Montag, 12. August 2013

Lammas, Lughnasadh oder das Schnitterinnenfest…

…nutzte ich, um mich in Dankbarkeit von den Frauen zu verabschieden, mit denen ich seit gut anderthalb Jahren die Jahreskreisfeste feierte.

Erntekranz auf dem Stoppelfeld

Jetzt wird hier im Häuschen mit der Wollwerkstatt die Tür für einen neuen Frauenkreis geöffnet. Damit erweitern sich die Kreise. Mein Wunsch ist es, dass wir Frauen gemeinsam durch Zyklen und Zeiten gehen, einander dabei begleitend und unterstützend zur Seite stehen, uns über die jeweilige Zeitqualität und unser ganz persönliches Erleben austauschen, mit uns selbst und miteinander in einen immer tieferen Kontakt kommen, das Leben genießen und feiern. Unsere große Lehrerin ist die Natur. Wir werden uns inspirieren lassen, eigene hilfreiche Rituale entwickeln und unserem Alltag Zauber verleihen.

Auch wenn der Abschied ein wenig traurig war, freue ich mich auf den neuen Kreis.

Das Schnitterinnenfest… Ich habe diese Zeitqualität ganz achtsam wahrgenommen - in mir und um mich herum. Nicht nur in der Natur geht es gerade darum, mit einem klaren Schnitt die Ernte zu sichern und Kräuter auf dem Höhepunkt ihrer Kraft zu schneiden. Es geht um den Einsatz nötiger und nützlicher Aggression. Es geht um klare Entscheidungen. Auch viele Menschen um mich her werden derzeit an die Pflicht zur Selbstfürsorge erinnert und haben mit Abgrenzung zu tun. Spannend… Da stellt sich mir die Frage, ob größere Krisen vermeidbar sind, wenn wir bereits kleine Anzeichen ernst- und wichtig nehmen und aus dem Denken in das Handeln kommen. Das werde ich weiter untersuchen.

Momentan war und bin ich viel draußen unterwegs. Gestern im Wald traf ich zum ersten Mal auf Hirschkühe mit ihren Kälbern – ein Kahlwildrudel. Ich stand ganz still und lauschte, da traten sie aus dem Dickicht. Was für eine Begegnung! Meine tiefe Verbundenheit mit der Natur hält an.

Ich sammelte Kräuter, hängte sie in der Küche zum Trocknen auf…

Kräuter trocknen

…und verarbeitete sie dann teilweise weiter. Für meinen Vater und seine Frau stellte ich einen großen Kranz aus Schafgarbe, Labkraut und Beifuß her – ein duftender Kranz als Schutzsymbol nach gesundheitlichen Krisen.

Kranz aus Beifuß, Labkraut und Schafgarbe

Aus den gleichen Kräutern band ich Kräuterstäbe für Schutz- und Reinigungsräucherungen. Auch sie sind als kleine Geschenke gedacht.

Kräuterstäbe zum Räuchern

Kräuterstäbe

Aus frischen Blüten und Olivenöl setzte ich Johanniskrautöl an. Noch steht es in der Sonne und gewinnt zunehmend an roter Farbe…

Rotöl Ansatz

Für mich band ich einen kleinen Kranz aus Beifuß – einem meiner Lieblingskräuter – und füllte ihn mit den Samenständen der Kokardenblume. Dieser natürliche Tischschmuck ziert jetzt unseren Esstisch.

Tischschmuck aus Beifußkranz mit Samenständen der Kokardenblume

Ich band kleine Weizengarben und stellte sie in die Fenster...

Weizengarben

…um meiner Dankbarkeit für eine reiche Ernte in vielen verschiedenen Bereichen Ausdruck zu verleihen.

Allabendlich zum Sonnenuntergang schwimmen wir eine Runde im See und lauschen den Geräuschen um uns her.

Sonnenuntergangsschwimmen1

Auch wenn der Herbst bereits herüberweht und der See jeden Tag ein wenig kälter wird - noch ist Sommer…

Kommentare:

Silvia hat gesagt…

Danke für den wundervollen Beitrag.
Ich merke immer mehr wie gut es tut, wenn wir Frauen uns austauschen. Wie bewegend und ehrlich das sein kann. Die Natur lehr uns das "Loslassen" auch das Thema von Lugnasad. Nur im Loslassen kann neues entstehen,... So Viele Wahrheiten für unser Leben sehen wir in der Natur.
Liebe Grüße
Silvia

draadjes hat gesagt…

Vielen dank für den schönen und inspirierenden Beitrag.
Liebe Grüsse,
Anja

Aine hat gesagt…

Huhu Jana, sehr, sehr schön....!
Was machst Du denn mit dem ganzen Rainfarn....?
lg, Aine

Bärbel hat gesagt…

Schade das du soweit wegwohnst. Für die Feste interessiere ich mich auch sehr. .... die Selbstfürsorge... ist auch für mich gerade ein sehr großes Thema....

Hab deinen Artikel mit großem Interesse gelesen.

Lg Bärbel

Els hat gesagt…

So schön Jana ! Danke

UTEnsilien hat gesagt…

Es war wieder schön deinen Bericht über das Schnitterinnenfest und über deine Beobachtungen in der Natur zu lesen.
Auch wenn ich nicht so ganz in und mit der Natur lebe, kommen einem doch immer wieder Gedanken dazu in den Sinn. Heute habe ich mich in den Abendstunden über den Regen für die Natur gefreut und den anschließenden wunderbaren Regenbogen genossen, er war wirklich eine alles umspannende Brücke am Himmel. Ich habe auf der Terrasse gestanden und solange zugeschaut bis er sich langsam ins Nichts aufgelöst hatte.
Dabei habe ich gedacht, dass jetzt jeder Mensch, der den Regenbogen sieht seine Gedanken, Wünsche und auch Sorgen über diese Brücke auf die Reise schicken kann ----- eine Gedankenstraße sozusagen.
LG Ute

Jana Muchalski hat gesagt…

@Alle: Herzlichen Dank Euch!

@Silvia: Ja, so ist es. "Loslassen" ist bei einigen Jahreskreisfesten ein Schwerpunktthema.

@Aine: Rainfarn nutze ich zum Räuchern. Dafür brauche ich jedoch nur einen kleinen Teil. Der Rest dient als Färbepflanze. Außerdem wollte ich die Abwehrkraft der getrockneten Pflanze gegen allerlei Flieglinge mal ausprobieren.

@Bärbel: Sicher gibt es auch in Deiner Gegend eine Frauengruppe, die die Jahreskreisfeste feiert. Ich drück' Dir die Daumen, dass Du fündig wirst!

@Ute: Ein schöner Gedanke - eine verbindende Regenbogenstraße...

Herzlich

Jana

chantimanou hat gesagt…

Liebe Jana,

vielen Dank für diesen wundervollen Post. Das Lesen hat inspiriert und beruhigt. Ich war richtig mit dir unterwegs auf deinen Streifzügen durch die Natur. Und das Foto der trocknenden Kräuter in deiner Küche ist besonders idyllisch.

Herzliche Grüße
Chanti