Mittwoch, 21. September 2011

Verführung zu Experimenten

Wie oft ich inzwischen bedauerte, kein Englisch sprechen und lesen zu können, kann ich kaum noch zählen. Aber – Kursteilnehmerinnen wissen es - auch das hatte sein Gutes: Die Art Yarn – Spinnerei erlernte ich aus diesem Grund durch eigene Experimente, da ich die vorwiegend englischsprachige Literatur höchstens als Inspirationsquelle nutzen konnte und selbst herausfinden musste, wie ich am besten zum erwünschten Ziel (= Art Yarn) komme.

Auf einem anderen Gebiet – dem Eco Dyeing oder Eco Print – geht es mir jetzt ebenso. Die Vorreiterin India Flint veröffentlichte zwei wunderbare Bücher, die die Welt der Pflanzenfärberei um Horizonte erweitern. Nun zogen diese Schätze…

Publikationen India Flint

“Eco Colour – botanical dyes for beautiful textiles” und “Second skin – choosing und caring for textiles and clothing”

…auch in meine Wollwerkstatt ein und verführen mich zu neuen Experimenten.

Und hier einige Impressionen meines Arbeitstisches…

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Freitag, 16. September 2011

Diese Socken…

…aus pflanzengefärbter Wolle sind ein Weihnachtsgeschenk für meinen Schwager. (Ja, in diesem Jahr hab ich doch tatsächlich rechtzeitig damit begonnen, mein Weihnachtsgeschenkeschrankfach zu füllen…)

Der gerade mal 30jährige Mann ist einer der Sorte, der die natürlichen und handgemachten Dinge schätzen kann – ist er doch selbst ein begabter Handwerker. Er führt den Hof seiner verstorbenen Großmutter weiter, hält Schafe und Ziegen, Hühner und Enten, Katze und Hund, baut Gemüse im Garten an, macht Holz. Früher strickte ihm seine Großmutter Socken aus der handgesponnenen Wolle ihrer Schafe. Inzwischen sind die alten Schafwollsocken löchrig geworden und dürfen trotzdem nicht weggeworfen werden…

150 Gramm brauchte ich für Größe 46. Gefärbt habe ich die Wolle mit braunen Zwiebelschalen, den Blättern der rotlaubigen Haselnuss, Robinienspänen und grünen Walnussschalen.

Riesensocken für Eiche2

Riesensocken für Eiche Detail

Mittwoch, 14. September 2011

Stockrosensocken

Diese Lieblingssocken sind meine viel getragenen Lieblingssocken geblieben und haben nun ein Schwesternpaar nach dem gleichen “Rezept” bekommen. Diesmal aus einer Stockrosenfärbung mit schwarzen Blüten…

Stockrosensocken

 Ingrids Mäusezähnchenrand…

Stockrosensocken - Mäusezähnchenrand

…und die verkürzte Ferse nach Brigitte Gsänger.

Stockrosensocken - Lochlose Bumerangferse

Verbraucht habe ich für Größe 36 gerade mal 66 Gramm bei 64 Maschen auf 2,25er Knit-Pro-Nadeln. Und ich hätte sie genauso schlicht gern noch in Walnussschalenbraun, Cochenillepink, Krapprot und Dahlienorange… Dann werde ich mal stricken… Zwinkerndes Smiley

Montag, 12. September 2011

Berühren und berührt werden…

Seit 11 Jahren arbeite ich in einer Rehabilitationsklinik für Abhängige von illegalen Drogen als Ergotherapeutin und Kunst-/Gestaltungstherapeutin. Zum Pflichttherapieprogramm für jede Patientin, jeden Patienten gehört einmal in der Woche 1,5 Stunden Ergotherapie im Rahmen der Bezugstherapiegruppe. Ich betrachte es in diesem Setting als meine Aufgabe, die Gruppe dabei zu unterstützen, eine gute Arbeitsfähigkeit zu erlangen und/oder zu erhalten. Dazu gehört, dass ich die natürlichen Gruppenprozesse begleite, z. B. die Ankunft und Integration neuer Gruppenmitglieder unterstütze, Konflikte mit gestalterischen Mitteln aufgreife, die dadurch sichtbar werden und besser bewältigt werden können, bildnerisch zur Selbst- und Fremdwahrnehmung oder zur Rollenverteilung arbeite etc.

Nachfolgende Aufgabenstellung ist eine mögliche, die ich für die Abschiedsphase in einer Gruppe entwickelt habe. Ein Patient wird die Gruppe verlassen, da seine Therapie nach sechs Monaten regulär zu Ende geht.

