„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“ Henry David Thoreau
Donnerstag, 4. August 2016
Das besondere Leuchten...
Montag, 25. Juli 2016
14000 Gramm Fasern und Garne in 40 verschiedenen Farben...
Was für ein Spektakel und was für eine Freude! Und immer wieder solch ein Wunder, daß mir Tränen der Dankbarkeit in die Augen steigen. Dass diese Farbenvielfalt und -intensität aus ausschließlich natürlichen Quellen stammt... Die Fülle erinnert mich daran, dass wir von Fülle nicht nur umgeben, sondern auch erfüllt sind (oder sein können). Dass es nur darauf ankommt, dass wir uns erlauben, sie wahrzunehmen. Und dass sie TROTZ und NEBEN Kummer und Leid existiert. Wie die Natur es uns zeigt - Werden und Vergehen geschehen gleichzeitig...
Hier seht Ihr all unsere Ergebnisse zum Farbkreis ausgelegt...
Und so sah es am Abend des zweiten Färbetages auf meiner Wäscheleine im Garten aus...
Jede Frau und der einzige Mann konnten gestern ihre Regenbögen mit nach Hause nehmen - einen ganzen Arm voller Farben.
Werners handgesponnene Garnproben diverser Qualitäten geben eindrucksvoll wieder, wie unterschiedlich die Pflanzenfärbungen aufziehen können. Am liebsten hätte jede Frau dem Mann die Garne geklaut, oder!?
Auch immer wieder schön sind die Abbindegarne. Sie warten jetzt noch ein wenig auf ihre Bestimmung.
Zwei Wäschetrockner voller Garne, Fasern und Baumwollquadrate blieben bei mir. Ganz genussvoll werde ich sie verarbeiten. Und ich bin sicher, dass mir beizeiten ein Projekt in die Hände fallen wird, dass diese Pracht so richtig zur Geltung bringen und mir Erinnerung sein kann. Ja, Wehmut ist auch dabei...
Ich freue mich, Ghislana (KLICK), Dagmar, Ines kennengelernt zu haben und Werner, der ganz besondere Stickvorlagen (KLICK) entwirft. Und ich freue mich darüber, Frauke, Sandra, Romy und Ute zum wiederholten Male hier im Häuschen mit der (Woll-)Werkstatt in Mecklenburg empfangen haben zu können. Ich freue mich auch auf das Wiedersehen zum Spinn- und/oder SitzFELLchen-Filzkurs nächstes Jahr im Mai. Ganz vielen Dank, Lara, für Deine Assistentinnenarbeit und die Unterstützung! Wie hab' ich das nur immer OHNE Dich hinbekommen?
DANKE!
Montag, 21. Mai 2012
KUNST OFFEN - Seid willkommen!
Auch in diesem Jahr öffne ich interessierten BesucherInnen im Rahmen von KUNST OFFEN meine Wollwerkstatt. Pfingstsamstag und Pfingstsonntag von 10.00 – 18.00 Uhr könnt Ihr X-LAHCUM UNIKATE = Filzkunst, Gebrauchsfilz und gefärbte bzw. gesponnene Garne anschauen und auch kaufen.
Für Spinnunerfahrene gibt es die Möglichkeit, das Spinnen am Spinnrad unter Anleitung auszuprobieren und sich mit dem Faservirus anstecken zu lassen.
Ihr SpinnerInnen seid herzlich eingeladen, Zeit (damit sich auch eine weitere Anreise lohnt) und Euer Spinnrad mitzubringen, es Euch mit uns auf dem Hof oder im Garten bei frisch gebackenen Waffeln, Kaffee/Tee gemütlich zu machen und einige Effektgarne spinnen zu lernen.
Jana Muchalski, Dorfstraße 8, 23923 Ollndorf
Achtung: Auf dem Flyer ist die Werkstatt falsch eingezeichnet, 45 und 46 wurden vertauscht. Das Dorf liegt nicht in der Nähe von Wismar, sondern in Nordwestmecklenburg zwischen Schönberg und Ratzeburg. (Autobahnabfahrt Lüdersdorf oder Schönberg… Mancher Navi kennt nur Ollendorf; wenn also die Postleitzahl stimmt, kommt Ihr an. Aus Richtung Schönberg kommend, biegt Ihr an der Bushaltestelle links nach Ollndorf ab (aus Richtung Ratzeburg kommend rechts… Das erste Haus auf der rechten Seite ist es.)
Wir freuen uns auf Euch!
Samstag, 29. Oktober 2011
Die Pilz-Färbe-Experimente gehen weiter…
Färbung mit dem Flachen Lackporling lat. Ganoderma applanatum…
…in zwei Zügen auf mit Kaltbeize AL vorbehandelter Wolle.
Die beiden rechten Stränge bzw. Kammzug-Abschnitte nuancierte ich im Anschluss mit Eisenessig nach diesem Rezept…
Das sind übrigens meine literarischen Helfer:
Außerdem besitze ich seit Jahren einen Leitfaden zum Färben mit Pilzen von Karin Tegeler (ganz nach unten scrollen) und warte nun auf die angekündigte Aktualisierung.
