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Montag, 25. Juli 2016

14000 Gramm Fasern und Garne in 40 verschiedenen Farben...


...färbten wir im Rahmen des letzten Kurses "MEIN PFLANZENGEFÄRBTER REGENBOGEN". Die Farbgeber waren Blüten, Blätter, Rinde, Holz und Wurzeln (und Cochenille - von Anu auf La Palma (KLICK) eigenhändig gesammelt)... 

Was für ein Spektakel und was für eine Freude! Und immer wieder solch ein Wunder, daß mir Tränen der Dankbarkeit in die Augen steigen. Dass diese Farbenvielfalt und -intensität aus ausschließlich natürlichen Quellen stammt... Die Fülle erinnert mich daran, dass wir von Fülle nicht nur umgeben, sondern auch erfüllt sind (oder sein können). Dass es nur darauf ankommt, dass wir uns erlauben, sie wahrzunehmen. Und dass sie TROTZ und NEBEN Kummer und Leid existiert. Wie die Natur es uns zeigt - Werden und Vergehen geschehen gleichzeitig...

Hier seht Ihr all unsere Ergebnisse zum Farbkreis ausgelegt...
 


Und so sah es am Abend des zweiten Färbetages auf meiner Wäscheleine im Garten aus...




Jede Frau und der einzige Mann konnten gestern ihre Regenbögen mit nach Hause nehmen - einen ganzen Arm voller Farben. 



Werners handgesponnene Garnproben diverser Qualitäten geben eindrucksvoll wieder, wie unterschiedlich die Pflanzenfärbungen aufziehen können. Am liebsten hätte  jede Frau dem Mann die Garne geklaut, oder!?


 
Auch immer wieder schön sind die Abbindegarne. Sie warten jetzt noch ein wenig auf ihre Bestimmung.



Zwei Wäschetrockner voller Garne, Fasern und Baumwollquadrate blieben bei mir. Ganz genussvoll werde ich sie verarbeiten. Und ich bin sicher, dass mir beizeiten ein Projekt in die Hände fallen wird, dass diese Pracht so richtig zur Geltung bringen und mir Erinnerung sein kann. Ja, Wehmut ist auch dabei...





Ich freue mich, Ghislana (KLICK),  Dagmar, Ines kennengelernt zu haben und Werner, der ganz besondere Stickvorlagen (KLICK) entwirft. Und ich freue mich darüber, Frauke, Sandra, Romy und Ute zum wiederholten Male hier im Häuschen mit der (Woll-)Werkstatt in Mecklenburg empfangen haben zu können. Ich freue mich auch auf das Wiedersehen zum Spinn- und/oder SitzFELLchen-Filzkurs nächstes Jahr im Mai. Ganz vielen Dank, Lara, für Deine Assistentinnenarbeit und die Unterstützung! Wie hab' ich das nur immer OHNE Dich hinbekommen?
 
DANKE!

Mittwoch, 29. Juli 2015

Solarfärbungen – die Ergebnisse…

Nach einer Woche in der Sonne sahen die Gläser so aus…

Solarfärbungen nach einer Woche

Und die Garne – noch ungewaschen und ungespült – zeigten sich so…

Solarfärbungen

Gewaschen…

Solarfärbungen gewaschen 2

(Zur Erinnerung) Von links nach rechts:

  • Stockrosenblüten schwarz und rot

  • Krappwurzel und Apfelbaumrinde

  • Sud meiner angesetzten Johanni-Nüsse, den ich schon vor einiger Zeit ins Glas gab (teilweise in schwacher Indigoküpe überfärbt)

  • Eingefrorene Dahlienblüten – unten nur Kelche, darüber rote und orangefarbene Blüten

  • frische Blutpflaumenblätter

  • getrocknete Sonnenhut-Blütenblätter (reserviert, mit Indigo überfärbt)

  • Blutpflaumenblätter und braune Zwiebelschalen

  • getrocknete Schilfblüten und rote Stockrosenblüten (wird überfärbt)

Und das ist mein Lieblingsgarn – gefärbt im Johanni-Nüsse-Wasser, anschließend in eine schwache Indigoküpe getaucht. Auf diese Weise sind die Grautöne entstanden. Wenn man das BUNT hier überall sieht, ist es kaum zu glauben, aber trotzdem wahr: Ich liebe Braun und Grau!

