Donnerstag, 14. Mai 2009

SkulpTOUR - Ein Rückblick

Diese Skulptur aus Pflaumenholz mit dem Titel UMARMUNG ist mein sichtbarstes, aber keineswegs das einzige Ergebnis unserer aktiven  Urlaubswoche bei SkulpTOUR.

Dreimal fertig

Draufsicht

Auf dem unteren Bild sah das Holzstück, das ich mir aus dem umfangreichen Holz-Fundus aussuchte, noch recht unscheinbar aus und brauchte viele, viele Stunden intensiver Zuwendung... Ich arbeitete vorwiegend mit Stecheisen und Klüpfel, aber auch die Flex und eine elektrische Feinsäge durften an das Holz. Nach der Formgebung wurde geglättet - Raspeln, Zieheisen und Schleifpapier kamen zum Einsatz.1 Ausgangsmaterial

Zu den anderen Ergebnissen der Woche zähle ich eine Vielzahl kleiner, ganz wundervoller Momente... Mein tägliches frühmorgendliches Joggen durch die mir unbekannte Gegend, Sonnenaufgänge und Glockengeläut auf dem Berg mit dem Blick auf die ganze Stadt, ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit allem, der mittägliche Zehnminutentiefschlaf und der anschließende Espresso von Gaby, die kurze Begegnung mit Roland Köpfer (ein in sich ruhender, stille Heiterkeit ausstrahlender, mir sehr sympathischer Mann), die genauso kurze Begegnung mit einem von ihm geschaffenen, noch unvollendeten Eiben-Kunstwerk, das auf Anhieb mein Herz eroberte, Karlheinz liebevoll von seinen "Babys" sprechen zu hören (er meinte die Ausstellung vieler Teilnehmerkunstwerke im Kuhstall anlässlich der offenen Tür-Tage), von Gaby zubereiteter Spargel mit Kochkäse, das Geburtstagsständchen eines Sprossers, die besondere Glückwunschkarte mit Babyschuhen, der Winzlingskuchen mit dem einen Licht und die Umarmungen zu meiner Geburt (ich hatte das Formular versehentlich mit dem 06.05.2009 anstatt 1966 ausgefüllt)...

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Jedenfalls war die Woche im Nu vorbei und der besonders schnelle Flug der Zeit ist ein sicheres Indiz für Lebendigkeit, Echtheit und Genuss... Deshalb auch an dieser Stelle ein ganz herzliches DANKE an Karlheinz und Gaby für die Projektidee, für das Zurverfügungstellen des sicheren "Spielraumes", die herzliche Atmosphäre, das kulinarische Rundumverwöhnen, die Unterstützung, das Gelassenwerden, die Akzeptanz, das Lachen. Ein DANKE auch an Elke, Helmut und Rainer.

1,2. sechs

Es war schon erstaunlich, wie schnell ich mich als Teil dieser kleinen Gruppe fühlte und so etwas wie eine "gemeinsame Identität" wahrnahm. Elke ließ mich an einen zarten bunten tropischen Schmetterling denken, auf dessen Flügeln die Kämpfe des Lebens Spuren hinterließen. Spätestens wenn ich die hessische Mundart höre, wird das Original Helmut mit seinem ganz speziellen Humor in meinen Gedanken sein. Tränen habe ich lachen müssen!!!

