„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“ Henry David Thoreau
Montag, 20. Juli 2020
Räucherkugeln aus heimischem Beifuß herstellen
Dienstag, 23. Juni 2020
Das Jahreskreisfest der Sommersonnenwende...
Wir räucherten einander mit Beifuß und Johanniskraut aus dem Vorjahr, begrüßten uns auch auf ritueller Ebene, luden dankend die Kräfte der Himmelsrichtungen und Elemente ein und stießen dann mit einem Glas alkoholfreiem Sekt mit Holunderblütensirup auf unser Wiedersehen und die Sommersonnenwende an. Das erste Zusammensein nach so langer Zeit bekräftigten wir an der großen Gruppentrommel.
Und dann gingen wir in den Wald. Den ganzen Tag über hatte es geregnet. Der Himmel war grau in grau und wir zogen los mit unserem Gepäck. Oder unser Gepäck mit uns? Das Wäldchen erwartete uns bereits. Einzeln nahmen wir uns Zeit zum Ankommen und begegneten den Naturwesen. Ich traf eine sehr spezielle Hainbuche...
Kurze Zeit blieb es dann noch trocken, so dass wir erstmal ein Tarp aufspannen konnten und beim Abendessen der mitgebrachten Köstlichkeiten und während der Redestabrunde zur erlebten Zeitqualität und der Fülle, die bei uns acht Frauen das Helle und das Dunkle umfasst, vor dem wieder fallenden Regen geschützt waren. Unser Sonnwendfeuer bestand aus mitgebrachten Kerzen im Glas.
Es war eine friedliche und sehr stille Nacht. Außer dem Trommeln des Regens auf dem Tarpdach waren nur einmal schreckende Rehböcke und früh am Morgen das dort lebende Kolkrabenpaar mit seinen Jungen zu hören. So ein schönes Gefühl, das abendliche Murmeln aus den Nachbartarps zu hören und sich dann von schlafenden Frauen umringt zu wissen. Ich liebe es, in Draußenzeiten mehrfach in der Nacht aufzuwachen, die wandernde und veränderliche Dämmerung, die momentan nur kurze Zeit der Dunkelheit und das Wiedererwachen eines neuen Tages zu erleben. Magisch ist für mich der Moment, an dem in den dämmerigen Schwarz-Weiß-Wald die Farbe zurückkehrt. Morgens pflückte ich frische Brombeerblätter für alle und kochte uns mit dem Kelly Kettle (Werbung aus Begeisterung) einen Tee.
Hier ist Kathrin (KLICK) zu sehen, die uns schon sehr früh am Morgen verließ, aber nicht ohne einen heißen Morgentee gehen sollte.
Herzlich
Jana
Dienstag, 1. Januar 2019
Danke...
Danke für alle Geschenke, die vielen berührenden Erfahrungen und jede einzelne Herausforderung! Danke für meine Gaben und meine Fehler, die mich haben lernen lassen. Danke für mein Zuhause...
...für den Platz, an dem ich leben und wirken darf. Danke für meine geliebte Arbeit in ganz unterschiedlichen und doch so verwandten Bereichen. Danke für die Fülle, die ich erfahren habe und weitergeben darf.
Danke dafür, dass mein Gefährte und ich einander in diesem Jahr nach 18jähriger Beziehung auf ganz neue Weise nah und näher gekommen sind. Danke für Gesundheit, Beweglichkeit, Lebensfreude und Begeisterungsfähigkeit. Danke für meine Neugierde und mein immerwährendes Lernen. Danke für mein Jaaaaa aus ganzem Herzen und mein kraftvolles Nein.
Danke für soooo kostbare Momente der Verbundenheit mit mir selbst, mit meinen Lieben, mit den Frauen der beiden diesjährigen Frauencamps und der Jahreskreisgruppe, mit meinen Freundinnen, mit den PatientInnen der Klinik, mit meinen KlientInnen, mit meinen BlogleserInnen, mit dir. Danke für die vielen Begegnungen mit meinen tierischen und pflanzlichen Geschwistern. Danke für die vielen Naturschätze, die ich finden und voller Liebe und Respekt weiterverarbeiten durfte - Federn und Steine, Stenze und Baumperlen, Kräutlein und Früchte, Harze und Samen...
Danke für meine Hingabe an und mein Eintauchen in den Kreis des zyklischen Werdens und Vergehens. Danke für die Erweiterung meiner Wahrnehmung. Danke, dass ich im Land des SOWOHL - ALSAUCH ankommen durfte und das Entweder - Oder immer mehr verblasst. Danke, dass ich immer schneller bemerke, wenn ich in alte Muster zurückfalle und mich dann ganz bewusst für meine neuen Strategien entscheiden kann. Danke für meinen Mut, meine dunklen inneren Reiche aufzusuchen und mich meinen Schatten zu stellen. Danke für die unermesslich reiche Belohnung, das Mitgefühl und die Weite. Danke an alle BegleiterInnen und UnterstützerInnen auf meiner inneren Forschungs- und Lebensreise.