Sonntag, 23. Oktober 2011
Und noch einmal – Pilze…
Als ich vorgestern per Email von Alex – dem wohl jüngsten geprüften Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie – eine Email bekam und er mich fragte, ob ich mit zur Pilzwanderung kommen wolle, sagte ich schnell zu.
(Gedankensplitter zwischendurch: Klug oder nicht - denn ich hatte mir am vergangenen Wochenende durch zu viel Garten- und sonstige Arbeit einen Hexenschuss geholt, von dem ich die ganze Woche etwas hatte. ABC-Pflaster begleiteten mich heiß durch Tage und Nächte.)
Ich bin froh, noch einmal dabei gewesen zu sein. Bewegung an der frischen Luft tat und tut mir gut und im Wald ist es einfach zu jeder Jahreszeit schön, aber in dieser ganz besonders. Danke für die Geschenke! Ich bekam nämlich gleich zwei Kiefern-Braunporlinge und eine Zinnoberrote Tramete…
Für diese knapp 400 Gramm Wolle verwendete ich 40 Gramm der getrockneten Kiefern-Braunporlinge. Das Foto bleibt leider um Längen hinter den Originalen zurück. Die Farben haben ein Leuchten in sich, das ich einfach nicht ins Bild kriegen konnte.
Ich sammelte außerdem weitere grünblättrige Schwefelköpfe…
…alten Hallimasch, einige sehr alte rotrandige Baumschwämme und einige jüngere, um Färbevergleiche herzustellen. Und – zu meiner besonderen Freude – entdeckte ich Samtfuß-Kremplinge. Allerdings nur diese beiden Exemplare, d. h. trocknen und warten…
Die essbaren Grünspan-Träuschlinge gehören aufgrund ihrer Farbe mit zu meinen Lieblingspilzen, auch wenn ihr Geschmack nicht gerade erhebend ist. Mir macht es einfach Spaß, ein buntes Pilzgericht zuzubereiten, in dem es tief violette, aber auch giftgrüne Pilze gibt. Hier ein besonders hübsches Exemplar…
Auch wenn ich diesmal ausschließlich Pilze zum Färben sammelte, waren die Körbe der anderen Pilzsammler auch mit essbaren Pilzen gut gefüllt. Schön war es, die Begeistungsrufe von Torsten, dem Chef des Rehnaer Pilzvereins, durch den Wald schallen zu hören. Begeisterungsfähigkeit ist wohl eines der entscheidendsten Merkmale, um jung zu bleiben, nicht wahr!?
Danke, Alex, für Dein geteiltes Wissen! Gelernt habe ich u. a., dass die Nebelgrauen Trichterlinge oder Graukappen oder Nebelkappen, die wir früher zu Hause nach Abkochen im Mischpilzgericht gegessen haben, heute zu den Giftpilzen gezählt und als krebserregend eingestuft werden. O.k. – damit sind sie vom Speiseplan gestrichen.
Und zum Abschluss ein Fundstück, das mich als Gestaltungstherapeutin ganz besonders freut…
Sonntag, 16. Oktober 2011
Pilzgefärbtes “Aha!”
Es wunderte mich, dass auch die nächsten pilzigen Testfärbungen so gedeckte Töne ergaben, wie z. B. hier die Färbung mit einem Porling, dessen Namen ich nicht weiß... (Nachtrag: Der Pilz heißt Rotrandiger Baumschwamm.)
Gut – die Färbekraft des Kahlen Kremplings soll nicht allzu umwerfend sein… (Nachtrag: Da es sich gar nicht um einen Kahlen Krempling handelte, sondern um den Olivbraunen Milchling, muss ich mich noch weniger wundern… Danke für den Hinweis, Alex!)
Trotzdem – irgendetwas war nicht richtig. Ich kontrollierte also meinen emaillierten Färbetopf und entdeckte schadhafte Stellen mit rostigem Ansatz. Tja, da hatte ich wohl unwissentlich alle Minifärbungen mit Eisenzugabe nuanciert. Topf ist ausgemustert und wird nur noch für gewollte Nuancierungen mit Eisen eingesetzt.
Eine Färbung mit Schwefelköpfen im Edelstahltopf ergab dann diese Farben, die sich um Längen leuchtender und klarer zeigen…
@Alle: Danke auch für Eure Kommentare zur Pilzfärbung!
@Edda = Gabi: Ich sehe, Du verstehst mich. Seufz. Sag, womit zerkleinerst Du Deine Zunderschwämme? Weiche Porlinge lassen sich ja noch zerschneiden, aber die harten bringen meine Messer und mich an die Grenzen.
