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Dienstag, 17. Juni 2025

Monatsrückblick Mai 2025 - Im Wonnemonat! Im Wonnemonat?

Die Natur zeigt sich in ihrer grünen Entwicklungskraft, Pflanzen wachsen nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite, es beginnt allerorts zu blühen, Tierkinder werden ausgebrütet und schlüpfen, werden geboren und das Leben entfaltet sich. Nina zieht drei Gösselchen auf. 


Die Rapsfelder leuchten gelb vor dem Himmel, der Weißdorn blüht...



...das Gras wächst und die Heumahd beginnt. Meine Tochter war als Jägerin bei der Kitzrettung dabei und tief berührt.  

Zum Jahreskreisfest BELTANE

trafen wir uns am 2. Mai hier in Ollndorf. Als wir vollzählig waren, räucherten wir uns gegenseitig ab, hießen einander im Kreis willkommen, verbanden uns mit den Himmelsrichtungen, der Erde, dem Himmel, der Mitte. Danach gingen wir rot gekleideten Frauen im Gänsemarsch direkt vom Häuschen in die Natur. 

Sprich - eine Frau führte unsere Gruppe an und folgte dabei ihrem Bauchgefühl. Nach einer Weile reihte sich die führende Frau hinten ein und die nächste Frau führte weiter. So ging es fort und fort, bis wir auf einem Wiesenhügel landeten, der so einladend war, dass wir dort blieben. Auf der roten Beltane-Mitte landeten die köstlichsten Speisen. 



Das Fest war ein sehr sinnliches: Wir lagen auf der Wiese und lauschten. Die Gefiederten zwitscherten, der Kuckuck rief, ein Rehbock bellte, unsere Herzen schlugen, die Hummeln und Mücken brummten und summten. Wir ließen uns von Simones kleinem Mai-Baum to go verzaubern...

...spürten und fühlten, teilten tief in einer Redestabrunde, erlebten Klänge und Düfte, die Verbindung zu uns selbst, zueinander und dem in uns und um uns herum pulsierenden Leben. Danke, dass wir gemeinsam durch das Jahr gehen und so bewusst die unterschiedlichen Qualitäten auskosten.

Mein Geburtstag am 6. Mai

war für mich ein ganz normaler, erfüllender Arbeitstag. Am 9. Mai feierte ich dann im klitzekleinen Kreis, weil die Lieblingsmenschen, die ich spontan eingeladen hatte, schon anderweitig verplant waren. Schon verrückt, wie wenig Spontaneität in diesen Zeiten möglich ist. 

Es gab Banoffee Pie, Rhabarberkuchen mit Baiserhaube (KLICK), Zitronentarte (KLICK) und Erdbeertorte. Frühling ist besonders köstlich.


Jugendweihe meines Neffen K.

Am 10. Mai beging mein Neffe K. seine Jugendweihe. Auch wenn ich beim feierlichen offiziellen Teil nicht dabei war, berührte es mich, K. zu erleben und die Rede meiner Schwester zu hören. So ein wichtiger Entwicklungsschritt, der hier gewürdigt wird! Meine Schwester und der Vater von K. hatten zur Feier in eine Gaststätte an der Peene eingeladen. Später paddelten einige von uns auf dem Wasser. Schön! 


Brunch der Tulpen am 15. Mai

Wir sind drei Freundinnen, die - seitdem wir bei einem Live Intensive im Seminarhaus Lebensbogen im Tulpenzimmer übernachtet hatten - die "Tulpen" genannt wurden und wir uns dann selbst so nannten. Alle drei sind wir in der Lebensweise Coachingausbildung und teilten vieles miteinander. Aus Gründen, die ich hier nicht näher beschreiben möchte, hatte zwischen uns eine Distanzierung stattgefunden. Im Mai trafen wir uns hier in Ollndorf zu einem Brunch und einer anschließenden Redestabrunde, in der jede erzählte, wie es ihr mit der Situation, mit unseren Beziehungen und überhaupt im Leben gerade erging. Das war für mich ein schönes Beispiel dafür, dass und wie sich Missverständnisse auflösen lassen. Wir hörten einander und teilten aus dem Herzen, was eine jede bewegte. Dadurch kehrten das Mitgefühl, das Verständnis füreinander in all unserer Unterschiedlichkeit und damit auch die Nähe zwischen uns wieder zurück. Danke.

30jähriges Klinikjubiläum und 9. Klostertag in Rehna

Im Mai feierte die Median Klinik Mecklenburg ihr 30jähriges Klinikjubiläum und lud Kolleginnen und Kollegen aus dem Suchthilfe-Kontext zum 9. Klostertag ins Kloster Rehna ein. Da die Anmeldungen die Kapazität des gebuchten Raumes bei weitem überstiegen, mussten wir auf ein Veranstaltungszelt ausweichen, das im Klostergarten aufgestellt wurde.


Die Träger und die Chefärzte hatten in dieser Zeit mehrfach gewechselt, doch die Arbeit mit den Menschen, die aus dem Konsum illegaler Drogen aussteigen wollen, ist geblieben. Meine Arbeit hat sich im Laufe der Jahre verändert und vertieft. Ich bin sehr dankbar, dass ich dort all das, was ich auf meinem eigenen Heilungsweg, sozusagen in der Ausbildung durch das Leben und all den anderen Aus- und Weiterbildungen gelernt habe, einfließen lassen kann. Besonders ist in unserer Klinik, dass wir mit Menschen arbeiten, die gleichzeitig eine Abhängigkeitserkrankung haben und an Traumafolgestörungen leiden. Da der Konsum von Drogen häufig als Selbstmedikation eingesetzt wird UND in einem Lebensweg, der mit Drogenkonsum und oft auch Beschaffungskriminalität einher geht, traumatische Erfahrungen gehäuft vorkommen, sind die Themen nicht voneinander zu trennen. 