SkulpTOUR Mai 2009

Bereits am Sonntag zu den Tagen der offenen Tür betraten wir erstmals den Boxheimerhof, auf dem sich Dr. Karlheinz Köpfer und seine Frau Gaby eingemietet haben. Mit ihrem Projekt SkulpTOUR gehen sie in diesem Jahr bereits in die dritte Saison. Karlheiz war in seinem „ersten Leben“ Manager und Geschäftsführer, der mit Zahlen jonglierte und nach einem beruflichen Einschnitt mutig genug war, zur eigenen Identität eine weitere Facette hinzuzufügen. Er gab dem Schöpferischen in ihm eine lautere Stimme und wendete sich dem Holz zu. Aus dem Gedanken „Was mir gut tut, muss eigentlich auch anderen gut tun…“ entstand die Idee zu SkulpTOUR. Als wir am letzten Abend auf dem Heppenheimer Marktplatz in der Kneipe saßen und ich Karlheinz zuhörte, berührte mich am meisten das Wunder, das aus seinen Augen sprach. Ja, über die Arbeit mit einem Material (Welchem auch immer!?) begegnen die Menschen sich selbst und als Anleiter/Begleiter kommt man unweigerlich den Menschen nah. Dabei sind sowohl das Material als auch der schöpferische Prozess die Katalysatoren, die tiefe (Selbst-)Begegnung ermöglichen. Wer also Lust hat, sich etwas wirklich Gutes zu gönnen, dem kann ich aus ganzem Herzen einen Besuch bei SkulpTOUR empfehlen. Übrigens sind solche Grundannahmen wie "Ich bin nicht kreativ!", "Ich hab keine Ahnung von Holz!", "Mir mangelt es an Ideen!" keine wirklichen Argumente, die eine SkulpTOUR-Zeit verhindern sollten... Das Holz und Karlheinz sind auf Eurer Seite und unterstützen Euch beim Finden des eigenen Kunstwerkes, das längst schon im Holz auf Euch wartet. Und um Euch so richtig Lust zu machen, hier noch ein "kleiner" Bilder-Exkurs:

2 Entrinden

Natürlich hat die Färberin in mir sich über das schöne Material gefreut und die Pflaumenholzrinde gesammelt.

2.1. Färbematerial Rindenbast

Rainers Pflaumenholzwurzel vor der Bearbeitung... (Nebenbei bemerkt - wir verarbeiteten unabhängig voneinander beide Pflaume vom gleichen Baum...)3 Ausgangsmaterial Rainer4 Formfindung

Lagebesprechung, Einweisung und in Aktion:

1.1. Karlheinz und ElkeTag 1 (10)Tag 1 (23)Tag 1 (31)IMG_6648Tag 3 (16)

Genauso wichtig wie die Arbeitsphasen sind genügend und erholsame Pausen. Wir wurden von Gaby auf's Köstlichste mit Frühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen versorgt.

Tag 4 (41)

Und hier einige Impressionen unserer wilden oder bereits gezähmten Holzschönheiten in unterschiedlichen Verarbeitungsstadien...

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6 Formfindung

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Performance Helmut oder "Eine Eichenwurzel wird zur Lampe"...

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Tag 3 (8)

Tag 4 (46)

Tag 4 (65)

Tag 4 (63)

Tag 4 (64)

Unser Holz am letzten Tag:

Tag 4 (89)

Tag 4

Tag 4 (81)  Tag 4 (85)

Tag 4 (78)

Samstag, 2. Mai 2009

Auf leisen Sohlen...

...aber keineswegs  barfüßig, sondern gut bestrumpft, bin ich in eine internetarme Zeit davongeschlichen, aus der ich heute nur ganz kurz auftauche, um mich hochoffiziell in den Urlaub abzumelden, den Rainer und ich bei Dr. Karlheinz Köpfer und SkulpTOUR - creative wood working verbringen werden. Vorher gibt's jedoch einige Sockenfertigungsbilder... Den bunt gesprengselten Kammzug nannte ich "Konfetti". Verarbeitet haben jedoch weder Garn noch Socken irgendetwas mit "Konfetti" zu tun. Nichtsdestotrotz...

Konfetti verstrickt

Konfetti KnäuelKonfetti SingleKonfetti Kammzug

Einen Superwash-Kammzug mit Nylon-Beimischung bekam ich von Ingrid und Martina geschenkt und färbte ihn so...

Kammzug Superwash Nylon gefärbt

Hier versponnen und zum Zweifachzwirn verarbeitet:

Sockenwolle handgesponnen Superwash Nylon

Und verstrickt:

Färbe-Spinn-Stricksocken 1  Euch wünsche ich einen wundervollen Wonnemonat Mai! (Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt OHNE Spinnrad und textile Vorhaben verreist bin...)

