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Freitag, 12. April 2019

Ausstieg aus der Drogensucht - Einblicke in meine Arbeit...



Inzwischen bin ich im 19. Jahr in einer Rehaklinik angestellt, in der Menschen im Durchschnitt ein halbes Jahr lang Therapie nutzen, um den Ausstieg aus der Sucht nach illegalen Substanzen zu bewältigen. Die Klinik wanderte bereits durch viele verschiedene Trägerhände, der Name änderte sich mehrfach, die Chefärzte wechselten, es veränderten sich (und ich veränderte) Rahmenbedingungen und ich vertiefte die Inhalte meiner Arbeit immer mehr. Mein Verständnis von Sucht (und den in uns allen vorhandenen ausweichenden und abhängigen Anteilen) wandelte sich, wurde reifer und ressourcenorientierter. Meine Herzbegegnung zwischen uns Menschen blieb. Ich liebe meine Arbeit und es erfüllt mich sehr, das Wiederlebendigwerden, das Aufblühen, die Heilung von Menschen miterleben zu dürfen.



Seit Januar 2018 bin ich nur noch Mittwoch und Donnerstag für 16 Stunden in der Klinik, denn Montag, Dienstag und Freitag arbeite ich genauso gern  in meiner Coachingpraxis (KLICK)

In der Klinik unterstütze ich zwei Traumatherapiegruppen (PatientInnen mit der Doppeldiagnose Traumafolgestörungen und Abhängigkeitserkrankungen) mit prozessbegleitender Ergotherapie auf ihrem Weg durch die unterschiedlichen Gruppen- und Therapiephasen. Außerdem habe ich sechs Einzeltherapieplätze (mit einer gut gefüllten Warteliste) und biete eine geschlossene Gestaltungstherapiegruppe an. Auch die ist sehr begehrt. Hier treffen sich über einen Zeitraum von zwei Monaten 8 Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Therapiegruppen zu ihrer gemeinsamen Heil- und Entwicklungsarbeit einmal wöchentlich für 2,5 Stunden. Aktuell läuft gerade meine 54. Gestaltungstherapiegruppe. Da staune ich selbst. Und gleichzeitig ist jede Gruppe einzigartig und immer wieder neu.



Meine Arbeit ist eher prozess- als produktorientiert und all das, was ich selbst in meinen Ausbildungen, vor allem aber auch in meinem Leben als unterstützend und hilfreich, als entwicklungsfördernd, verbindend und heilend erlebt habe, darf auch in meine Arbeit einfließen. Für diese Freiheit bin ich unglaublich dankbar. (Und dürfte ich nicht zu 100% so arbeiten, wie ich aufgrund meiner Werte arbeiten will, wäre ich nicht mehr dort.) Den tragenden Boden bildet mein Verständnis für zyklische Kreisläufe.


Ich bin als Ergotherapeutin angestellt und habe über vier Jahre berufsbegleitend Kunst- und Gestaltungstherapie mit tiefenpsychologischer Ausrichtung studiert, habe eine Weiterbildung zur Kreativen Traumatherapeutin absolviert, bin Wildnispädagogin und Zertifizierte Seelenzentrierte Coachin. Aus all diesen Bereichen fließen Impulse, Methoden, Haltungen in meine Arbeit ein. Schwerpunktthemen sind  Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz und -liebe, Selbstwertgefühl, das Fühlen heller und dunkler Gefühle, Verbindung und Verbundenheit mit sich selbst, mit anderen Menschen, mit der Natur, Authentizität, Lebendigkeit und Freude, Konfliktmanagement, Krisenbewältigung, Sinn, Erfüllung und Heilung.