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Der Ablauf ist wie folgt: Alle Gruppenmitglieder sitzen eng um einen Tisch herum, auf dem sich Nassschminke, Wassergefäße und Pinsel befinden. Alle Teilnehmer legen beide Hände nebeneinander auf den Tisch. Nun hat jeder die Aufgabe, mit seiner rechten Hand die linke Hand seines rechten Nachbarn zu schmücken. Anschließend darf jeder mit seiner linken (bereits bemalten) Hand die rechte Hand des linken Nachbarn bemalen. (Dadurch sind Rechtshänder und Linkshänder gleichermaßen gefordert.) Es hört sich anfangs ein wenig verwirrend an, wird in der Praxis jedoch ganz einfach. Jeder ist gleichzeitig aktiv und passiv, nehmend und gebend. Der Abschiednehmende hat zum letzten Mal die Möglichkeit, die Nähe seiner Gruppe zu spüren und kann den Abschied ganz bewusst wahrnehmen. Er kann sich berühren lassen und berührt selbst. Meistens wird es ganz still. Manchmal braucht die Gruppe Musik, die die Besinnung unterstützt. Und manchmal bleiben die Hände den ganzen Tag lang bunt. Oft fotografiere ich die bemalten Hände und lasse Postkarten herstellen, auf denen alle Gruppenmitglieder unterschreiben. So gibt es über den erlebnisintensiven Moment hinaus eine bildhafte Erinnerung an eine besondere Zeit im Leben.

Sonntag, 11. September 2011

Schilfblütenlieblingsgrün

Ist es nicht schön?!?

Schilfblütenfärbung in zwei Zügen 2

Inzwischen erkundete ich die neue Heimatgegend und fand viele Stellen, an denen Schilf wächst. Mit Gummistiefeln vor nassen Füßen geschützt, sind die Stellen auch relativ gut zugänglich. Für den nächsten Sommer vorgemerkt ist ein ganz in der Nähe liegendes “Schilfblütenfeld”, an dem ich bereits in diesem Jahr erntete. Und hier ein Gemeinschaftsfoto der Färbungen mit junger Blutpflaumenrinde, Schilfblüten und grünen Walnussschalen.

Sonntagsfärberei Blutpflaumenrinde Schilfblüten Walnussschalen

Samstag, 10. September 2011

Gefärbt mit Walnussschalen

Walnussschalenfärbung in zwei Zügen 2

Je nachdem, wann im Jahr ich grüne Walnüsse bekomme (Danke Alfred! Danke Elke!), behandle ich die Färbedroge unterschiedlich. Sind die Nüsse noch sehr jung, kommen Sie in eine stabile Plastiktüte und werden mit dem Hammer zerschlagen. Das Walnussschalenmus koche ich aus, seihe ab und nutze die Färbeflotte für Heiß- oder Kaltfärbungen. Sind die Nüsse – wie in diesem Jahr – schon beinahe ausgereift, schäle ich die grüne Schale ab und färbe mit den Schalenschnitzeln.

Walnussschalen

Aber auch die Schalenreste, die sich an den Nüssen festhalten, sind nützlich. Ich schichte Sie in ein großes Weckglas, fülle mit Wasser auf und gebe ungebeizte Garnstränge hinein. Die beiden Gläser standen einige Tage in der (kaum mal scheinenden) Sonne.

Walnussschalen Solarfärbung

Im nächsten Schritt werden die Garne ungespült dem Sauerstoff ausgesetzt, damit die Farbe vom Grün ins Braun umschlagen kann.

Walnuss-Solarfärbung

Erst danach werden die - durch den teilweisen Kontakt mit der Färbedroge  - meliert gefärbten Garne gründlich ausgewaschen, gespült und getrocknet.

Walnussschalen-Solarfärbung2

Mahonienfärbung

Die schönen Ergebnisse von Alpenrose hatten mich angespornt, es noch einmal mit der Mahonienbeere zu versuchen. Die von mir erzielten Farben waren leider nicht annähernd so schön lilaviolett, sondern ergaben diese matten Braun- und Beigetöne.

Mahonie Beerenfärbung in zwei Zügen

Hier die Ausbeute…

Mahonienbeeren

Ein Strauch mit reifen Früchten…

Mahonie mit reifen Früchten

Eine Mahonienblüte im April…

Mahonienblüte im April

Freitag, 9. September 2011

Färbung mit Goldrute

Sie leuchtet, als wolle sie die heute noch nicht sichtbare Sonne hinter den Wolken hervorlocken…

Goldrutenfärbung in sechs Zügen

Ich färbte mit 400 Prozent frischen Blüten und Blättern in sechs Zügen auf unterschiedlichem Material und hatte die Garne vorher kalt gebeizt. Goldrute ist hier in Mecklenburg häufig zu finden; die Staude säumt Straßen und Wegränder.

