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Mittwoch, 12. Oktober 2022

11 neue zertifizierte Seelenzentrierte Coaches...

 ...durfte ich beim Mitte-Modul, dem Abschluss- und Integrationsmodul der Ausbildung Seelenzentriertes Coaching (KLICK) als Kolleginnen und Kollegen in die Arme schließen. Eines der vielen Highlights an diesem Wochenende war die Präsentation der Student*innen, in der sie uns Zeug*innen an ihren ganz individuellen Erfahrungen auf dem Weg durch das Medizinrad teilhaben ließen. Diese Präsentationen waren so einzigartig wie die Menschen selbst und zutiefst berührend.  

Als Assistentin unterstützte ich mit zwei weiteren Assistent*innen in den vergangenen 1,5 Jahren die Ausbildungsleitung und stellte mich dem Team und dem Lernprozess der Student*innen dienend zur Verfügung. Ich durfte staunend bezeugen, was zwischen dem ersten Modul vor ca. 1,5 Jahren und heute für ein Wachstum, für eine grandiose Entwicklung stattgefunden hat. Wow!

Diese Ausbildung ist die intensivste und tiefste, die ich in meinem eigenen Leben absolviert habe. Und gerade habe ich sie ein zweites Mal auf einer anderen Ebene durchlaufen. Und weißt Du, was mich nach wie vor am meisten überzeugt? 50% der Ausbildung dienen der persönlichen Entwicklung, Entfaltung und Heilung der zukünftigen Coaches und die anderen 50% sind dem professionellen Wachstum gewidmet. Und das finde ich stimmig so, denn ich weiß aus eigener Erfahrung meiner über 20jährigen therapeutischen Praxis, dass ich Menschen nur so weit begleiten kann, wie ich selbst gegangen bin. 

Außerdem ist die Basis der Ausbildung die zyklische Entwicklung, die sich überall in der Natur beobachten lässt, im Medizinrad ihre Landkarte und in der Kraft der Elemente eine Entsprechung findet. Dreimal umrundeten die Student*innen das Medizinrad, so dass die Grundlagen, die grundlegenden und zusätzlichen Methoden sowie die ganz spezifischen Coaching-Techniken durch das spiralförmige Lernen auf ganz natürliche Weise in Fleisch und Blut übergehen konnten. 

Ich schätze an der Ausbildung außerdem, dass sie über diverse Zugangskanäle arbeitet. Es gibt einführende Impulsvorträge der Ausbildungsleitung mit Hilfe von wachsenden Flipcharts, Demo-Coachings, in denen das neu Eingeführte gezeigt, erlebt, beobachtet werden kann und gemeinsam reflektiert wird, in jedem Modul ein kraftvolles Ritual in schönster Natur, kreatives Gestalten eines eigenen Medizinrades, Filmausschnitte, die Arbeit mit Bildern und Assoziationen, Stille, geführten Meditationen, von Beginn an Zweier- und Dreiergruppen-Coachings, in denen die Rollen wechseln und durch das eigene, reflektierte Coachen gelernt wird, Frage-Antwort-Runden sowie schriftliche Aufgaben. Köstliches vegetarisches Bio-Essen (in diesem Ausbildungsgang von unserer Köchin-Assistentin Ursula Stöckli gezaubert), Bewegung, Berührungsmomente und Tanz nehmen auch den Körper mit.

Besonders am Seelenzentrierten Coaching ist, dass im JETZT und über das Erleben gecoacht wird, dass das Coaching auf die Ressourcen ausgerichtet ist, dem Entdecken der individuellen uns Menschen innewohnenden Kräfte und dem Wachsen in die Ganzheit dient. All die begrenzenden Denk-, Fühl- und Handlungsmuster, die auf noch unverdaute Erfahrungen hinweisen, werden in aller Liebe erforscht und können häufig durch HEUTE dienlichere Möglichkeiten ersetzt werden. Alle Gefühle sind sehr willkommen und stellen sich uns als Kraftquellen zur Verfügung. Nach einem längeren Coachingprozess werden die Menschen mit einem höheren Bewusstsein für sich selbst, einem Zuwachs an Lebendigkeit, Gefühlstiefe, Lebensfreude und Erfüllung, gewachsenem Mitgefühl mit unserem menschlichen Sosein, liebevolleren Beziehungen, größerer Klarheit in der Ausrichtung, Vertrauen in das Leben und in die eigenen Fähigkeiten, auch Krisen zu bewältigen sowie der Verbindung zum transpersonalen Raum, belohnt.