Der Chefarzt der Klinik Dr. Willem Hamdorf begrüßte die Gäste und eröffnete den Tag mit einer Klinikchronik. Anschließend folgten verschiedene Kurzvorträge von Kollegen und Kolleginnen. 


Mein Vortrag war der Abschlussvortrag vor der Mittagspause und hieß wie das gleichnamige Buch von Vivian Dittmar "Der emotionale Rucksack - Wie wir mit ungesunden Gefühlen aufräumen". Seit nunmehr zwei Jahren gibt es in unserer Klinik als Pilotprojekt die Indikativgruppe "Bewusste Entladung", eine Selbsthilfepraxis, die Menschen ermöglicht, sich in einem gehaltenen Raum eines mitfühlenden Gegenübers unverdauten Erfahrungen zuzuwenden und das zu fühlen, was verarbeitet und ins eigene System integriert werden will. Ich bin sehr froh darüber, wie gut diese Gruppe von die Patient*innen angenommen wird. 

 
Am Nachmittag gab ich für 28 Teilnehmende in einem Workshop im ehemaligen Gerichtssaal des Klosters eine Einführung in die Praxis der Bewussten Entladung. 




Waltrauds Urnenbeisetzung am 28. Mai


Am 28. Mai kamen Familie und Freunde zusammen, um sich von Waltraud zu verabschieden. Mich schmerzt am meisten, dass die Innenwelt von Waltraud nun nicht mehr existiert - ihre spezielle Sicht auf die Menschen, ihre Art, Dinge zu erleben und einzuordnen, ihre veränderlichen Erinnerungen, ihre Art, in Beziehung zu sein... 

Danke, Waltraud!



Schwesternmediation am 29. Mai

Jetzt sind seit diesem Treffen schon knapp drei Wochen vergangen. Dass ich das, was da passiert ist, nicht wirklich fassen kann, hätte fast dafür gesorgt, dass es den Mai-Rückblick nicht gibt. Ich bin mit der Intention in die Mediation gegangen, das, was aus der Vergangenheit zwischen uns steht, mit Begleitung durch die Mediatorin zu beleuchten und möglichst auszuräumen, um wieder mehr Verständnis füreinander und Verbindung zueinander zu erleben. Ich hatte mir gewünscht, dass wir einander wirklich hören und mit unseren Bedürfnissen und unserer Verletzlichkeit in Kontakt sind. Aus meiner Perspektive sind wir Schwestern auch mit der Begleitung von Caroline Kikisch leider nicht aus der Verteidigungsschicht herausgekommen, in der es um richtig, falsch, Zuschreibungen, Vorwürfe, Recht haben ging. Statt Verbindung, gab es noch mehr Trennung. Und ich frage mich, wie sinnvoll eine Mediation überhaupt ist, wenn es kein Verständnis über die Aktivierung von emotionalen Altlasten und die Notwendigkeit gibt, Auslöser und Ladung voneinander zu trennen. Mit dieser Frage bin ich nun weiter unterwegs. Ich werde sie mit in das nächste Lebensweise Coaching Ausbildungsmodul nehmen, in der es um Konflikte geht. 

Bei meinem Vater und seiner Partnerin zu Gast 

Tja, nach der Schwesternmediation, die mich in einem Schockzustand zurückließ, war es für mich nicht möglich, an dem so lang geplanten Treffen von Liesel und ihren Kindern und Papa und seinen Töchtern teilzunehmen. Ich war noch immer in einem emotionalen Ausnahmezustand und sagte ab.

So ging der Mai zu Ende...  

Mittwoch, 14. Mai 2025

Monatsrückblick April 2025 - SOWOHL - ALS AUCH

Im April wurde der zweite Sohn meines Neffen geboren. Im April starb Rainers Mama mit 90 Jahren. Im April gab es zu Ostern einen Konflikt zwischen uns vier Schwestern. Im April verbrachte ich mit Marthe eine wunderschöne und verbindende Zeit im Wacholderwald der Lüneburger Heide und vieles mehr.

Dieses Jahr entpuppt sich immer mehr als ein Jahr des SOWOHL - ALS AUCH...


Vorgespräche für die neue Gestaltungstherapiegruppe

Mit den Vorgesprächen begann der Monat. Dafür lade ich mir die Menschen, die auf der Warteliste für die Indikativgruppe stehen zu einem halbstündigen Gespräch ein, weil ich nur mit Menschen arbeiten möchte, die intrinsisch motiviert und bereit sind, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Ich erzähle von möglichen Inhalten der Gruppe und von der Art und Weise, wie wir dort miteinander unterwegs sind. Es geht um Gleichwürdigkeit und Augenhöhe, um Wohlwollen und größtmögliche Offenheit. Die Gruppe begibt sich über einen Zeitraum von 8 Wochen einmal wöchentlich für 2,5 Stunden auf eine bewegende, gemeinsame und individuelle innere Forschungsreise. Wir befassen uns mit Lebensfragen und widmen uns all den Themen, mit denen wir Menschen in unserem Leben in Kontakt kommen. Mit max. 8 Personen ist die Gruppe voll belegt. Meistens stehen mehr Menschen auf der Warteliste als es Plätze in der Gruppe gibt. 