Beim Gestalten geht es darum, inneres  Erleben ins Außen zu bringen, sichtbar werden und sich von der eigenen Gestaltung und denen der MitpatientInnen berühren und inspirieren zu lassen. Immer wieder darf ich PatientInnen jedoch dazu einladen, Leistungsansprüche mehr und mehr zu verabschieden und sich stattdessen sinnliche Erfahrungen und Spontaneität zu erlauben. In der gemeinsamen Reflexionsphase betrachten wir die entstandenen Werke und kommen miteinander ins Gespräch. Ich arbeite weder deutend, noch bewertend oder interpretierend, sondern trage auch hier meine gwundrige Haltung aus dem Seelenzentrierten Coaching in den Raum - liebevoll und neugierig, fragend, wertschätzend und entdeckend. Das ist für die PatientInnen sehr neu, die in der Schule oder in anderen Bezügen andere Erfahrungen gemacht, in gut oder schlecht, gelungen oder misslungen eingeordnet wurden und nun selbst einordnen. Diese neue Betrachtungsweise ist soooo entspannend. Allerdings dauert es ein wenig, bis sie tatsächlich ankommt.



Je nach Gruppenphase setze ich unterschiedliche Methoden und Medien ein. Neben dem Gestalten, kann es auch sein, dass wir singen oder tanzen (ganz frei oder internationale Kreis- und Gruppentänze mit Anleitung oder Trancetanz mit Augenbinde), möglich ist das Trommeln auf der Gruppentrommel, die hier nun schon seit 6 Jahren so gute Arbeit macht. Aber auch die Waldzeiten, in denen ich bei jedem Wetter (außer starkem Sturm) halbe Tage mit einer Therapiegruppe draußen verbringe, sind so kostbare und heilsame Erfahrungen. Körperbemalung, Maskenarbeit, Arbeit mit persönlicher Musik, Gruppenarbeiten, landArt, die Aufstellung von Gefühlen oder Situationen, Schwellengänge, Medizinwanderungen, therapeutische Feuer, Rituale, Council und Co-Councelling, Imaginationen = geführte innere Reisen sowie Körperarbeit fließen mit ein. Ich bin sehr froh über meinen inzwischen so reich gefüllten Methodenkoffer und über die vielen Erfahrungen, so dass ich mit der Gruppe und der jeweiligen ganz einzigartigen Situation fließen und genau JETZT Passendes aus dem Koffer ziehen kann. 

Und dafür danke ich vor allem den vielen, vielen PatientInnen, den Frauen und Männern, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten durfte und aktuell begleiten darf. Ich danke für all das, was ich bereits lernen durfte, für jede einzelne Erfahrung, jede berührende Begegnung. Ich danke den vielen verletzten inneren Kindern, dass sie sich gezeigt haben und nun einen behüteten Platz im Herzen der Erwachsenen finden konnten. 





Donnerstag, 31. Dezember 2015

Einen guten Rutsch...

Diese Steine bemalten Tochterkind und ich am zweiten Weihnachtsfeiertag. Einige sind inzwischen bereits verschenkt. Andere warten noch auf ihre Bestimmung.


Gerade auf Facebook entdeckt, hat Laboratorium Pieśni (KLICK) sich mitten in mein Herz gesungen. Und dieses Geschenk will ich zum Abschluss des Jahres mit Euch teilen.



Habt Dank für Begegnungen, Inspiration und miteinander geteilte Lebenszeit! 

Möge 2016 ein friedliches, freud- und liebevolles sowie schöpferisches Jahr werden!

Dienstag, 4. August 2015

Danke…

für den schönen Tag gestern, liebe Ramona – Jademond (KLICK) und liebes Ramona-Tochterkind! Die sieben Stunden sind nur so verflogen. Wir hätten auch nur im Sonnenschatten sitzen und reden können… Aber wir waren auch eine Runde im See schwimmen, haben Quiche gegessen, vegane Waffeln gebacken und mit Erdbeeren und Cashewsahne verspeist, Kräuterwasser getrunken, Steine bemalt. Das ist ein von Ramona bemalter Freude-Stein, der hier im Häuschen bleiben durfte.

Freude-Stein

Fühlt Euch hier jederzeit wieder willkommen.

Sonntag, 31. Mai 2015

Der Mai geht zu Ende…

…und es gäbe so viel zu erzählen, denn mein Lieblingsmonat war reich und bunt. Aber wie so oft, wird es im Blog eher stiller, wenn das Leben richtig wild läuft. Hier kommen nun wenigstens die Kurzfassungen: 

Zu Beginn des Monats war ich gemeinsam mit Stini in Berlin beim mit 60 Tänzer_innen ausgebuchten Tanzworkshop “Power of the heart” mit Susannah Darling-Khan. 


