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Mittwoch, 31. Juli 2019

Zurück aus dem Frauencamp DIE REISE DURCH DAS MEDIZINRAD


Die Zeit nach einem Frauencamp ist für mich immer eine besondere Zeit. Sie dient dem Nachklingen und -schwingen und der Integration der gemachten Erfahrungen. Die kostbarsten Momente funkeln noch einmal auf und weben sich wie von allein in den Erinnerungsteppich, der von Jahr zu Jahr reichhaltiger, bunter und vielschichtiger wird. 

Wir erforschten in einer ganzen Woche den zyklischen Kreislauf von Keimen und Werden,  Wachsen und Blühen, Ernten und Vergehen sowie des Rückzugs und der großen Stille. Wir umrundeten das Entwicklungsrad und entdeckten durch das Eintauchen und Erleben die Qualitäten der einzelnen Richtungen noch tiefer.


Gleichzeitig zu all dem Forschen spüre ich eine Demut und die Gewissheit, dass mein ganzes Leben nicht ausreicht, um das Rad auf allen Ebenen zu erfassen. Wichtig zu sagen ist mir noch einmal, dass es nicht DAS Medizinrad gibt, sondern ungemein viele Entwicklungsräder in allen Kulturen, die in sich ausgewogen sind. Wir jedoch sind selbst gefordert  zu erforschen, was sich für uns in unseren europäischen Breitengraden stimmig anfühlt.

Wir hatten wieder einmal das große Glück, Frauen in unterschiedlichen Lebensjahrzehnten in unserem Kreis willkommen heißen zu dürfen; die Zwanziger, Dreißiger, Vierziger, Fünfziger und Sechziger waren vertreten. So durften sich drei Generationen auf bereichernde Weise begegnen, inspirieren und im Herzen berühren.
 
Ich danke uns allen für die große Offenheit von Beginn an, für die Bereitschaft, einander wirklich zu sehen, Schubladen zu öffnen und Vorurteile abzulegen, in die Weite und Weichheit unserer Herzen hineinzuschmelzen, die Verbundenheit mit uns selbst, miteinander und mit der mehr als menschlichen Welt wachsen zu lassen. Ich danke uns allen für die Authentizität und gerade auch für den Mut, sich mit (vermeintlichen) Schwächen und der genau daraus entstandenen wahrhaften Größe gezeigt zu haben. Und ich danke SEHR meinen beiden Teamfrauen für die so wundervolle Zusammenarbeit! 

(Im Hintergrund seht Ihr unseren Altarbaum, der von uns allen gemeinsam nach und nach  zu den jeweiligen Richtungen geschmückt wurde.)



Es gab soooo viele kostbare Momente! Wie immer bleibt ein Nachklang weit hinter dem echten Leben zurück und es können hier nur einige der Perlen benannt werden: 

Wir fanden uns bei einem nächtlichen Gewitter im Jippi zusammen, genossen die Geborgenheit im Frauenclan und sangen immer und immer wieder das gleiche Lied, bis wir alle kurz vor dem Einschlafen waren - beschützt und behütet, gehalten und geliebt... Wir begaben uns auf eine Schatzsuche in den Wald und wurden in kurzer Zeit sooo reich beschenkt. 


Wir begrüßten den Tag mehrfach mit gemeinsamen Bewegungen aus unterschiedlichsten Quellen (Qi Gong, Tanz, Spiel). Wir stiegen in den See und teilten das kühlende Nass mit dem Biber, den Fischen und Fröschen und einem Schwanenpaar, durften den Eisvogel beobachten, wurden immer wieder von der Rohrweihe, dem Milan, einem Kolkrabenpaar und dem Bussard besucht. Der Pirol sang uns sein Lied. 


Wir durften den dort heimischen Waschbären beim Stiebitzen von Köstlichkeiten aus der Outdoorküche beobachten. Soooo süß!!! Die Blutrote Heidelibelle kam uns ausgerechnet dann besuchen, als wir im Süden, im Feuer, im Rot, im Erwachsenenalter angekommen waren. Wir tauschten uns zu so wichtigen Themen wie Weiblichkeit, Sexualität, Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Tochter-  und Muttersein aus.  




Abends saßen wir gemeinsam um das Feuer und sangen. Zum Abschluss feierten wir ein Frauenfest, zu dem jede etwas aus ihrer eigenen Schatzkiste zauberte - Tänze und Lieder, Tomatensalat und Chai, gemeinsam erfundene Geschichten. Wir schmückten uns und einander, trommelten und tauchten zur Nacht noch einmal in den See. Ja, wir nahmen auch die Herausforderungen an, die - wie immer - ganz unterschiedlicher Natur waren. Und wir bewältigten sie - eine jede die ihren auf die ihr eigene Weise und inmitten anderer Frauen. Und genau dadurch geschah Erweiterung, Entfaltung, Entwicklung, Wachstum, Heilung, wuchs tiefe Verbundenheit - mit uns selbst, mit all den anderen Frauen, mit all den lebendigen Geschöpfen und der Mitwelt...


