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Sonntag, 21. April 2024

Danke, kleines Gänseblümchen!

Bevor der Hausmeister der Klinik mit seinem Rasentrecker die Klinikwiese mähte, pflückten wir - die PatientInnen der Traumatherapiegruppen und ich - dankbar die Köpfchen der Gänseblümchen und legten sie zum Trocknen auf Packpapier aus. 

In der Folgewoche waren sie rascheltrocken. 

In einem Heißauszug mit Mandelöl stellten wir gemeinsam Gänseblümchenöl her. 

Durch Zugabe von Bienenwachspastillen wurde das Öl in eine heilkräftige Salbe verwandelt. 

Sie unterstützt die Heilung kleiner Schnitte und Wunden, nimmt den Juckreiz bei Mücken- und anderen Insektenstichen, macht spröde Lippen wieder weich und fühlt sich auch als Handcreme wunderbar an. Ein kleiner Allrounder also... Es war so schön, die Freude in den Augen der Menschen über die selbst hergestellte Salbe zu sehen. 

Die Etiketten haben wir hier (KLICK) gestaltet.

Als Kind taufte ich das Gänseblümchen Trotz-allem-Blümchen; ich beobachtete die unermüdliche Blühfreude. Kurz nachdem der Rasenmäher ihr vermeintlich den Garaus gemacht hatte, erstrahlten neue kleine Sonnen und hatten der metallenen Macht getrotzt. Ist Dir diese Trotz-allem-Kraft auch bekannt?

Ich liebe es auch, die Blütenköpfchen im Salat...

...oder wie hier in Sommerrollen zu verwenden und mir die Trotz-allem-Kraft dankbar und bewusst einzuverleiben.  

Danke, Gänseblümchen!

Montag, 16. August 2021

Zurück vom einwöchigen Frauencamp...

 

...fühle ich mich soooo unendlich reich beschenkt, dass es dafür kaum Worte gibt. Was für ein Labsal, im Kreis von wertschätzenden und zugewandten Frauen ganz einfach die zu sein, die wir sind. Mit allem, was uns ausmacht - Freude und Trauer, Fragen und Irritationen, der unbändigen Lebensfreude, aber auch mit einer frisch ausgelösten Kränkung, die eine alte Kränkung freilegt und der Bearbeitung zugänglich macht, der Angst vor Ablehnung, der Sehnsucht nach Abenteuer und Ursprünglichkeit, dem Wunsch nach tiefer Verbundenheit, Authentizität und Heilung. 


Der zauberhafte Platz der Wildnisschule Waldschrat (KLICK) hat uns auch in diesem Jahr willkommen geheißen, getragen und mit all dem Zarten, das aufblühen und all dem Starken, das ausgedrückt werden wollte, wohl behütet. Das Wetter war das perfekte Campwetter - tagsüber die Wärme und der Sonnenschein des Hochsommers und nachts immer wieder mal ein erfrischender, reinigender und nährender Regen. So war die Natur versorgt und wir konnten täglich das Lagerfeuer entzünden. Das Jipi hat sich seit meinem letzten Besuch in ein Tipi verwandet, der Kesselsee uns in seiner Schönheit berührt und gleichzeitig erfrischt und gereinigt. 


Wir waren insgesamt zehn Frauen; einige davon kamen von sehr weit angereist. Es waren sogar Ingrid aus Österreich, Ursula aus der Schweiz und Martina aus Freiburg dabei. Aber auch der Norden war gut vertreten. Und wir zehn Frauen haben uns auf eine gemeinsame Forschungsreise begeben, um die Verbundenheit mit uns selbst, miteinander und mit der Natur zu stärken und herauszufinden, wie es ist, einander ganz wahrhaftig zu begegnen. Nach und nach lernten wir uns immer tiefer kennen, öffneten uns für uns selbst und füreinander. Besonders bedeutsam für eine Öffnung war, dass jede Frau genau so willkommen war, wie sie ist.

Wir waren im Fuchsgang und dann mit Eulenblick im Wald unterwegs, fanden eine vom Sonnenlicht angestrahlte Lichtung, die uns dazu einlud, uns ganz bewusst ins Licht und in den Mittelpunkt zu stellen. Das war für einige Frauen gar nicht einfach. Und doch ist es so heilsam, sich wichtig zu nehmen und auf die eigenen Bedürfnisse und Grenzen liebevoll zu achten. 

