue Betrachtungsweise ist soooo entspannend. Allerdings dauert es ein wenig, bis sie tatsächlich ankommt.



Je nach Gruppenphase setze ich unterschiedliche Methoden und Medien ein. Neben dem Gestalten, kann es auch sein, dass wir singen oder tanzen (ganz frei oder internationale Kreis- und Gruppentänze mit Anleitung oder Trancetanz mit Augenbinde), möglich ist das Trommeln auf der Gruppentrommel, die hier nun schon seit 6 Jahren so gute Arbeit macht. Aber auch die Waldzeiten, in denen ich bei jedem Wetter (außer starkem Sturm) halbe Tage mit einer Therapiegruppe draußen verbringe, sind so kostbare und heilsame Erfahrungen. Körperbemalung, Maskenarbeit, Arbeit mit persönlicher Musik, Gruppenarbeiten, landArt, die Aufstellung von Gefühlen oder Situationen, Schwellengänge, Medizinwanderungen, therapeutische Feuer, Rituale, Council und Co-Councelling, Imaginationen = geführte innere Reisen sowie Körperarbeit fließen mit ein. Ich bin sehr froh über meinen inzwischen so reich gefüllten Methodenkoffer und über die vielen Erfahrungen, so dass ich mit der Gruppe und der jeweiligen ganz einzigartigen Situation fließen und genau JETZT Passendes aus dem Koffer ziehen kann. 

Und dafür danke ich vor allem den vielen, vielen PatientInnen, den Frauen und Männern, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten durfte und aktuell begleiten darf. Ich danke für all das, was ich bereits lernen durfte, für jede einzelne Erfahrung, jede berührende Begegnung. Ich danke den vielen verletzten inneren Kindern, dass sie sich gezeigt haben und nun einen behüteten Platz im Herzen der Erwachsenen finden konnten. 





Donnerstag, 11. April 2019

Schreiben

 Foto von Pexels auf Pixabay

Im Winter hatte ich mich eher in die Stille zurückgezogen und bin deutlich langsamer unterwegs gewesen. Das entsprach und entspricht einerseits dem natürlichen Kreislauf, der zu dieser Jahreszeit eher im Innen als im Außen verortet ist. 

Allerdings hatte ich schon vor längerer Zeit mit dem Schreiben aufgehört. Nicht nur mit dem Schreiben von regelmäßigen Blogposts, sondern auch mit dem Schreiben von Briefen, Tagebuch- oder Morgenseiten - ich habe lange Zeit gar nicht mehr geschrieben. Dabei weiß ich um die Kraft der Worte, wenn sie denn fließen dürfen. Sie bedeuten für mich Introspektion und Reflexion, sind eine direkte Anbindung an meine Kreativität, an noch schlummernde Erkenntnisse, an Ideen, die geboren werden wollen. Und genau das ist es wohl: Das Nichtschreiben bedient das ALTE und kommt einem Festhalten gleich. So spannend! Jetzt habe ich ein Experiment begonnen und probiere aus, was geschieht, wenn ich wieder täglich schreibe.

Wie handhabst du das? Was bedeutet Schreiben für dich?

Fragend grüßt dich

JANA

Mittwoch, 10. April 2019

Vegane Mayonnaise



Diese Mayonnaise ist so einfach wie wunderbar und schmeckt genial.

Zutaten: 
6 EL Aquafaba (das übrig bleibende sehr eiweißhaltige Kichererbsenwasser von Kichererbsen aus dem Glas oder das Kochwasser der Kichererbsen)
2 EL Apfelessig
1 - 2 TL Senf
1 TL Steinsalz
200 – 250 ml Rapsöl

Zubereitung: 
Aquafaba im Standmixer aufschäumen
Apfelessig, Senf und Salz hinzugeben
Unter weiterem Aufschlagen bis zur gewünschten Konsistenz nach und nach das Rapsöl hinzufügen

(Mein Pürierstab ist dafür nicht stark genug. Da blieb mir die Mayonnaise zu flüssig. Mein Standmixer hingegen hat genug Power.

...und wenn ich an Pellkartoffeln mit dieser Mayonaise und dazu einen feinen Wildkräutersalat mit all der Grünkraft denke, die gerade wächst, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Das wird mein heutiges Mittagessen sein.

Ich bewahre die Mayonnaise bis zur Verwendung im Schraubglas der Kichererbsen auf, aus denen ich ein Hummus zauberte. Das Rezept werde ich auch noch notieren, aber das mache ich ein anderes Mal. 

Hab einen köstlichen Tag!

Herzlich grüßt dich

JANA

Dienstag, 9. April 2019

Ins eigene Fleisch geschnitten...