Danach feierte ich die Vollendung meines siebten Lebensjahrsiebts und bin nun in meinem 50. Jahr. Auf der Feier entstand dieses Gemeinschaftsbild. Ein großer runder Tisch war mit einem weißen starken Papier bespannt, Acrylfarben standen bereit und wer wollte, konnte malen. Das Bild misst 115 cm im Durchmesser.



Mit meinen drei Schwestern verbrachte ich einen für uns alle ganz wichtigen Tag im Wald. Es gelang uns, Missverständnisse auszuräumen, einander nach längerer Zeit mal wieder ausgiebig mitzuteilen und den Herzen mit dem Herzen zu lauschen. Es wurde viel geweint und es wurde gelacht und wir kamen uns wieder sehr nah. Später saßen wir am Feuer, schnippelten gemeinsam Gemüse und kochten uns über dem Feuer eine wunderbar wärmende und nährende Suppe. Dieser Tag war die gemeinsame Aktivität, die ich mir von den dreien gewünscht hatte. Wie gut!

Rainer und ich fuhren im Himmel umher.

Vier Tage waren meine Schwester Nadja und Christine und viele andere Frauen im Natur- und Umweltzentrum in Eldagsen beim ebenfalls ausgebuchten Seminar “Der freie Flug der Seele” mit Cambra Skadé


Und um all die Erfahrungen gut integrieren und mich vor allem auch mit dem vorjährigen Mai, den ich in Amerika auf Visionssuche verbracht hatte, wieder neu zu verbinden, wanderte ich in meiner letzten Urlaubswoche allein und fastend sieben Tage durch den Naturpark Sternberger Seenland und gönnte mir damit endlich wieder eine ausgiebige Draußenzeit. Davon werde ich Euch noch ausführlicher erzählen. 

Heute haben wir jedoch erstmal SitzFELLchen gefilzt. Für eine erholsame Kaffeepause bereitete ich einen Kuchen nach Karmindras Rezept vor. Köstlich!



Nach dem gestrigen kapriziösen (April-)Wetter wurde es heute tatsächlich etwas gemütlicher. Das war auch gut so, denn mit Rohwolle arbeiteten wir natürlich draußen. Gestern tobte sich der Himmel mit Hagel, Sturm und Regen so richtig aus, so dass für heute nur noch ein zahmes Lüftchen übrig blieb und ab und an sogar die Sonne durch die Wolken blitzte. Diese Schönheiten sind entstanden: 











Montag, 6. April 2015

Ostern…

Bemalte Ostereier

…ist das Fest unserer Familientreffen. Karfreitag fand sich meine Familie, alle Schwesternfamilien und die Familien von Freunden auf dem Schweriner Bauspielplatz ein. Und wie jedes Jahr war es auch diesmal wieder schön, gemeinsam am Feuer zu sitzen, den Knirpsen beim Ostereierfinden, Seifenblasen machen, Spielen, Marienkäfer fliegen lassen…

Koljas Marienkäfer

…klettern…

 Beim Klettern

zuzusehen, diverse mitgebrachte Köstlichkeiten vom Büfett zu verspeisen, aktuelle Schwesternfotos mit Vater zu machen, Stöckchen zu umfilzen oder einfach nur in der Sonne zu sitzen.

Am Samstag war ich im Küchenmodus und habe diverse Torten und Kuchen gebacken. Später ging ich in den Wald, um Moos zu holen und mit eben diesem und feinen weißen Birkenzweigen, die der Sturm vom Baum geweht hatte, weißen Tulpen und weißen Kerzen und meinen handbemalten Eiern in der Werkstatt zwei Kaffeetafeln zu schmücken.

Oster-Ei

Am Sonntag kam nämlich Rainers ganze große Familie mit allen Brüderfamilien zu uns.

Oster-Ei2 

Jede und jeder fand ein kleines gefaltetes Oster-Serviettennest mit einem pflanzengefärbten Ei auf dem Platz…

Osternest

…das später noch weiter bemalt und/oder beschrieben wurde. Mit wertschätzenden Worten wurde es dann an den linken Nachbarn, die linke Nachbarin verschenkt. Es ist so berührend mitzuerleben, wie sich die Atmosphäre wandelt, wenn wir über das sprechen, was wir am anderen schätzen!

