Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ranunkelzeit und Überraschung

Damit es hierbei Fortschritte geben kann, bestellte ich bei Melanie weitere Ranunkelkammzüge. Jetzt sind sie eingetroffen, sehen einfach umwerfend aus und fühlen sich auch so an. Seht selbst:

Ranunkelzeit

Mit im Paket befand sich dieses schon von außen schön anzusehende Päckchen mit einem lieben Gruß:

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Ausgepackt und hineingelugt, zeigte sich das hier…

Was

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…ich bin sprachlos…

Was für eine Freude! Liebe Melanie, hab ganz ganz HERZLICHEN DANK! So ein wunderschönes Geschenk… Ich werde es ehren und ganz oft tragen und was das Allerfeinste ist, es passt zu meinem Herbstmantel, als sei es genau dafür gemacht. Schaut selbst:

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So etwas nennt man “Zufall” …Zwinkerndes Smiley

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Indigo 4 – Überfärben

Die Indigo-Experimente gehen weiter. Hier die Ergebnisse der letzten Färbesession:

Indigo-Überfärbungen

Indigo-Überfärbungen2

Das waren die Gelbtöne, die in der Küpe landeten:

Gelbtöne zum Überfärben

Erstmals habe ich auch verstanden, warum es manchmal nötig ist, mit einer schwachen Indigoküpe zu arbeiten: Gerade bei Überfärbungen gibt es feinere Abstimmungen und nuancenreichere Ergebnisse. Zum Vergleich habe ich hier eine Cochenille-Färbung einmal in einer starken Hydrosulfitküpe und einmal in einer schwächeren Fermentationsküpe überfärbt. In der Mitte seht Ihr die Ausgangsfarbe:

Indigo-Überfärbungen

Und das hier ist meine Lieblingswolle: Reine Wolle, zweifädig, weich, mit ca. 300 m Lauflänge auf 100 g.

mit Indigo überfärbt

Die beiden Stränge links überfärbte ich ebenfalls mit Indigo, weil mir die Braunfärbung mit Walnussblättern zu fremd erschien und die Apfelbaumrindenfärbung zu knallig war. Nun lassen sich alle fünf Stränge harmonisch miteinander verarbeiten. Hier ein Vorher-Bild:

pflanzengefärbt

Die anderen drei Stränge wurden mit Schilfblüten (grün) und mit ganz junger Blutpflaumenrinde (Grau und Rauchblaugrau) in zwei Zügen gefärbt.

Indigo 3 – Überfärben

Zum ersten Mal ist mir ein pflanzengefärbtes Schwarz gelungen. Das freut mich sehr, denn ab und an ist ein klarer Kontrastgeber ganz schön. Vor dem Überfärben in der Indigo-Hydrosulfitküpe hatte ich das Garn mit grünen Walnussschalen dunkelbraun gefärbt. Leider habe ich die Wolle vor den blauen Tauchgängen nicht fotografiert.

Walnussschalen-Indigo-Färbung = schwarz

Das Himmelsfoto passend dazu…

Himmel32

Montag, 8. Oktober 2012

Geliebtes Mecklenburg – geliebter Herbst

Herbst

Jetzt, da es zu stürmen beginnt, zieht es mich unbedingt hinaus. Ich mag es sehr, mich so richtig durchpusten zu lassen, die schnell ziehenden Wolken am Himmel zu beobachten, von denen ich so viel lernen kann. Nicht umsonst beobachte und fotografiere ich momentan täglich Wolken in so unterschiedlichen Formationen – immer sind sie veränderlich und in Bewegung. Egal wie gewitterschwer und grau sie sich zeigen, gewiss ist - der blaue Himmel liegt dahinter.

