Dienstag, 30. August 2016

In Wandlung oder "ganz natürlich"...

Im Interview mit Ana (KLICK) erzählte ich es bereits: 

Hier - im Häuschen mit der (Woll-)Werkstatt in Mecklenburg - werde ich die Kurs- und Seminarinhalte nach und nach neu ausrichten. Vermutlich hast Du die schleichende inhaltliche Veränderung meiner Blogposts und die "letzten Male" im Kurskalender längst bemerkt. Die handwerklich-künstlerischen Kurse laufen nun aus und Seminare zur Selbstfürsorge und Persönlichkeitsentfaltung werden immer mehr hinzukommen.  


Seit vielen Jahren ist es mir ein Herzensanliegen, Menschen dabei zu begleiten, wieder zurück in ihre Kraft zu finden und sie dabei zu unterstützen, die eigene Entwicklung liebevoll zu beobachten und anzufeuern. Und da ich weiß, dass Natur so ausgerichtet ist, dass sie wachsen will, geht es häufig "nur" darum, die Hindernisse zu erkennen, die uns vom natürlichen Wachstum abhalten. Sicher hast auch Du schon einmal Pflänzchen dabei beobachtet, mit welcher leisen, aber stetigen Kraft sie sogar Steine zum Zerbrechen bringen!?




Nicht nur das Wachsen, auch das Vergehen gehört zu natürlichen Prozessen. Doch wie schwer tun wir Menschen uns häufig damit, Altes, was in der Vergangenheit hilfreich war, uns heute jedoch nicht mehr dient, wertschätzend loszulassen!? (Wobei das Loslassen wohl erst auf Akzeptanz folgt...)

Die Natur zeigt uns auch hier, wie es geht...


Vom Samenkorn, über den Keimling, die kraftvolle, blühende und später Früchte tragende Pflanze, das Samen reifen lassen sowie das große Loslassen im Herbst und der winterliche Rückzug der Kraft in die Wurzeln - all das sind wiederkehrende Phasen zyklischer Prozesse, die auch wir Menschen auf verschiedenen Ebenen immer wieder durchlaufen. 

Wie es gelingen kann, die abenteuerliche Lebensreise durch alle Phasen hindurch gut zu bewältigen, immer authentischer zu werden und dabei innere und äußere Kraftquellen sowie die uns allen innewohnende Weisheit zu nutzen, steht im Mittelpunkt meiner Seminare. Die Natur lehrt uns und wir dürfen lauschen...

Und deshalb sollen die weisen Worte von Henry David Thoreau, der sich für zwei Jahre in die Wälder von Massachusetts zurückzog, um die menschliche Natur zu erforschen, von nun an mit zur Überschrift meines Blogs gehören:

"Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, 
ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. 
Und wenn wir das, was in uns liegt, in die Welt tragen, geschehen Wunder." 

Samstag, 27. August 2016

682 Jahre gelebtes Leben

Das Frauencamp in Heidekaten liegt nun bald eine Woche zurück und nach wie vor bin ich erfüllt von dieser besonderen Energie. Immer wieder blitzen Erinnerungen auf und bereichern meinen Alltag mit ihren Glanzpünktchen.

Mit 12 angemeldeten Frauen war das Camp schon lange ausgebucht und auch die Warteliste war gut gefüllt. Am Ankunftstag auf Martinas Hof in Heidekaten schritt jede Frau einzeln durch das rote Tor und wurde von uns - Martina, Alenka und mir - von Herzen willkommen geheißen. 

 
Und dann entfaltete sich ein Zauber, der nur entstehen konnte, weil alle ein gemeinsames Entwicklungsfeld kreierten. Bei 682 Jahren Lebenserfahrung - auf 15 Frauen verteilt -  kein Wunder, dass es so leicht gelang...

Viele Momente sind mir noch präsent - Momente voller Lachen und Weinen, Stille und Tönen, Gehen und Bleiben, Farben und Duft, das Bild eines wundervollen, sich ständig in Veränderung befindenden Himmels, der alles überspannte und uns einlud, es ihm gleich zu tun und dem inneren Fluss, der ständigen Wandlung zu vertrauen... 


...massierende Hände auf Kopfhaut und Schultern, das kalte Wasser der Regentonne nach einem wilden 5-Rhythmen-Tanz, das wärmende Feuer, das von den Frauen liebevoll genährt und unterhalten wurde und unser Essen garte...

Foto: Ramona www.jademond.de
...wundervoll dekorierte Frischkost...

 
Ich erinnere mich an Augenblicke tiefster Dankbarkeit, die Würdigung dessen, was um uns und in uns ist, die Ehrung unserer Weiblichkeit...