Liebling1

Liebling2

Den mit Sonnenhutblütenblättern leuchtend gelb gefärbten Strang band ich ab und gab ihn ebenfalls in die Indigoküpe. Nun ist er grün mit einigen gelben Stellen. Damit bin ich jedoch nicht so glücklich. Zu allem Überfluss knipste ich mit der Schere beim Öffnen der Reservierungen auch noch mehrere Fäden durch, so dass dieser Strang nun zu den versehrten gehört…

Der Inhalt des rechten Glases – Färbung mit Schilfblüten und Stockrosen – ist nicht wirklich überzeugend. Der Strang wird überfärbt.

Mit allen anderen Ergebnissen bin ich sehr zufrieden. Auch die Dahlienfärbung sieht kräftig und lebendig aus. Schön!

Liebling3

Liebling4

Nun sind die Gläser wieder frei und können neu befüllt werden. Womit habt Ihr gute Solarfärbe-Erfahrungen gemacht?

Dienstag, 14. Juli 2015

Noch gar nicht gezeigt…

…habe ich Euch diese beiden Sonnenfärbungen. Der obere Strang wurde mit Schilfblüten und Zwiebelschalen gefärbt, der untere ebenfalls mit Zwiebelschalen und mit schwarzen Stockrosenblüten.

Solarfärbung Schilfblüten, Stockrosenblüten und Zwiebelschalen

Ich mag sie sehr. Beide Stränge ließen sich durchaus miteinander verarbeiten, nicht wahr!?

Solarfärbung Schilfblüten und Zwiebelschalen

Montag, 13. Juli 2015

Solarfärbungen…

Soeben habe ich meine Gläser mit diverse Pflanzenteilen, jeweils einem Strang kalt gebeizter Sockenwolle und Wasser gefüllt und nach draußen auf die Terrasse gestellt. Und obwohl es heute Nacht und bis vor wenigen Minuten endlich einmal wieder ausgiebig geregnet hat - mein Garten juchzt vor Wonne und meine Regentonnen sind wieder voll – zieht die Farbe schon jetzt auf.

Jeweils von links nach rechts seht Ihr 

  1. Stockrosenblüten schwarz und rot
  2. Krappwurzel und Apfelbaumrinde
  3. Den Sud meiner angesetzten Johanni-Nüsse, den ich schon vor einiger Zeit ins Glas gab
  4. Eingefrorene Dahlienblüten – unten nur Kelche, darüber rote und orangefarbene Blüten
  5. frische Blutpflaumenblätter
  6. getrocknete Sonnenhut-Blütenblätter
  7. Blutpflaumenblätter und braune Zwiebelschalen
  8. getrocknete Schilfblüten und rote Stockrosenblüten

Solarfärbungen 1

Solarfärbungen 2

Bei mir funktionieren die Solarfärbungen am besten, wenn ich Wolle und Pflanzenteile abwechselnd einschichte, so dass die Wolle möglichst viel Kontakt zu den Pflanzen hat. Außerdem beize ich die Fasern grundsätzlich VOR dem Färben mit Kaltbeize AL (vormals von Ulrike Bogdan (KLICK) verkauft, bald beim Wollschaf (KLICK) zu bekommen), damit sich die Farbmoleküle nicht statt wie gewünscht an die Faser, sondern an die Beize heften. Auch weiche ich die gebeizte Wolle vorher ein und gebe sie richtig nass in die Gläser, so dass die Fasern bereit sind, die Farbe auch aufzunehmen.

Hach und die Ästhetin in mir erfreut sich an der Schönheit der gefüllten Gläser…

Solarfärbung Krappwurzel und ApfelbaumrindeSolarfärbung Stockrosenblüten schwarz und rot

Montag, 19. November 2012

ECO PRINT – Teil 7

Die entblätterten Stoffe zeigten sich so…

Ecopring Stoffe

Der helle Stoff – oben links im Bild – war in hitzigem Kontakt mit Rinde vom Ranunkelstrauch. Das war nicht besonders ergiebig. Darum wird dieses Experiment auch nicht wiederholt und der Stoff kann mit anderen Pflanzen überfärbt werden.