Wir sangen ganz viele Lieder am Lagerfeuer...


...gingen mit persönlichen Anliegen in die Natur und empfingen hilfreiche Antworten. Die Themen waren so unterschiedlich wie die Frauen selbst. Es ging um das Zulassen von Gefühlen, das Leben von Sinnlichkeit und Genuss, die Fragen, wie mehr Gelassenheit ins eigene Leben einziehen, die Verbundenheit bewahrt oder die Angst vor dem Scheitern überwunden werden kann. Sogar eine dringlich formulierte Lebensfrage und Aufforderung wurde mit in die Natur genommen: 

Wer willst du sein? 
Entscheide dich! 

Die Geschichten wurden dann innerhalb der Woche im Kreis geteilt und gespiegelt, um ganz in der Tiefe der Frauen zu landen. Und auch hier wurde noch einmal deutlich, dass eine jede Frau FÜR ALLE ANDEREN FRAUEN MIT ihr Thema in den Wald getragen und die Antworten eingesammelt hat. So universelle Weisheiten wurden empfangen und dann in den Kreis geschenkt! Wow...


Die Frauen holten Holz aus dem Wald, sägten tote Fichten in Lagerfeuerlänge und bereiteten für das nach uns kommende Camp einen Vorrat vor, so wie auch wir den für uns vorbereiteten Vorrat nutzen durften. Wir holten Wasser für den Abwasch aus dem See, kümmerten uns um die Komposttoiletten, kochten täglich frisches vegetarisch-veganes Essen und belebten den Platz mit unserem Sosein, mit unserem Lachen, unserer Lebendigkeit, unserem Fühlen und Wirken.

Wir durften gleich am ersten Tag den Seeadler bestaunen, der über den Platz flog. Die Kraniche waren ebenso präsent wie die Schwarzspechte mit ihren lustigen Flug- und anderen Rufen, aber auch Ringelnatter, Libellen in den unterschiedlichsen Farben, Zauneidechse, Wespenspinne und Raupe, immer wieder der blaue Blitz = der Eisvogel, die Biber mit ihren vielfältigen Spuren, die Waschbärfamilie, die allabendlich die Campküche nach Köstlichkeiten durchsuchte und noch sooo viele Gefiederte, Vierbeinige und Krabbeltierchen. Überpräsent war das Volk der Mücken und hat uns echt herausgefordert. 

Meine schönste Tierbegegnung war das gemeinsame Schwimmen mit einem Biber durch den See. Er war so nah, dass ich seine Schnurrhaare sehen konnte. Ich war beinahe hypnotisiert und bin in immer gleicher Entfernung neben ihm hergeschwommen. Magie pur!

Wir kamen in tiefen Kontakt mit den Pflanzenleuten, indem wir die Brennnessel dankbar zu Schnüren verarbeiteten, die Samen ernteten, trockneten und über unseren morgendlichen Haferbrei streuten. 

Wir schnitten Beifuß, streiften Blätter und Samenstände von den Stängeln, ließen sie im Schatten trocknen und rollten sie zu Kügelchen als Räucherware. 

Und wir bauten Rasseln aus der Rohhaut eines Hirsches. Dafür fand jede Frau ihren ganz besonderen Griff im Wald, der beschnitzt, geschmirgelt und geölt wurde. Wir füllten die Rasseln mit dem Sand der Gegend, damit sie in Form trocknen und gaben dann kleine Steinchen vom Seeufer hinein, schmückten sie mit gefundenen Federchen oder gesägten, fein geschliffenen und geölten Amuletten oder Muscheln. So entstanden Rasselunikate, die die Frauen nun auf ihrem weiteren Weg begleiten und an die besondere Zeit im Camp erinnern dürfen. Hier sind sie noch nicht ganz fertig, sondern bereit, zum Trocknen aufgehängt zu werden. 

Und so sah unsere Draußenwerkstatt aus...


Hier sind die Rasseln fertig...


Noch soooo viel mehr erlebten wir in dieser reichen Woche, dass ich sicher eine weitere Woche bräuchte, um alles zu erzählen. Aber die meisten der Erfahrungen wollen nun sanft gehütet und behutsam in den eigenen Alltag integriert werden. 