Der Platz der Wildnisschule Waldschrat in all seiner natürlichen Schönheit trug uns wunderbar durch die Tage und Nächte. Wie wichtig es ist, mal selbst für das tägliche Brauchwasser zu sorgen und zu wissen, dass Brennholz für das abendliche Feuer gesägt werden muss! Es dient der bewussteren Wertschätzung, daraus erwachsen Dankbarkeit und Achtsamkeit all unseren natürlichen Ressourcen gegenüber.



Und weil diese schwesterliche Verbundenheit sooooo heilsam ist, wird es auch im kommenden Jahr wieder ein Frauencamp geben. 

Edit: Der Termin für 2020 steht. Das Frauencamp DIE REISE DURCH DAS MEDIZINRAD findet vom 24. bis zum 31. Juli 2020 auf dem wundervollen Platz der Wildnisschule Waldschrat statt. HIER (KLICK) findest Du den Flyer und HIER (KLICK) das Anmeldeformular. Gern kannst Du Dich mit einer kurzen Mail an jana.muchalski@web.de vormerken lassen. Ich freue mich auf DICH!

Montag, 14. Mai 2018

Ein Resümee - Meine Draußenzeit im Mai...

...begann mit ihren Auswirkungen in mir schon einige Tage vor meinem Aufbruch. Ich war von innerer Unruhe erfüllt, einem unguten Gefühl in der Magengegend, das ich nicht zuordnen konnte. Anfangs war es nur ein vages Drücken... Mein Plan sah in diesem Jahr anders aus als in den Jahren zuvor. Ich wollte dieses Mal nicht wandern und mir allabendlich einen neuen Schlafplatz im Wald suchen, sondern hatte vor, in einen Wald umzuziehen und dort zu bleiben, um aus dem TUN im SEIN anzukommen... Das Wandern, das Finden und das Ankommen an einem neuen Platz, Wasser finden und filtern, das Auf- und Abbauen des Tarps binden Zeit und Aufmerksamkeit und das, was ich aus dem Alltag gut kenne - das Tun - nimmt großen Raum ein. 



Widerstand oder Intuition?

Ich wollte den größten Wald im Klützer Winkel aufsuchen. Allerdings nahm mein Unwohlsein zu, je näher der Tag der geplanten Abreise rückte. Seit nunmehr fünf Jahren schenke ich mir jedes Jahr eine Draußenzeit. Deshalb weiß ich inzwischen, dass das mehrtägige Alleinsein in der Natur mir neben wundervollen Erfahrungen wie Tierbegegnungen und Verbundenheitsgefühlen immer auch Herausforderungen bringt. Und die katapultieren mich erstmal aus meiner Komfortzone heraus, bevor ich ihren Schatz bergen kann. Ich vermutete also, dass mein unwohles Gefühl mich vom Verlassen meiner Komfortzone abhalten wollte - ein Widerstand sozusagen... Aber so anhaltend?  In der Regel kann ich mich auf meine Intuition verlassen. Jetzt jedoch war ich ratlos. Wie sollte ich zwischen Widerstand und (in diesem Fall warnender) innerer Stimme unterscheiden? Mir half das Sprechen mit einer meiner Schwestern und ein Experiment: Ich stellte mir vor, in den Wald zu ziehen, in dem sich mein Sitzplatz befindet und sofort setzte Entspannung ein. Es fühlte sich an, als fielen zentnerschwere Steine von mir ab. Ich atmete auf und mein ganzes inneres System sagte JAAAA. Dachte ich hingegen daran, in den Leonorenwald zu gehen, zog sich wieder alles in mir zusammen und wurde schwer und drückend. Auf diese deutlichen Signale hörte ich dann, veränderte meinen Plan und zog zu meiner Sitzplatz-Buche. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen konnte, wovor mich meine innere Stimme beschützte, ging ich da schon davon aus, dass sie es tat. Mir tut es gut, auf sie zu hören und mich so selbst ernst zu nehmen.

Erstmal ankommen

Der Ruf eines der zwei hier lebenden Kolkraben an der Schwelle zum Wald freute mich. Wo war nur der zweite? Ich betrat den Wald, nahm die Veränderung des Lichtes, der Temperatur, des Duftes wahr und sah die Buchen, Fichten, Eschen, Eichen, ab und an eine Vogelkirsche, einen Holunder, eine Eberesche und die Blumen - die letzten Veilchen und Buschwindröschen, leuchtende Goldnessel, die weißen Blüten des Wald-Hornkrauts...


...den ebenfalls blühenden Waldmeister und die ersten feinen Blüten des Ruprechtskrautes (2011 hatte ich damit gefärbt und gedruckt (KLICK)) 

Dann kam ich zu "meiner" Buche. Es tat sooo gut, mich auf die Erde zu setzen, meinen Rücken an ihren Stamm zu lehnen und zu atmen. Ich liebe den Blick in ihre ausladende Krone und bestaunte das Licht, das zu dieser Jahreszeit durch die schon großen, aber noch zarten Blätter fällt. 



