Am kommenden Wochenende biete ich zum letzten Mal den Kurs MEIN PFLANZENGEFÄRBTER REGENBOGEN an. In diesem Jahr gestaltete sich die Kursvorbereitung jedoch als wahre Herausforderung. Vermutlich war es so, damit mir der Abschied nicht so schwer fällt, ich meine Entscheidung nicht bedaure und mir womöglich selbst in den Rücken falle. Denn ich weiß wohl, welche Überzeugungskraft der geschlossen gefärbte Farbkreis am Ende des Kurses haben wird. Unsere Augen werden leuchten und die Herzen vor Freude besonders lebendig klopfen. So könnte es am Sonntag z. B. aussehen...
Aber zurück zum Vorbereitungsdesaster: Zuerst entdeckte ich, dass in meinen gesammelten und getrockneten Färberkamille-Blüten Motten Einzug gehalten und sich an den Blüten gütlich getan hatten. Grauslig. Mit Ach und Krach schaffte ich es, die nötige Grammzahl neu zu sammeln. Allerdings entdeckte ich die einzigen Sammelstellen, die ich hier im Umkreis finden konnte, an für mich verbotenen Orten. Mehr schreibe ich dazu mal lieber nicht...
Schwierig war auch, dass Frühling und Sommer hier bis jetzt so regnerisch waren und die Pflanzen kaum mal Zeit hatten, vor dem Sammeln abzutrocknen. Deshalb war es mir auch unmöglich, zur rechten Zeit Wiesenkerbel für lichte Gelbfärbungen zu sammeln, die sich so gut für die Überfärbungen mit Indigo zu Grün eignen. Dafür gibt es jetzt als Alternative Pastinakenkraut, das ich erst am Donnerstag frisch schneiden werde.
Allerdings muss ich darauf vertrauen, dass bis dahin die Straßenränder nicht wieder komplett abgemäht werden. Auf diese Weise habe ich in diesem Jahr nämlich ALLE meine schönen Schilfblüten-Sammelstellen verloren. Ich hätte weinen können...
Also hieß es weitersuchen. Und - DANKE! - ich wurde fündig: An einer Stelle waren die Blüten nicht nur bereits so weit gediehen, dass sie gestern geschnitten werden konnten, sondern auch für mich erreichbar.
Sie landeten frisch im Tiefkühler und ich konnte aufatmen...
Über das Wickeln der Garne schweige ich. Nur so viel - es gehört noch immer nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und das Abbinden der vielen Stränge frisst Unmengen an Zeit.
Aber nun ist die Werkstatt für diesen besonderen Kurs um- und eingeräumt und die meisten Vorbereitungen sind abgeschlossen. Heute nehme ich die Pommernwolle (in der Flocke) aus der Beize, damit sie noch trocknen kann und sich gut abwiegen lässt. Hölzer und Eukalyptusrinde sind eingeweicht und warten auf das, was da kommen wird.
Im Anschluss an den Kurs werde ich meine gebrauchten Einkochautomaten mit Thermostat (bis auf einen) und diverses Equipment meiner Färbeküche verkaufen. Und dann färbe ich nur noch für den Eigenbedarf - und das mit Herz und Seele.
