Ich danke Euch Frauen für Euern Mut, Euch auf Unbekanntes einzulassen, für Eure offenen Herzen, die schmutzigen Füße, die zerzausten Haare, die liebevolle Zugewandtheit, die geteilten Worte und die leuchtenden Augen. 

Und ich danke Euch, liebe Teamfrauen Alex und Janka...


...für Eure Tatkraft, Euern Weitblick, Euer liebevolles, warmes, unterstützendes Wirken, Euer Anpacken, Eure Blickigkeit, Euer Engagement, Eure Fürsorge, Eure strahlende Schönheit. So gern habe ich mit Euch zusammen gearbeitet und freue mich auf viele weitere Gelegenheiten! 

Tief berührt und voller Liebe grüßt Euch

Jana

P. s. Die wertschätzenden Feedbacks der Frauen verlangen nach einem Extrapost, denn dieser ist schon soooo lang...

Dienstag, 16. Februar 2021

Wildniswind zum Hineinschnuppern...

Wildniswind - so heißt der einjährige Onlinekurs zur Zertifizierten Naturmentorin, den ich seit Herbst 2020 absolviere und den ich Dir SEHR empfehlen kann. Er unterstützt Dich dabei, in der Natur vor Deiner Haustür heimisch(er) zu werden, die tierischen und pflanzlichen Verwandten (noch) näher kennenzulernen und Dich tief mit der Natur zu verbinden. Gerade in dieser herausfordernden Zeit ist das ein wahres Geschenk. Falls Du einmal hineinschnuppern möchtest, ohne Dich gleich festzulegen zu müssen, kannst du Dich heute noch für den morgen beginnenden kostenlosen 5tägigen Wildniswind-Minikurs (KLICK) anmelden. 

Viermal im Jahr öffnet der große Kurs HIER (KLICK) erneut seine Pforten - zur Frühjahrs- und Herbsttagundnachtgleiche sowie zur Sommer- und Wintersonnenwende. Begonnen habe ich ihn vor allem, um mich dabei zu unterstützen, jeden Tag draußen unterwegs zu sein. Das Wandering - ich nenne es Herumstromern - ist eine der Kernroutinen, die uns Erfahrungen schenkt, die einfach nur durch's Draußensein in unser Leben kommen können. Täglich finde ich Erstaunliches. Täglich stellen sich mir neue Fragen, zu denen ich dann recherchiere, wenn ich wieder zu Hause bin. Wie viele neue Türen meiner Wahrnehmung sich jetzt schon geöffnet haben. Es ist eine Freude! Am virtuellen Lagerfeuer können wir uns austauschen, Fragen stellen, einander ermutigen und unterstützen. 

Jeden Montag flattert eine inspirierende, fein gestaltete und neugierig machende Email zur Art der Woche in meinen elektronischen Briefkasten. Zum Inhalt des Kurses gehört ein Journal mit einer wunderschönen Zeichnung der Art der Woche von Paula, die wir dann colorieren dürfen. Selbststudium ermächtigt dazu, das Journal füllen zu können und eine Rubrik, die sich ENTDECKEN - ERLEBEN nennt, sorgt für ganzheitliches Lernen. Hier haben natürliches Handwerk, Kulinarisches, Heilkraft, Meditatives, Künstlerisches, Spuren lesen, Selbsterfahrungsübungen, Mapping, Spiele und vieles mehr Raum. Auf diese Weise lerne ich lustvoll, ganzheitlich und beinahe nebenbei. Ich bin sehr  begeistert und habe hier eine weitere Möglichkeit gefunden, mich zu nähren, in meiner Kraft zu bleiben und mich auf das auszurichten, was ich leben will. Vielleicht dient Dir das ja auch? (Werbung aus Überzeugung)

Herzlich grüßt Dich

Jana

Donnerstag, 6. August 2020

Eine Auszeit in der Jurte

Für eine ganze Woche zog Ina mit Sack und Pack in meine liebste Jurte ein und gönnte sich Ina-Zeit. Danke für unsere Begegnung, liebe Ina, für diese reichhaltige und kunterbunte geteilte Lebenszeit und danke dafür, dass ich hier über diese besondere Woche schreiben und Bilder zeigen darf. Ja, es war eine feine Woche!