@Bettina, @Anke: Tja, die Rotfärbungen… Wäre schon schön, so viele Hautköpfe zu finden, aber das ist wohl Zukunftsmusik. Da heißt es zumindest in unseren Breitengraden, lange suchen und sammeln und trocknen und warten. Für dieses Jahr ist die Sammelzeit auch schon wieder vorbei. Gern würde ich auch den Zimtfarbenen Weichporling finden. Violett ist eine von meinen vielen Lieblingsfarben…
Montag, 10. Oktober 2011
Pilze zum Färben…
Meine Idee war ein Tausch “Pilze gegen handgesponnene und/oder gefärbte Wolle”. Und so geschah es auch. Auf dem obigen Foto seht Ihr einen Teil meiner Ausbeute an Färbepilzen. Sie wurden nicht von mir gesammelt, sondern gehörten zu den Exponaten der Pilzausstellung im Kloster Rehna.
Da ich nicht gleich zum ausgiebigen Färben kam, habe ich sie erstmal zerkleinert und getrocknet. Damit die Zuordnung auch im getrockneten Zustand noch stimmt, nummerierte ich mir die Pilze.
Schon verrückt, wie wenig übrig blieb! Die vollen Gläser beherbergen übrigens den getrockneten Kiefernbraunporling. Das hat sich wirklich gelohnt!
Flämmlinge…
…und Schwefelköpfe (sowohl die grün-, als auch die graublättrigen) kochte ich inzwischen aus. Hier ein Blick auf die Schwefelkopf-Färbeflotte nach dem Abseihen…
Die ausgekochten Pilze band ich in ein Tuch und hängte sie so zurück in den Topf. Die erste Färbung durfte in der Flotte auskühlen. Ich wickelte mir 10-Gramm-Stränge, um auch mit wenig Pilzen Garnproben färben und erstmal etwas über die Färbekraft verschiedener Pilze lernen zu können. Ein wenig Wolle im Kammzug war ebenfalls mit im Topf.
Und hier kommen die ersten Ergebnisse. Eine Färbung in zwei Zügen mit Schwefelköpfen – einmal auf Kaltbeize AL und einmal mit Eisen-Kaltbeize vorgebeizt.
Das gleiche mit Flämmlingen…
Dienstag, 4. Oktober 2011
Pilze zum Gucken, Lernen, Würzen, Essen, Färben…
Zum Herbst gehört für mich das Pilze sammeln und zum Herbst gehören Waldspaziergänge. Da ich mich in den kommenden Jahren verstärkt dem Färben mit Pilzen zuwenden möchte, folgte ich nun zum allerersten Mal dem Aufruf zu einer begleiteten Pilzwanderung. Ich war überrascht, wie groß der Andrang am Treffpunkt in Rehna war. Die große Gruppe wurde in vier kleinere Gruppen unterteilt und auf ging es in den Wald. Unter fachkundiger Leitung von Reinhold Krakow – dem Leiter des Mykologischen Pilzzentrums in Wismar - entdeckte meine Gruppe die pilzige Artenvielfalt in einem Buchenwald der Umgebung. Über was für ein umfangreiches Wissen dieser Mann verfügt… Er kannte wahrlich JEDEN Pilz! Beeindruckend! Leider ist mein Speicher begrenzt und ich kann nur ein gewisses Maß an Informationen aufnehmen und angemessen verarbeiten, so dass ich nicht allen Erklärungen lauschte, sondern immer wieder auch im Wald unterwegs war, um Pilze zu sammeln, den weichen Boden unter den Füßen, den Duft, das Vogelgezwitscher und die Sonne auf der Haut zu genießen. Nicht nur ich…
Ich sammelte viele Herbsttrompeten…
…zerkleinerte und trocknete die Pilze später, um sie dann in der Getreidemühle zu würzendem Pilzpulver zu zermahlen.
Ebenso verfuhr ich mit dem Knoblauch-Schwindling…
Aus dem ersten noch ganz jungen Hallimasch in diesem Jahr…
…wenigen Rotfüßchen…
und den Hüten der violetten Lacktrichterlinge…
…bereitete ich ein Abendbrot. Dafür wurden alle Pilze geputzt, der Hallimasch abgekocht (Kochwasser weggießen, Pilze gut abtropfen lassen!), die Zwiebel gepellt und klein gewürfelt, in Öl glasig geschmurgelt, die Pilze dazugegeben, mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt und gegart. Dann schlug ich zwei Eier mit je einem Teelöffel voll Tomatenmark und Senf auf, gab sie über die Pilzmischung…
ließ die Eier stocken und hatte ein feines Essen…
Das bei Verzehr tödlich wirkende Baby vom Grünen Knollenblätterpilz kam natürlich ebenso wenig in die Pfanne...
…wie diese Fliegenpilz-Schönheiten…
Bestimmt 250 verschiedene Arten fanden sich in der Pilzausstellung im Rehnaer Kloster - organisiert vom Pilzverein Rehna.
Aber auch hier konnte ich die vielen Informationen gar nicht alle aufnehmen. Beim Anblick der begehrten Färbepilze schlug mein Herz jedoch höher:
Und mir kam eine Idee… Doch dazu ein andermal mehr.