Der Raum ist vorbereitet...



Lomi Lomi Massage

Am 2. April gönnte ich mir wieder eine dieser wunderbaren Zeiten für Körper, Geist und Seele und fuhr nach Wismar zu Christine (KLICK). Die anderthalb Stunden intuitiver und tief verbundener Ganzkörpermassage mit warmem Öl ist auf eine Weise nährend und klärend, dass alle Worte hinter der Erfahrung zurückbleiben. Da hilft nur, es selbst zu erleben. (Wobei ich gar nicht weiß, ob das so clever ist, Christines Lomi zu empfehlen, denn es ist jetzt schon echt schwierig, einen Termin zu bekommen.)

Die Schwalben kehren zurück und der Kuckuck ruft

Am 12. April sah ich die ersten Rauchschwalben hier über Ollndorf in Nordwestmecklenburg. Das ist immer ein besonderer Moment, der mir frühlingshafte und sommerliche Zaubrigkeiten zuflüstert. Es ist so schön, wenn die Flugkünstler den Himmel endlich wieder bevölkern und zwischen ihren Kapriolen zwitschernd und schwatzend auf der Stromleitung sitzen. 

Ansonsten ist in der Nähe ein Kolkrabenpaar zu Hause, das immer mal wieder mit einem Elsterpaar aneinandergerät. Die Ringeltauben haben sich den Brutplatz des Vorjahres ausgesucht und dort ein neues Nest gebaut. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie in diesem Jahr von den Elstern unbehelligt ihre Kleinen ausbrüten und aufziehen können.

Ein Leben beginnt

Am 13. April ist mein Neffe zum zweiten Mal Vater geworden. M. hat den Sohn im Geburtshaus zur Welt gebracht. Die kleine Familie ist gleich nach der Geburt wieder nach Hause gefahren. Es geht allen wunderbar, was mich sehr freut!

Ein herzliches Willkommen auf dieser Erde, lieber Y. Wir wünschen Dir ein gesundes, langes und gesegnetes Leben. Mögest Du Dich zeitlebens geborgen, gut aufgehoben und unterstützt fühlen. Mögest Du wachsen, die Welt in Deinem Tempo entdecken, Deinen ureigenen Weg gehen und Deine Gaben leben. 

Ein Leben endet

Seitdem die Beziehung zwischen Rainer und mir eine neue Form angenommen hat, war ich nicht mehr so häufig mit seiner Familie im Kontakt. Aber am 19. April hatte ich den unüberhörbaren Impuls, Rainer nach Hamburg zu begleiten und seine Mama im Krankenhaus zu besuchen. Sie schlief und wachte während unserer Anwesenheit auch nicht mehr auf. Für uns beide war spürbar, dass sich Waltraud bereits in einem Zwischenraum befand - nicht mehr ganz hier, noch nicht ganz dort. Am Abend bekamen wir die Nachricht, dass Waltraud - die letzte von Drillingen - mit 90 gelebten Jahren gestorben ist. Eine gute Reise, liebe Waltraud und DANKE für Dein offenes Herz. 


Frühlingskraft

Diese Gleichzeitigkeit... Vergehen und Werden... Die Blätter drängen aus den Knospen. Es grünt und grünt und grünt und zieht mich so nach draußen. Ich stromere an der Maurine umher und begrüße eine Baumfreundin, die ich schon viele Jahre kenne. Die Traubenkirsche beglückt mich mit meinem Lieblingsduft. Gänseblümchen blühen dicht an dicht, so dass ich mit den beiden Traumatherapiegruppen Gänseblümchen pflücke und trocknen lasse, um später gemeinsam eine Salbe herzustellen. 

Es ist Frühling satt...









Im Wacholderwald in der Teufelsheide

Ende April waren Marthe und ich einen Samstag im Wacholderwald der Lüneburger Heide (KLICK) unterwegs. Danke für diese schöne Wanderung, unseren Austausch, das stille und genussvolle Miteinandersein in schönster Landschaft, liebe Marthe. Wie beglückend! 

Der Wacholder ist mir schon mehrfach intensiv begegnet. Bereits 2014 auf meiner Visionssuche in Colorado und Utah in den USA fand ich während meiner Solotage in wilder Natur einen uralten Großvater-Wacholder, der seine dicken Zweige auf dem sandigen Boden abstützte. Zu seinen Füßen hatte sich eine Sandbank gebildet, die genauso groß (oder klein) war, wie ich es bin und sich mir als Bett anbot. Und so schlief ich nicht unter meinem ein ganzes Stück entfernt aufgespannten Tarp, sondern zu Füßen des Wacholders unter dem Sternenhimmel und war bereit, den wilden dort lebenden Geschöpfen zu begegnen. Vielleicht erzähle ich hier mal von meiner Visionssuche?

2022 hatte ich auf einer meiner Draussenzeiten in einem anderen südlicher gelegenen Wacholderwald im Tarp übernachtet. So ein magisches Pflanzenwesen! Jetzt will ich es noch einmal näher kennenlernen. 


Im Konflikt 

Eigentlich waren wir Schwestern für Karfreitag zu einem Picknick verabredet. Leider hat sich vor diesem geplanten Treffen ein Konflikt kreiert, den ich sehr bedaure. (Im Stillen gehe ich davon aus, dass es kein echter Konflikt ist, sondern sich eher um emotionale Aktivierung von Altlasten handelt...) Gleichzeitig wurde mir einmal mehr klar, wie schnell wir Menschen Aussagen oder geschriebene Worte interpretieren. Und wieviel diese Interpretationen mit den nicht ganz verdauten Erfahrungen aus unserer Vergangenheit zu tun haben, sprich: mit der Brille, die wir tragen, durch die wir auf das Leben schauen. Letztlich war jede von uns vieren in ihrem eigenen Film. 