Ich liebe es soooo sehr, Menschen ein Stück auf ihrem Weg in die Ganzheit zu begleiten und mit dem zu gehen, was sich in diesem einzigartigen Menschen gerade bewegt. Und weil das auf wunderbare Weise gelungen ist, so dass wir beide bereichert und inspiriert sind, strahlen wir hier um die Wette...


Auf Instagram hatte ich es ja schon gesagt, dass ich gar nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden mag. Ich liebe meine Arbeit so sehr - ob nun beim Seelenzentrierten Coaching, bei Kraftquellen- oder Geschwister-Seminaren, beim Vollmond-Feuer-Singen, in Frauenkreisen und Camps, beim Council, in der Einzeltherapie oder in den Therapiegruppen, die ich in der Klinik begleiten darf - an all diesen Orten wirke ich in meiner natürlichsten Kraft und deshalb taufe ich ARBEIT in LEBEN um. Und für dieses Leben, mein Leben bin ich unendlich dankbar.

Was diese Woche so reichhaltig hat sein lassen? Wir waren immer wieder im Wald herumstromern, haben meine liebsten Baumfreunde besucht und sind mehr und mehr in das Bauchgefühl, das Herz, die Intuition eingetaucht, haben auf sanfte Weise das vorhandene innere Wissen freigelegt und dadurch wuchs die Verbundenheit mit uns selbst, miteinander, mit der Mitwelt, der Natur, den Geschwistergeschöpfen.




Wir wurden reichhaltig belohnt und beschenkt; u. a. vom gefiederten Volk und allen voran vom Wächter des Waldes.


Ina war mutig und entschieden, sich auch ihren dunklen Gefühlen zuzuwenden, tief einzutauchen und JAAAA zu sagen zu dem, was ohnehin da war. Das Wichtigste war jedoch, nicht darin stecken zu bleiben, sondern HINDURCH zu tauchen und an einem ruhigeren, friedlicheren Ort anzukommen.

Kennst Du das auch, dass der innere Widerstand gegen das Dunkle und Schwere dafür sorgt, dass Dir Lebensenergie abhanden kommt? Mir ist das wohl vertraut und ich kenne die Angst vor der Angst sehr gut. Ohnmacht ist das Gefühl, was mich am allermeisten herausfordert. Doch dann ist es - immer wieder - soooo erleichternd, wenn ALLES sein darf und wir weich, mitfühlend und liebevoll mit uns selbst sind. Das ganze Innere entspannt sich, das Leben bekommt die bunten Farben zurück, die Energie fließt neu durch den Körper und die Gefühle lassen uns wieder ganz lebendig sein. Wundervoll sind diese Erfahrungen, wenn es gelingt, dass wir uns regulieren und uns dann wieder sicher fühlen.

Dieser Sonnenaufgang hat uns einmal mehr gelehrt, dass in jedem Moment etwas NEU beginnen darf, dass wir uns immer wieder von uns selbst überraschen lassen dürfen und uns fragen können, wer bin ich heute? Wer bin ich jetzt?


Wir haben köstliches, frisch gekochtes, veganes Essen genossen. Diesen bunten Teller zum Beispiel...


Ina hat an der Jurte an einem großen Bild gemalt und all ihre Erfahrungen der Woche auch auf gestalterische Weise integriert. Und sie hat sich in mein SitzFELLchen verliebt, das sie morgens mit zum Sitzplatz genommen hat. So konnte es nicht anders sein, als dass sie sich dann ein eigenes SitzFELLchen gefilzt hat und mein neues noch dazu adoptierte.



Hier siehst Du, wie sich Inas Sitzfellchen in die Natur einfügt und fast versteckt bleibt...


Wir haben gesungen und getrommelt, getanzt, am Feuer gesessen, viel miteinander geredet, uns über diverse Themen ausgetauscht, gecoacht, genossen, gelebt... Danke, Ina!


