Donnerstag, 11. April 2019

Schreiben

 Foto von Pexels auf Pixabay

Im Winter hatte ich mich eher in die Stille zurückgezogen und bin deutlich langsamer unterwegs gewesen. Das entsprach und entspricht einerseits dem natürlichen Kreislauf, der zu dieser Jahreszeit eher im Innen als im Außen verortet ist. 

Allerdings hatte ich schon vor längerer Zeit mit dem Schreiben aufgehört. Nicht nur mit dem Schreiben von regelmäßigen Blogposts, sondern auch mit dem Schreiben von Briefen, Tagebuch- oder Morgenseiten - ich habe lange Zeit gar nicht mehr geschrieben. Dabei weiß ich um die Kraft der Worte, wenn sie denn fließen dürfen. Sie bedeuten für mich Introspektion und Reflexion, sind eine direkte Anbindung an meine Kreativität, an noch schlummernde Erkenntnisse, an Ideen, die geboren werden wollen. Und genau das ist es wohl: Das Nichtschreiben bedient das ALTE und kommt einem Festhalten gleich. So spannend! Jetzt habe ich ein Experiment begonnen und probiere aus, was geschieht, wenn ich wieder täglich schreibe.

Wie handhabst du das? Was bedeutet Schreiben für dich?

Fragend grüßt dich

JANA

Kommentare:

Sheepy hat gesagt…

Liebe Jana,
wie du weißt, lese ich sehr gern bei dir, hast du doch die besondere Gabe, Gefühle, Gedanken, Erlebnisse so fein in Worte zu fassen.
Bei mir überwiegen momentan die vielen vielen Fotos, von Allem was mich gerade umgibt, aus- und erfüllt.
Sei ganz lieb von der Insel gegrüßt
Kerstin

Jeannette hat gesagt…

Liebe Jana,
es ist für mich sehr bereichernd, (wieder) so viel von dir Geschriebenes zu lesen. Danke!

Interessant, dass du für dich das Nichtschreiben als das Bedienen des ALTEN, als ein Festhalten identifizieren konntest.
Ich schreibe sehr viel – also Morgenseiten, Briefe, Tagebuch –, aber nicht das, was ich wünschte zu schreiben: Gedichte. Oft geht es mir wie dir und ich spüre in diesem ganzen introspektiven, reflexiven Schreiben die direkte Anbindung an meine Kreativität, meine Lebendigkeit. Oft bin ich von mir selbst überrascht.
Aber jetzt war manchmal so eine Ahnung in mir, dass ich mich mit all meinen Wörtern haarscharf verfehle, dass ich an mir vorbeischreibe … ich umkreise mich und weil ich geübt im Umgang mit Wörtern bin, fällt mir dieses Umkreisen nicht schwer, ich bin in ihm beheimatet, es fühlt sich so vertraut, aber nicht langweilig an, mich immer und immer in Worte zu gießen. Aber dieses Mich-da-hinein-Geben ist ja gebunden an die Wörter, die ich kenne. Gerade, wenn ich sehr haltlos und erschüttert bin, schreibe ich, schreibe ich um mein Leben und finde darin Halt. Festen Halt. Da sind Bahnen, die mich schützen, aber die mir gerade auch etwas starr vorkommen. Als wäre dieses viele (andere) Schreiben ein Fest-Halten vom ALTEN, ein Zementieren, ein Festmachen – und dadurch gerade ein Verhindern von anderer, NEUER Kreativität. Schreiben, um mir auszuweichen, dem NEUEN auszuweichen …..
Soooooooo spannend …

Ich lese gerne weiter bei dir mit, vom ALTEN und vom NEUEN, vom HALTEN und vom LOSLASSEN.

Herzensgruß von Jeannette

Ramona hat gesagt…

Schreiben. Ich habe unterschiedliche Phasen. Die ausgesprochen fliessenden Schreibphasen und die wortlosen Nichtschreibphasen. Ich kann Worte kaum erzwingen, sondern sie ergiessen sich einfach aus mir heraus. Wenn sie es tun. Ich habe gerade wieder begonnen, meine Morgenseiten oder Naturspaziergangseiten zu schreiben. Meine Abendgedanken zu Papier zu bringen und Briefe zu schreiben. Denn in dem, was ich schreibe, taucht der ein oder andere Schatz auf, aus dem ich Klarheit gewinne, eine Vision udn Richtung erkennen kann. Wo mir Dinge im Nachgang klar werden. Das ist spannend. So habe ich gerade erkannt, dass der Prozess in dem ich mich gerade befinde mit all seinen Themen (der Schmerz, die Wut, die Trauer) schon viel früher zu wirken begonnen hat als mir klar war, als sich durch körperliche Symptome gezeigt hat. Das war alles schon da, nur konnte ich es nicht einordnen.

Ist es ein Festhalten, das Nichtschreiben? Hm. Nein. Ich glaube, für mich nicht. Eher eine Pause. Ein Verarbeiten. Ein Innehalten. Um dann weiterzuschreiben, es Fliessen zu lassen.

Jana Muchalski hat gesagt…

@Sheepy: Ja, oft ist ein Foto, ein Bild ein kraftvoller Erinnerer und erweckt ein ganzes inneres Land von Geschichten. Verstehe ich sooo gut!

@Jeannette: Hm... So spannend, wie das Gleiche anders wirken kann! Und soo bereichernd, darüber in Austausch zu kommen. Danke!

@Ramona: Ah... Eine Pause, ein Verarbeiten. Da darf ich auch noch einmal hineinspüren. Halten und Loslassen - das regt es gerade in mir an.

HerzGrüße an Euch von

Jana