Wir werden - auf Nadjas (KLICK) Initiative hin - Ende Mai eine Mediation bei Caroline Kikisch (KLICK) in Hamburg besuchen und uns 6 Stunden lang den zwischen uns schwelenden Themen widmen. 

Mein Herz klopft, da ist Angst UND ich kann uns vier sehr dafür anerkennen, dass wir den Weg hinein gehen und nicht den - vermeintlich leichteren - Weg der Vermeidung und Trennung. 

Und so passend: Im zweiten Ausbildungsjahr der Lebensweise Coachingausbildung geht es um Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Ich kenne es bereits, dass das Leben ausreichend Forschungsmöglichkeiten zu den jeweiligen Themenfeldern zur Verfügung stellt. ;)

...

Das war der natürlich nicht vollständige April-Rückblick. Denn ich hab noch nichts vom Nordlichtertreffen erzählt, bei dem ich nicht ganz in meiner Kraft war und keine Stimme hatte, weil sich eine Erkältung anbahnte. Ich hab noch nicht erwähnt, dass ich aufgrund des grippalen Infektes das Vollmondsingen ausfallen lassen musste. 

Soviel zu ICH BIN ZUHAUSE IM KÖSTLICHEN LEBEN. ♥

Donnerstag, 28. November 2019

Ein Wildniscamp für ehemalige Drogenkonsumenten und Spendenaktion

Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du eine richtig gute Idee hast, die dringend umgesetzt werden muss?

Bei mir klopft dann mein Herz auf ganz besondere Weise, ich rede schneller und fühle mich, als würde ich in meiner Lebendigkeit pulsieren. Dann bin ich angeschlossen an eine innere Weisheit, die keine Zweifel erlaubt. Es ist ein JAAAAAA aus vollem Herzen. So war es auch, als mir die Idee kam, gemeinsam mit einem von mir sehr geschätzten ehemaligen Patienten, inzwischen zertifizierter Wildnispädagoge, ein Wildniscamp für ehemalige PatientInnen anzubieten. Es ist sooo naheliegend, oder!? Jan als Experte für das Hineinwachsen und das Aussteigen aus dem Drogenkonsum und ich als Menschenbegleiterin mit 20jähriger Erfahrung - was wir zusammen auf die Beine stellen können!!!  Wer weiß, vielleicht wird daraus ein wildes wiederkehrendes Jahrestreffen, eine inspirierende Auftankstelle, ein Ort zum Weitergeben von Erfahrungen und Bewältigungsstrategien, ein Raum des Sichberührens, des Sichverbindens, eine Community, in der sich Menschen durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens begleiten. Das ist unsere Vision.

Inzwischen arbeite ich bereits in meinem 20. Jahr in einer Rehaklinik für Abhängige von illegalen Drogen, die aus der Drogensucht aussteigen wollen. Während meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin hatte ich die Klinik durch ein Praktikum kennengelernt und wusste sofort, dass ich dort arbeiten werde. Die suchenden Menschen haben mich schon damals berührt und interessiert. Wenn Dich meine Grundhaltung und die Inhalte meiner Arbeit interessieren, kannst Du HIER (KLICK) noch mehr darüber lesen. 

Täglich bin ich dankbar, dass ich in meine geliebte Arbeit alles einfließen lassen kann, was ich selbst als kostbar und heilsam erlebt habe und erlebe. Ein grundlegendes  Ziel meiner Arbeit ist es, Menschen bei der wachsenden Akzeptanz des eigenen So-Seins und der Aussöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte zu unterstützen, denn den Boden für Wandlung bildet das ANNEHMEN. Und das gilt aus meiner Erfahrung nicht nur, aber besonders für die Sucht. Wenn wir etwas in uns, in unserem Leben verändern wollen, führt der Kampf gegen das Unerwünschte kaum zu einer langfristigen Änderung. Im nächsten Schritt ist wichtig zu verstehen, welches GESUNDE Bedürfnis unter der Sucht liegt und über den Konsum (wenngleich auch nur zu einem Teil) befriedigt wird. Die anschließende Entwicklungsaufgabe ist es, sich genau dieses Bedürfnis im Alltag auf andere Weise zu erfüllen. So kann der Drang, konsumieren zu müssen, nach und nach natürlich zurückgehen. Deshalb liegt mein Hauptaugenmerk in der Arbeit auf dem liebevollen Erforschen der Sinnhaftigkeit aller gelernten Strategien und Integration der verletzten Anteile. So entsteht Mitgefühl mit sich selbst und dadurch auch mit anderen Menschen und Geschöpfen. Nähe und Verbundenheit wachsen und die Fähigkeit zu lieben und sich geliebt zu fühlen, nimmt zu. 

Und gleichzeitig ist es sooo bedeutsam, dass sich die PatientInnen auch nach abgeschlossener Entwöhnungsbehandlung neue inspirierende, beglückende und vor allem erfüllende Erfahrungen im Alltag erlauben, die nach und nach die gewohnten Muster überschreiben können. Jan ist das beste Beispiel dafür. Ich vermute, dass hinter der hohen Rückfallquote noch eine andere Sehnsucht steckt - die Sehnsucht nach einem sinnstiftenden Leben und daß das "Funktionieren" im Alltag diese Sehnsucht häufig nicht ausreichend befriedigt. Und genau an dieser Schnittstelle setzt unser 1. Wildniscamp für Ehemalige an. Es ist die Weiterführung der auf der Therapie (oder bereits auf dem Tiefpunkt der Krise) begonnenen Forschungsreise und heißt GEMEINSAM RAUS - REIN INS LEBEN. 