Auf dem folgenden Foto ist dickerer Baumwolljersey zu sehen, der pullover- oder jackentauglich ist. Die blauen Spuren stammen von einer der letzten Blüten meiner schwarzen Stockrosen, die dunkelbrauneren Flecken von Robinienspänen. Ansonsten verwendete ich alle möglichen Blätter, die sich während der Winterfein-Aktion im Garten fanden…

Ecoprint BW Jersey

Die Hartriegelrinde war etwas erfolgreicher beim Spuren hinterlassen als die Ranunkelstrauchrinde. Sie hat die Farbe an den umliegenden Stoff abgegeben. Es ist eine zarte, aber schöne Reservierungsfärbung geworden. Das kann wiederholt werden. Es braucht vielleicht einige Tage länger, um vom Farbton her noch intensiver zu werden.

Ecoprint Hartriegelrinde

Die gewickelten Bündel haben auch eine ganz eigene Schönheit, nicht wahr!?

Ecoprint Bündel

Ein Mitbringsel aus Leipzig – gesammelte Platanenblätter… 

Plantanenblätter

Platanenblätter aufgefädelt

Diese Blattgirlande hängt jetzt im Häuschen unter der Treppe und wird sich nach und nach braun verfärben. Ich will die langsame Verwandlung miterleben und mich dadurch an die Entschleunigung im Urlaub erinnern.

Einen guten Start in die dritte Novemberwoche!

Samstag, 1. Oktober 2011

ECO PRINT – Teil 6

Wie im vorigen Post beschrieben, hatte ich die mit Pflanzenmaterial belegten Stoffe zur Hälfte stehend in Eisen-III-Beize vorgebeizt, einmal umgewickelt, in einer Schilfblütenflotte gefärbt und hier sind sie nun…

ECO PRINT Stoffe 3

Auffällig ist, dass es sich eher um Reservierungen handelt, d. h. die Pflanzenteile – Blätter, Rinde ec. – haben dafür gesorgt, dass die Farbflotte der Schilfblütenfärbung nicht oder kaum an den Stoff gelangte. Die Umrisse sind recht deutlich. Hier einige Detailfotos…

Abgeschälte Schlehenrinde auf Wolle…

ECO PRINT Schlehenrinde auf Wolle teilweise Eisenbeize

ECO PRINT Schlehenrinde auf Wolle teilweise Eisenbeize Detail

Schlehenblätter auf Seide…

ECO PRINT Schlehenblätter auf Seide  teilweise Eisenbeize

Die Blätter des roten Perückenstrauches auf Wolle im Detail…

ECO PRINT Perückenstrauch Blätter auf Wolle

…und im Überblick…

ECO PRINT Perückenstrauch Blätter auf Wolle 2

…und ein Bild vom Auslegen…Es macht also tatsächlich einen Unterschied, welche Blattseite auf dem Stoff liegt. Was für spannende Spielereien!

Perückenstrauch Blätter ausgelegt

Waldmeisterblätter auf Wolle…

ECO PRINT Waldmeisterblätter auf Wolle Eisenbeize

…und Seide…

ECO PRINT Waldmeisterblätter auf Seide Eisenbeize

…Farn auf Wolle…

ECO PRINT Farn auf Wolle teilweise Eisenbeize

…und im Detail……

ECO PRINT Farn auf Wolle Eisenbeize Detail

Und zum Schluss zwei Fotos der versprochenen Färbung mit Ruprechtskraut auf Sockenwolle in zwei Zügen…

Stoff und Sockenwolle - Ruprechtskrautfärbung

Färbung mit Ruprechtskraut in zwei Zügen

Ganz herzlichen Dank für Eure Kommentare! Ich freue mich über jeden einzelnen und wünsche Euch ein schönes langes Wochenende. Ich werde gleich an einer Pilzwanderung teilnehmen. In Rehna finden nämlich an diesem Wochenende die Tage der Pilze statt. Besonders  freue mich schon auf die Pilzausstellung im Kloster Rehna.