Diese Arbeit machen zu dürfen und wieder und wieder solche Entwicklungsprozesse begleiten und bezeugen zu dürfen, ist für mich Erfüllung pur. Es ist genial, dass das erlebnisintensive Coaching auch am Telefon möglich ist. So kann ich mit Klient*innen von überall her arbeiten. Ich winke nach Nord- und Süddeutschland, einmal nach Schweden, nach Nordamerika, nach Belgien, nach Österreich und mehrfach in die schöne Schweiz. 

Das ist der malerische Blick aus dem Ausbildungsraum auf das Schloss Oberhofen, den schönen Thunersee, die Berge Niesen sowie Eiger, Mönch und Jungfrau, die hier hinter Wolken versteckt sind...

Wenn Du neugierig auf die Ausbildung geworden bist, kannst Du Dich bei Sabina Wyss (KLICK) zu einem kostenlosen Probecoaching und einem unverbindlichen Vorgespräch melden. 

Und wenn Du selbst Seelenzentriertes Coaching genießen möchtest, kannst Du jederzeit ein kostenloses Probecoaching mit mir vereinbaren und ausprobieren, wie sich diese Art der Begleitung am Telefon für Dich anfühlt. Du erreichst mich per Email unter jana.muchalski@web.de oder telefonisch unter 0049162-6770619 (Ab November habe ich zwei freie Coachingplätze.) 

Übrigens sind vier meiner ehemaligen Klientinnen jetzt selbst Zertifizierte Seelenzentrierte Coachinnen und zwei weitere ehemalige Klientinnen sind in den aktuell laufenden Ausbildungsgängen. Schön, nicht wahr!? 

Herzlich

Jana

Montag, 28. März 2022

Zum Umgang mit Konflikten...

Im Februar besuchte ich im ZEGG das viertägige Präsenz-Seminar KONFLIKTE ALS TOR IN EIN NEUES BEWUSSTSEIN mit Vivian Dittmar (KLICK) und kam verwandelt zurück. Als ich mich im Anschluss an das Seminar bei Vivian bedankte, sagte ich ihr, dass ich nicht mehr hinter dieses Wissen zurückkehren kann und dass sich das in all meinen Beziehungen auswirken wird. Kennst du das auch, wenn du etwas erlebt und erkannt hast, was dich in der Tiefe wandelt? Ich habe ein noch größeres Mitgefühl und bin gleichzeitig mit meiner Herzenskriegerin verbunden, die für sich und lebensdienliche Werte einsteht. Ich fühle mein NEIN ebenso klar wie mein JA. 

Einige meiner AHA-Erlebnisse: 

Zum FRIEDEN gehören immer zwei...

Die Person, der die Beziehung weniger wichtig ist, hat die meiste Macht und kann deshalb auch dafür sorgen, dass eine Beziehung zum Erliegen kommt...

Vom IM-KONFLIKT-STECKEN zum DEN-KONFLIKT-VON-AUßEN-BETRACHTEN und mir die darunter liegenden Bedürfnisse BEIDER Konfliktparteien bewusst zu machen, löst ca. 80% aller bestehenden Konflikte auf, denn wir unterscheiden uns weniger in den Bedürfnissen, als in den Strategien zu deren Erfüllung. 

Absolutheitsansprüche weisen auf aktivierte emotionale Ladungen hin. Emotionale Ladungen sind ungefühlte Gefühle aus der Vergangenheit, die damals unsere emotionale Kapazität überschritten haben. Aus diesem Grund konnten sie nicht gefühlt werden, sondern wurden in unseren "emotionalen  Rucksack" gesteckt, wo sie auf die noch ausstehende Verarbeitung warten. 

All den "Knöpfchendrücker*innen" können wir dankbar sein, da sie uns ermöglichen, an die alten emotionalen Ladungen heranzukommen, unseren emotionalen Rucksack aufzuräumen und die darin verborgenen Schätze zu heben. 