...hab ich mir heute. Nicht metaphorisch, sondern ganz physisch. Während ich eine neue Portion Kimchi als vegane Variante ähnlich dieser hier (KLICK) zubereitete und dafür zusätzlich feine Karottenscheiben auf dem Gemüsehobel schnitt...


...war ich einen Moment unachtsam. Genau in diesem Moment verlor mein rechter Daumen seine linke Spitze. Sowas! Und das gerade heute, wo doch  Gitarrenunterricht in meinem Kalender steht. Da stand ich dann erstmal mit tropfendem Daumen irritiert herum, verarztete mich mit Lavendelöl und einem Pflaster und sprach meinem Gitarrenlehrer auf den Anrufbeantworter und sagte den Unterricht ab. Und das geschieht mir heute, wo ich gerade gestern über Krankheiten, Unfälle etc. geschrieben hatte...

Ich spürte eine innere Unruhe, etwas fühlte sich nicht stimmig an. Also rief ich eine meiner Schwestern an. So hilfreich! Im Gespräch verstand ich, dass dieser kleine Unfall mich auf ein altes Muster aufmerksam gemacht und mich davor bewahrt hatte, eine Entscheidung zu treffen, bei der ich die Bedürfnisse meines Gegenübers mehr im Fokus gehabt hätte als mein eigenes Wohlergehen. Der Schnitt ins eigene Fleisch bewahrte mich vor einem Schnitt ins eigene Fleisch in größerem Umfang. Da kann ich also nur DANKE sagen, auch wenn sich das ganz absurd anhört. 

Dankbar grüßt dich

JANA

Montag, 8. April 2019

Geschichte des Tages 2 - Lebendigkeit

"Frage nicht, 
was die Welt braucht. 
Frage dich selbst, 
was dich lebendig macht, 
und gehe und tue das, 
denn was die Welt braucht, 
das sind Leute, 
die lebendig geworden sind." 

Howard Thurman 

Und was ist das nun - Lebendigkeit? 
Wann erlebst du dich als wirklich lebendig? 


Heute bin ich vor 5.00 Uhr früh erwacht, habe mir eine Plane geschnappt sowie Isomatte und Schlafsack und bin damit in den Garten gegangen. Eingekuschelt habe ich mich vom Morgengesang des gefiederten Volkes mitnehmen und im Inneren berühren lassen. So viel Lebensfreude und Lebendigkeit! Über mir im Pflaumenbaum saß der Amselmann und sang sein schönstes Lied. 

Und so eindrücklich, wie das aus feinsten Grauschattierungen bestehende Gemälde der Dämmerung nach und nach wieder Farbe eingehaucht bekam. Ja, ich kenne es so gut, dass die Wiederholung des immer Gleichen mir Sicherheit schenkt und sich gemütlich anfühlt. Und doch verliert mein Leben bei zu viel Gewohnheit an Farbe. Um lebendig zu bleiben, brauche ich die Schritte aus der Komfortzone heraus, darf ich immer wieder Erfahrungen einladen, die neu für mich sind und mich ein Stück herausfordern.

Hier (KLICK) erzählte ich dir von Transformation und meinem inneren Ringen zwischen dem ALTEN und dem (mir noch unbekannten) NEUEN und hier (KLICK) schrieb ich vom Vertrauen und der Hingabe an das Leben. Das hört sich widersprüchlich an. Also was stimmt nun? 

Beides! Veränderung geschieht. Immerwährend. Ich kann sie also willkommen heißen, mich mit einem lauten Jauchzer in den Fluß der Lebendigkeit  hineinwerfen und in meinem Leben entwicklungsfördernde Bedingungen schaffen oder ich kann Veränderung zu verhindern suchen und festhalten - am Alten. In diesem Fall kreiert das Leben belastende Wiederholungssituationen, Krisen, Krankheiten, Verluste... Kennst du das?

Mal bin ich mutiger, mal ängstlicher. Mal sage ich voller Freude JAAAAA zu neuen Erfahrungen, mal richte ich mich für eine Zeitlang im Gewohnten ein, bis der innere Ruf unüberhörbar wird. Gerade JETZT spüre ich die Kraft des Neuanfangs, die der frische Morgen, die der Frühling mitbringen. 

Morgendliche Frühlingsgrüße wehen zu dir

JANA

Sonntag, 7. April 2019

Vegane Köstlichkeit - Geräucherte Karotten




Ich bin eine Allesesserin mit einem hohen vegetarischen und veganen Anteil in der Ernährung. Immer wieder freue ich mich darüber, neue Rezepte zu finden, die ohne tierische Zutaten auskommen und meine Speisekarte mit ihrem herzhaften Geschmack bereichern. Hier kommt ein Rezept, das ich mir abspeichern muss, um es nicht wieder zu verlieren. Es ist erstaunlich und oberköstlich!