Und hier sind Inas Worte:

"Ich hatte eine wunderbare Woche, in der ich... ...so viele Aspekte in mir neu erkennen und wecken durfte. Ich habe die Welt mit Janas offenen Augen und ihrer Herzlichkeit jedem Wesen gegenüber gesehen und ganz "nebenbei" das Seelenzentrierte Coaching kennengelernt. Das hätte mich sonst nicht angezogen und nun war es doch die Methode, mich meinem immer wiederkehrenden Problem zuzuwenden und durch das dunkle Gefühl zu gehen.
Ich gehe mit einer Schatzkiste an Erfahrungsgeschenken nach Hause, mit dem Gefühl, mich besser kennengelernt
und vor allem gefühlt zu haben.
Danke von ganzem Herzen!
Ina

P.s. Aus meinem Tagebuch:

Ich bin in Ordnung, so wie ich bin.
Ich darf mich so sein lassen.
Fühlen in der Stille und im Tanz
in meinem INNEN
und das Außen SEHEN und
FÜHLEN, was ist
die Schönheit des Augenblicks
die Schönheit der Vergänglichkeit
die Wunder der Natur
Heimat ist überall, wo ich Heimat in MIR finden kann
Jeden Morgen geht die Sonne von neuem auf
und genau so kann ich mich jeden Tag von neuem
erweitern, entdecken, neu finden,
anders sehen und wahrnehmen
jeden Morgen kann ich LIEBEN
und ich spüre Dankbarkeit in mir,
hier sein zu dürfen, hier lernen
und erfahren zu dürfen...
Ahey"

Montag, 20. Juli 2020

Räucherkugeln aus heimischem Beifuß herstellen

Kennst Du es auch, dass ein bestimmter Geruch eine Erinnerung weckt oder ein besonderes Gefühl hervorruft? 

Ich werde das Räuchern von hier wachsendem Beifuß wohl immer mit meiner Assistenz bei der Waldzeit-Visionssuche im umainstitut (KLICK) in Verbindung bringen. Von Ursula Seghezzi habe ich auch gelernt, dass sich Beifuß zu kleinen Kugeln zusammenrollen lässt, keine externe Hitzequelle benötigt, weil es - einmal entzündet - von allein weiterräuchert. Seitdem sammle ich das Kräutlein in aller Achtsamkeit in meinem Garten und hier in der Gegend, schneide wenige Stängel, streife die Blätter und Blütenstände ab und trockne sie.

 

Ist der Beifuß rascheltrocken, nehme ich mir eine Portion und rolle sie mit etwas Druck zwischen beiden Händen zu einer Kugel. Das Schöne ist,  sie hält von selbst zusammen. Die Größen passe ich je nach Bedarf an. Kleinere Kugeln nutze ich, um Räume auszuräuchern oder für einzelne Menschen. Größere brauche ich, um die Teilnehmer*innen einer ganzen Gruppe abzuräuchern. So aufbereitet, verwahre ich das kostbare Räuchergut aus meiner Heimat in einer Holzbox. 



In meinem Tagesrucksack habe ich übrigens immer ein kleines Schraubglas mit Beifußkugeln oder anderem selbst gesammelten Räucherwerk, falls ich im Wald oder sonstwo eine Dankesräucherung machen will. Vor Ort nutze ich dann ein Stückchen feuchter Baumrinde als Räucherunterlage.

Räuchern ist eine wunderbare Möglichkeit für mich, mich mit der feinstofflichen Pflanzenenergie zu verbinden.  Das Räuchern von Beifuß wirkt stärkend, reinigend, schützend, segnend und tut soooo gut. 

Viel Freude beim Ausprobieren!

Herzlich

Jana

Donnerstag, 2. Juli 2020

Ein halbes Jahr vegane Ernährung - Erfahrungsbericht

Mit dieser längst überfälligen Entscheidung bin ich so glücklich, dass ich bereits nach drei Monaten wusste, dass ich mich auch nach dem mit mir selbst vereinbarten Testhalbjahr zu 100% pflanzlich ernähren werde. Und trotzdem wollte ich das halbe Jahr erstmal gelebt haben und alles wahrnehmen, was sich mir in diesem Zusammenhang innen und außen zeigt, bevor ich über meine Erfahrungen schreibe. 



Die Veränderung hat natürlich einen längeren Vorlauf. Meine Gründe sind ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Natur und mein Gefühl ist pure Freude. Endlich stimmt meine Ernährung mit meinen ethischen Grundsätzen überein. Da ich jedoch niemanden missionieren möchte (das kann ich nämlich selbst nicht ab) und weiß, dass sich jede*r auf dem ureigenen Weg befindet, steige ich hier inhaltlich nicht tiefer ein.

Wie also habe ich das erste halbe Jahr erlebt und wie habe ich die Ernährungsumstellung vorgenommen? 