Empörung ist ein gutes Anzeichen dafür, dass ich in einem Absolutheitsanspruch stecke und emotional aktiviert bin. Ebenso, wenn es mir um RICHTIG oder FALSCH geht und darum, Recht zu haben... Absolutheitsansprüche bedeuten, dass ich gegen das Leben selbst kämpfe, hier jedoch nur verlieren kann, weil ich etwas, das realerweise so ist, wie es ist, nicht akzeptiere. (Wobei mit akzeptieren nicht gemeint ist, dass ich das gut finden muss...)

Ein simples Beispiel: 

Wenn es gerade regnet, ich jedoch will, dass es nicht regnet - was bedeutet das? Es regnet weiter. Ich kann mich jetzt zwar empören, das jedoch verändert nichts. Was ich verändern kann, ist meine Art, dem Regen zu begegnen. Ich kann betrauern, dass ich mein Vorhaben nicht so umsetzen kann, wie ich es geplant habe. Ich kann den Regen akzeptieren und einen Regenschirm oder eine Regenjacke nutzen und im Regen draußen spazieren gehen. Ich kann aus dieser Situation das möglichst Beste mache und durch Pfützen hüpfen, im Regen tanzen, in der mit Regen gefüllten Feuerschale gefaltete Schiffchen schwimmen lassen usw. Bei Regen regen sich viele Menschen ja auch schon auf, aber wie ist es erst bei Krieg, Gewalt, Missbrauch, Hunger, der Klimakrise etc.?

Wir bewegen uns gesellschaftlich gerade aus dem alten Paradigma in ein neues Paradigma und haben (neben vielem Anderen) nicht  gelernt, wie natürliches und gesundes Konfliktmanagement funktioniert, da wir alle in patriarchalen Machtstrukturen aufgewachsen sind und konditioniert wurden. Danach stand/steht ein Part der Beziehung über bzw. unter dem anderen Part der Beziehung. Das können Mann - Frau, Lehrer*in - Schüler*in, Ärztin - Patient, Eltern - Kind sein. Doch inzwischen sind viele Menschen im Ringen um Beziehungen auf Augenhöhe und Gleichwürdigkeit. Da wir hierin jedoch keine Vorbilder haben, lernen wir über Versuch und Irrtum und vor allem über das Scheitern von Beziehungen. 

Puh... Das musste erstmal landen...

Und weil mich das sooo bewegt und berührt, habe ich mich gleich beim begleiteten Onlinekurs BeziehungsWEISE (KLICK) angemeldet, um in diesem Feld noch weiter zu lernen und zu forschen. 

Dienstag, 25. Januar 2022

Über die Geduld...


Man muss den Dingen die eigene,
stille, ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen –
und dann gebären … 

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit … 

Man muss Geduld haben!

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fernen Tages
in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

Mittwoch, 31. Juli 2019

Zurück aus dem Frauencamp DIE REISE DURCH DAS MEDIZINRAD


Die Zeit nach einem Frauencamp ist für mich immer eine besondere Zeit. Sie dient dem Nachklingen und -schwingen und der Integration der gemachten Erfahrungen. Die kostbarsten Momente funkeln noch einmal auf und weben sich wie von allein in den Erinnerungsteppich, der von Jahr zu Jahr reichhaltiger, bunter und vielschichtiger wird. 

Wir erforschten in einer ganzen Woche den zyklischen Kreislauf von Keimen und Werden,  Wachsen und Blühen, Ernten und Vergehen sowie des Rückzugs und der großen Stille. Wir umrundeten das Entwicklungsrad und entdeckten durch das Eintauchen und Erleben die Qualitäten der einzelnen Richtungen noch tiefer.


Gleichzeitig zu all dem Forschen spüre ich eine Demut und die Gewissheit, dass mein ganzes Leben nicht ausreicht, um das Rad auf allen Ebenen zu erfassen. Wichtig zu sagen ist mir noch einmal, dass es nicht DAS Medizinrad gibt, sondern ungemein viele Entwicklungsräder in allen Kulturen, die in sich ausgewogen sind. Wir jedoch sind selbst gefordert  zu erforschen, was sich für uns in unseren europäischen Breitengraden stimmig anfühlt.

Wir hatten wieder einmal das große Glück, Frauen in unterschiedlichen Lebensjahrzehnten in unserem Kreis willkommen heißen zu dürfen; die Zwanziger, Dreißiger, Vierziger, Fünfziger und Sechziger waren vertreten. So durften sich drei Generationen auf bereichernde Weise begegnen, inspirieren und im Herzen berühren.
 
