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Freitag, 5. April 2019

Von der Raupe zum Schmetterling - Transformation in der Persönlichkeitsentfaltung, -entwicklung und Heilung

 
Gerade schrieb ich die vierte einstimmende und einladende Email an die Frauen meiner Jahresgruppe. Und weil ich persönlich die Transformation von der Raupe zum Schmetterling so inspirierend finde und davon überzeugt bin, dass genau diese Prozesse auch unsere innere Wandlung beschreiben - wieder und wieder und wieder - will ich zu diesem Lieblingsthema auch hier im Blog schreiben.

Von der Raupe zum Schmetterling...
 
Was geschieht eigentlich während dieser Transformation? Das Stadium der Verpuppung der Raupe erzählt davon, dass Umwandlungsprozesse tief im Inneren beginnen und äußerlich noch nicht sichtbar sind. Im Außen findet erstmal eine Verdichtung und oft auch Verhärtung statt. Innen jedoch lösen sich die alten Strukturen der Raupe langsam auf. Gleichzeitig bildet sich das Neue heran. Im Inneren der Puppe entstehen völlig andersartige Zellen - sogenannte Imagozellen, die das Bild des zukünftigen Schmetterlings bereits in sich tragen. Raupe und Schmetterling sind völlig unterschiedliche Geschöpfe. Deshalb erkennt die Raupe die Imagozellen nicht als etwas Verwandtes und nicht als begrüßenswerte Weiterentwicklung, sondern bewertet DAS NEUE als schädlich. Und aus Sicht der Raupe ist es das auch, denn es bedroht wahrhaftig ihre Existenz. Ihr Immunsystem wird aktiv und bekämpft die Imagozellen. Die hingegen haben es auch nicht leicht und manchmal gelingt sogar die Vernichtung der ersten Generation dieser so besonderen Zellen. Und doch lässt sich der Zerfallsprozess der Raupe nicht aufhalten! Es gibt eine nächste Generation von Imagozellen. Diesmal sind es mehr, die sich sogar beginnen zusammenzuschließen. Irgendwann erkennt sich das Neue als DAS NEUE in eigener Identität. Es reift heran und wenn der Schmetterling vollständig ausgebildet ist, dann schlüpft er. Und auch das Schlüpfen, diese Geburt aus der engen starren Puppe, ist ein immens wichtiger Schritt. In dieser Zeit der Anstrengung werden die Muskeln der Flügel mit Kraft gefüllt und erst dadurch werden sie funktionsfähig. Er lässt sie in der Sonne trocknen und dann hebt er ab und fliegt aus eigener Kraft in den Himmel - in aller Schönheit, Beweglichkeit, Leichtigkeit...

Ich spüre in mir gerade sehr deutlich, wie DAS ALTE und DAS NEUE miteinander ringen. Das Alte möchte den Status Quo bewahren, das Vertraute soll unbedingt bleiben (selbst ungute Gewohnheiten) und mir (vermeintliche) Sicherheit schenken... Und auch wenn ich DAS NEUE noch nicht einmal benennen kann, stehen mir die Nackenhaare zu Berge, weil ich weiß, dass sich gerade etwas Krasses vorbereitet, das mein Leben komplett auf den Kopf stellen könnte. Ich kenne das bereits als einen inneren Ruf, dem ich folgen MUSS. Als ich das letzte Mal diesen dringenden Ruf vernahm, musste ich meine gut florierende Wollwerkstatt schließen und die Praxis für Seelenzentriertes Coaching eröffnen. Als ich den Schritt ging, wusste ich noch nicht, dass es funktioniert, musste den Schritt auf unbekannten Boden wagen. Und selbst wenn ich damit so oft in meinem Leben bereits gute Erfahrungen gemacht habe, dem inneren Ruf zu folgen, heißt das nicht, dass die Ängste bei neu anstehenden Veränderungen geringer sind. Und während ich das schreibe, klopft mein Herz besonders wild...

Was in dir entspricht dem Alten? 
Wo kündigt sich bereits etwas Neues an? 

Das kann etwas Kleines oder etwas Großes sein  (Vielleicht geht es dir auch wie mir und es ist gerade nicht mehr als eine Ahnung?) und sich auf die unterschiedlichen 

Lebensbereiche erstrecken, die zu einem erfüllten Leben beitragen:
  • Beziehungen (Partnerschaft, Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn etc.)
  • Körper (Wohlbefinden, Beweglichkeit, Gesundheit, Sexualität, Fühlen etc.)
  • Erfüllung (Arbeit, Sinn, Potenzialentfaltung etc.)
  • Sicherheit (Einkommen, Erspartes, materielles Versorgtsein etc.)
  • Lebenszeitgestaltung (Gemeinsamzeit, Alleinzeit, Balance zwischen Tun und Sein, Kreativität leben etc.)
  • Wohnen (Wohnung/Haus, Umfeld etc.)
  • Glaube (spirituelles Eingebundensein etc.)
  • Werte (eigenes Verhalten, Authentizität etc.)

Hier kommt eine unterstützende Aufgabe: 
Das Alte und das Neue im Dialog

  • Nimm' dir eine Stunde ungestörter Zeit, in der du wirklich allein bist und durch nichts abgelenkt werden kannst!
  • Richte dir zwei einander gegenüberliegende Sitzplätze ein - einer entspricht dem ALTEN, der andere steht für das NEUE.
  • Betrachte beide Plätze von außen und spüre hinein, welcher dich JETZT stärker anzieht.
  • Setze dich auf diesen Platz, nimm deinen Körper, deine Gefühle, deine Gedanken wahr und beginne aus diesem Aspekt heraus LAUT zu sprechen. Wenn die Worte verebben, wechsele den Platz und beginne erneut, LAUT zu sprechen - diesmal aus dem anderen Aspekt heraus.
  • Wechsele so lange die Plätze, bis du spürst, dass dieser erste Dialog zwischen alt und neu beendet ist.
  • Nimm' dir eine Zeit des Nachklingens und notiere dir deine wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse.
  • Was will das Alte anmerken?
  • Wohin lockt dich das Neue?

Vielleicht hast ja auch du, liebe Blogleserin, lieber Blogleser, Lust, diese Übung auszuprobieren und dich auf deine innere Forschungsreise zu begeben? Was für Erfahrungen machst du gerade bezüglich ALT und NEU?

Herzlich grüßt dich


JANA

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