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Mit all meinen Sinnen genieße ich die Herbst-Schätze. Hier ein kleiner leckerer Apfel, den mir ein Baum vor die Füße legte. Ich teilte ihn mit zwei Pferden, ungestüm und schwarz, mit glänzendem Fell und nicht zu fotografieren,

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…ließ den Blick über mein sanft gehügeltes Heimatland in die Ferne schweifen. Mit dieser Landschaft und dem nahen Meer fühle ich mich tief verbunden.

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…bewunderte die Schönheit dessen, was direkt vor meinen Füßen und Augen war…

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…besuchte den Wald, sang mit dem Wind und den Bäumen…

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Tönen und Singen… Auch damit lerne ich. Wenn ich allein in der Natur unterwegs bin, im Wald oder an der Ostsee, passiert mir das Singen einfach. Erst kommt ein Ton aus meiner Kehle, wird zu einer kleinen Melodie, die sich wiederholt, leicht verändert, in eine neue Tonfolge wandelt. Vielleicht bleibt es auch ein Ton, der leise beginnt und lauter wird und wieder leiser und im nächsten Moment vergeht, Raum gibt für neue Töne, neue Klänge und Geräusche, die ebenfalls vergehen. Manche Töne passen sich an den Rhythmus meiner Schritte an, andere verlangen ein Innehalten und Augenschließen. Und jeder Ton ist an das Ausatmen gebunden. Ohne Atem, ohne ein Sichverströmen, ohne zu geben und zu nehmen, wieder zu geben und so fort, ohne loszulassen und sich dem Fluss zu überlassen, gibt es ihn nicht – den spontanen Gesang. 

Tönende Schlussszene aus “Wie im Himmel”

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Und ich singe mit den Dingen…

Sonntag, 7. Oktober 2012

Klein, aber bedeutsam…

…ist dieses Rassel-Ei. Wofür bedeutsam; das werde ich hier nicht laut sagen. (Letztlich sind alle Dinge ohnehin nur so bedeutsam, wie wir sie sein lassen…) Dieses Ei macht jedenfalls Geräusche. Auch rhythmische, wenn man will.

Rassel-Ei2

Es passt in eine Jackentasche und liegt gut in der Hand.

Rassel-Ei3

Inzwischen allerdings nicht mehr in meiner; denn ich habe es verschenkt.

Rassel-Ei4

Rassel-Ei1

Liebe Ch., ich winke Dir zu und bin in Gedanken oft bei Dir.

Samstag, 6. Oktober 2012

Ein Regenbogen aus der Dornröschenwolle-Werkstatt

Ein sanfter Regenbogen

Als ich diesen Wolle-Seide-Kammzug in den Händen hielt, wusste ich sofort, dass ich daraus ein feines Garn spinnen (über die Hälfte ist auch schon fertig gesponnen) und einen Schal oder ein Tuch quer stricken werde – sozusagen einen Regenbogen, der sich über die Schultern legt. Danke, liebe Christine!

Weniger sanft, dafür umso farbstärker zeigen sich diese Wollstränge, die ebenfalls aus den Färbetöpfen der Dornröschenwolle-Werkstatt kommen.

DornröschenWOLLE

Angestrickt mustert die Sockenwolle mit dem Namen “1. Hoffest”…

Sockenwolle - Hoffest

…bei 64 Maschen auf 2,5er Nadeln so:

Hoffest angestrickt

Das werden Sohnsocken, denn so richtig bunt besockte  Füße tragen gut durch die dunklere und kältere Jahreszeit.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Aus der Wunde in die Kraft…