Und doch dauerte es diesmal eine lange Zeit, bis ich wirklich angekommen war. Wie viele Gedanken durch meinen Kopf flogen, war mir bis dahin kaum bewusst. Ich bemerkte es erst hier, als ich nichts musste, sollte, wollte, sondern einfach sein durfte... Die sinnliche Wahrnehmung half mir beim Ankommen. Ich spürte den Waldboden unter mir, hörte das trockene Laub des Vorjahres rascheln. Der Wind strich mir über die Haut. Ich knabberte etwas Sauerklee und schmeckte die frische und angenehme Säure. Und dann tat ich weiter nichts. Nahm nur wahr. Sah die feinen Buchenblätter sich im Wind bewegen, beobachtete das Licht- und Schattenspiel, folgte dem Flug von Schmetterlingen mit den Augen, lauschte den Geräuschen des Waldes, dem Zwitschern, Rufen, Singen, Krächzen des gefiederten Volkes und immer wieder dem Wind, der dort an meinem Platz kräftig blies. Ich lauschte und lauschte...


Die erste Nacht

Für die Nacht legte ich eine Plane in die mit trockenem Laub gefüllte Senke, meine Isomatte darauf und mein Bett war fertig. Die Sonne sank...

 
...die Dämmerung fiel, die zunehmende Dunkelheit verschluckte die Farben, die Geräusche veränderten sich. Ich kroch in meinen Schlafsack, der Wind lullte mich ein und ich dämmerte hinweg. Ich kann in der Regel gut und überall schlafen, merke jedoch, dass der Schlaf draußen eine andere Qualität hat. Er ist leichter und erlaubt mir, bei ungewohnten Geräuschen schnell zu erwachen. Da sitzt mir wohl etwas Uraltes in den Genen. Ich hörte es Knabbern und Knuspern und erinnerte mich an ein Mäuschen, das ich in einer früheren Draußenzeit kennengelernt hatte. Ein Geschöpf trabte in der Nähe meines Schlafplatzes rasch vorbei. Das trockene Laub machte jede Bewegung hörbar. Ich vermutete, es war ein Fuchs, bin aber nicht sicher. Allerdings war mein Schlaf tief genug, dass ich nicht merkte, dass Mücken mir mitten in meine Nasenspitze gestochen hatten. Als ich erwachte, pochte und pulsierte sie und war angeschwollen. Überhaupt gab es hier sooo große und viele Mücken. Der viele Regen in der letzten Zeit hatte dafür gesorgt, dass alle Senken im Wald mit Wasser gefüllt waren und sich kleine Teiche und Wassergräben gebildet hatten. Ideale Mückenbedingungen also... Deshalb beschloss ich, für die nächsten Nächte Ramonas (KLICK) Moskitonetz aufzuhängen und mich so vor den kleinen Blutsaugern zu schützen.




Das Mini-Feuer hüten

Am Morgen kochte ich mir mit meinem ganz einfachen Holzkocher, der aus einem Ikea-Besteckbehälter, zwei langen Schrauben und einer Metalltasse besteht, einen Tee. Ich hatte Rohrkolbenwolle und feine Streifen Birkenrinde als Zundermaterial dabei, sammelte kleine Zweige und schlug mit Feuerstahl und Magnesiumstab heiße Funken ins Zundernest. Wie ich es liebe, so ein klitzekleines Feuer zu schüren und achtsam zu füttern, mit meiner Aufmerksamkeit nur bei den feinen Flammen zu sein!


Der so zubereitete Tee schmeckte mir besonders köstlich. Durch das Fasten - ich trank morgens Tee und ansonsten Wasser - verlangsamte ich. Zeit wurde bedeutungslos. Ich beobachtete einzig den Lauf der Sonne, suchte mir Sonnenflecken auf dem Waldboden und badete dort in Wärme und Licht. Ab und an summte oder tönte ich, aber die meiste Zeit war ich still. Ich schrieb nicht einmal Tagebuch.


Tierbegegnungen

Ein großer Feldhase drückte sich in seine Sasse, bis ich ganz nah heran gekommen war. Erst dann sprang er auf und flitzte davon. An einem anderen Morgen kam er (oder ein anderer) bis nah an meinen Schlafplatz heran, zupfte hier und naschte dort, hoppelte auf das nahe Feld und kam später wieder zurück. Er war ganz gemütlich unterwegs. Anders als einige Wildschweine abends, die wohl an die feuchte Senke wollten, mich jedoch witterten und schnell wie der Wind davonstoben, so dass die trockenen Zweige unter ihnen nur so krachten. Tja, wieder kein Glück bei der Beobachtung. Dabei gibt es in der Nähe meines Sitzplatzes eine viel besuchte Suhle und zwei eindrucksvolle Mahlbäume. Solang ich jedoch da war, ließ sich dort kein Schwein blicken.




In der zweiten Nacht hörte ich langsame, aber kraftvolle Schritte eines Zweibeiners, die näher und näher und dann ganz nah kamen... Ich hörte, wie etwas an meinem Rucksack zupfte, der vor dem Moskitonetz an einem Baum lehnte, hob ganz langsam den Kopf. Der Nandu erschrak und rannte davon. Wow! So nah war ich noch keinem gekommen. Im Dezember hatte ich hier in meinem Sitzplatzwald bereits ein Ei (KLICK) gefunden, wußte also, dass sie hier brüten.
Ich hörte die sehnsuchtsvollen Stimmen der Kraniche, den Ruf des Bussards, sah, wie der Rotmilan sich am Waldrand auf einem hohen Baum niederließ. 
Beim Umherstromern und Federn sammeln erschreckte ich einen Rehbock, der seinem Unbehagen noch lange und lautstark Ausdruck verlieh. Eine Ricke kam nah an meinem Platz vorbei. Sie nahm mich wohl nicht wahr und blieb ganz entspannt, denn der Wind stand gut für mich und ich war mucksmäuschenstill. 
Aber ich beobachtete auch viele kleine Geschöpfe: Springspinnen, Libellen, Käfer, eine rote Samtmilbe...