Geräucherte Karotten (vegane "Räucherlachs"-Variante)

Zutaten:

4 dicke Karotten
3 TL Liquid Smoke (Flüssigrauch)
1 TL Reisessig
1 TL Zitronensaft
3 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl
1 EL Leinöl
1 TL Agavendicksaft
1 TL Wikinger Rauchsalz

Zubereitung:

Karotten schälen und mit dem Sparschäler in feine Scheiben schneiden
Karottenstreifen 5 – 6 Minuten dämpfen
Liquid Smoke, Reisessig, Zitronensaft, Öle, Agavendicksaft und Räuchersalz sämig verrühren
warme Karottenstreifen unter die Marinade heben
1 – 2 Tage im Kühlschrank durchziehen lassen,
dabei immer mal wieder umschichten

Die geräucherten Karotten schmecken mir mit Meerrettich und/oder Kapern auf einem dunklen Brot besonders köstlich.

Lass' es dir schmecken!

Herzlich grüßt dich

JANA

Samstag, 6. April 2019

Geschichte des Tages 1 - Gestern erzählte ich dir...

...von meinem aktuellen Zustand zwischen ALT und NEU, vom Nichtwissen und auch vom - geplanten - Dialog zwischen dem Alten und dem Neuen. Nachmittags machte ich mich also auf in meinen Sitzplatzwald, um mir dort jene zwei Plätze einzurichten und zu lauschen, was sich mir da zeigen will. Bereits auf dem Weg dorthin wurde ich sehr langsam, schnupperte hier, lauschte den vielen Vogelstimmen, verweilte dort, knabberte ein wenig Knoblauchrauke, bewunderte den Blütenteppich der Buschwindröschen und ihre zarten Köpfchen, atmete die feine frische Waldluft ein und genoss den Frühlingsduft. 

Ich begrüßte meinen Sitzplatzbaum und richtete mir in der Nähe mit zwei SitzFELLchen zwei Plätze ein und saß noch ein wenig auf dem Beobachterplatz. Als ich da so saß, wurde ich unsäglich müde. So müde, dass ich mich auf den Boden sinken ließ und einschlief. Als ich wieder erwachte, sah ich dieses Bild vor Augen und war im ersten Moment ganz verwirrt...


Nachdem ich mich aufgesetzt und an mein eigentliches Vorhaben erinnert hatte, musste ich schmunzeln. Mein Blick fiel auf dieses junge Leben, das aus dem toten Vorjahreslaub hervorspitzte und ich verstand, dass ich mich dem Leben hingeben und tief ins Vertrauen sinken darf, dass mir das Leben selbst zum rechten Moment die Richtung zeigen wird. Meine Aufgabe ist es jetzt, für gute Bedingungen zu sorgen, so dass Entwicklung geschehen kann.



Herzlich grüßt dich

JANA

Freitag, 5. April 2019

Von der Raupe zum Schmetterling - Transformation in der Persönlichkeitsentfaltung, -entwicklung und Heilung

 
Gerade schrieb ich die vierte einstimmende und einladende Email an die Frauen meiner Jahresgruppe. Und weil ich persönlich die Transformation von der Raupe zum Schmetterling so inspirierend finde und davon überzeugt bin, dass genau diese Prozesse auch unsere innere Wandlung beschreiben - wieder und wieder und wieder - will ich zu diesem Lieblingsthema auch hier im Blog schreiben.

Von der Raupe zum Schmetterling...
 
Was geschieht eigentlich während dieser Transformation? Das Stadium der Verpuppung der Raupe erzählt davon, dass Umwandlungsprozesse tief im Inneren beginnen und äußerlich noch nicht sichtbar sind. Im Außen findet erstmal eine Verdichtung und oft auch Verhärtung statt. Innen jedoch lösen sich die alten Strukturen der Raupe langsam auf. Gleichzeitig bildet sich das Neue heran. Im Inneren der Puppe entstehen völlig andersartige Zellen - sogenannte Imagozellen, die das Bild des zukünftigen Schmetterlings bereits in sich tragen. Raupe und Schmetterling sind völlig unterschiedliche Geschöpfe. Deshalb erkennt die Raupe die Imagozellen nicht als etwas Verwandtes und nicht als begrüßenswerte Weiterentwicklung, sondern bewertet DAS NEUE als schädlich. Und aus Sicht der Raupe ist es das auch, denn es bedroht wahrhaftig ihre Existenz. Ihr Immunsystem wird aktiv und bekämpft die Imagozellen. Die hingegen haben es auch nicht leicht und manchmal gelingt sogar die Vernichtung der ersten Generation dieser so besonderen Zellen. Und doch lässt sich der Zerfallsprozess der Raupe nicht aufhalten! Es gibt eine nächste Generation von Imagozellen. Diesmal sind es mehr, die sich sogar beginnen zusammenzuschließen. Irgendwann erkennt sich das Neue als DAS NEUE in eigener Identität. Es reift heran und wenn der Schmetterling vollständig ausgebildet ist, dann schlüpft er. Und auch das Schlüpfen, diese Geburt aus der engen starren Puppe, ist ein immens wichtiger Schritt. In dieser Zeit der Anstrengung werden die Muskeln der Flügel mit Kraft gefüllt und erst dadurch werden sie funktionsfähig. Er lässt sie in der Sonne trocknen und dann hebt er ab und fliegt aus eigener Kraft in den Himmel - in aller Schönheit, Beweglichkeit, Leichtigkeit...