Bemalte Ostereier im Wald

Jetzt ist auch der letzte Gast wieder zu Hause und hier kehrt Stille ein.

Ich hoffe, auch Ihr hattet

frohe Ostern!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wenn die Worte…

…hinter dem Leben zurückbleiben, gibt es nur mehr Bilder, Düfte, Farben, Töne, Flügelschlagen, Blätterrauschen, Windgesang, ein feines Summen, Herzschlag, Hand in Hand…

Ohne Worte...

Bilderteppich

Mesa

Etwas Altes, zutiefst Vertrautes, was mir über Jahrzehnte in den Knochen saß, einige Jahre ein Eigenleben geführt und mich geleitet hatte, konnte ich nun loslassen. Danke für die Begleitung und Unterstützung Und DANKE für den nun offenen und weiten Raum. Danke für die warmen Begegnungen mit Euch Frauen! Danke, Cambra, Du Herzensfrau…

Donnerstag, 26. September 2013

Bunt und lebendig…

…war das jährlich  am dritten Samstag im September stattfindende Ehemaligentreffen der Klinik, in der ich arbeite. Neben Gesprächsrunden, viel Wiedersehensfreude und leckerem Essen waren unterschiedliche Stationen mit Bewegungsspielen eingerichtet worden. Dort konnte man sich Gutscheine für Crepes und Würstchen erarbeiten. Die Gruppentrommel kam auch mehrfach zum Einsatz. Davon kann ich leider keine Fotos zeigen, denn irgendjemand ist immer von vorn zu sehen. Ganz schön war auch eine Kindertrommelrunde, die sich so ergeben hatte.

Diese Malwand wurde im Laufe des Tages von kleinen und großen Gästen gestaltet und diente zum Schluss als Fotohintergrund.

Malwand zum Ehemaligentreffen 2013

Ein DANKESCHÖN geht an meine Kollegin und meinen Kollegen und die Patientinnen und Patienten, die im Rahmen der Arbeitstherapie dafür gesorgt hatten, dass nicht nur diese stabile, beidseitig nutz- und wieder verwendbare Malwand in der Größe 300 x 200 cm rechtzeitig fertig wurde, sondern in der Holzwerkstatt zusätzlich noch etwas äußerst Praktisches gebaut wurde. Da ich vergaß, diese schönen Teile zu fotografieren, müsst Ihr noch ein wenig neugierig bleiben – die Bilder reiche ich nach.

Herzlich-herbstliche Grüße aus dem Häuschen und ganz lieben Dank Euch für die Kommentare zu den letzten Posts!

Donnerstag, 4. Juli 2013

Ein gut gelebtes Leben…

…ist für mich ein Alltag mit einer großen Portion Verzauberung. Malen um des Malens willen – das mag ich. Der spielerische Prozess ist für mich dabei bedeutsamer als das entstehende Produkt. Aber natürlich entstehen auch Ergebnisse. Manchmal werden Geschenkpapiere daraus, manchmal Versandtaschen. Das hier ist das Geschenk, das einer meiner Lieblingsneffen zu seinem Einweihungsfest bekam.

Geschenk für Fabian

Ich schrieb ihm diesen Segen…

Möge heute Frieden in Deinem Inneren sein. Mögest Du darauf vertrauen, dass Du genauso bist, wie Du gemeint bist. Mögest Du nie die unendlichen Möglichkeiten vergessen, die aus dem Glauben an Dich selbst und an andere geboren werden. Mögest Du die Gaben nutzen, die du bekommen hast  und die Liebe weitergeben, die Du empfangen hast.
Mögest Du mit Dir selbst zufrieden sein, so wie Du bist. Möge sich dieses Wissen tief in deinem Körper, bis in die Knochen festigen 
und Deiner Seele die Freiheit erlauben zu singen, zu tanzen, zu loben und zu lieben.
Es ist da für jeden und alle von uns.

Teresa von Avila (1515 – 1582)

…auf ein Blatt, rollte es zusammen und steckte es in die ebenfalls bemalte Schachtel. Den Zauberstab schnitzte ich aus einem frischen Pappelast, den ich am Strand fand.