Ich danke uns allen für die große Offenheit von Beginn an, für die Bereitschaft, einander wirklich zu sehen, Schubladen zu öffnen und Vorurteile abzulegen, in die Weite und Weichheit unserer Herzen hineinzuschmelzen, die Verbundenheit mit uns selbst, miteinander und mit der mehr als menschlichen Welt wachsen zu lassen. Ich danke uns allen für die Authentizität und gerade auch für den Mut, sich mit (vermeintlichen) Schwächen und der genau daraus entstandenen wahrhaften Größe gezeigt zu haben. Und ich danke SEHR meinen beiden Teamfrauen für die so wundervolle Zusammenarbeit! 

(Im Hintergrund seht Ihr unseren Altarbaum, der von uns allen gemeinsam nach und nach  zu den jeweiligen Richtungen geschmückt wurde.)



Es gab soooo viele kostbare Momente! Wie immer bleibt ein Nachklang weit hinter dem echten Leben zurück und es können hier nur einige der Perlen benannt werden: 

Wir fanden uns bei einem nächtlichen Gewitter im Jippi zusammen, genossen die Geborgenheit im Frauenclan und sangen immer und immer wieder das gleiche Lied, bis wir alle kurz vor dem Einschlafen waren - beschützt und behütet, gehalten und geliebt... Wir begaben uns auf eine Schatzsuche in den Wald und wurden in kurzer Zeit sooo reich beschenkt. 


Wir begrüßten den Tag mehrfach mit gemeinsamen Bewegungen aus unterschiedlichsten Quellen (Qi Gong, Tanz, Spiel). Wir stiegen in den See und teilten das kühlende Nass mit dem Biber, den Fischen und Fröschen und einem Schwanenpaar, durften den Eisvogel beobachten, wurden immer wieder von der Rohrweihe, dem Milan, einem Kolkrabenpaar und dem Bussard besucht. Der Pirol sang uns sein Lied. 


Wir durften den dort heimischen Waschbären beim Stiebitzen von Köstlichkeiten aus der Outdoorküche beobachten. Soooo süß!!! Die Blutrote Heidelibelle kam uns ausgerechnet dann besuchen, als wir im Süden, im Feuer, im Rot, im Erwachsenenalter angekommen waren. Wir tauschten uns zu so wichtigen Themen wie Weiblichkeit, Sexualität, Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Tochter-  und Muttersein aus.  




Abends saßen wir gemeinsam um das Feuer und sangen. Zum Abschluss feierten wir ein Frauenfest, zu dem jede etwas aus ihrer eigenen Schatzkiste zauberte - Tänze und Lieder, Tomatensalat und Chai, gemeinsam erfundene Geschichten. Wir schmückten uns und einander, trommelten und tauchten zur Nacht noch einmal in den See. Ja, wir nahmen auch die Herausforderungen an, die - wie immer - ganz unterschiedlicher Natur waren. Und wir bewältigten sie - eine jede die ihren auf die ihr eigene Weise und inmitten anderer Frauen. Und genau dadurch geschah Erweiterung, Entfaltung, Entwicklung, Wachstum, Heilung, wuchs tiefe Verbundenheit - mit uns selbst, mit all den anderen Frauen, mit all den lebendigen Geschöpfen und der Mitwelt...


Der Platz der Wildnisschule Waldschrat in all seiner natürlichen Schönheit trug uns wunderbar durch die Tage und Nächte. Wie wichtig es ist, mal selbst für das tägliche Brauchwasser zu sorgen und zu wissen, dass Brennholz für das abendliche Feuer gesägt werden muss! Es dient der bewussteren Wertschätzung, daraus erwachsen Dankbarkeit und Achtsamkeit all unseren natürlichen Ressourcen gegenüber.



Und weil diese schwesterliche Verbundenheit sooooo heilsam ist, wird es auch im kommenden Jahr wieder ein Frauencamp geben. 

Edit: Der Termin für 2020 steht. Das Frauencamp DIE REISE DURCH DAS MEDIZINRAD findet vom 24. bis zum 31. Juli 2020 auf dem wundervollen Platz der Wildnisschule Waldschrat statt. HIER (KLICK) findest Du den Flyer und HIER (KLICK) das Anmeldeformular. Gern kannst Du Dich mit einer kurzen Mail an jana.muchalski@web.de vormerken lassen. Ich freue mich auf DICH!