Danke, dass ich immer ausreichend Nahrung hatte, dass ich riechen, schmecken und genießen kann und selbst im Winter Köstlichkeiten in der Natur finde. Danke für mein Augenlicht und dafür, dass ich die Schönheit in allem SEIN erkenne. Danke für meinen Hörsinn, für die Lieder des gefiederten Volkes, das feine Flüstern des Windes, das Tosen des Sturms in den Baumwipfeln und das Schlagen der Ostseewellen an den Ufersaum.
Danke für meine Stimme, die leise und sanft und laut sein kann und danke für die vielen Melodien und Lieder, die ich allein in der Natur und wir gemeinsam am Feuer sangen. Danke, ihr Baumfreunde, dass ihr mich daran erinnert, dass ich mir meiner Wurzelkraft und meiner Tiefe bewusst sein darf, um - hoch aufgerichtet - mit dem Kopf in den Himmel zu wachsen und mein Herz offen und berührbar in die Welt strahlen zu lassen. Danke.
Und mit diesem - meinem aktuellen Lieblingslied - wünsche ich dir ein gesundes Neues Jahr!
Montag, 31. Juli 2017
Das Jahreskreisfest Lammas, Lughnasad, das Schnitterinnenfest...
Für einen Moment zeigte sich uns sogar ein Regenbogen. Ein Starenschwarm überquerte unseren Platz. In der Ferne begleiteten uns die Kraniche mit ihren unverwechselbaren Rufen. Ein Reh ließ sich sehen. Später – als es wieder regnete – setzten wir uns unter eine schützende Eiche, die ihre Äste auf das Feld streckte und sich uns als Dach anbot. Wir aßen dort unser Abendessen und teilten unser Blut mit einem Mückenvolk. Das letztere nicht unbedingt freiwillig...
Wir sind wir selbst und erkennen uns an - in all unserer einzigartigen Schönheit!
Samstag, 20. Juni 2015
Sommersonnenwende mit Beifuß und Labyrinth…
Damit möglichst alle acht Frauen unserer Gruppe an den Jahreskreisfesten teilnehmen können (was allerdings eher meinem Ideal entspricht als der Realität ), sowohl die in der Woche berufstätigen als auch diejenigen, die häufiger an den Wochenenden arbeiten, feiern wir die Feste in der Regel an dem Freitag, der dem eigentlichen Festdatum am nächsten liegt und treffen uns um 18.00 Uhr. Gestern war es also wieder soweit…
Jede Frau hatte vorher per einstimmender Email die Einladung bekommen, sich mit der Kraftpflanze Beifuß zu beschäftigen, die noch krautigen Pflanzen zu sammeln, sich daraus einen Gürtel zu flechten oder zu binden und ihn zum Fest mitzubringen.
Um Feuer und Wasser zusammenzubringen, hatten wir uns diesmal an einem geheimen Strand der Steilküste verabredet, zu dem uns ein mitgebrachtes gut 20 m langes Seil herab- und nach Mitternacht wieder heraufhalf. Herausfordernd war es, die Kiste mit dem Brennholz, die ich vorsorglich gepackt hatte, den “Weg” herunterzubekommen. Letztlich warfen wir aus Sicherheitsgründen die einzelnen Scheite voraus, kletterten hinterher und sammelten das Brennholz dann wieder ein. Belohnt wurden wir mit Einsamkeit, Wellenrauschen und einem naturbelassenen Strand mit Steinen und Schwemmhölzern.
Zum Ankommen sammelten wir kleine Gegenstände, die die Himmelsrichtungen und Elemente repräsentierten und gestalteten uns eine Mitte. Wir fanden Rabenfedern für die Luft, Stein und Beifußblätter für die Erde, Holzkohlestückchen für das Feuer und Muscheln für das Wasser.
Danach räucherte sich jede Frau mit Beifuß ab, verließ damit den Alltag und stimmte sich tiefer auf das Fest ein. Die Mitte wurde eröffnet und alle unterstützenden Qualitäten wurden eingeladen. Es schloss sich eine Redestabrunde an, in der geteilt wurde, was jede derzeit bewegte.
Später bauten wir aus dunklem Tang und Steinen gemeinsam ein begehbares Labyrinth. Hier fällt bereits die Dämmerung über den Strand.
Hach, wir waren so froh, dass die ständig neu am Horizont auftauchenden Regenfronten sich vor unserem Strand teilten, sich für einen Weg NEBEN unserem Platz entschieden und wir weder auf Regenkleidung, noch auf das Tarp zurückgreifen mussten. Trotz der Wettervorhersage von Unbeständigkeit und immer wiederkehrenden Schauern erreichte uns kein einziger Regentropfen…
Bevor jede Frau mit wachen Sinnen, nach innen und außen spürend, das Labyrinth durchschritt, aßen wir unser Sommersonnenwend-Abendbrot…
…und zündeten das Feuer an.