Zauberstab

Beim Schnitzen verströmte er noch diesen typischen Pappelduft, der mich durch meine Kindheit begleitet hatte. Fertig beschnitzt, wurde er fein geschliffen und mit einem Regenbogen bemalt, der sich um den Stab schlingt und Fabian immer an das Gesegnetsein erinnern soll.

Dienstag, 23. April 2013

Gelebt, gemalt, gefunden…

Aufregend ist so ein Seminar. Wenn ich an die drei schamanischen Reisen zurückdenke, klopft mein Herz gleich stärker. Jeder Schwellengang oder Medizingang, bei dem sich die Natur als Spiegel zeigt, ist Abenteuer und steckt voller Überraschungen. Auch mag ich es sehr, mit so vielen unterschiedlichen Frauen zusammen zu sein und mit einigen in besondere Resonanz zu gehen. Ich winke Euch zu Christine, Astrid, Julia, Sabine, Uscha, Susanne… Und eine Kusshand für Dich, Cambra!

Die gemalten Bilder entstehen auf eine ganz besondere Weise: Es wird vorwiegend lasierend gearbeitet, Schicht um Schicht aufgetragen, teilweise wieder abgenommen, verwischt. Die noch nasse Oberfläche kann mit Hilfe von Lappen, Schwämmen oder zerknülltem Zeitungspapier Strukturen bekommen und so durchlässiger werden. Im ständigen Dialog mit dem Bild zeigt sich dem Auge der Malerin irgendwann ein Wesen, eine Gestalt, ein Geschöpf, besondere Formen oder Räume… Das kann dann herausgearbeitet oder auch nur angedeutet werden. Soviel zur Technik. Und auch der durchlebte Malprozess war eine aufregende Berg- und Talfahrt. 

Pferd

Am Abend sammelte ich am Waldrand ein wenig Anfeuerholz für unser Feuer. Dabei fand ich die Armschwingenfeder eines Mäusebussards. Wenn ich so darüber nachdenke, wie hoch sie schon im Himmel gewesen sein mag, werde ich ganz ehrfürchtig.

Armschwingenfeder vom Mäusebussard

Nun wird sie, gemeinsam mit gefundenen Federn von Rabe, Taube, Habicht, Schwan und Hahn, meinen Redestab schmücken. Den werde ich Euch später einmal vorstellen.

Und dieses Bärlauchfeld auf dem Waldboden hat mich auch beeindruckt. Bei uns in Nordwestmecklenburg wächst er nämlich nicht so gern. Natürlich habe ich etwas von diesem Grün mitgebracht und bereits verarbeitet. Es gibt Bärlauchpesto nach einem Rezept von Ingrid, Bärlauchquark zu Pellkartoffeln und Bärlauchbutter.

Bärlauchfeld

Das war der Abschluss meines zweiwöchigen erlebnisintensiven Urlaubs. Danke für diese gute Zeit!

Im Wald 

Heute ist mein erster Arbeitstag. Ich freue mich auch darauf und werde meine Lebenskraft im Alltag ausleben und meiner Freude, dem Lachen und dem Tanzen, den Begegnungen mit Tieren, Pflanzen und Menschen, dem Schöpferischsein, der Bewegung und der guten Nahrung genügend Raum geben. So soll und wird es sein!

Donnerstag, 22. November 2012

Einen Ort des Gedenkens…

zu schaffen, an dem meine Vorfahren einen sichtbaren Platz haben, der in meinen ganz normalen Alltag integriert ist, war mein Vorhaben für den Dunkelzeiturlaub. Dafür nahm ich ein altes dreigeteiltes Küchenbord, das in der Schweriner Wohnung quer über dem Küchentisch hing und hier im Häuschen bis jetzt im Schuppen sein staubiges Dasein fristete, löste die Schubladen und die Verankerungen heraus und grundierte es weiß. Die noch feuchte Farbe nahm ich mit zusammengeknülltem Zeitungspapier wieder ab, so dass keine einheitliche weiße Fläche, sondern eine ganz lebendige Oberflächenstruktur entstand.