Wenn die Idee Dein Herz berührt und Du dieses Projekt unterstützen willst, so dass auch Ehemalige teilnehmen können, die am Existenzminimum leben, hilfst Du sehr mit einer Spende an den Clean e. V. Und im Namen der Frauen und Männer, die durch Dich unterstützt werden, sagen wir DANKE!!! 

Hier kommt die Bankverbindung:

Kontoinhaber: Förderverein Clean e. V. 
Sparkasse Mecklenburg-Nordwest
IBAN: DE97 1405 1000 1200 0115 26
BIS: NOLADE21WIS
Zahlungsgrund: 1. Wildniscamp für Ehemalige 2020

Der Clean e. V. stellt - wenn gewünscht - eine Spendenbescheinigung aus, die bei Ursula Lüth per Email unter Uschi.Lueth@median-kliniken.de angefordert werden kann.

Freitag, 12. April 2019

Ausstieg aus der Drogensucht - Einblicke in meine Arbeit...



Inzwischen bin ich im 19. Jahr in einer Rehaklinik angestellt, in der Menschen im Durchschnitt ein halbes Jahr lang Therapie nutzen, um den Ausstieg aus der Sucht nach illegalen Substanzen zu bewältigen. Die Klinik wanderte bereits durch viele verschiedene Trägerhände, der Name änderte sich mehrfach, die Chefärzte wechselten, es veränderten sich (und ich veränderte) Rahmenbedingungen und ich vertiefte die Inhalte meiner Arbeit immer mehr. Mein Verständnis von Sucht (und den in uns allen vorhandenen ausweichenden und abhängigen Anteilen) wandelte sich, wurde reifer und ressourcenorientierter. Meine Herzbegegnung zwischen uns Menschen blieb. Ich liebe meine Arbeit und es erfüllt mich sehr, das Wiederlebendigwerden, das Aufblühen, die Heilung von Menschen miterleben zu dürfen.



Seit Januar 2018 bin ich nur noch Mittwoch und Donnerstag für 16 Stunden in der Klinik, denn Montag, Dienstag und Freitag arbeite ich genauso gern  in meiner Coachingpraxis (KLICK)

In der Klinik unterstütze ich zwei Traumatherapiegruppen (PatientInnen mit der Doppeldiagnose Traumafolgestörungen und Abhängigkeitserkrankungen) mit prozessbegleitender Ergotherapie auf ihrem Weg durch die unterschiedlichen Gruppen- und Therapiephasen. Außerdem habe ich sechs Einzeltherapieplätze (mit einer gut gefüllten Warteliste) und biete eine geschlossene Gestaltungstherapiegruppe an. Auch die ist sehr begehrt. Hier treffen sich über einen Zeitraum von zwei Monaten 8 Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Therapiegruppen zu ihrer gemeinsamen Heil- und Entwicklungsarbeit einmal wöchentlich für 2,5 Stunden. Aktuell läuft gerade meine 54. Gestaltungstherapiegruppe. Da staune ich selbst. Und gleichzeitig ist jede Gruppe einzigartig und immer wieder neu.



Meine Arbeit ist eher prozess- als produktorientiert und all das, was ich selbst in meinen Ausbildungen, vor allem aber auch in meinem Leben als unterstützend und hilfreich, als entwicklungsfördernd, verbindend und heilend erlebt habe, darf auch in meine Arbeit einfließen. Für diese Freiheit bin ich unglaublich dankbar. (Und dürfte ich nicht zu 100% so arbeiten, wie ich aufgrund meiner Werte arbeiten will, wäre ich nicht mehr dort.) Den tragenden Boden bildet mein Verständnis für zyklische Kreisläufe.


Ich bin als Ergotherapeutin angestellt und habe über vier Jahre berufsbegleitend Kunst- und Gestaltungstherapie mit tiefenpsychologischer Ausrichtung studiert, habe eine Weiterbildung zur Kreativen Traumatherapeutin absolviert, bin Wildnispädagogin und Zertifizierte Seelenzentrierte Coachin. Aus all diesen Bereichen fließen Impulse, Methoden, Haltungen in meine Arbeit ein. Schwerpunktthemen sind  Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz und -liebe, Selbstwertgefühl, das Fühlen heller und dunkler Gefühle, Verbindung und Verbundenheit mit sich selbst, mit anderen Menschen, mit der Natur, Authentizität, Lebendigkeit und Freude, Konfliktmanagement, Krisenbewältigung, Sinn, Erfüllung und Heilung.


Beim Gestalten geht es darum, inneres  Erleben ins Außen zu bringen, sichtbar werden und sich von der eigenen Gestaltung und denen der MitpatientInnen berühren und inspirieren zu lassen. Immer wieder darf ich PatientInnen jedoch dazu einladen, Leistungsansprüche mehr und mehr zu verabschieden und sich stattdessen sinnliche Erfahrungen und Spontaneität zu erlauben. In der gemeinsamen Reflexionsphase betrachten wir die entstandenen Werke und kommen miteinander ins Gespräch. Ich arbeite weder deutend, noch bewertend oder interpretierend, sondern trage auch hier meine gwundrige Haltung aus dem Seelenzentrierten Coaching in den Raum - liebevoll und neugierig, fragend, wertschätzend und entdeckend. Das ist für die PatientInnen sehr neu, die in der Schule oder in anderen Bezügen andere Erfahrungen gemacht, in gut oder schlecht, gelungen oder misslungen eingeordnet wurden und nun selbst einordnen. Diese neue Betrachtungsweise ist soooo entspannend. Allerdings dauert es ein wenig, bis sie tatsächlich ankommt.