Montag, 15. April 2019

Council - Die Weisheit des Kreises...


Vor ungefähr zwei Monaten war ich gemeinsam mit meiner Schwester im Eschwege-Institut (KLICK) zum Council-Treffen Mitte. In den Jahren zuvor hatte ich durch Holger Heiten beim Seminar INTO THE NATURE bereits verschiedene Council-Methoden kennen- und schätzen gelernt. Als Bestandteil der Jahreskreisfeste begleitet mich die Magie der Redestabrunden mit einer recht verwandten Ausrichtung schon einige Jahre.

Doch was ist Council nun eigentlich?

Es ist weit mehr als eine nichthierarchische und gewaltfreie Kommunikationsform, es ist eher eine Grundhaltung, die davon ausgeht, dass jede Stimme bedeutsam ist, dass sich die immer vorhandene Weisheit erst dann entfalten kann, wenn die einzelnen Puzzlestücke wahrgenommen wurden, wenn jede Stimme gehört wurde. Und das Besondere am Council ist das wirkliche Mit-dem-Herzen-hören und Aus-dem-Herzen-sprechen. 

Alle Teilnehmenden sitzen im Kreis um eine gemeinsame Mitte und begegnen einander auf Augen- und Herzenshöhe. Ein Redegegenstand unterstützt dabei, die Achtsamkeit bei dem Menschen zu halten, der gerade seine Wahrheit teilt. Nur dieser Mensch spricht. Es gibt kein Unterbrechen, keine anschließenden Fragen, Kommentare oder Ratschläge. Dadurch sinkt der oder die Redende in die eigene Tiefe und Weisheit hinein und teilt seine oder ihre Wahrheit von diesem Ort aus.

Council kann auch mit "zu Rate sitzen" übersetzt werden. Es nicht nur eine Möglichkeit für wahrhaftigen Austausch, sondern auch dafür geeignet, sich Fragen, Anliegen, Problemen auf respektvolle und mitfühlende Weise zu widmen. Durch das Teilen der persönlichen Geschichten entfaltet sich ein Heilraum. Verständnis und Nähe entstehen. Die Weisheit eines Councils ist immer größer als die Summe der Weisheit der Teilnehmenden. Aber das lässt sich wohl nur erleben und nicht wirklich theoretisch beschreiben...

Die Council-Richtlinien dienen eher als Ausrichtung und nicht als starre Regeln:
  • Sprich aus dem Herzen.
  • Höre mit dem Herzen zu.
  • Sei präsent und spontan.
  • Sprich wesentlich.
Wichtig ist außerdem die Vertraulichkeitsregel: Was im Kreis geteilt wurde, bleibt im Kreis.  

...

Noch immer bin ich tief berührt und bewegt von unserem ersten Familiencouncil, bei dem wir vier Schwestern uns mit unserem bald 80jährigen Vater in den Kreis setzten, aus dem Herzen sprachen, mit offenem Herzen lauschten, unsere Wahrheiten teilten. So ganz unmittelbar durften wir erleben, wieviel Heilkraft im Council steckt, wie Verständnis und Mitgefühl füreinander wachsen, wie sich helle und dunkle Gefühle zeigen und fließen dürfen, wie Bewusstheit und die eigene Gestaltungsmacht zunehmen, wie Aussöhnung geschieht. Ich bin sooooo dankbar für den Mut meines Vaters und meiner Schwestern, sich auf etwas für sie so Neues einzulassen. Unser Treffen wurde von uns allen so verbindend erlebt, dass wir uns nun halbjährlich zu einem Familiencouncil treffen werden. Danke!!!




Mittwoch, 16. Januar 2019

Jahresgruppe - Ein Neubeginn...

Am vergangenen Freitag trafen wir uns erstmals im neuen Kreis. Sechs Frauen - alle in der Lebensmitte - haben sich dafür entschieden, gemeinsam das Jahr zu umrunden, in die jeweilige Zeitqualität einzutauchen und persönliches Wachstum einzuladen. In der Vorbereitung auf das Treffen klopfte mein Herz vor Lebendigkeit und Freude, auch vor Aufregung. Es ist immer spannend, wenn ein neuer Zyklus beginnt!