...und ganz viele Hummeln. Einige Zeit lag ich einfach auf dem Bauch und betrachtete den einen Quadratmeter Waldboden vor meiner Nase. Wieviel Leben darin war und wieviel Tod... Werden, Wachsen und Vergehen, im Kleinen wie im Großen und ich selbst war Teil des Ganzen... 

Herausforderung

Es war durchweg wunderbares Sommerwetter im Mai. Selbst nachts war es warm, so dass ich unter dem Moskitonetz sogar mit offenem Schlafsack liegen konnte. Ich hatte darauf verzichtet, mein Tarp aufzuspannen und genoss es, unter freiem Himmel und dem so grünen Blätterdach zu sein. Dann tauchten Wolken auf und der Himmel zog sich recht rasch zu. Obwohl auch die Mücken mich warnten, immer rasender wurden und ich ihre Sprache hätte verstehen können, hörte ich nicht auf sie. Und dann war es zu spät... Ein Gewitter krachte los. Blitz und Donner, gepaart mit Starkregen. Jetzt war es auch zu spät, das Tarp aufzuspannen. Dieses Moskitonetz ist aufgrund seiner Pyramidenform ohnehin nicht tarptauglich. Also schlüpfte ich lieber hinein, hockte mich auf meine Isomatte, zog das Tarp über mich und meine Sachen und hoffte darauf, dass das Gewitter schnell vorüber ging. Stattdessen blitzte es grell, krachte der Donner, ging es Schlag auf Schlag. Der Regen nahm eher noch zu, das Gewitter beruhigte sich mal, flammte dann jedoch wieder neu auf und ich hatte Angst... Um mich zu beruhigen, sang ich ein Lied der Cherokee und wiederholte es ein ums andere Mal. Das half mir tatsächlich, inmitten des Tumultes ruhig zu werden. 
Als das Gewitter dann vorbei war und es nur noch von den Bäumen tröpfelte, hockte ich unter dem Moskitonetz mitten in einem See aus Regenwasser. Meine Picknickdecke, die mir als Unterlage gedient hatte, war ebenso nass wie meine Jacke, mein Daunenschlafsack und einfach alles... 



Auf dem Regenwassersee schwammen Blütenpollen und zeigten schlierige Muster. Es war irgendwie absurd und zum Lachen. Ich betrachtete die Situation und beschloss, dass meine Draussenzeit jetzt beendet sei, rief meinen Gefährten an und bat ihn, mit unserer großen Einkaufskiste in den Wald zu meinem Sitzplatzbaum zu kommen. Dorthinein kamen die schweren nassen Sachen, die wir zu Hause im Garten zum Trocknen aufhängten.
Das war eine für mich ziemlich neue Situation, denn es entspricht mir eher, die Zähne zusammen zu beißen und allein eine Lösung zu finden. Da ich das aber kann, war meine Lernaufgabe hier eine andere.



Rainer staunte auch, denn er hatte noch nie erlebt, dass ich früher zurückkam, als ich angekündigt hatte. Ich lernte: Ich darf MIT der Situation gehen und immer neu entscheiden, was JETZT für mich stimmig ist. Ich kann um Unterstützung bitten und ich bekomme sie. Wie entspannend, mir all das zu erlauben! Und ich verstand: Das war der Grund für mein Unwohlsein. Wäre ich in den Leonorenwald gegangen, hätte ich diese Erfahrung nicht machen können. Ich hätte die Zähne zusammen gebissen und die Situation gewuppt, denn Situationen wuppen - das ist mir vertraut. Aber - ich muss meinen alten Mustern nicht folgen, sondern bin frei, von Situation zu Situation immer wieder neu zu entscheiden. Diese Erkenntnis darf jetzt in mich hineinsinken, sich in meine Zellen setzen und wirklich verinnerlicht werden. Und dann integriere ich dieses Wissen in mein ganzes weiteres Leben... Was für eine Erweiterung!

So viele Geschenke

Wieder bekam ich einen Stenz geschenkt, den ich bearbeiten und weiter verschenken werde. Und Federn  - ein paar blau schimmernde Stockentenfedern, drei von der Amsel, feine weiße Taubenfedern und ein paar, die ich nicht zuordnen konnte. Ich sammelte mehrere kuschelweiche Daunenfedern vom Waldboden, vielleicht die eines Käuzchens.