Je nach Gruppenphase setze ich unterschiedliche Methoden und Medien ein. Neben dem Gestalten, kann es auch sein, dass wir singen oder tanzen (ganz frei oder internationale Kreis- und Gruppentänze mit Anleitung oder Trancetanz mit Augenbinde), möglich ist das Trommeln auf der Gruppentrommel, die hier nun schon seit 6 Jahren so gute Arbeit macht. Aber auch die Waldzeiten, in denen ich bei jedem Wetter (außer starkem Sturm) halbe Tage mit einer Therapiegruppe draußen verbringe, sind so kostbare und heilsame Erfahrungen. Körperbemalung, Maskenarbeit, Arbeit mit persönlicher Musik, Gruppenarbeiten, landArt, die Aufstellung von Gefühlen oder Situationen, Schwellengänge, Medizinwanderungen, therapeutische Feuer, Rituale, Council und Co-Councelling, Imaginationen = geführte innere Reisen sowie Körperarbeit fließen mit ein. Ich bin sehr froh über meinen inzwischen so reich gefüllten Methodenkoffer und über die vielen Erfahrungen, so dass ich mit der Gruppe und der jeweiligen ganz einzigartigen Situation fließen und genau JETZT Passendes aus dem Koffer ziehen kann. 

Und dafür danke ich vor allem den vielen, vielen PatientInnen, den Frauen und Männern, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten durfte und aktuell begleiten darf. Ich danke für all das, was ich bereits lernen durfte, für jede einzelne Erfahrung, jede berührende Begegnung. Ich danke den vielen verletzten inneren Kindern, dass sie sich gezeigt haben und nun einen behüteten Platz im Herzen der Erwachsenen finden konnten. 





Donnerstag, 15. Juni 2017

Im Blütenmandala-Filzkurs...


... am letzten Juni-Wochenende gibt es noch zwei freie Plätze. Also schnapp' Dir Deine Mama, Tochter, Schwester oder Freundin, überrasche Dich selbst mit Deiner Selbstfürsorge und Spontaneität und gönne Dir diesen feinen Kurs in einer kleinen Gruppe. 

Und - nein, Du brauchst keine Filzerfahrungen zu haben und wirst trotzdem ein wunderbares Ergebnis mit nach Hause nehmen können. Und wenn Du bereits eine versierte Filzerin bist, ist das auch schön und Du lernst trotzdem viel Neues dazu. Das kann ich Dir versprechen! Und auch, dass dieser Kurs mehr ist als ein Filzkurs. Er ist eine Auszeit für Dich, die Dich aus Deinem Alltag hebt, Dich mit Dir selbst verbindet, Deine Einzigartigkeit feiert und gaaaanz viel mit geteilter Freude und Genuss zu hat.

Wenn Du diese farbstarke Filztechnik mit der enormen Strahlkraft lernen möchtest, hast Du jetzt die Gelegenheit dazu, denn eigentlich ist dieser Kurs immer blitzschnell ausgebucht. Den Flyer mit den Details zum Kurs findest Du HIER (KLICK). Du willst dabei sein? Dann schreib' einfach eine Mail an jana.muchalski@web.de und ich reserviere Dir einen Platz (oder Euch die beiden Plätze).


Hab einen schönen Tag!

Ich freue mich auf meinen sehr, denn ich werde gleich mit meiner Gestaltungstherapiegruppe zum Abschluss der gemeinsamen Arbeit am wilden Ostseestrand sein. JedeR hat dort ausreichend Zeit für eine Abschiedsgestaltung mit den dort zu findenden natürlichen Materialien. Wir werden von Gestaltung zu Gestaltung gehen und ZeugInnen füreinander sein. Wir werden am Feuer sitzen, zum Abend heiße Suppe und Stockbrot essen, den Prozess eines jeden Einzelnen würdigen und uns voneinander verabschieden - im Wissen, das Jede und Jeder das für ihn gerade Mögliche gegeben hat und auf dem ureigenen Weg ein Stück vorangegangen ist. Ich liebe meine Arbeit!

Dienstag, 23. Juni 2015

Hach, ich liebe meinen Job!

Heute am Vormittag war ich mit acht Männern einer Therapiegruppe unserer Klinik und meiner Kollegin Lara im Buchenwald. Dort haben alle gemeinsam diese Laubhütte gebaut und sich dann probeweise mal hineingelegt. Jetzt gibt es schon zwei Hütten. Es sollen noch weitere hinzukommen und wenn es dann acht sind, haben wir die Idee zu einem weiteren Abenteuer…

Laubhütte

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich all das, was ich im Rahmen der Wildnispädagogischen Weiterbildung (KLICK) gelernt habe, hier auch gleich einsetzen kann. Bis in den Herbst hinein stehen die Termine, wann ich mit verschiedenen Therapiegruppen im Wald arbeiten werde. Den Patient_innen tut es sichtlich gut, Zeit in der Natur zu verbringen, mit den Sinnen und allen Fasern ihres Seins in die natürliche Lebendigkeit einzutauchen, an das innere wilde, freie Kind anzudocken und die Welt wieder neu zu entdecken. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Menschen, die Suchtmittel konsumiert und sich so häufig über lange Zeiträume ihrer eigenen Lebendigkeit beraubt haben, durch aktive Zeit in der Natur gute hinzufügende Erfahrungen machen können. Ohnehin wirkt die Natur als Spiegel, klammert kein Thema aus, sondern zeigt uns, wie Wachstum und Entwicklung, aber auch Vergehen und Tod geschehen und Phasen größerer Kreisläufe sind.