Am Tag des Festes stimmte ich mich ein, indem ich mich an meine Intention erinnerte, die ich in der Mail an die Frauen so formuliert hatte: 

Mögen wir mit Liebe zum und Vertrauen in das Leben und unseren ureigenen Weg gesegnet sein. Mögen wir Verbundenheit und die unterstützende Energie des Frauenkreises erfahren, uns als der Natur zugehörig erleben und tief in die Zyklen von Werden und Vergehen eintauchen. Mögen wir über genug Kraft verfügen, um anstehende Herausforderungen zu bewältigen! Mögen wir uns selbst Entwicklung, Entfaltung und  Transformation erlauben!


Ich bereitete den Raum und den Feuerplatz vor und gestaltete die Mitte. 


Dieser Akt ist für mich eine bedeutsame Handlung, weil ich mich dabei nochmals mit meiner Ausrichtung verbinde. Ich frage mich: In welcher Zeit innerhalb des Jahreslaufes befinden wir uns momentan? Welche Themen sind damit verbunden? Welche Qualitäten lade ich ein? 

Gerade befinden wir uns im Jahresrad zwischen der Wintersonnenwende am 21. Dezember 2018 und dem Mondfest Brigid oder  Imbolc am 1. Februar. Ich wählte schwarz gefärbtes Wildleder als Untergrund, weil wir uns noch in der dunklen Zeit befinden. Darauf funkeln kleine goldene Sternchen wie Sterne am Nachthimmel. Ein Streifen Seidenchiffon in Weiß erinnert daran, dass die Sonne nun Tag für Tag ungefähr 2 min länger scheint und das Licht nach und nach zurückkehrt. 


Die Eulenfedern im Osten verbinde ich mit Luft, Leichtigkeit und Weisheit. Das Haselholz mit dem fliegenden Hasen in Brandmalerei ist Sinnbild für Träume und Visionen und lädt ALLE Möglichkeiten ein. Gerade auch die, die der Verstand nicht begreifen kann, da sie größer sind als er. (Die Künstlerin ist Gill Rippingdale (KLICK) = Werbung aus Begeisterung und ohne Auftrag.) 


Im Süden steht ein Goldlicht mit kleinem Feuer. Unter ihm ein Gefäß mit Asche aus dem Frauencamp II 2018. Vielleicht erzähle ich einmal, was es mit dieser Asche auf sich hat... Damit lade ich Kraft, Authentizität und ALLE Gefühle, sinnliches Erleben, das Zuhausesein in uns selbst, im eigenen Körper, in der Natur sowie tiefe Verbundenheit miteinander ebenso ein wie Spontaneität, Lebendigkeit und unser inneres Feuer.

Im Westen liegt eine aus den Tiefen des Ozeans stammende Muschel auf einer Schale mit Urmeersalz. Ja, die Gruppe darf in die Tiefe tauchen und die dort verborgenen Schätze heben. Das Wasser zeigt uns, wie es geht. Es sucht sich immer den tiefsten Punkt. Die Intuition, die innere Führung darf uns auf der Reise durch das Jahr begleiten und uns zur Seite stehen, wenn wir auch die Schattenländer bereisen und erforschen.

Im Norden liegt ein Steinwesen und auf ihm ein weiterer Gold-Stein. Ich bekam ihn als Geschenk von Ramona Jademond (KLICK) und ich hüte ihn. Er erinnert daran, dass wir alle aufgerufen sind, unsere Gaben der Erde zum Geschenk zu machen, uns nicht zurückzuhalten, sondern uns zu verströmen. Steine - die Knochen der Erde... Sie sind Zeugen der Vorzeit, mit unseren Ahnen verbunden, Älteste. Ein kleines weißes Fellchen verbindet mit unseren vierbeinigen Geschwistergeschöpfen.  

In der Mitte steht der Freundinnenkreis als Sinnbild für das Miteinandersein in schwesterlicher Verbundenheit. Im Kreis nimmt jede ihren Platz ein und wir begegnen einander auf Augen- und Herzenshöhe. Das Licht in der Mitte steht für die Liebe. Vielleicht hast du auch einen anderen Namen für diese zentrale Kraft, die so viel größer ist als wir. Vielleicht ist dein Name Natur oder Gott, Göttin oder Großer Geist? Diese Kraft existiert unabhängig von jeder Religion. Auf dem Freundeskreis liegen vier kleine Steine - gelb im Osten, rot im Süden, schwarz im Westen und eine weiß umschlossene Seeigelversteinerung im Norden. Sie fielen mir 2014 auf meiner Visionssuche in Colorado vor die Füße und begleiten mich seither als kleines Taschenmedizinrad.