Montag, 20. April 2009

Verwandler Nr. 3

Mit diesem Bild der ausgelegten Wolle für den Verwandler Nr. 3 wünsche ich Euch einen guten Start in die neue Woche und bedanke mich ganz herzlich für die vielen Kommentare zu den letzten Einträgen. Nicht wundern, dass ich momentan ein wenig schweigsam bin - die Prioritäten liegen gerade anders.

Verwandler 3 ausgelegt

Dienstag, 14. April 2009

Grün! Zeig mir Dein Grün!

Das war Ellens Aufruf, mit dem sie den 4. Kreativtag einläutete. Ich tat mich schwer, ausschließlich zu GRÜNEN. Mein GRÜN verlangte in jeder Variante nach komplementärem Rot, als sei es erst dann vollständig. Und so habe ich gemalt, gefärbt, gesponnen, aber all das war es nicht… Und obwohl ich mir mit diesen feinen Filzmatten (40x40 cm) variable Plätze im Grünen geschaffen habe,

Platz im Grünen

ist auch das nicht mein wirklicher Beitrag. Richtig klar wurde mir das jedoch erst gestern, nach einem aktiven und filzintensiven Osterwochenende, als ich allein in der Mittagssonne auf der Wiese am See lag, die Wange direkt auf der Erde, den Blick auf die Gänseblümchen gerichtet. Das ist mein Beitrag:

Gänseblümchen

Weg vom TUN hin zum SEIN!

Samstag, 11. April 2009

Filzsitzkissenostereier

Sitzkissenostereier im Gras

Mit diesen im Gras versteckten Ostereiern wünsche ich Euch

FROHE OSTERN

mit genügend Zeit und viel Sonne!

Sitzkissen Bubbles Rottöne

Sitzkissen Bubbles Blaugrünttöne

Diese Sitzkissen haben einen Durchmesser von 58 cm, sind wahlweise als Sitzteppich oder -kissen zu verwenden und fühlen sich unter dem Hintern einfach fantastisch an (sagt UNFUG, der gestern Trampolin-Springen war und gar nicht genug davon bekommen konnte...)...

Donnerstag, 9. April 2009

Spinnviren zu streuen...

...gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Also hatte ich am vergangenen Wochenende wieder einmal Besuch. Kerstin und Anett reisten aus Magdeburg an, um das Spinnen am Spinnrad zu lernen. Dass sie es lernten, beweisen diese Fotos mit den selbst gesponnenen Schätzen:

Anett mit Fixundfertig Kerstin mit Baby

In den nötigen Spinnpausen lernten die beiden auch, wie Rohwolle sortiert und gewaschen wird. Am nächsten Tag, als die gewaschene Milchschafwolle trocken war, wurde kardiert. Eine Eintopffärbung passte mit Müh und Not auch noch in den viel zu knapp bemessenen Zeitplan, der ohnehin nicht eingehalten wurde. Auch musste ich mich mächtig ins Zeug legen, um Kerstin und Anett vom Durchspinnen der Nacht abzuhalten. ;)) Hier noch einige Bilder und  von uns Dreien gesammelte Worte und Sätze, die an das schöne und intensive Wochenende erinnern sollen.

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8  mein bein wackelt so... hund will ich nicht verspinnen... aus der hüfte spinnen... ich könnte mich vom spinnen ernähren... guck mal, was in meinem körper los ist... eierlikörkuchen... türkischer kaffee... gut-sucht... spinnmarathon... fix und fertig... ingrid... lolli... lämmchen... loslassen... mutter und tochter und mutter und tochter und tochter und mutter... lachen... orient und wilde trommeln... wolllagerneid... nina und ihre schönen geraden zähne... grüner spargel... wiederkommen...

Samstag, 4. April 2009

Warum UNFUG?

UNFUGWenn ich etwas als UNFUG bezeichne, bewerte und verurteile ich nicht nur, sondern lehne dieses Etwas ab und stufe es als „nicht akzeptabel“ ein. Mein UNFUG-Mantel hingegen soll ein Plädoyer für gegenteilige Werte sein, für Werte, die in meinem Leben immer stärker an Bedeutung gewinnen.