Foto: Ramona www.jademond.de

...die mit Blumenkränzen gekrönten Königinnen und ihre Blicke vom Thron hinunter in die Frauenrunde... 

Foto: Ramona www.jademond.de
Wie kostbar es ist, ein wahres Stück Lebensweg miteinander zu teilen - zugewandt und authentisch. Und weil ALLES eingeladen war, sich zu zeigen, erlebte ich diese Zeit mehr als reich, als nahezu vollständig.

Einmal mehr durften wir die Wahrheit des Satzes bezeugen: 
Was ist, darf sein - was sein darf, wandelt sich. 

Zum Abschied kreisten ZWEI Seeadler über dem Hof... Mehr geht nicht!

Aber ich kann Euch viel erzählen - jetzt kommen die Teilnehmerinnen zu Wort:

Ramona = www.jademond.de schrieb:  

„Das Camp war so reich. Reich an Erfahrungen, Erkenntnissen, Begegnungen, Schönheit. Reich an Liedern und Tönen, an Seelennahrung, an Gutem und an Dankbarkeit. Worte reichen hier nicht aus, um all das zu beschreiben, was ich in den letzten Tagen gesehen, gefühlt und erlebt habe. Ich habe ganz viel Zauber, Ja! und Stärke für mich mitgenommen. … Durch den ganzen Prozess wurden wir liebevoll angeleitet und begleitet von 3 Frauen…  Am Ende fuhr ich etwas wehmütig … aber sehr erfüllt zurück zu meinen Kindern. Mit dem Bewusstsein im Herzen, daß alles sein darf, zu jederzeit, auch gleichzeitig. Traurigkeit, Glück, Zweifel und Gewissheit, Hoffnung, Sehnsucht, Lebensfreude… alles gehört zusammen, alles gehört zu diesem wilden Lebenstanz. Ich rieche nach Feuer, schmecke nach Meer, habe sonnen- und windgegerbte Haut und Frieden im Herzen.“ 



Ramonas vollständigen Blogpost könnt Ihr HIER (KLICK) lesen...

Nadja schrieb: 

„Ich bin noch ganz erfüllt von den vielen Eindrücken, Gefühlen, Erlebnissen, Erfahrungen, die ich in den knapp 5 Tagen wahrnehmen durfte..... Das gemeinsame Hand-in-Hand-Arbeiten, das liebevolle Miteinander, das selbstverständliche sich zuständig Fühlen, war eine tolle Erfahrung. Ich habe z. B. das erste Mal in meinem Leben Holz gehackt und habe … erfahren, dass ich heute in der Lage bin, meine eigenen Grenzen zu überschreiten. …in der Jurte hatte ich genug Luft, es war …total angenehm, inmitten der anderen geborgen zu liegen und trotzdem das Gefühl zu haben, dass der eigene Freiraum nicht verletzt wird, da alle rücksichtsvoll miteinander umgegangen sind. Wenn ich mich zurückzog und für mich sein wollte, haben das alle irgendwie gespürt … und wenn ich wieder Teil der Gruppe sein wollte, habe ich mich einfach wieder dazu gesellt. Es gab so gar keine Bewertung, ich fühlte mich absolut frei in meinen Entscheidungen... TOLL..."

Regina schrieb: 

„Gern denke ich an die Tage zurück ... bin in einer Leichtigkeit und genieße die herrlichen Sommertage… Ich bin dankbar für die segensreiche und erfüllte Zeit mit allen Frauen. Liebevolle Energien waren die ganze Zeit über zu spüren, ein herzliches Miteinander, ein Geben und Nehmen. … Die lustigen Spiele nehme ich mit in die Kita…Ich sehe uns noch alle wild durcheinander laufen… Ihr habt die Zeit mit uns Frauen sehr gut vorbereitet und habt während der Tage Großartiges geleistet. Den ganzen Tag über wart ihr präsent für die Gemeinschaft und auch für jede einzelne…"
 
Ich freue mich darüber, dass das Frauencamp in eine Tradition hineinwächst. 2017 wird es bereits zum vierten Mal stattfinden und anmelden kannst Du Dich jetzt schon. Schreib' einfach eine Mail an jana.muchalski@web.de und ich merke Dich vor. Ja, auch der Termin steht schon: 17. bis 21. August 2017

Sonntag, 14. August 2016

Nun aber schnell...

...wenn Du dem Kunsthandwerkermarkt in Gostorf in MV noch einen Besuch abstatten willst. Er ist klein, aber fein. Bis heute abend 18.00 Uhr hat er noch geöffnet. 