Es ist ein mobiles Regal, das einfach auf dem Boden steht und jederzeit den Ort wechseln kann. Momentan steht es in der Werkstatt. Das Lichtnest und die Gestaltung des oberen  Bordes hatte ich Euch hier ja schon gezeigt.

In einem weiteren Fach haben sich zwei Tagpfauenaugen auf einem Stück Baumrinde niedergelassen. (Ich bemalte Zeichenkarton mit Acrylfarbe, schnitt die Schmetterlinge aus und faltete die Flügel ein wenig zusammen.) Ein Jahr vor meiner Geburt brachte meine Mutter Zwillinge zu früh zur Welt. Sie lebten nur ganz kurz. Meine Lebensgeschichte ist eng mit meinen verstorbenen Zwillingsbrüdern verwoben. Ich ehre die beiden Seelen an diesem Ort.

Schmetterlingsbrüder

Daneben liegt eine Scheibe Wacholderholz und duftet. Darauf befindet sich ein unscheinbarer Stein mit Loch. Ich fand ihn bei der Gartenarbeit in der Erde und fädelte ein Lederband hindurch. Diesen Stein trage ich ab und an als Kette, wenn ich Erdenkraft besonders nötig habe.

Im mittleren Fach stehen Fotos meiner Großeltern väterlicherseits.

Großeltern

Die Geschichte der Vorfahren mütterlicherseits erschließe ich mir gerade erst…

Die bemalte Schachtel mit dem transparenten Deckel ist für auf Zettelchen geschriebene Gedanken, Fragen oder Wünsche reserviert. Noch ist sie leer.

Bemalte Schachtel

Bemalte Schachtel Rückseite

Im unteren Fach liegt eine filigran verzweigte Wurzel, die ich aus dem Feuerkorb meiner Schwester rettete. Sie füllt das Fach völlig aus. Verwurzelt sein…

Wurzelkraft

Ja, liebe Anneli, Cambras Buch “Verwurzelt fliegen” – ich bekam es im Mai zum Geburtstag – hat mich auf tiefster Ebene erreicht und wirkt in mir fort. Ein Akt der Synchronizität – das richtige Buch zur richtigen Zeit…

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Aus der Wunde in die Kraft…

Heute ist mein wieder erster Arbeitstag nach vierwöchiger “Pause”. Das will ich zum Anlass nehmen, einige Worte zu schreiben…
So wie es die letzten drei Jahre ging, geht es nicht mehr und soll es auch nicht mehr gehen. Ich hielt trotz der Entlassung meiner Kollegin bis auf minimale Abstriche an einem Stundenplan fest, der von einem Menschen eigentlich nicht zu leisten ist. Damit habe ich versucht, mit meiner Arbeit etwas für sehr wertvoll Befundenes aufrecht zu erhalten, habe außerdem den Abschied von einer längst vergangenen Situation vermieden und mich der stetigen Veränderung entgegengestellt. Es ist ein wenig so, als hätte ich alle Energie in mir aktiviert, um möglichst lange gegen den Strom zu schwimmen. Meine Erschöpfung kam nicht von ungefähr. Aber ich nehme die Botschaft des Arbeitsunfalls ernst und habe in den letzten vier Wochen verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung genutzt.
Nach einem hilfreichen supervisorischen Telefongespräch malte ich dieses Bild…
Supervision
Danke, Frau Rohwer!
Ich sprach mit meinen Schwestern und Freundinnen, nutzte zwei ganz verschiedenartige Seminare, um mich mit meiner Thematik auseinander zu setzen. Dadurch habe ich “das Problem” auch von vielen verschiedenen Seiten aus betrachten können.
Zusammenfügend und entscheidend war eine exemplarische Einzelarbeit im Rahmen der Ausbildung zur Kreativen Traumatherapeutin mit Gabriele Frick-Baer.
Jetzt kann ich sagen, ich habe mit meinem ganzen Leib verstanden, WARUM ich noch immer mit 200% gearbeitet habe und warum ich es – obwohl mein Kopf es doch schon so lange wusste – bis jetzt nicht aufgeben konnte. Und ich habe tiefes Mitgefühl und Verständnis für mich selbst.
Aus der Wunde in die Kraft... (2)
 
Weil jede Erkenntnis nur Wert behält, wenn sie praktische Konsequenzen für den eigenen Alltag hat und Integration findet, habe ich mich entschieden, einiges zu verändern. Da ich das jedoch erst mit meinen Chefs besprechen muss, werde ich mich hier noch bedeckt halten und es dann erzählen, wenn die Veränderung einen konkreten Termin bekommen hat.

