Als ganz herzliches Dankeschön für Eure vielen Kommentare zu den letzten Posts zeige ich Euch jetzt, wie ich Stöckchen einfilze.

Juliane und Anu - ich kann verstehen, dass es Euch gefällt. Diese feine Kleinigkeit, die man mit vielen Menschen und vor allem auch mit Kindern gemeinsam tun k
ann, ist gleichzeitig ein achtvolles Umgehen mit dem, was die Natur uns schenkt. Bei Dir, liebe Rabentochter, eignet sich das auch von mir geliebte Schwemmholz ebenfalls wunderbar zum Einfilzen bzw. zum teilweisen Einfilzen. Natürlich funktioniert es auch mit gefallenen Stöckchen aus dem Wald, mit kleinen Astgabeln oder mit dem Heckenschnitt aus dem Frühjahr.
Meine Holzschenkerin ist die Korkenzieherhaselnuss aus dem Garten…

Dieses wundersam verschlungen gewachsene Holz musste ich nach dem nötigen Rückschnitt im Frühjahr einfach aufheben. Später schnitt ich es in handliche Stücke und verwahrte sie bis zum Gebrauch. Hier kamen sie bereits zum Einsatz…

Es empfiehlt sich, eventuelle Knubbel mit der Rosenschere abzuschneiden. Da die Wolle sich beim Filzen zusammenzieht, neigen sie ansonsten dazu, sich wieder hervor zu schummeln. Außerdem stören sie das sinnliche Erleben beim Filzen.



Die von mir verwendeten Materialien sind Reste von Vlieswolle, Kammzug, Vorfilzen und Garnen. Als Hilfsmittel braucht man eine Schale mit Seifenlauge, ein Stückchen Gardine oder Fliegengitter und Seife.

Im ersten Schritt wird Vlieswolle dünn auseinandergezupft…

…und zum Einwickeln des Stöckchens benutzt.

Diese Wolle filzt sehr schnell und hilft dabei, den “Schmuck” durch Garn etc. festzuhalten. Besonders Kindern ermöglicht diese Arbeitsweise ein recht schnelles Erfolgserlebnis. Hier das mehrfarbig vorbereitete, noch trockene Stöckchen…

Jetzt wird es geschmückt. Ich teile Kammzug in feine Streifen und wickle sie um das Stöckchen. Mit Garnresten mache ich es ebenso…


Ist mein Stöckchen so, wie es sein soll, nutze ich ein Fliegengitter, hänge mir einen Schenkel des Stöckchen dort hinein…

…tauche es in die warme Seifenlauge und beginne reibend zu filzen. So ist die Gefahr gering, dass mein “Schmuck” wieder abgeht. Aber Vorsicht – es geht recht schnell, dass die Fasern eine erste Verbindung eingehen und dann kann bereits ohne Fliegengitter weiter gefilzt werden. Und das fühlt sich gut an…

Fertig ist das Filzstöckchen, wenn sich die Wolle als zweite Haut ganz eng um das Stöckchen schmiegt und sich nicht mehr verrücken lässt. Dann sollte die Seifenlauge ausgespült werden, ich drücke das Stöckchen in einem Handtuch aus und lasse es trocknen. Voila…


Beim Tanz- und Filzfest am 1. Mai bei Martina in Heidekaten war das Stöckchenumfilzen meine Mitmach-Aktion, die so gut angenommen wurde, dass der Tisch fast zu klein und immer voll war…


Viele viele bunte Stöckchen entstanden dort. Hier ein kleiner Teil davon…

Euch viel Freude beim Filzen und noch einen schönen Sonntag!
Herzlich
Jana