Donnerstag, 26. September 2013

Bunt und lebendig…

…war das jährlich  am dritten Samstag im September stattfindende Ehemaligentreffen der Klinik, in der ich arbeite. Neben Gesprächsrunden, viel Wiedersehensfreude und leckerem Essen waren unterschiedliche Stationen mit Bewegungsspielen eingerichtet worden. Dort konnte man sich Gutscheine für Crepes und Würstchen erarbeiten. Die Gruppentrommel kam auch mehrfach zum Einsatz. Davon kann ich leider keine Fotos zeigen, denn irgendjemand ist immer von vorn zu sehen. Ganz schön war auch eine Kindertrommelrunde, die sich so ergeben hatte.

Diese Malwand wurde im Laufe des Tages von kleinen und großen Gästen gestaltet und diente zum Schluss als Fotohintergrund.

Malwand zum Ehemaligentreffen 2013

Ein DANKESCHÖN geht an meine Kollegin und meinen Kollegen und die Patientinnen und Patienten, die im Rahmen der Arbeitstherapie dafür gesorgt hatten, dass nicht nur diese stabile, beidseitig nutz- und wieder verwendbare Malwand in der Größe 300 x 200 cm rechtzeitig fertig wurde, sondern in der Holzwerkstatt zusätzlich noch etwas äußerst Praktisches gebaut wurde. Da ich vergaß, diese schönen Teile zu fotografieren, müsst Ihr noch ein wenig neugierig bleiben – die Bilder reiche ich nach.

Herzlich-herbstliche Grüße aus dem Häuschen und ganz lieben Dank Euch für die Kommentare zu den letzten Posts!

Freitag, 28. Juni 2013

1350,00 Euro – DANKE!

Ich bin so glücklich darüber, was mit Eurer Hilfe möglich ist! Inzwischen sind tatsächlich 1350,- € gespendet worden, um die Gruppentrommel für die Patienten der Klinik zum jetzigen Zeitpunkt und nicht erst in einem Jahr kaufen zu können. (Neue LeserInnen können HIER schauen, worum es bei der Spendenaktion ging.)

Inzwischen wurde das Instrument gekauft – die Klinik hat die Trommel vorfinanziert und wird auch einen Teil der Summe tragen. Der andere Teil wird aus den Spenden finanziert und das Übrigbleibende wird zur Seite gelegt, um die Trommel bei Bedarf sofort auch fachgemäß pflegen und warten lassen zu können. Die Trommel ist nämlich nachspannbar, was gut ist, denn sie wird schon sehr beansprucht.

Für mich hat der Ausgang dieser Aktion zusätzlich noch eine ganz persönliche Bedeutung: Er ist mir Motivationsschub für weiteres Engagement und Beweis dafür, dass – wenn wir Menschen uns vernetzen und miteinander in Verbundenheit kommen – gemeinsame Ziele keine Visionen bleiben müssen, sondern lebbare Realität werden. Und jeder einzelne Mensch hat die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und ein wenig dazu beizutragen, dass Menschen und Welt gesunden können. Und das ist einfach wunderbar.

Habt von Herzen Dank für diese Erfahrung und lasst Euch mit einem Bild der Juni-Fülle beschenken!

Juni-Fülle

Bis Sonntag könnt Ihr Spenderinnen und Spender HIER noch einen Kommentar hinterlassen, um an der Verlosung des pflanzengefärbten Regenbogens teilzunehmen.

Montag, 10. Juni 2013

Mit Deiner Unterstützung zur Gruppentrommel –Spendenaktion und Verlosung…

LeserInnen, die mich schon länger begleiten, wissen, dass ich als Ergotherapeutin und Kunst- und Gestaltungs-therapeutin in einer Klinik arbeite, die sich der Rehabilitation drogenabhängiger Menschen verschrieben hat. In diesem Monat geht nun auch meine Fachfortbildung in Kreativer Traumatherapie zu Ende.

Die Zeit trägt Siebenmeilenstiefel, denn inzwischen arbeite ich das 13. Jahr in der Klinik. Es gab immer wieder Veränderungen: Der Träger wechselte, die Chefärzte mehrfach, Konzepte wurden überarbeitet, die Klinik bekam ihre Zertifizierung, liebe Kolleginnen gingen, neue kamen, die Klientel veränderte sich... Was jedoch durch alle Zeiten hindurch blieb, war die Arbeit mit den Menschen, die auf ihrem ganz persönlichen Entwicklungsweg, der sie in die Sackgasse der Sucht geführt hatte, Unterstützung und Begleitung suchten. Ich liebe meine Arbeit. Die Worte “Sucht” und “Suche” sind sich nicht ohne Grund so ähnlich. Dass die Patientinnen und Patienten meine Arbeit auch schätzen, lässt sich daran erkennen, dass meine Therapieangebote gefüllte Wartelisten haben und es eine ganz aktive Mundpropaganda unter der Patientenschaft gibt. Seitdem ich nur noch Dienstag, Mittwoch und Donnerstag für insgesamt 24 Stunden in der Woche arbeite, kann ich 100%ig auch hinter dem Umfang meiner Arbeit stehen. Inhaltlich habe ich ohnehin immer dafür gesorgt, dass ich meinen Werten möglichst entspreche und mich weiter entwickle.