Und ich wurde mit klarer Waldluft beschenkt, mit Ruhe, Erholung und Langsamkeit, mit Dankbarkeit für meine innere Stimme, meine Intuition. Ich danke sehr dafür, dass ich nun noch einmal tiefer weiß, dass ich eingeladen bin, gut zu unterscheiden, wann es darum geht, etwas bis zum Ende zu bringen und wann ich weich und liebevoll mit mir sein darf und mir erlaube, etwas vorzeitig zu beenden. Ich danke euch Mücken für die Gewitter-Warnung und verspreche, euern Rat beim nächsten Mal ernst zu nehmen. Ich danke für die Erinnerung daran, mich in angstvollen Situationen selbst beruhigen zu können. Ich danke dafür, noch einmal mehr ins Vertrauen gesunken zu sein, dass das Leben es gut mit mir meint, dass ich getragen, gehalten und beschützt bin. Ich danke dir, Buche, dass es dich gibt, dass du nun schon einige Zeit meine Lehrerin bist und ich bei dir sein kann - bei jedem Wetter, zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit und immer wieder neu...

Freitag, 26. Mai 2017

Träumend im Sage Canyon/Colorado...

Die Reise begann bereits eine ganze Weile vorher, ihr besonderes Feld zu weben - im Jahre 2014 auf meiner Visionssuche in Amerika. Damals lernte ich die Seelenzentrierte Traumarbeit am eigenen Leib kennen und war tief beeindruckt, welche Erfahrungs- und Entfaltungsräume sich in mir öffneten. Das wollte ich lernen. Unbedingt! 

Als ich nun im Februar hörte, dass auf der eigentlich ausgebuchten Weiterbildung im Mai gerade ein Platz frei geworden war und ich außerdem erfuhr, dass Sabina (KLICK) noch nicht sagen kann, ob sie eine ähnliche Weiterbildung jemals wieder anbieten wird, hatte ich meine Entscheidung bereits getroffen. Und wie es immer dann ist, wenn das Leben etwas für uns vorgesehen hat, passte meine Urlaubsplanung zeitlich perfekt zum Zeitpunkt des Seminars.

Ich schrieb ja bereits, dass ich recht angestrengt und erschöpft, sozusagen an der Grenze meiner Belastbarkeit unterwegs war. Deshalb beschloss ich auch, vorher keine anderen Naturparks zu besuchen, sondern gleich in den Sage Canyon zu reisen, um dort in der Natur in mir anzukommen. Und das war gut so. 

Ich schlief die Zeit über im zauberhaften Hideout Canyon in einem kleinen, von duftendem Wacholder umgebenen Tipi.


Aus dem geöffneten Tipi schaute ich auf die Felsen des Canyons und den Ruheplatz eines Murmeltieres, das sich immer mal wieder in dem Schatten der kleinen Kiefer niederließ. 


Und überhaupt waren die Tiere auf meiner Reise wieder sehr präsent. Sie zeigten mir ihre vielfältigen Spuren...



...ich hielt mehrfach Zwiesprache mit einem Kaninchen, sah einem Vogelpärchen bei wildem Vogelalarm zu und wurde Zeugin, wie die beiden einen Ringtail (KLICK) verjagten. So eindrücklich, wie sie ihr Gelege verteidigten! Ein Kardinalvogel (KLICK) nahm beinahe am Seminar teil. Er umschwirrte uns den ganzen Vormittag und turnte in seinem leuchtend roten Federkleid in den grünen Bäumen umher, unter denen wir saßen und uns gegenseitig coachten. Vermutlich bringt er die Seelenzentrierte Traumarbeit nun seinen gefiederten Verwandten bei. ;)


Ein großer blauer, ganz geheimnisvoll anmutender Vogel weckte mich, als ich im Canyon im Schatten eines alten Wacholderbaumes schlief. Er war nur einen Meter von meinem Gesicht entfernt und machte solange Krawall, bis ich erwachte. Ein kleiner Baumfalke fing Singvögel, die ihn an Körpergröße übertrafen, Kanada-Gänse (KLICK) lebten dort und zogen morgens und abends lautstark über den Fluss. Das Murmeltier im Hideout Canyon war fast zutraulich. Immer wieder schauten wir einander in die Augen. Überhaupt war spürbar, dass den Tieren an diesem Ort durch Menschen kein Leid geschieht. Ich beobachtete graue Eichhörnchen und allerliebste Streifenhörnchen. Greifvögel kreisten majestätisch am blauen Himmel. Die kleinen Eidechsen und ganz bunte größere Echsen beeindruckten mich mit ihrer Wendigkeit ebenso wie mit ihrer Fähigkeit, lange auf einer Stelle zu verharren. 


Zwei meiner schönsten Begegnungen hatte ich mit einem Kolibri. Einmal besuchte mich einer sogar IM Tipi, schwirrte auf der Stelle vor meinem roten Rucksack umher. Ein anderes Mal stand er mit seinen fast mechanisch anmutenden Flügelgeräuschen direkt vor meiner Nase in der Luft. Was er mir wohl sagen wollte? (das lizenzfreie Foto ist nicht von mir...)




Aber auch die Wacholderbäume, die Baumwollbäume mit dem Gesang des Windes in ihren Kronen und ihren weißen fliegenden Flöckchen, die intensiv duftenden Salbei-Büsche, die Kakteen in ihrer gerade beginnenden Blütezeit...