Blühende Goldrute

Donnerstag, 1. September 2011

Die Blutpflaume als Farbstofflieferant

Täglich fahre ich im Nachbardorf an einer bunten Hecke vorbei und sehe ihr beim Wachsen zu. So sah sie noch in der letzten Woche aus:

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Kurze Zeit darauf bot sich mir dieser Anblick:

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Die Buntheckenbesitzer gestatteten mir auf Nachfrage, die rotbelaubten Zweige aus dem zusammengeharkten Haufen zu klauben und färbenderweise zu verarbeiten. Schön und DANKE! Hier meine Ausbeute:

Blutpflaume Heckenschnitt

Im nächsten Schritt zupfte ich die Blätter…

Blutpflaume Blätter

…von den Zweigen…

Blutpflaume Zweige

…und entrindete die Zweige mit einem Sparschäler…

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Das hat sich gelohnt! Die Färbung ähnelt den Färbungen mit den Blüten der schwarzen Stockrose und war für mich die Färbeüberraschung des Sommers. Zu gern wüsste ich, welcher Farbstoff dafür verantwortlich ist. Hier die Ergebnisse der Rindenfärbung in vier Zügen (von rechts nach links) auf kaltgebeizter Wolle. Der kleine hellgraue Probestang war ungebeizt beim 2. Zug mit im Topf. Die Seidentücher schimmern richtig silbern.

Blutpflaume Rindenfärbung in vier Zügen

Natürlich färbte ich auch mit den frischen Blättern.

Blutpflaume Blätterfärbung in drei Zügen

Blutpflaume Blätterfärbung in drei Zügen 2

Montag, 1. August 2011

Färbung mit Pastinak

Inzwischen grub Rainer eine Pflanze aus. Form und Geruch der Pfahlwurzel ließen keinen Zweifel zu – Pastinak. Eine Färbung mit 400 %  blühendem Kraut auf kalt gebeizter Wolle ergab diesen Farbton:
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Der zweite Zug unterschied sich kaum vom ersten und wanderte weiter in das noch nicht ausgeschöpfte Rotholzbad.
Mit Gruß vom Kleinen Fuchs und Grünspecht – Fotos aus dem Garten -  wünsche ich Euch einen schönen Start in die neue Woche.
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Freitag, 22. Juli 2011

Was ist das für eine Pflanze?

Vielleicht weiß das ja eine von Euch? Die Blüten erinnern in ihrer Struktur an Dillblüten. Die Stauden wachsen und blühen jetzt überall. Ich finde sie recht imposant und frage mich, ob sie wohl Farbstoff enthalten. Hat jemand von Euch schon mal mit diesem “Ich-weiß-nicht-was-es-ist” gefärbt?

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Donnerstag, 21. Juli 2011

Nandu-Familie vor der Haustür

Gestern auf dem Weg zur Arbeit, ca. 200 m vom Häuschen entfernt auf einer Pferdekoppel, entstand dieses Foto mit einem frei lebenden Nandu und zwölf Küken bei der Morgenmahlzeit. Beeindruckend!
Nandu mit Küken in Ollndorf
Von Nachbarn hatte ich schon gehört, dass diese Laufvögel des Öfteren in der Nähe gesichtet wurden. Vor gut zehn Jahren sind einige Vögel aus einem Gehege entlaufen und haben sich seitdem im Kreis Nordwestmecklenburg eingerichtet und fortgepflanzt.

Dienstag, 19. Juli 2011

Färbepflanzenernte

Es tat so gut, am Samstag im Sonnenschein umherzulaufen und im “Großen Garten” zu ernten. Dankbar bin ich für Ampfersamenstände, Stumpfblättrigen Ampfer, Färberginster, Schafgarbe und Schilfblüten.
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Den bequem zu erreichenden Schilfgürtel am Rande eines Feldes, der mir in den Jahren zuvor etliche seiner Blüten geschenkt hatte, gab es in diesem Jahr nicht. Er war mit Stumpf und Stiel abgemäht worden.
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Aber ich fand einen mit Schilf bewachsenen Straßenrand und schnitt gut 400 g der noch nicht vollständig aufgegangenen Blüten.
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Da ich eine Färbung nur mit Ampfersamen ausprobieren will, sieht die Ausbeute inzwischen so aus:
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Alle anderen Pflanzen dürfen als Bündel schattig und luftig unter dem Carport trocknen.
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Gestern schnitt ich auf der Pferdekoppel der Klinik noch Labkraut-Blüten und hängte sie zum Trocknen in die Werkstatt. Der Duft, der sich beim Trocknen verstärkt, ist unglaublich schön. Auch die Färberkamille möchte jetzt geerntet werden.
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Und die Zwergdahlien überlassen mir immer wieder ihre voll aufgeblüten Blütenköpfe, die ich einfriere. Die Pflanzen blühen und blühen und blühen, obwohl ich anfangs dachte, dass die braunen Nacktschnecken ihnen den Garaus gemacht hatten. Robuste Minis!
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Habt Dank…

Jede von Euch gab mir einen Satz/ein Wort, der/das mich in meiner aktuellen Situation besonders erreichte. Ich nehme sie mit in mein Leben.