Bei Sofia Konstantinidou von Iss happy (KLICK) und ihrem Onlinekurs, dem 30tägigen Einsteigerprogramm für vegane Ernährung (KLICK) unbezahlte Werbung aus Überzeugung  habe ich mir Unterstützung geholt. Wichtig für mich war und ist, abwechslungsreich und ausgewogen zu essen, um meinen Körper mit allen erforderlichen Nährstoffen zu versorgen. Nun fühle ich mich gut ausgebildet und wenn in mir Fragen auftauchen, kann ich in dem Kursmaterial immer mal wieder nachlesen und -schauen. Bis jetzt supplementiere ich zwar noch nichts, weil ich davon ausgehe, dass meine Vitamin-B12-Speicher  gut gefüllt sind, aber zukünftig werde ich mir Vitamin B12 in Tropfenform zuführen. 

Neben der notwendigen Nahrungsaufnahme und dem gesundheitlichen Aspekt bedeuten Kochen und Essen für mich vor allem eines - Genuss. Deshalb habe ich mich auf eine intensive Forschungsreise begeben und festgestellt, dass guter Geschmack aus verschiedenen, nicht zu vernachlässigenden Komponenten entsteht. Konsistenz und Textur sind mir enorm wichtig (mit weich- und totgekochtem Gemüse kannst Du mich jagen...). Eine kräftig-deftige Würzung, aber auch Geruch, Aussehen und Temperatur einer Mahlzeit tragen zum Genießen bei. 


Auch wenn ich knackige, aromatische Salate und Wildkräutlein liebe, bin ich keine, die sich ausschließlich von Rohkost ernähren könnte. Ich stehe auch auf sämige Saucen, Röstaromen und kräftigen Umami-Geschmack. Wenn ich mich für etwas begeistere, tauche ich in dieses Thema so richtig ein. Das geschieht auch jetzt. Ich lerne aus vielen verschiedenen veganen Kochbüchern, finde schöne Rezepte im Internet, probiere sie aus, verändere sie, passe sie meinen Vorlieben an. Nur die allerköstlichsten kommen dann in meinen privaten Rezepteordner. Und weil ich so gern Menschen an meinem Forschen und den Ergebnissen teilhaben lasse, habe ich einmal bereits zu einem veganen Brunch eingeladen. Sicher werde ich das wiederholen.



Körperlich fühle ich mich viel agiler und wohler. Gelenkschmerzen, die sich immer mal wieder gemeldet hatten, sind verschwunden. Mein Gewicht hat sich nicht groß verändert und liegt nach wie vor über dem, was meinem Knochenbau bei 1,58 m Körpergröße gut tun würde, aber das hängt sicher auch mit meiner Vorliebe für vegane Nussecken und ähnliche Köstlichkeiten zusammen. 


Auch trinke ich seit Beginn des Jahres keinen koffeinhaltigen Kaffee mehr, sondern bin auf Lupinenkaffee umgestiegen. Ich trank zwar auch vorher wenig Kaffee, oft nur eine Tasse am Morgen, doch wenn ich dann mal keinen trank, bekam ich Entzugskopfschmerzen. Ein klares Signal also... Auch Alkohol  gehört nicht mehr zu den Genussmitteln, die ich meinem Körper zumute. Ich verwende zwar keinen weißen Industriezucker, nutze aber durchaus Rohrohrzucker und auch Weizenmehl zum Backen. 

Außerdem stehe ich nicht so auf vegane Ersatz- und Fertigprodukte, die es zu kaufen gibt; fertig gewürzte ohnehin nicht. Eine Ausnahme sind eine Frischkäsealternative und Reibe"käse" auf Mandelbasis, aber hier bin ich noch am Ausprobieren und bin mit einer selbst hergestellten Frisch"käse"variante aus Cashewkernen schon recht zufrieden. Zum Überbacken ist selbst gezaubertes Hefeschmelz  eine gute Alternative zum gekauften veganen Reibe"käse". Ich mag es sehr, wenn ich genau weiß, was im Essen steckt und was ich meinem Körper zuführe. Eine weitere Ausnahme ist veganes Eis als schnelle Leckerei. Da bin ich im Supermarkt gerade fündig geworden und sehr glücklich damit.