Mittwoch, 28. September 2011

ECO PRINT – Teil 5

Die nächste Charge Stoffe hatte ich zusammengerollt über Nacht zur Hälfte in Eisen-III-Kaltbeize gestellt (ebenso wie die Kaltbeize AL habe ich sie hier bei Karin Tegeler gekauft), um sie am nächsten Tag in einer frischen Schilfblütenflotte zu färben.

ECO PRINT Eisen-Kaltbeize und Schilfblütenfärbung

Die Idee an sich ist ja ganz schön, allerdings hat die Farbe es schwer, auch die Innenlagen der Stoffe zu erreichen. Es sei denn, das Pflanzenmaterial hat von sich aus starke Färbekraft, was diesmal nicht so war.

ECO PRINT Farn

Da ich das Aufrollen jedoch schön finde, um regelmäßige Blatt- und Pflanzenstrukturen zu färben, habe ich mir jetzt überlegt, Blätterschutz für Regenrinnen zu besorgen und dieses Netzrohr zum Umwickeln zu nutzen. So müsste ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – ich hätte eine schöne Struktur auf dem Stoff und es gäbe eine Möglichkeit, dass die Farbe auch innere Lagen erreichen kann. Bis ich die habe, behalf ich mir damit, die Rollen zu öffnen und umzuwickeln, damit das, was innen war, jetzt außen zu liegen kommt und stärker der Farbe ausgesetzt ist. Hier sind Rollen und Päckchen für den zweiten Tauchgang vorbereitet. Mal schauen…

ECO PRINT zweiter Tauchgang

Montag, 26. September 2011

ECO PRINT – Die neuen Stoffe… Teil 4

Hier sind meine Wochenendergebnisse im Überblick…

ECO PRINT Stoffe 2

Im Detail – Färbung mit Lebensbaum… 

ECO PRINT Lebensbaum auf Wolle

Die braunen Flecken sind überall dort entstanden, wo der Pflanzensaft austreten konnte. Damit könnte man also weiter experimentieren. Auch war mir nicht klar, dass Lebensbaum (die blaugraue Thuja-Variante) so viel an gelbem Farbstoff enthält, dass er die anderen Stoffe gleich mitfärbte. (Hätte ich das gewusst, hätte ich mehr vom Heckenschnitt mitgenommen.) Diesmal habe ich im Wasser gefärbt – aufgekocht, ein wenig simmern und über Nacht auskühlen lassen.

Interessant ist auch der Druck mit Birnenblättern… Weil die Blätter sich beim Auflegen so wölbten, ich jedoch klare Konturen wollte, halbierte ich sie kurzerhand mit der Schere. Auf Seide zeigten sich die Abdrücke grün…

ECO PRINT Birnenblätter auf Wolle und Seide

Und noch ein Detailfoto…

ECO PRINT Birnenblätter auf Seide Detail

ECO PRINT Birnenblätter auf Seide

Blutpflaumenblätter auf Wolle und Seide… Das wirkt mir ein wenig zu schmutzig, erinnert an Stockflecken. Sprich: Ich werde für neue Akzente sorgen und (teilweise) überfärben.

ECO PRINT Blutpflaumenblätter auf Wolle und Seide

Und hier kommt meine allerliebste Lieblingsfärbung der zweiten Charge – abgeschälte Blutpflaumenrinde, die ja hier bereits für Überraschungen gesorgt hatte…

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle

Hach… Diese Färbung schreit förmlich nach Detailfotos!

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle Detail 1

ECO PRINT Blutpflaumenrinde auf Wolle Detail 2

Abschließend ein Ausblick auf die nächsten Stoffe, sie warten hier und harren der Dinge, die da kommen werden… Inzwischen habe ich auch Baumwolle und Viskose nach einem Rezept von Gretel Feddersen-Fieler in diesem Buch gebeizt. Bis jetzt färbte ich ja ausschließlich Protein-Fasern… Es bleibt also spannend!

ECO PRINT Vorbereitung

Übrigens hatte ich am Sonntag Besuch in meiner Färbeküche – eine kleine Ringelnatter hatte sich verirrt und kam die Stufe nicht mehr hoch. Da musste ich ihr ein wenig helfen. Hier ein Foto beim Wegschlängeln auf der Terrasse:

052

Eine schöne Woche wünsche ich Euch und uns!