AKZEPTANZ ist eines dieser Zauberwörter. Da ich meine Neigung zum Absoluten kenne (Bsp: Ich verwende kein Plastikgarn ;)) habe ich bewusst Poly-Fransengarn für den unteren Abschluss eingesetzt. Urteile trennen. UNFUG hingegen schafft VERBINDUNGEN. Er besteht aus allen möglichen und unmöglichen Zutaten. Ich will versuchen, sie aufzuzählen: Australmerino in Knallfarben, Schwarz und Weiß, Gotlandwolle und –löckchen, Mohair, Hundewolle, Glitzer, Baumwollfaden, Designergarn, Seide, Nähgarn, Wensleydale, Baumwolle, Viskose-Fransengarn, geschmurgeltes Paillettengarn, Schäfchengarn (unkardiert versponnene Löckchen)… Alles begann mit meiner Restebox, in der ich Faserfitzelchen sammelte, die vom Filzen übrig blieben. Ich spann daraus ein wild-buntes Singlegarn und so entwickelte sich UNFUG weiter.

UNFUG und Lieblingsärmel

Gestrickt wurde er als Raglan von oben nach dieser Seite. Wie schwer er letztendlich ist, wie viele Meter Garn ich verstrickte, kann ich nicht sagen. Er war ein Garnfresser und er ist sehr schwer. Aber vermutlich ist es nicht die Schwere allein, die dafür sorgt, dass ich mich von UNFUG umhüllt so wohl fühle. Es ist mehr…

Es ist die selbst gegebene Erlaubnis des Aus-der-Reihe-Tanzens (wobei der Schwerpunkt auf dem Wort TANZEN liegt), indem ich Dinge tue, die „man nicht tut“, die jedoch dafür sorgen, bunt und kontrastreich, eben wach und lebendig zu bleiben, das Leben zu genießen, immer wieder einen Schritt aus der alltäglichen ausgetretenen Spur zu wagen, Gewohnheiten zu hinterfragen und aufgeben zu können, ohne auf Rituale zu verzichten. UNFUG „trägt auf“, UNFUG fällt auf, UNFUG betont mit einer Fransengarnreihe Brust und Po, UNFUG ist ein wenig eine Hommage an die 70er… Trägt man mit fast 43 einen Hippiemantel? Tut man nicht ;))

UNFUG mit Kragen

UNFUG soll mich auch immer daran erinnern, dass die Worte „aus Fehlern lernt man“ sich zwar wie ein erhobener Zeigefinger aus Schulzeiten anhören, aber letztlich ein wunderbares Phänomen benennen. Wie oft entstand aus einem Missgeschick eine besonders schöne Idee?! Für UNFUG habe ich Garn, das ich von der Spule schneiden musste, weil ich den Anfangsfaden verloren hatte und nicht wieder fand, einkardiert und zu einem ganz besonderen Garn versponnen. Und so will ich Dinge ansehen, die erstmal wie ein Unglück oder Missgeschick aussehen… Hoffentlich vergesse ich das nicht wieder! Also – man trage UNFUG ein Stündchen am Tag! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! (Manchmal sind auch Kollegen ganz hilfreich ;))

Unfug Rückseite

Freitag, 3. April 2009

Unfug...

... badet in der Waschmaschine...

Ich saß bibbernd davor und wartete und wartete. Er hat es überlebt ;)

Donnerstag, 2. April 2009

Verwandler Nr. 1...

...ist fertig. "Verwandler" deshalb, weil dieses Ding nicht nur eine Bestimmung hat, sondern seiner wahren und wirklichen Aufgabe erst von der späteren Besitzerin zugeführt werden kann. Wäre er mein Verwandler, trüge ich ihn um die Hüfte als Cacheur. Allerdings taugt er auch als Wandbehand, Türschmuck oder Tischläufer. Hier der Beweis:

Verwandler 1 fertig