Von der Organisation her koche ich abends unser Abendessen und gleich eine Portion mehr, die ich am Folgetag als Mittagessen genieße. Und ja - ich plane ca. eine Stunde Kochzeit ein. Wenn ich weniger benötige - gut. Und ansonsten weiß ich ja, dass diese kostbare Lebenszeit in etwas Wunderbares einfließt - gesunde und leckere Nahrung. Es macht mir solche Freude, vorwiegend regionales und saisonales Gemüse zu schnippeln und kunterbunte Teller zu kreieren. Woher wir unser Gemüse beziehen? Das verlangt nach einem wertschätzenden Extrapost für die SoLawi Lebendiger Landbau (KLICK) von Johannes und Laura, der bald folgen wird. 


Du willst wissen, ob ich auch Nachteile sehe? 

Ja, die gibt es. Hier bei uns in Nordwestmecklenburg sind wenig wirklich gute Restaurants zu finden und vegane Lokale kenne ich hier überhaupt keine. Wenn Du also einen Tipp für mich hast, freue ich mich sehr. Im Gutshof Stellshagen könnte ich mich außerhalb der Saison als Außer-Haus-Gästin anmelden, aber das ist eher die Ausnahme. Früher sind wir gern mal essen gegangen. Das fällt jetzt also weg. Auch Feste und Feiern oder Grillpartys sind eine Herausforderung für mich. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, mir einen bunten veganen Teller vorzubereiten und halt mitzunehmen. Mehrere Tage unterwegs zu sein, ist ebenfalls herausfordernd. Es bedarf einer guten Planung und Umsetzung, um auch auf Reisen gut zurechtzukommen.

Und für Situationen, in denen ich nach Hause komme, so richtig Hunger habe und keinesfalls das Kochen abwarten kann, habe ich mir auch einige Varianten überlegt. Im Kühlschrank warten immer köstliche vegane Brotaufstriche. Also Schwarzbrot mit Aufstrich und ein Salat dazu - das ist eine schnelle Variante. Auch brate ich Burgerpatties auf Vorrat (Burger habe ich früher übrigens so gut wie nie gegessen), habe ein paar im Kühlschrank und andere eingefroren. Dann geht es blitzschnell, einen köstlichen Burger aus gesunden Zutten zu zaubern...


Du siehst also, die vielen wunderbaren Vorteile überwiegen die wenigen Nachteile bei weitem. 

Bist Du eigentlich interessiert daran, hier immer mal wieder mit meinen veganen Lieblingsrezepten beschenkt zu werden? 


Herzlich grüßt Dich
Jana

Sonntag, 27. Oktober 2019

Eine köstliche Pilzmahlzeit...

Wie sehr ich es liebe, in den Wald zu gehen, summender- und singenderweise umherzustromern und mit Pilzen beschenkt zu werden! Das Abendessen aus dem Wald zu holen, gehört mit zu meinen schönsten Urlaubserfahrungen im Schwarzwald. 


Wir sammelten Parasolpilze, Maronen, Steinpilze, Rotfüßchen und Hallimasch.


Den Hut der Riesenschirmpilze zog ich durch gut gewürztes verschlagenes Ei und drückte ihn in Paniermehl. In der Pfanne gebraten, ergab das köstliche Pilzschnitzel. 


Die Mischpilze bereitete ich folgendermaßen zu: Ich putze sie trocken gleich im Wald. Die Röhren lasse ich nur bei sehr jungen Pilzen dran, ansonsten werden sie entfernt. Im Ferienhäuschen wusch ich den Hallimasch und schnitt ihn klein. Dann ließ ich ihn ein Viertelstündchen kochen. Nach dem Abseihen (Kochwasser wegschütten) kann er wie andere Pilze auch geschmort werden. 

Ich würfelte eine Zwiebel fein, zerdrückte eine Knoblauchzehe in Salz und ließ die Zwiebelwürfel in Butter glasig werden. Die klein geschnittenen Röhrlinge gab ich dazu und schmorte sie an. Dann folgte der abgekochte Hallimasch und schmorte mit.


Ein Teelöffelchen Tomatenmark, ein Teelöffelchen Senf sowie frisch gemahlener Pfeffer komplettierten die Würze. Mit Sahne löschte ich ab und ließ die Pilzmahlzeit zu einem sämigen Ragout einkochen. Dazu gab es handgemachte Bandnudeln vom Bauern nebenan. Köstlich!!!