Von Anett: …den Moment zu genießen so wie er ist.

Von Mel: …Balance.

Von Alpi: Das Leben wird nicht länger, wenn man es sich so zustopft.

Von Bettina: …Mitgliedschaften in Gruppen sausen lassen.

Von Wiebke: …ich sehe das, was ich gerade mache und es ist völlig unwichtig, was vorher war.

Von Geli: …dass ich zu viel auf einmal in meinem Leben will.

Von Elke: …sich nicht beirren lassen, wenn Menschen mit Unverständnis auf ein NEIN reagieren.

Vom bunten Seifchen: …mein Tun zu genießen.

Von Gabi: …jedes halbe Jahr ist bei mir ein kräftiges Entrümpeln angesagt.

Von Sandra: …sich Zeit nehmen und schauen, was wirklich wichtig ist im Leben.

Von Pam: …larger than life too.

Von Mira: Es gab einen wunderbaren Goldton.

Danke!

Samstag, 16. Juli 2011

Von wegen “beiZEITen”…

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Er ist (und bleibt) mir zu groß – der “Hut” und das wiederum ist mehr als passend. Denn ich bin ratlos. Es lässt sich beim besten Willen nicht alles Lebenswerte in meinem Leben unterbringen. Irgendetwas kommt immer zu kurz, irgendeine Seite wird immer vernachlässigt. Zu viel Leben für zu wenig Zeit: Geliebter Vollzeitjob, geliebter textiler (Neben-)Job, Partnerschaft, Familie, Freunde, Häuschen, Garten…

Als ich vom Kurs zurückkam, war ich so voller Eindrücke, dass ich einen ganzen Roman hätte schreiben können. Allerdings kam ich am Sonntag erst nach Mitternacht an, begann gleich am nächsten Morgen mit meiner Arbeitswoche und schon wurden die Erlebnisse von neuen überlagert. (Für all die Neugierigen, die auf einen Bericht vom Kurs warten: Britta hat einen feinen Rückblick zum Kurs mit Pam geschrieben, ihr Mann hat die Fotos gemacht. All das gibt es in der nächsten FUN zu lesen und zu sehen.)

Es gab in den vergangenen Wochen und Monaten so viele besondere Momente, die einen Blogeintrag verdient hätten. Seit Beginn des Jahres habe ich viele weitere Wochenend-Kurse zur Effektgarnspinnerei gegeben und war in Hannover, in Bayern, in Thüringen… Über jeden einzelnen hätte ich schreiben können. Es gibt so viele Färbungen, Spinnereien, Filz- und Strickprodukte, die ich Euch noch nicht zeigte. Und es gibt Unerledigtes, das mich bedrückt: Ich habe die zweite Ladung der Gewinne noch nicht einmal verpackt, geschweige denn verschickt. Unendlich viele Emails und Blogkommentare sind unbeantwortet. Und so sehr ich mein Zeitmanagement überprüfe, es lässt sich kaum noch irgendwo ein ungenutztes Fitzelchen finden… Wie gesagt – ich bin ratlos…

Doch heute habe ich mir frei gegeben und lasse Unerledigtes weiterhin unerledigt. Das Häuschen habe ich schon Donnerstag früh geputzt.  Das Gartenunkraut darf noch ein wenig wachsen, denn ich werde nach vielen Regentagen die Sonne ausnutzen und Färbepflanzen sammeln, um nicht den besten Sammelzeitpunkt zu verpassen. Ich habe eine Stelle gefunden, an der der Färberginster üppig wächst. Stumpfblättriger Ampfer und die Samenstände des Rumex patentia wollen gepflückt werden, auch die Schilfblüten sind erntereif und das Labkraut ruft. Die Samenstände vom Sauerampfer will ich ausprobieren, die Blutpflaumenblätter sind groß genug und auch die Walnüsse sind gerade perfekt.

Die Kunst der Beschränkung – vielleicht die einzige Lösung für obige Probleme – muss ich immer wieder neu lernen.