...die auf dem Wüstenboden blühenden und auf der sandig-trockenen Erde fast unwirklich wirkenden Blumen, die ginsterähnlichen blühenden, so stark und wunderbar duftenden Büsche...


...die Berge und Felsen... 





...der farbige Sand und die soooo bunten Steine im Canyon berührten mich tief und wisperten mir ihre Geschichten von Größe und Winzigkeit, Raum und Vielfalt, Beschränkung und Fülle, Seelengeschenken und Farbenpracht, Einzigartigkeit und gleichzeitig verbundener Verwandtschaft mitten in mein Herz.


Allein dafür hatte sich die weite Reise bereits gelohnt, aber sie sollte noch reichhaltiger werden. Obwohl mir dieses Land unbekannt hätte sein müssen, war es mir so vertraut, als sei ich dort beheimatet. Oder fühle ich mich dann so beheimatet, wenn ich in mir zu Hause bin? Und in welchen Situationen verliere ich dieses Gefühl?


Am Morgen nach der ersten Nacht - die Gruppe traf erst später ein - lud Sabina mich zu einem Stille-Spaziergang in den Graveyard Canyon ein und zeigte mir einen Ausschnitt des von ihr behüteten Landstriches. Sie kehrte dann zurück in ihr Cliff-Häuschen und ich ging weiter, verließ das trockene Flussbett und stieg auf den Berg hinauf. Dort folgte ich erst den spärlichen Menschen- und dann den Pferdespuren und war lange davon überzeugt, dass Sabina sie bei ihrem vortägigen Ausritt hinterlassen hatte. Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass ich mich irren musste. Und noch ein wenig später wusste ich ganz sicher, dass ich mich ver-irrt hatte. Die Sonne war gestiegen und brannte nun vom Himmelszelt. Ich war auf einen kleinen Spaziergang eingestellt und hatte deshalb nur einen Liter Wasser dabei. Mit der plötzlichen Erkenntnis stieg Angst in mir auf, ich könnte in einem der vielen Seitencanyons verloren gehen, keinen Rückweg finden, womöglich sogar verdursten... Mein Kopf malte sich diverse Szenarien aus. Beunruhigend waren sie alle. Das Gefühl wühlte bedrohlich in meinen Eingeweiden. Dort, wo ich unterwegs war, gab es kein Mobilfunknetz. Davon abgesehen funktionierte mein Handy im Indianerland ohnehin nicht. Auch spürte ich, das ich eine Flachländerin bin und es mir in der Höhe unbehaglich wurde. Inzwischen ging es auf Mittag zu und war richtig heiß geworden. Ich war bald sehr durstig, traute mich aber kaum, mehr als ein paar Schluck Wasser zu trinken, da ich nicht wusste, wie lange es noch reichen musste. Die Landschaft wirkte auf mein in dieser Gegend ungeübtes Auge überall ähnlich. Als meine Angst größer wurde, setzte ich mich unter einen Wacholder in den Schatten, fühlte und atmete, bis sich der tobende Sturm in meinem Inneren wieder beruhigt hatte. Dann beschloss ich, weiterhin den Pferdespuren zu folgen und ganz bewusst ins Vertrauen zu gehen und mich der inneren Führung zu überlassen, denn ein Umkehren hätte sehr lange gedauert. Und ich verließ mich darauf, dass es mir genau dort, wo die Pferde den Berg hinaufgekommen waren, auch möglich sein würde, vom Berg wieder herunterzusteigen. Bis es so weit war, dauerte es jedoch noch. Irgendwann fiel mein Blick auf meinen Schatten und die mitten in ihm wachsenden leuchtend gelben Blumen. Ich war so berührt und ergriffen und verstand das Bild sofort. Es sollte mich daran erinnern, wie sehr es sich lohnt, mich meiner Angst und meinem Schatten zuzuwenden und die darin verborgenen Schätze zu heben...


Eine Begegnung jagte mir hingegen einen besonderen Schrecken ein - ich traf auf eine große,  armdicke, schwarz-gelbe Schlange. Sie lag ganz still und züngelte. Ich erstarrte innerlich und zog mich mit pochendem Herzen gaaanz langsam zurück. 
(Edit: Es war vermutlich eine ungiftige Bullennatter. KLICK, die zu den Klapperschlangennachahmern gehört.) 
Kurz darauf sah ich in der Ferne im Tal eine Straße, darauf fuhr ein Auto. Was dieser Anblick für mich bedeutete, lässt sich vielleicht nachvollziehen - Zivilisation... Es dauerte zwar noch ein wenig und ich musste beunruhigenderweise Privatland - No trespassing! - durchqueren, kam aber irgendwann und ohne Zwischenfälle auf die Straße, hielt das nächste Auto an und heulte vor Erleichterung erstmal los. In meinem Bröckchenenglisch erzählte ich dem Fahrer, was mir passiert war. Er ließ mich mit seinem Handy Sabina anrufen, so dass ich ihr auf die Mailbox sprechen konnte und setzte mich ein paar hundert Meter weiter am Eingang zum Sand-Canyon ab. Zu diesem Zeitpunkt war mein kindlicher Anteil, der sich in der Wildnis ausgesetzt und verloren gefühlt hatte, sehr präsent und wollte nur noch "gerettet werden". Etwas später war ich wieder mehr in meiner Mitte und mein erwachsenes Ich übernahm die Führung. Eine freundliche Frau ließ mich ebenfalls mit ihrem Handy telefonieren und wieder sprach ich Sabina auf die Mailbox, beruhigte sie und sagte, es sei alles wieder in Ordnung und ich würde jetzt zurückfinden. Vom Sand-Canyon nahmen mich später drei Frauen auf der Straße Richtung Cortez ein ganzes Stück mit, bis ich eine Wegmarke erkannte, dadurch wieder wusste, wo ich mich befand und nach einem weiteren Fußmarsch endlich wieder im Sage Canyon ankam. Aus dem geplanten kleinen Morgenspaziergang war eine über fünfstündige Wanderung und eine große Innenreise geworden.