Dabei will ich es für heute belassen, obwohl ich noch stundenlang zu den unterschiedlichen Qualitäten der Himmelsrichtungen und Elemente schreiben könnte, die das Rad der zyklischen Entwicklung, das Lebensrad, das Medizinrad sinnlich erfahrbar werden lassen. Es ist wohl ein lebenslanges Abenteuer, das Medizinrad in unterschiedlichen Bezügen zu erforschen und die eigene stimmige Interpretation zu vervollständigen.

Für all jene, die Sehnsucht danach haben, einem Frauenkreis anzugehören und selbst einen Frauenkreis gründen möchten, will ich hier schreiben, was aus meinen Erfahrungen ein Gelingen unterstützen kann. Um gemeinsam ein tragendes Gruppengefäß zu bilden, empfiehlt sich:
  • deine klare Ausrichtung - Wofür gehst du?
  • Ankommen und Reinigung (z. B. durch Klang und Räuchern)
  • das Eröffnen des Ritualraumes
  • ein erstes Teilen eurer Wünsche und Visionen
  • das Vereinbaren von inneren (den Umgang miteinander und bedeutsame Werte betreffend) und äußeren Rahmenbedingungen (Zeit, Ort, Verpflegung etc.)
  • die Bekräftigung derer in einem Erfahrungsteil (Trommeln, Singen oder Tanzen etc.)
  • ein erstes Kennenlernen als Beginn einer Reise, in der ihr euch einander zu zeigen beginnt
  • das Schließen des Ritualraumes
  • das Danken
  • die Verabschiedung
Als Hüterin der Gruppe oder Ritualleiterin braucht es ein immer wieder neues hineinspüren, was der Gruppe JETZT dient. Ich liebe es, mit dem zu gehen, was ist. Dazu gehört  auch, meine Struktur, meinen Plan zu verlassen, wenn die Gruppe gerade etwas Anderes braucht. Manchmal ist es Stille, damit eine Erfahrung tiefer sinken kann. Manchmal ist es ein Lied, bei dem sich die Stimmen vermischen und der ganze Körper beteiligt ist. Manchmal braucht es eine Partnerübung, eine Massage, einen Ortswechsel, einen Gang durch die Natur. Außerdem unterstützt das Vertrauen und ein tiefes Eintauchen in die Weisheit des Kreises.

Es war ein schönes erstes Treffen! Die drei Stunden vergingen wie im Flug - gut verbrachte Lebenszeit also, die wir damit beschlossen, dass jede sich eine Karte aus dem Kartendeck "Magie der Erde" von Steven Farmer (KLICK) (Werbung ohne Auftrag) zog und wir uns nun gut eingestimmt auf die gemeinsame Reise durch das Jahr begeben können. 
Ich freue mich darauf! 

Freitag, 4. Januar 2019

Stille, Langsamkeit, Vertrauen...


Langsam verrinnt sie - die Zeit zwischen den Jahren... Auch wenn die Wintersonnenwende vor zwei Wochen den tiefsten, dunkelsten Punkt und damit den Umkehrpunkt markierte, von dem an die Tage nun wieder länger werden und nach und nach das Licht zurückkehrt, ist jetzt Winter. Hier in Mecklenburg liegt zwar noch kein Schnee und auch der Dorfteich hat nur eine dünne Haut aus erstem Eis, aber es ist Winter. Wenn ich die Natur als meine Lehrmeisterin anerkenne, ihren Rhythmus einatme und mehr und mehr ganz bewusst zu meinem mache, dann heißt das für mich, dass ich mir erlaube, noch in der Zwischenzeit zu bleiben und zu sein. In dieser Zeit, in der das Alte nicht mehr und das Neue noch nicht da ist... Braucht nicht jedes neu entstehende Leben diese Zeit in der Dunkelheit, die Zeit der Inkubation? In Umbruchzeiten meines Lebens habe ich genau diese Zwischenzeiten als besonders schwer aushaltbar, als unglaublich herausfordernd erlebt. Ramona Jademond (KLICK) schreibt hier so wichtige Gedanken zu Kontrolle versus Annahme. Ich kenne das auch sehr gut, jedes Problem gleich lösen (und damit weghaben) zu wollen, anzupacken, zu handeln und etwas zu tun. 