Dienstag, 12. Juni 2012

(Nicht nur) Kinderhände bemalen … Wände ;)

Spuren hinterlassen 1

Dieser Buntraum versteckt sich hinter zwei Türen des Kleiderschrankes. Im Winter diente er uns als Raum zur Überwinterung der Terrassenpflanzen und Lagerort der Rohwolle. Inzwischen hat er jedoch zu seiner wahren Bestimmung zurückgefunden - unser Spiel- und Mal-Raum zu sein.

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Viele Gäste und Besucherinnen hinterließen dort bereits Spuren – Freunde, Kollegen, Familie…

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Nach und nach wächst die Wandbemalung. Irgendwann wird sie die Wand wie eine neue Haut bedecken. Jede und jeder darf das dort unterbringen, was sie, was er möchte. Alles ist erlaubt.

Spuren hinterlassen 3

Dafür bereitete ich Schraubgläser mit angemischten Acrylfarben in allen nur erdenklichen Farbtönen vor. Pinsel in verschiedenen Stärken und Wassergefäße sind ebenfalls vorhanden. Wer will – geht malen…

Die Wandschrägung macht es nicht besonders leicht 043und die Strukturtapete auch nicht. Wirklich schwierig machen es jedoch erst die inneren Bewertungen, die eingeatmeten Grundüberzeugungen wie “Ich kann nicht malen.”, “Ich bin unkreativ.”, “Ich habe keine Ideen.” etc. Glücklicherweise sind Mut und Entdeckerfreude ansteckend und wenn eine oder einer beginnt, folgen andere nach. Häufig ist es gerade anfangs nötig, bei Bildern aus dem Medien-Raum Anleihe zu nehmen. Manchmal ist das die Tür, durch die der Zugang zu den Bildern der Innenwelt gelingt.

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In der vergangenen Woche hat der kleine Winz zum ersten Mal den Raum erkundet. Für ihn gab es Ölpastellkreiden, die für Winzhände leichter zu handhaben sind als Pinsel und Farben. Zuerst irritierte es ihn, dass ihm hier das Bemalen der Wände erlaubt war. Aber als kleiner kluger Mensch hat er sehr schnell verstanden, dass das ein Ausnahmespiel ist, das sich auf diese Wände  bezieht und keineswegs auf den Fußboden oder andere Räume. Was für Freude es ihm machte… Zu schön!

Spuren hinterlassen 2

Dienstag, 8. Mai 2012

Die Herzenskriegerin…

Hier war ich an meinem Geburtstagswochenende. Es war der Beginn einer neuen Reise. Ich lernte Cambra Skadé und die Kraft des Frauenfeuers kennen, bin tief berührt und beeindruckt. Es fühlte sich an wie eine Umarmung und ein Nach-Hause-kommen. In mir tönt es: JA!ObjektZu Beginn hatte ich meine Strenge zu mir selbst an das Feuer gelegt. Nach Reisen in das Schwellenreich, in das Land der inneren Dämonen, einer Dämonenfütterung meines Dämons vom hohen Anspruch und Perfektionismus, einer Reise in das Land der Herzensöffnung bin ich zutiefst erfüllt, voller Dankbarkeit und Mitgefühl.

Objekt dreht sich

Was ist, darf sein. Was sein darf, wandelt sich. Wenngleich ich meinte, den Satz zu kennen, kannte ich ihn bis zu diesem Wochenende nicht. Nun weiß ich, wie er schmeckt und riecht, wie er sich in meinem Leib anfühlt.

Hier das Lindenscheit, aus dem mein Objekt entstand.

Lindenscheit

Euch danke ich von Herzen für die Geburtstagsgrüße und -wünsche, die in meinen Email-Postkasten flatterten und die vielen Kommentare zum letzten Eintrag.