Ich glaube ja daran, dass ALLES, was mir im Leben geschieht, SINNhaft ist. Für mich bieten Erfahrungen und ganz besonders auch die herausfordernden Begebenheiten immer die Chance zum Lernen und Wachsen. Wenn ich gerade ein Tief durchlebe, falle ich durchaus aus meiner Mitte und habe es zwar nicht so präsent, aber rückblickend bewahrheitet es sich.

Und so war auch diese Begegnung mit meiner Angst und all die verschiedenen Phasen, die ich durchlebt hatte, die passende Vorbereitung auf die Traumarbeit. Für mich ging es auch in der Traumarbeit darum, meiner Angst wirklich zu begegnen, ihr nicht auszuweichen, sondern stattdessen hineinzugehen, hindurchzuschwimmen und in einem ganz neuen, viel weiteren Raum wieder aufzutauchen. Das war und ist keinesfalls leicht für mich, sondern mit einigen inneren Widerständen und Ausweichmanövern des egos verbunden. Passend zu meinem Erleben fallen mir die Worte von Selma Lagerlöf ein: "Kurz bevor die Sonne aufgeht, ist die Nacht am dunkelsten." In der Arbeit mit meinem Traumfragment hat sich das genau so angefühlt. 

Obwohl sich der besondere Schatz der Seelenzentrierten Traumarbeit mit Worten nur schwer vermitteln, sondern viel besser am eigenen Leib und ganz praktisch erfahren lässt, will ich versuchen, mit wenigen Worten die Qualität und Essenz einzufangen. Ein ganz zentraler Unterschied zu anders gearteter Traumarbeit wird in folgender Aussage deutlich:  

Nicht WIR arbeiten mit dem Traum, sondern wir erlauben dem Traum, AN UNS zu arbeiten. Dabei gehen wir davon aus, dass jeder Traum unterstützende Wachstumsimpulse unserer Seele beinhaltet. Das große Ziel ist auch hier die Weiterentwicklung in Richtung Ganzheit - zu unserem eigenen Wohle und dem der anderen Menschen und Erdgeschöpfe gleichermaßen.

Auch wenn es sich für unseren klugen Kopf ganz eigentümlich anfühlen kann, geht es nicht darum, den Traum zu verstehen oder zu deuten, sondern es ist eher Aufgabe des Traumes und der SZ-Traumarbeit, das, was der kluge Kopf und mit ihm das ego glauben, nach und nach aufzuweichen, starre Grenzen flexibler, durchlässiger und weiter werden zu lassen, damit die Seelenimpulse uns auch tatsächlich erreichen können. Ich habe übrigens die gesamte Zeit in diversen Coachings (mit einer Ausnahme, in der ich mich einem Wiederholungstraum aus meiner Kindheit zuwandte) mit nur EINEM Traumfragment gearbeitet und eine Vielfalt erlebt, die mich sehr überrascht hat. Egal, von welchem Traumzipfel aus ich - mit Unterstützung meines jeweiligen Coaches - hineingegangen bin, immer hieß das Thema für mich, ausgetretene Pfade zu verlassen und trotz meiner Ängste einen weiteren größeren, lebendigeren und vielfältigeren Raum zu betreten. Und das hat gerade ganz viel mit meiner momentanen Lebenssituation zu tun. Ja, ich darf das Alte verabschieden und das Neue willkommen heißen... Und wenn mein liebes kleines ego auch noch so sehr umherzappelt, geht kein Weg daran vorbei. 

Ich freue mich sehr darauf, die so unterstützende Seelenzentrierte Traumarbeit anzuwenden und in der Praxis des Seelenzentrierten Coachings einzusetzen!

Mein Blogpost ist laaaaang geworden und soll mir dabei helfen, meine Erfahrungen zu integrieren. Und trotz der Länge erzählt er nur von einem kleinen Bruchteil meiner Eindrücke und Begegnungen. Obwohl ich noch kein Wort über die überall präsenten ursprünglichen BewohnerInnen dieses Landstriches verlor...



...noch nichts über die tiefe, offene, freie, berührbare, authentische, sangesfreudige und humorvolle Gruppe der zwölf weiblichen Träumlinge und Coaches und meinen Wunsch, noch öfter Teil dieses Kreises zu sein, erzählte, auch noch nicht von Sabinas Organisation, diesem logistischen Wunderwerk und dem inhaltlich so reichhaltigen und stimmigen Traumseminar schwärmte, die heilsame Begegnung mit Walking Thunder, einer Medizinfrau der Diné (Navajo) und ihrer Heilkunst in Form von Sandbildern noch nicht einmal erwähnte, endet mein Blogpost hier mit einigen losen Enden, an die das Leben gern anknüpfen darf.