Indem ich mir gerade gestatte, in meinem laaaaangen Dunkelzeiturlaub mehr aus- als einzuatmen, langsam und langsamer zu werden, mir wirkliche Pausen zu gönnen, unproduktiv zu sein, aus dem Müssen auszusteigen und nichts zu wollen, bin ich ganz hier, in dieser Zeit, in diesem Dazwischen angekommen...  Ja, jetzt ist für mich die Zeit der Hingabe an den Lebensfluss, den ich nicht kontrollieren kann. Diese Zeit spricht die Einladung aus, tiefer und tiefer ins Vertrauen hineinzusinken.

Dienstag, 1. Januar 2019

Danke...

...für das so reiche, tiefe und weite Jahr 2018! 


Danke für alle Geschenke, die vielen berührenden Erfahrungen und jede einzelne Herausforderung! Danke für meine Gaben und meine Fehler, die mich haben lernen lassen. Danke für mein Zuhause...


...für den Platz, an dem ich leben und wirken darf. Danke für meine geliebte Arbeit in ganz unterschiedlichen und doch so verwandten Bereichen. Danke für die Fülle, die ich erfahren habe und weitergeben darf. 


Danke dafür, dass mein Gefährte und ich einander in diesem Jahr nach 18jähriger Beziehung auf ganz neue Weise nah und näher gekommen sind. Danke für Gesundheit, Beweglichkeit, Lebensfreude und Begeisterungsfähigkeit. Danke für meine Neugierde und mein immerwährendes Lernen. Danke für mein Jaaaaa aus ganzem Herzen und mein kraftvolles Nein. 

Danke für soooo kostbare Momente der Verbundenheit mit mir selbst, mit meinen Lieben, mit den Frauen der beiden diesjährigen Frauencamps und der Jahreskreisgruppe, mit meinen Freundinnen, mit den PatientInnen der Klinik, mit meinen KlientInnen, mit meinen BlogleserInnen, mit dir. Danke für die vielen Begegnungen mit meinen tierischen und pflanzlichen Geschwistern. Danke für die vielen Naturschätze, die ich finden und voller Liebe und Respekt weiterverarbeiten durfte - Federn und Steine, Stenze und Baumperlen, Kräutlein und Früchte, Harze und Samen...  


Danke für meine Hingabe an und mein Eintauchen in den Kreis des zyklischen Werdens und Vergehens. Danke für die Erweiterung meiner Wahrnehmung. Danke, dass ich im Land des SOWOHL - ALSAUCH ankommen durfte und das Entweder - Oder immer mehr verblasst. Danke, dass ich immer schneller bemerke, wenn ich in alte Muster zurückfalle und mich dann ganz bewusst für meine neuen Strategien entscheiden kann. Danke für meinen Mut, meine dunklen inneren Reiche aufzusuchen und mich meinen Schatten zu stellen. Danke für die unermesslich reiche Belohnung, das Mitgefühl und die Weite. Danke an alle BegleiterInnen und UnterstützerInnen auf meiner inneren Forschungs- und Lebensreise. 




Danke, dass ich immer ausreichend Nahrung hatte, dass ich riechen, schmecken und genießen kann und selbst im Winter Köstlichkeiten in der Natur finde. Danke für mein Augenlicht und dafür, dass ich die Schönheit in allem SEIN erkenne. Danke für meinen Hörsinn, für die Lieder des gefiederten Volkes, das feine Flüstern des Windes, das Tosen des Sturms in den Baumwipfeln und das Schlagen der Ostseewellen an den Ufersaum.

Danke für meine Stimme, die leise und sanft und laut sein kann und danke für die vielen Melodien und Lieder, die ich allein in der Natur und wir gemeinsam am Feuer sangen. Danke, ihr Baumfreunde, dass ihr mich daran erinnert, dass ich mir meiner Wurzelkraft und meiner Tiefe bewusst sein darf, um - hoch aufgerichtet - mit dem Kopf in den Himmel zu wachsen und mein Herz offen und berührbar in die Welt strahlen zu lassen. Danke.

Und mit diesem - meinem aktuellen Lieblingslied - wünsche ich dir ein gesundes Neues Jahr!