Heute ist mein wieder erster Arbeitstag nach vierwöchiger “Pause”. Das will ich zum Anlass nehmen, einige Worte zu schreiben…
So wie es die letzten drei Jahre ging, geht es nicht mehr und soll es auch nicht mehr gehen. Ich hielt trotz der Entlassung meiner Kollegin bis auf minimale Abstriche an einem Stundenplan fest, der von einem Menschen eigentlich nicht zu leisten ist. Damit habe ich versucht, mit meiner Arbeit etwas für sehr wertvoll Befundenes aufrecht zu erhalten, habe außerdem den Abschied von einer längst vergangenen Situation vermieden und mich der stetigen Veränderung entgegengestellt. Es ist ein wenig so, als hätte ich alle Energie in mir aktiviert, um möglichst lange gegen den Strom zu schwimmen. Meine Erschöpfung kam nicht von ungefähr. Aber ich nehme die Botschaft des Arbeitsunfalls ernst und habe in den letzten vier Wochen verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung genutzt.
Nach einem hilfreichen supervisorischen Telefongespräch malte ich dieses Bild…
Supervision
Danke, Frau Rohwer!
Ich sprach mit meinen Schwestern und Freundinnen, nutzte zwei ganz verschiedenartige Seminare, um mich mit meiner Thematik auseinander zu setzen. Dadurch habe ich “das Problem” auch von vielen verschiedenen Seiten aus betrachten können.
Zusammenfügend und entscheidend war eine exemplarische Einzelarbeit im Rahmen der Ausbildung zur Kreativen Traumatherapeutin mit Gabriele Frick-Baer.
Jetzt kann ich sagen, ich habe mit meinem ganzen Leib verstanden, WARUM ich noch immer mit 200% gearbeitet habe und warum ich es – obwohl mein Kopf es doch schon so lange wusste – bis jetzt nicht aufgeben konnte. Und ich habe tiefes Mitgefühl und Verständnis für mich selbst.
Aus der Wunde in die Kraft... (2)
 
Weil jede Erkenntnis nur Wert behält, wenn sie praktische Konsequenzen für den eigenen Alltag hat und Integration findet, habe ich mich entschieden, einiges zu verändern. Da ich das jedoch erst mit meinen Chefs besprechen muss, werde ich mich hier noch bedeckt halten und es dann erzählen, wenn die Veränderung einen konkreten Termin bekommen hat.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Indigo 2 und Himmelszauber

Gefärbt

Damit sich diese Gelbfärbungen…

Gelbtöne

…in die ganz oben gezeigte Farbreihe einfügen, überfärbte ich sie in der Hydrosulfitküpe. Das ist das Ergebnis:

...wurden zu Blau-Türkis-Grüntönen

Die folgenden Stränge Sockenwolle färbte ich auf die gleiche Weise in vier verschiedenen Blaustufen…

Sockenwolle gefärbt mit Indigo

Da ich das Himmelsblau gerade erst für mich entdecke, sind das genau die Farbtöne, die in meinem pflanzengefärbten Regenbogen immer unterrepräsentiert waren. Schön, dass sich das jetzt ändert und der Farbkreis vollständig ist.

Einen Himmelszauber der anderen Art konnte ich gestern erleben. Bevor der volle Mond leuchtete…

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…färbte die untergehende Sonne den Himmel ein. Das war sicher auch ein Geburtstagsgeschenk für Dich, Tanja!

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Samstag, 29. September 2012

Indigo oder ein Stück vom Himmel

Schon vor längerer Zeit hatte ich mich für Ulrikes Indigo-Online-Färbekurs angemeldet und mich sehr darauf gefreut. Die einzige Küpe, die bei mir vor Jahren funktioniert hat, war eine Urinküpe nach einem Rezept aus Dorotheas Färbebuch. Ansonsten kam ich über blasses Babyblau einfach nicht hinaus. Allerdings habe ich jetzt erst – dank Ulis ausführlicher Anleitungen per Video und PDF – das dahinter liegende Prinzip verstanden. Ich wusste zwar, Indigo ist nicht wasserlöslich und die Färbungen funktionieren über “Reduktion – Oxydation”. Das war’s dann aber auch schon.