Ich spüre in mir gerade sehr deutlich, wie DAS ALTE und DAS NEUE miteinander ringen. Das Alte möchte den Status Quo bewahren, das Vertraute soll unbedingt bleiben (selbst ungute Gewohnheiten) und mir (vermeintliche) Sicherheit schenken... Und auch wenn ich DAS NEUE noch nicht einmal benennen kann, stehen mir die Nackenhaare zu Berge, weil ich weiß, dass sich gerade etwas Krasses vorbereitet, das mein Leben komplett auf den Kopf stellen könnte. Ich kenne das bereits als einen inneren Ruf, dem ich folgen MUSS. Als ich das letzte Mal diesen dringenden Ruf vernahm, musste ich meine gut florierende Wollwerkstatt schließen und die Praxis für Seelenzentriertes Coaching eröffnen. Als ich den Schritt ging, wusste ich noch nicht, dass es funktioniert, musste den Schritt auf unbekannten Boden wagen. Und selbst wenn ich damit so oft in meinem Leben bereits gute Erfahrungen gemacht habe, dem inneren Ruf zu folgen, heißt das nicht, dass die Ängste bei neu anstehenden Veränderungen geringer sind. Und während ich das schreibe, klopft mein Herz besonders wild...

Was in dir entspricht dem Alten? 
Wo kündigt sich bereits etwas Neues an? 

Das kann etwas Kleines oder etwas Großes sein  (Vielleicht geht es dir auch wie mir und es ist gerade nicht mehr als eine Ahnung?) und sich auf die unterschiedlichen 

Lebensbereiche erstrecken, die zu einem erfüllten Leben beitragen:
  • Beziehungen (Partnerschaft, Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn etc.)
  • Körper (Wohlbefinden, Beweglichkeit, Gesundheit, Sexualität, Fühlen etc.)
  • Erfüllung (Arbeit, Sinn, Potenzialentfaltung etc.)
  • Sicherheit (Einkommen, Erspartes, materielles Versorgtsein etc.)
  • Lebenszeitgestaltung (Gemeinsamzeit, Alleinzeit, Balance zwischen Tun und Sein, Kreativität leben etc.)
  • Wohnen (Wohnung/Haus, Umfeld etc.)
  • Glaube (spirituelles Eingebundensein etc.)
  • Werte (eigenes Verhalten, Authentizität etc.)

Hier kommt eine unterstützende Aufgabe: 
Das Alte und das Neue im Dialog

  • Nimm' dir eine Stunde ungestörter Zeit, in der du wirklich allein bist und durch nichts abgelenkt werden kannst!
  • Richte dir zwei einander gegenüberliegende Sitzplätze ein - einer entspricht dem ALTEN, der andere steht für das NEUE.
  • Betrachte beide Plätze von außen und spüre hinein, welcher dich JETZT stärker anzieht.
  • Setze dich auf diesen Platz, nimm deinen Körper, deine Gefühle, deine Gedanken wahr und beginne aus diesem Aspekt heraus LAUT zu sprechen. Wenn die Worte verebben, wechsele den Platz und beginne erneut, LAUT zu sprechen - diesmal aus dem anderen Aspekt heraus.
  • Wechsele so lange die Plätze, bis du spürst, dass dieser erste Dialog zwischen alt und neu beendet ist.
  • Nimm' dir eine Zeit des Nachklingens und notiere dir deine wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse.
  • Was will das Alte anmerken?
  • Wohin lockt dich das Neue?

Vielleicht hast ja auch du, liebe Blogleserin, lieber Blogleser, Lust, diese Übung auszuprobieren und dich auf deine innere Forschungsreise zu begeben? Was für Erfahrungen machst du gerade bezüglich ALT und NEU?

Herzlich grüßt dich


JANA