Seit einigen Monaten gibt es eine Therapiegruppe, die auf Menschen mit einer Abhängigkeit von Methamphetamin spezialisiert ist. Eine zweite soll folgen, da der Bedarf so groß ist. Einmal in der Woche arbeite ich im Rahmen der Bezugsgruppenergotherapie prozessbegleitend, d. h. ich greife die Themen, die aktuell in der Gruppe relevant sind,  mit gestaltungs- oder kreativtherapeutischen Medien und Methoden auf. Diese Menschen haben jedoch große Schwierigkeiten, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und die Aufmerksamkeit fokussiert zu halten. Es entsteht häufig eine große Unruhe, die das Miteinanderarbeiten erschwert und mir sagt, dass meine Methoden Erweiterung und Ergänzung brauchen. Also habe ich mich nach einem Medium auf die Suche begeben, das die Menschen auf einer tieferen, leiblichen Ebene erreicht und bin fündig geworden. Ich lernte durch Sabine Weyhe und meinen Trommelbaukurs eine Gruppentrommel für zehn Personen kennen…

Gruppentrommel

…durfte sie zu Testzwecken ausleihen und bin soooo begeistert von den Möglichkeiten, die in diesem beeindruckenden Instrument stecken, dass es nicht in Worte zu fassen ist. Trotzdem will ich versuchen, Euch ein wenig teilhaben zu lassen:

Stellt Euch vor, 10 Menschen, die sich in sich selbst und in der Welt verloren haben, trommeln auf dem Instrument mit dem tiefen, satten Klang, der sich ins Knochenmark schleicht, nichts weiter als einen gemeinsamen Herzschlag. Bum-bum…bum-bum…bum-bum… Und das gaaaaaaanz lange… Es entsteht ein tiefes Gefühl von Zugehörigkeit, Verbundenheit und vibrierender Lebendigkeit, eine Ahnung davon, wie es ist, einen Platz zu haben und gewollt zu sein.

Gruppentrommel Detail

Oder stellt Euch vor, alle 10 Menschen trommeln ihren eigenen Rhythmus. Die Trommel ist mächtig, der eigene Rhythmus droht in der Verschiedenheit unterzugehen. Und plötzlich übernimmt eine Frau den Rhythmus einer anderen. Beide trommeln miteinander, unterstützen sich gegenseitig und schauen sich dabei in die Augen. Die erste Frau beginnt zu weinen und weint und schluchzt ganz bitterlich. Dann sagt sie:  “Das ist das erste Mal, dass ich mich NICHT allein fühle.”  Und während es ihr gelingt, die über Jahre empfundene Einsamkeit zu betrauern, hält die zweite Frau sie im Arm, gleichzeitig trommeln acht Menschen einen sanften Rhythmus, der den beiden Frauen einen tragenden Boden gibt und sich ihnen als schützende und wärmende Decke um die Schultern legt. Nach und nach verebbt das Weinen, beide Frauen bekommen ihren Trommelschlägel wieder, kehren in die Gruppe zurück und nehmen den gemeinsamen Rhythmus auf. Das Trommeln wird kraftvoller und endet in geteilter Freude. Das sind nur zwei der bisher erlebten Situationen…

Ich möchte und werde die Trommel für die Klinik kaufen und vor allem in dieser, aber auch in den anderen Therapiegruppen damit arbeiten. Grundsätzlich wird der Kauf der 1500,- € teuren Trommel von der therapeutischen Leitung, aber auch von unserem Verwaltungsdirektor befürwortet. Allerdings ist es – wie in den meisten Unternehmen – nötig,  geplante Anschaffungen bereits ein Jahr im Voraus in den Budget-Plan einfließen zu lassen. Ich möchte nicht ein Jahr warten und überlegte mir, eine Spendenaktion zu initiieren.

Wenn Du Dich beteiligen und damit den Genesungsprozess suchender Menschen unterstützen möchtest, kannst Du einen Betrag Deiner Wahl mit dem Zahlungsgrund “Gruppentrommel” an den CLEAN e.V. überweisen. Der an die Klinik angegliederte gemeinnützige Verein stellt – wenn gewünscht -  eine Spendenbescheinigung aus, die per Email bei isusemihl@ahg.de  angefordert werden kann.

Hier kommen die Bankdaten:

CLEAN e. V., Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, BLZ 14051000, Konto 1200011526, Zahlungsgrund Gruppentrommel, für Spenden aus dem Ausland - IBAN DE97140510001200011526, SWIFT-BIC NOLADE21WIS

Unter allen Spenderinnen und Spendern, die  bis zum 30. Juni hier einen Kommentar hinterlassen, verlose ich diesen pflanzengefärbten Regenbogen…

Pflanzengefärbte Minis 237 g

…bestehend aus 27 verschiedenen Ministrängen mit Pflanzen gefärbter Sockenwolle. (75% Wolle, 25% Poly, Lauflänge 420m/100g, Gesamtgewicht 237g)

Und wenn Du bis hierher gelesen hast – DANKE!

Nachtrag: Aktueller Spendenstand am 15.08.2013 = 1500,00 €. WOW!!! DANKE!