Aufgrund meiner vielen Baustellen kam ich innerhalb der Kurszeit leider nicht zum Färben. Jetzt, da mein Arm nach und nach wieder mehr belastet werden kann und soll, ich aber noch immer zu Hause bin, konnte ich es endlich wagen und die ersten Vergleichsfärbungen anstellen. Hier seht Ihr Stoff-, Garn-  und Faserpröbchen, die ich mit Hilfe der Hydrosulfitküpe färbte. Es war und ist eine Freude…

Vergleichsfärbungen Indigo Hydrosulfitküpe

…und wirklich faszinierend, wie unterschiedlich die verschiedenen Fasern die Blautöne annehmen.  Fast ein wenig, als würde das Indigo die Eigenart einer jeden Faser ganz besonders würdigen und zur Geltung bringen. Und weil es so schön ist, kommen nun noch ein paar Detailfotos…

Leinen Indigo Hydrosulfitküpe

Baumwollmull Leinen

Leinen Wildseide

Chiffonseide Wildseide

Wolle Leinen

Freitag, 28. September 2012

Herbst Tag- und Nachtgleiche

Das Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht, dieser eine, nur kurz andauernde Moment der Ausgewogenheit – ein Anlass zu feiern. Der Herbst leuchtet mit aller Farbkraft, beschenkt uns mit Früchten und Blüten und Farben und besonderem Licht, bevor er sich später dem Nebelgrau ergeben wird. Dann gewinnt die Nacht an Zeit und Raum. Es wird jetzt schon später hell und deutlich früher dunkel.

Mitte Herbst Tag-und-Nachtgleiche

Wir Frauen trafen uns wieder bei Martina in Heidekaten, begaben uns nach der Begrüßung und der gemeinsamen Gestaltung der üppigen Mitte im Sinne von Dankbarkeit und Fülle auf einen Schwellengang oder medicine walk. (Dieses höchst wirksame Heilwerkzeug lernte ich im Mai dieses Jahres in Lübeck während des Seminares “Die Herzenskriegerin” mit Cambra Skade kennen. Dort erlebte ich meinen ersten Medizin-Gang und war tief berührt.)

Jede Frau ging mit ihrer Aufmerksamkeit kurz nach innen und fand dort ein persönliches Thema, in dessen Zusammenhang es gerade an Gleichgewicht mangelt. Mit der Fragestellung: Was ist hilfreich, um in die Ausgewogenheit zu kommen? übertrat jede Frau ihre gewählte Schwelle und ging für eine halbe Stunde allein und schweigend hinaus in die Natur, um symbolhafte Antworten zu bekommen. Antwort kann alles sein. Begegnungen mit Dingen, Menschen, Pflanzen, Tieren, Bildern, Situationen im Außen. Ebenso aber auch auftauchende Gedanken, Gefühle, Körpersensationen, Stimmungen, Erinnerungen im Innen. Wichtig ist, dass jede Frau ihren Weg auch zurück geht und zum Abschluss der Reise wieder die Schwelle übertritt. Jede Frau wurde fündig… Wir schlossen mit einer Runde an, in der die Erlebnisse geteilt werden konnten…

…und sangen ein Herbstlied.

Zu einem Fest gehören natürlich immer auch die kulinarischen Genüsse. Es gab rohköstliche Wraps…

Rohkost Wraps

…Bohnensalat von Yin-Yang-Bohnen, die am Vormittag noch in Utas Garten wuchsen…

Bohnensalat

…dampfende Kürbissuppe…

Dampfende Kürbissuppe

…Schmorgemüse mit Hackbällchen und Tomaten-Mozzarella-Basilikum-Oliven-Spieße…

Mozarella-Tomaten-Oliven-Basilikum-Spieß

…als Nachtisch getrocknete Ananas und ebenfalls rohkostliche gefüllten Zwetschgen…

Gefüllte rohe Zwetschgen

Bis zum nächsten Fest, Ihr lieben Frauen! Wir sehen uns zu Samhain. Dann ist das Jahr rund und wir sind einen ganzen Zyklus miteinander gegangen.