Du kannst dort meine Freundin Stini mit ihren bemalten Steinen und Mandalas...


...treffen, Dir einen ihrer Steinfreunde mitnehmen, so wie ich es gemacht habe...


...oder Dir unter ihrer Anleitung selbst einen Stein bemalen. Das Foto ist grottig und unscharf, aber Stinis Strahlen will ich Euch nicht vorenthalten...


Natürlich kannst Du hochwertiges Kunsthandwerk und Kunst kaufen (z. B. Filz, Wolle, Kleidung, gemalte Bilder, Skulpturen, Leder- und Metallwaren, Getöpfertes, Papierwaren), aber auch schlemmen...

 
...an dehnbaren Stoffbahnen klettern und schaukeln, wie es mein Tochterkind tat...

...die Arbeit der Waldkindergärten kennenlernen und Dich mit dem Friedwald beschäftigen...


Mein ganz persönliches WOW ging an Ragna Reusch, eine Holzbildhauerin, die mich mit den Miniaturschnitzereien aus Zahnstochern so beeindruckt hat, dass ich lange Zeit nur UN-GLAUB-LICH vor mich hinmurmeln konnte. Und tatsächlich entstand vor unseren Augen unter Ragnas Händen mit einem kleinen Schnitzmesser eine Giraffe AUS EINEM ZAHNSTOCHER... 

 

Aber Ragnas Arbeiten beschränken sich nicht auf Miniaturen, auch mit Baumstämmen und einer Kettensäge ist sie vertraut. Un-glaub-lich!!!

Baumakrobatik, Puppentheater und ein Zauberer stehen heute noch auf dem Programm. 

Du findest den Markt auf dem Forsthof in 23936 Gostorf an der B105 in der Nähe von Grevesmühlen. Erwachsene zahlen 4,-€ Eintritt, Kinder bis 14 Jahren 2,- und Familien 6,-€.

Habt noch einen schönen Sonntag!

Montag, 8. August 2016

Aufblühen...

Ein wunderbar belebendes, genussvolles Kurswochenende liegt hinter mir. Noch immer bin ich erfüllt von den Farben, dem Lachen, der Begegnung mit sechs ganz unterschiedlichen, so einzigartigen Frauen. Und wie es immer ist, schaffen einzigartige Frauen einzigartige Blütenmandalas. 

Hier könnt Ihr sie alle zusammen sehen: 


Helga aus Nürnberg war bereits zum zweiten Mal hier und brachte diesmal Ulrike und Dorothea mit. Christina kam vom Chiemsee. Ingrid und Rita reisten über 1000 km aus Österreich an.

Habt Dank, eine gute Heimreise Euch allen und auf ein Wiedersehen!


Donnerstag, 4. August 2016

Das besondere Leuchten...

...der pflanzengefärbten Wolle überwältigt mich immer wieder neu! Was für eine Fülle!


Gerade verstaue ich die pflanzengefärbte Wolle, weil ich die Werkstatt für den am Wochenende stattfindenden Blütenmandala-Filzkurs vorbereite. Wieder reisen die Kursteilnehmerinnen von weit her an. Zwei Frauen kommen sogar aus Österreich. Eine gute Reise wünsche ich Euch! 


Falls Ihr Euch in der Dunkelzeit (schwer vorstellbar mitten im Sommer) mit Farbe, Zentrierung, Genuss und Kreativität beschenken wollt - im Dezember-Blütenmandala-Filzkurs gibt es noch zwei freie Plätze. Hier könnt Ihr Euch den Flyer anschauen: KLICK

Samstag, 30. Juli 2016

Jahreskreisfest Lammas, Lughnasad oder das Schnitterinnenfest...

Diese Worte schrieb Christine (KLICK) heute früh (wir feiern immer an einem Freitag, der in zeitlicher Nähe des Festes liegt) an uns alle: 

"Ihr lieben Frauen, ich bin immer noch tief bewegt von unserem gestrigen Zusammensein. So viel Liebe und Verständnis sind wieder geflossen. Und das Wäldchen hat uns so wundersam behütet. Wie freue ich mich über die besungenen Kräuter. Die Mitte war ein Traum, das Essen ein Genuss... das Kerzenlicht ist noch immer in mir präsent. Ihr seid alle so feinfühlig und großartig und wunderschön. Ich freue mich sehr auf unser Wiedersehen. Ich grüße und küsse Euch mit all meiner Liebe!"
  