Im Labyrinth fand jede Frau Antworten auf Fragen, mit denen sie aktuell beschäftigt ist. Sehr spannend auch, dass bei allen Frauen ganz unterschiedliche Aspekte im Fokus standen.
Zum Abschluss des Festes übersprangen wir mit unserem stärkenden Beifußgürtel das heiße Feuer und dankten, indem wir die Gürtel dem Feuer übergaben. Und dann saßen wir dort noch einige Zeit beieinander und tauschten uns darüber aus, welche Bedeutung die Sommersonnenwende für jede ganz persönlich hat.
Jaaaa… Danke…
P.s. Ich bin immer ein wenig hin- und hergerissen, ob ich weiterhin von unseren Jahreskreisfesten erzählen will oder ob ich es lasse. Letztlich kann ich viel mehr als die Struktur und ein wenig die Atmosphäre unseres Festes gar nicht mit Euch teilen, denn alles Andere gehört in den Kreis der Frauen und bleibt auch dort. Wahrscheinlich werde ich es weiterhin so handhaben wie bisher – mal schreiben und mal nicht…
Montag, 4. August 2014
Das Schnitterinnenfest, Lammas oder Lughnasadh
Mitten in der Ferien- und Urlaubszeit feierten wir das Schnitterinnenfest in kleiner feiner Runde. Unsere Mitte im Garten war mit einem Kornkranz und frisch gesammelten Kräutersträußen geschmückt.
Ich hatte meiner Schwester Nadja, die diesmal aus Urlaubsgründen nicht dabei sein konnte, und mir selbst einen Neuner-Kräuterbuschen gebunden, auf dass die Pflanzenkraft uns gut durch das nächste Jahr geleite. Auch die beiden Sträuße lagen in der Mitte.
Wir eröffneten das Fest mit einer Willkommensräucherung. Dafür nutzten wir einen selbst gebundenen Räucherstab aus Schafgarbe, Beifuß und honigsüßem Labkraut. Diese ersten Momente, in denen der Rauch uns umfängt, sind immer ganz besonders. Sie verbinden uns mit der inneren und äußeren Essenz, sorgen für ein wirkliches Ankommen. Auch schätze ich diese liebevolle Geste, eine der Nachbarinnen im Sitzkreis mit dem Rauch willkommen zu heißen und auch selbst mit Rauch beschenkt zu werden. Als wir dann wirklich DA waren, wurden die Himmels-richtungen begrüßt und die Mitte eröffnet, bevor die Redestabrunde folgte.
Im Anschluss erzählte ich ein wenig über das Schnitterinnenfest. War für mich im vergangenen Jahr der klare und konsequente Schnitt im Fokus, der sich in der momentan stattfindenden Getreide- und Kräuterernte ja auch zeigt, erlebe ich die Zeit in diesem Jahr als reine Fülle. So ein wunderbarer Sommer! Er erinnert mich an die schönsten Sommer aus Kindertagen und verführt zum Spielen und Baden, zum Lesen in der Hängematte, zum Nichtstun. Aber ich bin auch viel draußen unterwegs und ernte Kräuter. Auch in diesem Jahr werden die mir liebsten als Sträuße in der Küche hängen. Ich mag und brauche ihre Präsenz.
Um nicht im Kopf stecken zu bleiben, sondern über die Sinne ins Erleben zu kommen, begaben wir uns im Anschluss auf die Terrasse, auf der meine Küchenkräutlein wachsen. Paarweise fühlten, schnupperten, kosteten wir mit geschlossenen Augen die Blätter und Blüten, die uns unsere Partnerin reichte.
Später entzündeten wir ein Feuer und hielten Stockbrote hinein.
Dazu gab es Kräuterquark und –dips, gleich zweimal Melonen-Gurken-Salat mit Minze und viele verschiedene Früchte. Kräuterwasser mit Zitronenverbene, Minze, Melisse und einer Zitronenscheibe ist das beste durstlöschende Getränk, das ich kenne.
Als die Nacht hereingebrochen war, übergaben wir die Vorjahreskräuter und –kräuterbuschen dankend dem Feuer und wertschätzten uns selbst für unser Sein, Erleben, Handeln… Es gab mehrere Runden der Würdigung. Wie schön! Natürlich gedachten wir auch der Frauen, die diesmal nicht dabei sein konnten und gaben auch für sie Kräuter in die Flammen.
Montag, 14. Juli 2014
Den süßen Duft von Lindenblüten…
…liebe ich sehr. In diesem Jahr waren mir nicht nur die Wettergötter wohlgesonnen - rechtzeitig zur Blüte der Winterlinde in der Klinik war es sonnig - auch hielt sich der Besuch von Rapsglanzkäfern in Grenzen. Ich erntete einen kleinen Korb voll und genoss das Summen und Brummen im Lindenbaum. Einen Teil der Blüten werde ich als Räuchermittel verwenden und einen anderen Teil als Tee bei Erkältungen und grippalen Infekten einsetzen. Hier sind weitere Verwendungsmöglichkeiten beschrieben.





