Am letzten Morgen fand ich drei Federn auf der roten Erde. Ich nahm sie als Abschiedsgeschenk der Gefiederten, ließ eine Räucherung und ein Lied im Canyon zurück und sage auch hier DANKE!

Für alles...




Vertraue Deinen Träumen - bezweifle Deine Zweifel!
Trust your dreams - doubt your doubts!
Sabina Wyss

Sonntag, 7. Mai 2017

Der wilde Mai...

...ist nun schon eine Woche alt und zeigte mir zuallererst mal meine Grenzen auf. Mein Kalender ist gerade sehr voll und das nicht erst seit ein paar Wochen, sondern schon seit einigen Monaten. Und nun hätte es mich fast ausgehebelt, so dass ich mir eine Woche Ruhe gönnen musste/durfte.

Anzeichen für das Erreichen meines persönlichen Limits sind kleinere Unfälle. Ich stoße mich dann ständig, stolpere und stürze, laufe gegen Türklinken oder Wände, vergesse, was ich gerade tun wollte. Häufig fallen mir auch Dinge aus der Hand, als hätte die Erdanziehungskraft zugenommen. Ich verlege meinen Autoschlüssel, die Geldbörse oder meine Lesebrille... All das ist sozusagen der erhobene Zeigefinder des Lebens, der mir sagt: "Achtung! Komm' jetzt SOFORT zur Ruhe und gehe ENDLICH in die Stille!" Wenn ich das beachte, ist bald alles wieder in Ordnung. Falls ich darüber hinweggehen sollte, was ich als Grünschnäbelin durchaus getan habe, schickt mir das Leben noch deutlichere Zeichen, die dann Hexenschuss oder Autounfall heißen. Soweit musste es jedoch nicht kommen. 

Ich tat, was mir in solchen Situationen besonders gut hilft, mich zu zentrieren und zurück in meine Mitte zu kommen - ich filzte ein Blütenmandala. Dieses hier ist inzwischen auf einen runden Keilrahmen mit 90 cm Durchmesser aufgezogen und strahlt und leuchtet vor sich hin.



Ich beschloss, auch meinen Geburtstag zweisam mit Rainer zu begehen und meinen Kindern, Schwestern, Eltern, FreundInnen mitzuteilen, dass ich in diesem Jahr nicht feiern werde. Auch das war gut so. Nachmittags kam mein Tochterkind mit ihrem Pflegling, dem 5 Tage jungen Gösselchen Frieda, auf eine Umarmung, einen Kaffee und eine Geschenkübergabe vorbei. So war es schön!


Wenn ich mir die Natur im Mai so ansehe, dann sprießt es allerorts mit einer solchen Kraft und Geschwindigkeit, dass mir fast schwindelig wird. Auch darin erkenne ich mich wieder - in diesem so unbändigen Wachstum. 

In dieser Zeit verspeise ich zu gern Herzen. Die Lindenblätterherzen schmecken wunderbar...


...und die herzigen Ulmen-Nüsschen erst. Köstlich!


Gerade noch beglückte das satte Löwenzahngelb meine Augen...



...da findet schon der Wandel zur Pusteblume statt. 
 

Ich liebe Pusteblumen und noch einmal mehr, seit ich in einer meiner Draußenzeiten einen Pusteblumentraum träumte. Den erzähle ich, wenn ich aus Amerika zurück bin. Am Dienstag früh geht mein Flug von Hamburg mit zwei Umstiegen bis nach Durango/Colorado. Dort im Sage Canyon werde ich ein Seminar zur Seelenzentrierten Traumarbeit besuchen. 

Noch einen schönen Mai wünsche ich Dir!

Sonntag, 9. Oktober 2016

Als krönenden Abschluss...

...unseres täglichen Schwimmens sahen einmal wir und einmal ich an zwei aufeinander folgenden Tagen einen metallisch-blauen Blitz vorbeisirren - den scheuen Eisvogel (KLICK)


Am ersten Tag saß er auf einem Pfosten, an dem die Angler ihre Ruderboote befestigen. Von weitem sah ich nur die rote Brust und konnte ihn gar nicht so schnell identifizieren...


...aber dann flog er los und leuchtete TÜRKIS-BLAU... 

Gestern waren Rainer und Sohn in Köln zur Motorrad-Messe und ich ging allein zum See schwimmen. Es regnete, die Tropfen fielen um mich her ins Wasser und es sah aus, als höben sie das Wasser an der Stelle für einen Moment in die Höhe. Das spärliche Morgenlicht fiel durch die Tropfen. 

Was für ein Schauspiel!


Ich schwamm auf den See hinaus und wieder - ein blauer Blitz mit schnellem Flügelschlag. Ganz niedrig schoss er in Ufernähe über die Wasseroberfläche.


DANKE!

Die Fotos sind nicht von mir, sondern von Pixabay (KLICK).