Nachdem ich lange nicht mehr über unsere Jahreskreisfeste geschrieben habe, wird es Zeit, dem, was mich tief im Herzen erfüllt, auch hier im Blog wieder mehr Raum zu geben. Dazu gehört das gemeinsame Durch-das-Jahr-gehen unserer Frauengruppe mit Hilfe der Jahreskreisfeste. Es ist soooo heilsam, die Zyklen der Natur im Außen wahrzunehmen, um die inneren Zyklen leichter annehmen und verstehen zu können. 

Das Schnitterinnenfest - ein Mondfest zum abnehmenden Mond... 

Es ist das erste Erntefest im Jahr, markiert die Kornernte und bringt uns in Kontakt mit Fülle und Überfluss. So viele Früchte, die reif sind, Kräuter, die geerntet werden wollen und längst damit begonnen haben, Ihre Samenstände auszubilden. Damit erinnern sie uns daran, die Fülle im Moment zu genießen, aber auch vorzusorgen, Samen für die kommende Saat zu pflücken, um auch in Zukunft wieder ernten zu können. Von allem ist gerade viel vorhanden und will für kargere Zeiten haltbar gemacht werden. Wir sind aufgefordert, den Sommer in Form von Marmeladen und Gelee, Saft und Früchten etc. einzukochen, um auch im Winter genießen zu können. 

Die Zeitqualität dieser Phase zeigt uns jedoch auch, dass mitten in die Fülle hinein ein trennender Schnitt getan werden muss. Finden wir den rechten Zeitpunkt für die Ernte nicht, kann sie verderben. Das Abgrenzen und Nein-Sagen, das Beenden unguter Zustände und Situationen im Innen wie im Außen gehört ebenso in diese Zeit. Und so ist es nachvollziehbar, dass in der Redestabrunde, in der wir Frauen unser tiefstes Fühlen miteinander teilten, auch genau diese Themen auftauchten. Tränen durften fließen und versiegten wieder. Sie führten uns in das lebendige Strömen der Gefühle zurück.

Wir feierten das Fest im Wald inmitten eines Kreises aus hoch gewachsenen Bäumen. 


Zuerst schwärmten wir aus, jede machte sich mit diesem Naturflecken vertraut und sammelte schöne Dinge, mit denen wir gemeinsam unsere Mitte schmückten. 

 

Ich hatte rote und schwarze Tücher als Untergrund sowie eine Kerze in einer geschlossenen Laterne mitgebracht und vorher schon zwei kleine Ährengebilde gebunden, um das Korn als Grundlage für unser Brot zu würdigen. Mit Blättern, Farnspitzen, Ästen, Moos und Federn, Beeren und den schönen Schalen der Bucheckern komplettierte sich unsere Mitte und wurde immer schöner. Die Sonne sank...


Mit Salbei räucherten wir uns und die Mitte und mit einem kleinen Ritual verbanden wir uns mit den Himmelrichtungen und den zugehörigen Qualitäten und eröffneten den Kreis. Nach der so berührenden Redestabrunde gönnten wir uns die Bewegungsmeditation der vier Himmelsrichtungen mit den Schwerpunkten Zentrierung und Abgrenzung. Dabei wurde es dunkel.


Im Kerzenlicht holte anschließend jede Frau IHRE in Vorbereitung auf das Fest gesammelte und getrocknete Pflanze heraus und sprach über ihre Erfahrungen mit ihrem Kraut, wir gaben (fast) alle Kräutlein in eine Tüte, mischten sie durcheinander und stellten sie in die Mitte. Danach betönten und besangen wir sie aus dem Herzen und der Wald mit einigen seiner Bewohner sang mit, bevor sich jede Frau mit der speziellen Jahreskreiskräutermischung zum Räuchern versorgte. (Das Jakobskreuz- oder -greiskraut war auch dabei, wurde erforscht, hatte seine Berechtigung und besondere Bedeutung, kam aufgrund der Giftigkeit aber nicht mit in die Räuchermischung.) Inhalt unserer Mischung sind Klette, Schafgarbe, Lavendel, Johanniskraut, Frauenmantel, Labkraut und Salbei. Natürlich bedachten wir auch die beiden Frauen, die diesmal nicht dabei waren. 

Dann gab es ein köstliches Nachtmahl, bestehend aus Falafel, Rohmilch- und Ziegenkäse, einer mit Käsecreme und gegrilltem Gemüse gefüllten Fladenbrotecke für jede Frau, Süßkartoffelchips und veganen Pizzakartoffeln. 

Zum Abschied und Dank ließen wir die beiden Kornährengebilde im Wald zurück. Inzwischen war es Nacht geworden...